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6. Juni 2007, 11:57 Uhr

10.000 Menschen gegen den Zaun

In Heiligendamm haben 10.000 Gipfelgegner den Sicherheitszaun um den G8-Tagungsort erreicht - trotz eines Demonstrationsverbots. Einige Autonome warfen Steine, die Polizei antwortete mit Wasserwerfern. Die Protest-Organisatoren waren dennoch sehr zufrieden.

Die einen Demonstranten pausieren, die anderen werden von Wasserwerfern vertrieben© Fabian Bimmer/AP

Tausende G8-Gegner sind trotz des strikten Demonstrationsverbots zum Sperrzaun um Heiligendamm vorgedrungen, um dort gegen das Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands zu protestieren. Die Polizei sprach von etwa 10.000 Menschen, die an verschiedenen Stellen bis zum Zaun gelangt seien.

In Rethwisch-Steinbeck gingen die Sicherheitskräfte mit Wasserwerfern gegen militante Demonstranten vor, die Steine auf die Polizisten geschleudert hatten. Acht Polizisten wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Nahe Bad Doberan blockierten mehrere tausend Demonstranten eine der beiden Zufahrten zum Tagungsort Heiligendamm. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte derweil das Demonstrationsverbot in der Nähe des Zauns.

Das Bundesverfassungsgericht begründete die Zurückweisung eines Eilantrages gegen das Demonstrationsverbot mit Sicherheitsrisiken und verwies ausdrücklich auf die schweren Krawalle vom Samstag in Rostock. Es ließe sich nicht ausschließen, dass der für Donnerstag geplante Sternmarsch zu solchen Ausschreitungen wie in Rostock genutzt würden, hieß es.

Mit Hubschraubern flog die Bundespolizei weitere Einsatzkräfte zur Kontrollstelle an der Rennbahn bei Bad Doberan, um die Beamten dort zu verstärken. Die Demonstranten protestierten unmittelbar vor dem meterhohen Sperrzaun, der die Ortschaft Heiligendamm auf zwölf Kilometern Länge von der Öffentlichkeit abschirmt. Eine Reihe von Polizisten bezog zwischen Demonstranten und Zaun Stellung. Vermummte Autonome machten sich an einer Stacheldrahtabsperrung vor dem eigentlichen Zaun zu schaffen. Mit Zangen zwickten sie den Stacheldraht auf und rollten ihn in Ballen beiseite. Hubschrauber kreisten über der Blockade, berittene Polizisten überwachten den Protest.

Polizeisprecher Lüdger Behrens sagte zu den Protesten am Zaun: "Wir werden das nicht dulden." Die G8-Gegner hielten sich illegal dort auf. In der gesamten Umgebung von Heiligendamm blockierten Globalisierungskritiker kurzzeitig Straßen mit kleinen Baumstämmen, die sie aus den Wäldern zerrten. Unmittelbar nach der Entscheidung aus Karlsruhe begann die Polizei, Blockaden zu räumen. Außerdem legten Demonstranten mit einer Blockade den Dampfzug "Molli" lahm, der die Journalisten aus aller Welt vom Pressezentrum in Kühlungsborn nach Heiligendamm bringen sollte.

Die Organisatoren der Blockaden haben ihre Aktionen als "großen Erfolg" gewertet. "Wir haben zwei Zufahrtsstraßen zum G8-Gipfel erfolgreich eingenommen. Damit sind wir sehr zufrieden", sagte Christoph Kleine von der Gruppe Block G8. Nach seinen Angaben haben etwa 5000 bis 6000 Personen aus dem Camp Reddelich eine Zufahrtsstraße zwischen Bad Doberan und Heiligendamm blockiert.

Rund 3000 weitere seien aus dem Camp Rostock in das zwei Kilometer entfernte Börgerende gezogen und hätten dort ebenfalls eine Straße blockiert. Laut Kleine blieb die Lage an der ersten Blockade völlig ruhig, während die Polizei an der zweiten Stelle mit einem Wasserwerfer gegen die Demonstranten vorgegangen sei. Kleine sagte, die Demonstranten seien der Bitte der Polizei nachgekommen, 250 Meter Abstand zum Zaun um Heiligendamm zu halten. "Es geht uns nicht um den Zaun. Das ist doch das Symbol der Abschottung der G8 gegen den Rest der Welt", sagte er.

Die Blockierer seien darauf vorbereitet gewesen, ihre Aktion mindestens 24 Stunden aufrecht zu erhalten, sagte Kleine. "Was wir aber tatsächlich tun werden, muss im Plenum entschieden werden", so Kleine weiter.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 131)
 
Miksz (07.06.2007, 10:07 Uhr)
@ Raknarak
sicher eine Idee, sicher kann man auch davon ausgehen das ein großer Teil der Bevölkerung eben nicht demonstrieren geht weil Sie mit dem G8 Gipfel kein so großes Problem haben. Ich finde es zumindest erst einmal positiv, daß die gewaltsamen Auseinandersetzungen rückläufig sind, das kann sich natürlich wieder ändern der Trend ist aber gut.
Raknarak (07.06.2007, 08:51 Uhr)
@gruener_elefant
und nochmal, deine kommentare sind zu minderwertig als das man darauf eingehen kann!!!
Raknarak (07.06.2007, 08:48 Uhr)
@042020
told you once my redneck friend, now i tell you twice.....
i´m born down in the dirty....
and guess what i´m more american the you will ever be!!!
042020 (06.06.2007, 20:01 Uhr)
@MALT
Why english,well when I read such total crap that this shit for brains "raknarak" puts out, i just feel more at home com. in english.
am so happy this dude is in Germany. he never, and I mean never has anything good to say about anything or anyone. since he com. on all issues and all blocks, he must have plenty of time on hand, am sure your taxes pay for his hartz iv.
PS yes I voted for GW twice.
Malt (06.06.2007, 19:15 Uhr)
Hmmm..
... vielleicht weil ein Großteil derer, die das auch nicht in Ordnung finden, arbeiten müssen um diesen ausgemachten Blödsinn zu bezahlen. Nur, damit sich eine noch kleinere Meute (8 + x) gemütlich auf unsere Kosten die Bäuche vollschlagen kann und sich Gegenseitig die Kohle zuschachern. Wenn man alleine die Haltung Buschs zu wirklich wichtigen Fragen kennt (Stichwort: Klimaschutz) kann man sich vorstellen, wie kompromissbereit der bei Fragen sein wird, die die Kohle seiner Lobbyisten betrifft. Das ganze ist eine reine Selbstbeweihräucherung erster Güte. Und DAS empfind ich als die wahre Provokation. Die Bullen, der schwarze Block und das ganze Tamtam sind doch nur Strohfeuer und sollen von dem eigentlich wichtigen, bzw. dem, das eigentlich NICHTS WICHTIGES passiert, ablenken. Und wir alle schlucken den Köder. während die die 98ste Flasche Schampus auf unsere Kosten köpfen.
gruener_elefant (06.06.2007, 18:24 Uhr)
@Raknarak
mir ist nicht bekannt das wir ca. 88 millionen gipfelgegner haben. eine handvoll ist dagegen.
Raknarak (06.06.2007, 18:13 Uhr)
@Miksz
vielleicht kann ich ihre frage anders beantworten, ohne links, rechts oder alternativ eine rolle spielen zu lassen.........
zuerst war das volk da, und dann kam die politik.
hinterm zaun ist politikergebiet und vorm zaun eine gruppe des volkes welche gegen die heutige politik ist. leider steht da keine zweite gruppe des volkes, die für die politik ist, so das man eventuell ein gleichgewicht erkennen könnte.....
Miksz (06.06.2007, 18:04 Uhr)
Huhn oder Ei
Bei der Beurteilung der Lage stellt sich mir die Frage, wer war denn nun zu erst da, das Huhn oder das Ei? Anders ausgedrückt jeder verweist auf den anderen eine gewisse Gewaltbereitschaft an den Tag zu legen. Das kuriose, damit lößt man das Problem nicht sondern verstärkt es. Besser wäre es doch man redet mit- als übereinander.
Natürlich gibt es immer wieder gewaltbereite Demonstranten, komisch nur, sind diese im rechtsextremen Spektrum, Hooligans o.ä. ist es ok, daß die Polizei eingreift. Bei einer Demonstration der Linken gibt man gern Medienwirksam dem Staat, der Polizei, den Machthabenden oder den Kapitalisten die Schuld und kommt damit noch an.
Gern sehe ich wenn sich Menschen mit Problemen auseinandersetzen, um mehr Geld streiten, für andere Benachteiligte eintreten und dafür das Recht der Versammlungsfreiheit nutzen und dies auch lautstark tun. Das zeichnet den Meinungswettbewerb einer Demokratie aus und hilft uns allen uns weiter zu entwickeln, andere Denkmuster kennen zu lernen vielleicht eine falsche Meinung ab zu streifen. Das tun die meißten G8 Kritiker sicher. Aber denen die sich an Auseinandersetzungen beteiligen um sich in Gewalt in Szene zu setzen sollte die gesamte Härte des Gesetzes gezeigt werden können.
Tragischerweise für viele Linksparteien und Interessengruppen aus dem linken Spektrum tummeln sich die meißten Gewaltbereiten in Ihrer Szene vielleicht ein Grund um zu denken.
atride (06.06.2007, 17:55 Uhr)
böse böse böse böse
untertanen... lassen sich doch glatt das demonstrieren nicht verbieten?! schäuble, komm, lass dir einen dicken flammenwerfer an deinen rolli schweißen und räum da mal richtig auf...
Vincent_Vega (06.06.2007, 17:52 Uhr)
@ragnarak
(Raknarak (6.6.2007, 17:06 Uhr))
"aha, ok...........
wo aber ist jetzt dein punkt, um dies an mich zu richten=?"
Einer Deiner vorherigen Beiträge. Du sprachst von anderer Hilfe, ich dachte das wäre ein guter Ansatzpunkt gewesen (okay, ich habe jetzt kein durchgreifendes Lösungskonzept erwartet; die scheitern ja anscheinend eh immer)
______________________________
Vor allen Dingen sollte man aufhören, Afrikaner wie von oben herab, sprich, wie kleine dumme Kinder anzusehen, die nur darauf warten, "dass der große weiße Mann helfen tut und kleinem Bimbo zeigt wie geht"
Irgendwie stößt das vielen Afrikaner auf; uns würde es im Gegenzug auch nicht gefallen. Ausserdem scheinen wir unseren Lebensstandard und unsere Art von Freiheit (auch die, bei Demos mit Steinen zu schmeißen) als etwas Erstrebenswertes anzusehen.
Dass muss bei anderen Kulturen nicht so sein (und kommt mir bitte keiner mit Beschneidungen, das stößt auch mir bitter auf, aber letzten Endes müssen die das selbst beschließen).
Hilfe in Form von Ausbildung - besonders hinsichtlich moderner Technik - würde ich allerdings noch durchgehen lassen.
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