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10. Mai 2007, 08:55 Uhr

30 Festnahmen nach Krawallnacht

Bei Krawallen nach Polizei-Razzien in Zentren der linken Szene sind mindestens 30 Globalisierungsgegner festgenommen worden. Zu den heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten kam es in Hamburg. Sprecher der Jusos warfen der Bundesregierung vor, ein "Klima der Eskalation" zu fördern.

Sicherheitskräfte vor der "Roten Flora", einem Treffpunkt der Linken Szene im Hamburger Schanzenviertel© Krafft Angerer/Getty Images

Bei Krawallen nach Polizei-Razzien in Zentren der linken Szene sind mindestens 30 Globalisierungsgegner festgenommen worden. Zu den heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten war es in Hamburg gekommen, wo sich beide Seiten bis nach Mitternacht immer wieder Scharmützel lieferten. Insgesamt seien 26 Menschen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Polizei in der Hansestadt.

Nach 20.00 Uhr hätten sich 1900 Menschen zu einer Kundgebung unter dem Motto "Solidarität mit Repressionsopfern" zusammengefunden. Rund 600 Teilnehmer der Demonstration seien dem linksextremen Spektrum zuzurechnen gewesen. Auf Beamte sei unter anderem mit Flaschen und Feuerwerkskörpern geworfen worden. Mit Bauzäunen seien Barrikaden errichtet worden. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden. Mehrfach habe man Wasserwerfer eingesetzt.

In Berlin verlief eine Kundgebung von 3000 Menschen in den Abendstunden nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. Hier seien vier Menschen festgenommen worden. Wie in Hamburg wird auch in Berlin den Festgenommenen Landfriedensbruch vorgeworfen. Auch in anderen Städten war es zu Protesten gegen die Razzien gekommen.

Die Sicherheitsbehörden hatten am Morgen zahlreiche Treffs und Wohnungen militanter G8-Gegner in sechs Bundesländern im Norden Deutschlands durchsucht. Die Bundesanwaltschaft hat eigenen Angaben zufolge Hinweise darauf, dass sich eine terroristische Vereinigung gebildet hat, deren Ziel es sei, mit Brandanschlägen und anderen gewalttätigen Aktionen den Gipfel Anfang Juni zu stören oder zu verhindern.

Scharfe Kritik gegen die Razzien kam aus den Reihen der Linksparteien: Grünen- Vorsitzende Claudia Roth und die Jugendorganisation der SPD, Jusos verurteilten die Vorgehensweise. Die Linkspartei warf der Bundesregierung vor, billigend in Kauf zu nehmen, dass "ein Klima der Eskalation" befördert werde. Die globalisierungskritische Organisation attac sprach von dem "Versuch, das gesamte Spektrum der G8-Gegner zu kriminalisieren". attac war nach eigenen Angaben nicht von den Durchsuchungen betroffen.

Das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) findet vom 6. bis 8. Juni im mecklenburgischen Heiligendamm statt.

AP/dpa
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
NeuerMensch (10.05.2007, 12:05 Uhr)
@catchme
Klar, derart sinnlose Gewalt ist eine Armutserklärung und keine politische Äußerung. Aber bei Verdacht alle in einen Sack stecken und mit dem Antiterror-Knüppel draufhauen? Das ist wahrlich keine Einstellung, die sich durch Rechtstaatlichkeit und Demokratieverstäündnis auszeichnet. Das die SPD auch mit Ihrer Person den großen Rechtsruck der Politik maßgeblich mitprägt, ist historisch gesehen auch kein Wunder. "Einer muss der Bluthund sein", nicht wahr? Das gilt in der SPD heute wohl noch genauso wie schon 1919.
hardrain (10.05.2007, 11:44 Uhr)
Sag ich ja, catchme!
Solche Leute wie Sie kommen in keine rechte Ecke, sondern in eine Gummizelle - davon waren immer schon genug da, die alles abgenickt haben, wenn es nur von "Oben" kam. Hauptsache, man hat den eigenen Kopf nicht gebraucht. Und Ihre 30 Jahre bei der SPD - für wen soll das denn sprechen???
catchme (10.05.2007, 11:34 Uhr)
Wir leben in einer Welt !
Wir leben in einer Welt, wir sollten versuchen, dieses friedlich und fair hinzubekommen ... egal ob rechts oder links, es sind immer die " Looser " der Gesellschaft, die ihr eigenes Unvermögen in dieser Welt zurechtzukommen, durch Gewalt und eine " ich bin dagegen - Haltung " kompensieren wollen ! Wer bereit ist, Leistung zu erbringen, der findet auch seinen Platz in einer globalen Wirtschaft ! Aber es ist natürlich viel einfacher ein Auto anzuzünden ... dazu braucht es nur einen Brandbeschleuniger - keinen großen IQ ! Die Polizei sollte daher ruhig mit größer Härte vorgehen und immer draufschlagen - es ist nichts drin in den Köpfen, was kaputt gehen könnte ! Bevor mich jetzt alle in die rechte Ecke stellen, ich bin seit über 30 Jahren Sozialdemokrat in Verantwortung ...
hardrain (10.05.2007, 11:11 Uhr)
Danke, Adolf, hat geklappt!
Mit dieser Methode:" Nach Angaben der Bundesanwaltschaft..." haben wir von 1933 - 1945 genügend Instrumentarium vorweisen können, um ein ganzes Volk dem blanken Terror auszusetzen. Ich hatte gedacht, diese Zeiten seien Ein für Alle Mal vorbei. Aber was der Staat einmal bekommen hat, das gibt er so schnell nicht mehr her!
DerEine (10.05.2007, 10:39 Uhr)
Provokation
Ist es jetzt an der Zeit gg 'unbequeme Gruppen' sofort und präventiv im 'großen Stil' vorzugehen???
Oder gab es auch in den zurückliegenden Jahren bereits vorab Hausdurchsuchungen?
(Was ich dann nicht mitbekommen habe - aber an sich schon eine gewisse 'Frechheit ist).
Meine Mitmenschen 'terrorisieren' mich auch manchmal - wo bleibt da das BKA?
Die Vorsicht in allen Ehren - aber Übertreibung hat noch nie geholfen.
Also passt auf, wenn ihr zukünftig mit mehr als drei Leuten eine innerdeutsche Reise plant ... es könnte als terroristischer Akt gewertet werden...
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