. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. Juni 2007, 21:08 Uhr

Milliarden gegen Aids, für Afrika

Insgesamt 60 Milliarden Dollar zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika wollen die G8-Staaten für ein neues Hilfsprogramm zur Verfügung stellen. Die Hälfte der Summe stellen die USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte, die Zusagen einzuhalten.

Die Industrieländer haben sich auf ein Milliardenprogramm zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten© Michael Keppeler/DDP

Die G8-Staats- und Regierungschefs haben sich nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA auf ein neues Hilfsprogramm in Milliardenhöhe zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika geeinigt. In dem Beschluss versprechen die führenden Industrieländer und Russland, zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten insgesamt 60 Milliarden Dollar zu geben. Die Hälfte davon werden allein die USA, die übrige Summe von 30 Milliarden Dollar die sieben anderen G8-Staaten tragen.

Nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel werden die Staaten ihre Hilfszusagen einhalten. Nach einem Treffen mit den Vertretern afrikanischer Staaten sagte sie: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden unsere Verpflichtungen erfüllen." Es bestünden aber auch seitens der G8-Länder Erwartungen gegenüber Afrika.

Der Präsident Ghanas, John Kufuor, sagte, die afrikanischen Staaten hätten die Erwartung, dass die Zusagen erfüllt würden. Er versprach auf der anderen Seite aber auch verstärkte Anstrengungen der afrikanischen Länder.

Das Programm war vor knapp zwei Wochen von US-Präsident George W. Bush in Grundzügen vorgeschlagen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel will noch am Freitagvormittag den Beschluss in Heiligendamm nach dem Treffen der G8-Länder mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs vorstellen.

Über das Programm hatte es bis zuletzt ein Tauziehen gegeben. Einige Länder wie Italien sollen dem Vernehmen nach lange gezögert haben, sich an dem Programm zu beteiligen. In ihrer Erklärung zu Afrika unterstreichen die Staats- und Regierungschefs ferner ihre Verpflichtungen, die sie vor zwei Jahren auf dem Gipfel im schottischen Gleneagles eingegangen waren. Danach müssen die G8- Staaten bis 2015 0,7 Prozent des Nationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufwenden. Deutschland steht derzeit bei 0,36 Prozent.

Am letzten Tag des Gipfels wollen die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten mit ihren Kollegen aus mehreren afrikanischen Staaten und aus den wichtigsten Schwellenländern zusammentreffen. Bei der Sitzung mit den Regierungsspitzen aus Ägypten, Ghana, Algerien, Nigeria, Südafrika und Äthiopien wollen die führenden Industrieländer und Russland ein Zeichen setzen, dass dem afrikanischen Kontinent besondere Bedeutung zukommt.

Entspannte Lage außerhalb von Heiligendamm

Unterdessen hat sich die Sicherheitslage rund um den hermetisch abgeriegelten Ostseebadeort in der Nacht weiter entspannt. Nur noch mehrere hundert Demonstranten hätten sich nahe dem Tagungsort versammelt, teilte die Polizei-Sondereinheit Kavala in der Nacht mit. Die Stimmung sei friedlich. "Wir haben keine Hinweise darauf, dass irgendwelche Aktionen geplant sind", sagte eine Sprecherin. Fernsehbilder zeigten, wie Demonstranten in Schlafsäcken auf Straßen nach Heiligendamm übernachteten und so die Zufahrt zum Gipfelort blockierten.

Die G8-Kritiker wollen ihre Blockaden um Heiligendamm spätestens am Freitagvormittag beenden, um rechtzeitig bei einer Abschlusskundgebung am Mittag im Rostocker Stadthafen zu sein. Die Abfahrt der Gipfel-Delegationen am Nachmittag soll nicht behindert werden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
gmathol (09.06.2007, 08:54 Uhr)
Geboten wird viel, aber kaum einer zahlt.
Beispiel Britannien 1 Milliard sollte an Afrika Hilfe geleistet werden ganz 10 Millionen - 1% wurden gezahlt. USA hat etwa 2.5% der ausgelobten Summe gezahlt. Andere Laender auch Deutschland liegen im 65-80% Bereich.
Prometheus90 (08.06.2007, 22:42 Uhr)
@Denimdemo
Sie sind blöd!!!
Denimdemon (08.06.2007, 14:10 Uhr)
Roy05441
Auch hier lieber Roy - Sechs, setzen!
Solltest du nicht eigentlich auf dem Bau sein ?
MfG
Roy05441 (08.06.2007, 13:05 Uhr)
Da will jemand HIV & Malaria in Afrika bekämpfen!
Dabei ist jedem in der Welt bekannt, dass seit Jahren in Washington eine republikanische Syphilis aus gebrochen ist, nach dem Motto:" Wie vermehre ich an allen Fronten meines, und meiner Freunde Konten?" Es sollen ja angeblich immer noch Leute unterwegs sein, um nach Saddams Massenvernichtungswaffen zu suchen.!
Denimdemon (08.06.2007, 12:19 Uhr)
Hab noch was vergessen!
Ist es nicht eigentlich nicht vereinbar mit Klima und Natur wenn durch die Öffnung des Marktes dann meine Bananen und andere Produkte aus Südafrika oder dem Kongo kommen ? Das ganze CO2 was beim Transport ausgestoßen wird! Wie ist da mein ethisches mit dem ökologischen Gewissen vereinbar?
Ich dachte wir sollen nur noch heimische Produkte kaufen, aber wenn wir das tuen können ja die Afrikaner nach einer Öffnung des Marktes nichts mehr bei uns Absetzen und bekommen kein Geld.
Oder machen die Afrikaner doch Umsatz und die Leute in Deutschland kaufen ihre Produkte und verhelfen der Natur somit zum Kollaps?
Schwierig, schwierig...das Problem ist doch komplexer als so mancher es mir dieser Tage mit populistischen Parolen weiss machen will...
MfG
catchme (08.06.2007, 12:11 Uhr)
Ist eigentlich schon einmal aufgefallen, dass ...
... in Afrika ein Produkt des Weltmarktes in unendlichen Mengen vorhanden ist ... Munition und Waffen ?! So lange das Problem der Stammeskriege und Glaubensfragen nicht friedlich gelöst wird, ist jeder Dollar Entwicklungshilfe ein verschwendeter Dollar. Das Geld erreicht nie die, die es brauchen ... hier wäre die afrikanische Bevölkerung in die Pflicht zu nehmen. Statt sich gegenseitig zu bekämpfen, sollten sie versuchen dén eignen Kontinent zu bewirtschaften und dann können sie ihre Produkte auch auf dem Weltmarkt verkaufen .
Denimdemon (08.06.2007, 12:03 Uhr)
Ja ja...
...ich würde gern mal wissen wie die Leute in Europa und vorallem in Deutschland wieder rumheulen und sich beklagen würden wenn sie einen anständigen Preis für Lebensmittel, Elektrogeräte etc. zahlen müssten!
Immer am billigsten kaufen wollen aber sich über G-8 Regierungen aufregen.
Und das Gejammer wird sogar noch größer wenn durch die Öffnung des Marktes die ersten Agrararbeitsplätze und später auch andere Produktionsjobs wegfallen, weil die Konkurrenz aus Afrika/Asien/Südamerika schlicht billiger ist.
Achja die bösen unfairen Subventionen der EU, die sollen natürlich auch weg, ist hier noch jemand nicht verblendet von Selbstgerechtigkeit und Übermoral ? Wahnsinn...
MfG
NeuerMensch (08.06.2007, 11:36 Uhr)
Schuldenerlass
Einige wichtige Punkte wurden schon genannt: Öffnung der Märkte für afrikanische Produkte, nicht nur Rohstoffe, damit auch in Afrika Wertschöpfung erfolgen kann. Man kann nicht Globalisierung predigen und sich selbst mit Protektionismus abschotten. Abschaffung der bisherigen Entwicklungshilfe, da hiervon so gut wie gar nichts bei der armen Bevölkerung ankommt sondern lediglich die kleinen reichen Oberschichten der Entwicklungsländer begünstigt. Wichtiger wären z.B. Mikrokredite an Unternehmensgründer wie das Konzept von Friedensnobelpreisträger Yunus, damit sich in den Ländern eine originäre Wirtschaft entwickeln und von der Basis aus wachsen kann. Nicht zu vergessen: der Schuldenerlass. Entwicklungshilfe ist doch ein Witz, wenn die Empfänger selbst jährlich ein Vielfaches dessen in die Geberländer zurückzahlen müssen, obwohl der ursprüngliche Schuldbetrag durch Zinszahlungen längst mehr als zurückgezahlt wurde.
testsieger2006 (08.06.2007, 10:42 Uhr)
Selbsthilfe wäre besser
Afrika kann sich nur selbst helfen. Am schmerzlichsten(für beide Seiten) aber auf lange Sicht am erfolgreichsten wäre die komplette Streichung von Entwicklungshilfe bei gleichzeitiger völliger Öffnung unserer Märkte.
@dumiok
Das mit den Milchüberschüssen ist längst überholt, da China alles aufkauft. Im Augenblick herrscht absoluter Mangel an Milch in Afrika.
Aquarius_Jedermann (08.06.2007, 10:33 Uhr)
Hilfe?
Das ist wieder einmal mehr eines dieser schmutzigen Programme, nämlich dadurch, dass Hilfe angekündigt wird und Abzocke gemeint ist. Denn gleichzeitig werden die Patentrechtsbestimmungen für Arzneimittel so verschärft, dass in Indien keine Generika für AIDS-Arzneien mehr hergestellt werden dürfen, welche zur Zeit noch preiswert nach Afrika exportiert werden. So wird man sich diese großzügige Hilfe schon über exorbitante Preise bei den Arzneien zurückholen und den westlichen Bürger weißmachen, man hätte ja geholfen. Der Steuerzahler wird dann schön hinters Licht geführt. Das ist gegenüber den Menschen in Afrika schon keine Heuchelei mehr sondern pure Niedertracht.
MEHR ZUM ARTIKEL
G8-Klimakompromiss Merkel bändigt Bush

Man kann die Klimabeschlüsse als zu lasch kritisieren. Dennoch hat Kanzlerin Merkel auf dem G8-Gipfel einen Sieg errungen. Selbst der widerwilligste George W. Bush musste anerkennen: Die Klimaerwärmung ist von Menschen gemacht und muss von ihnen bekämpft werden. mehr...

Heiligendamm "Dem Abkommen entkommt niemand"

Die G8-Staaten haben sich auf butterweiche Klimaziele geeinigt. Sie versprechen, den Kyoto-Prozess unter dem Dach der Vereinten Nationen voranzutreiben - und sie wollen "in Betracht ziehen", die CO2-Emissionen bis 2050 zu halbieren. Kritiker sprechen von "Etikettenschwindel" mehr...

G8-Klimakompromiss "Wir sind am Elfmeterpunkt"

Ist das "in Betracht ziehen" von Treibhausgas-Reduktionen ein "Riesenerfolg" oder ein "Etikettenschwindel"? Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, erklärt im stern.de-Interview, warum der Klima-Kompromiss der G8 besser ist als er klingt. mehr...

Heiligendamm Darauf haben sich die G8 geeinigt

Der Streit um die Klimapolitik hat den G8-Gipfel bestimmt. Aber die Staats- und Regierungschefs haben sich auch noch bei einer Reihe weiterer Themen auf einge gemeinsame Politik verständigt. stern.de fasst die wichtigsten Punkte zusammen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe