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6. Juni 2007, 22:11 Uhr

Jetzt geht's richtig los

Nach einem informellen Arbeitsessen beginnt nun die eigentliche Arbeit des G8-Gipfels. Rund 1000 Demonstranten haben in der Nähe des Sicherheitszaunes übernachtet, doch die Nacht verlief ruhig. Nach den gestrigen schweren Auseinandersetzungen wird aber wieder mit starken Protestaktionen gerechnet.

Die Nacht war ruhig, doch der Zaun offenbart Spuren vom Vortag© Johannes Simon/Getty

Der G8-Gipfel in Heiligendamm wird am Vormittag offiziell eröffnet. Nach einem informellen Arbeitsessen im Herrenhaus des Barockguts Hohen Luckow beginnt nun die eigentliche Arbeit. Die acht Staats- und Regierungschefs ringen bei den Themen Klima, US-Raketenabwehr und Afrika um eine Einigung.

Bis zum späten Mittwochabend konnten sich die Unterhändler in der besonders hitzigen Klimadebatte nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen, deshalb muss nun Kanzlerin Angela Merkel versuchen, auf höchster Ebene eine Lösung herbeiführen. Sie strebt eine Vereinbarung mit verbindlichen Obergrenzen für den Kohlendioxid- Ausstoß an, um die Erderwärmung bis 2050 auf zwei Grad zu begrenzen, was unter anderem die USA ablehnen.

Die Polizei rechnet zum offiziellen Gipfelauftakt erneut mit Anti- G8- Protesten. In der Nacht war es rund um Heiligendamm ruhig geblieben. Am frühen Donnerstagmorgen hielten sich 1000 Demonstranten friedlich an zwei Orten in der Nähe des zwölf Kilometer langen Sicherheitszauns auf, teilte die Polizei-Sondereinheit Kavala mit. Viele lagen in Schlafsäcken schlafend auf der Straße. Am Mittwoch hatte die Polizei etwa 140 Demonstranten nach Auseinandersetzungen festgenommen.

Polizei dementiert Lücken im Unterwassernetz

Die Polizei dementierte am Donnerstagmorgen einen Zeitungsbericht über ein Loch im Unterwassernetz vor Heiligendamm. Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur DPA: "An der Netzsperre, die den G8-Tagungsort seeseitig sichert, sind weder größere Löcher entdeckt worden, noch war ein Spannseil auf einer Länge von 15 Metern beschädigt. Ein Sicherheitsdefizit besteht nicht." Die "Bild"-Zeitung hatte geschrieben, es seien im 4,5 Kilometer langen Unterwasser-Netz zwei größere Löcher entdeckt worden.

Prügel für mutmaßlichen Polizisten

Am Abend war am Sicherheitszaun um Heiligendamm die Situation kurzzeitig eskaliert. Am Blockadepunkt Galopprennbahn wurde eine Person von mehr als einem Dutzend vermummter Demonstranten angegriffen. Möglicherweise handelte es sich um einen Polizisten, der in Autonomen-Kleidung unter den Blockierern war. Der Mann wurde von Kräften des anwaltlichen Notdienstes der Demonstranten aus der Notlage befreit und zur Linie der Polizisten gebracht, die ihn in ihre Reihen zogen. Wie ein Sprecher des Notdienstes bestätigte, hatten mehrere Demonstranten den Mann als Polizisten erkannt. Dieser sei der Auforderung, sich auszuweisen, nicht nachgekommen. Zu möglichen Verletzungen des Mannes wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Am Mittwoch verzeichnete die Polizei 141 Festnahmen verzeichnete. Außerdem wurden 24 Personen zur Unterbindung von Straftaten in so genannte Gewahrsam genommen. Massive Polizeikräfte mussten tausende Demonstranten vom eingezäunten Tagungshotel in Heiligendamm fern halten und Blockaden auflösen. Dabei kamen auch Wasserwerfer zum Einsatz. Insgesamt versammelten sich laut Polizei 10.000 Demonstranten.

"Stimmen gegen Armut" in Rostock

An diesem Donnerstag werden in Rostock 70.000 Besucher zu einem Konzert "Stimmen gegen Armut" mit U2-Sänger Bono, Bob Geldof, Herbert Grönemeyer und anderen Stars erwartet. Geldof sprach von einer "historischen Chance". Es sei nun wichtig, was Deutschland als einflussreiches Land und Vorsitzender des G8-Gipfels mache.

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DPA
 
 
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