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Früher prägten Massenproteste und Auseinandersetzungen mit der Polizei die Gipfeltreffen der G8. In diesem Jahr ist nichts davon zu merken. Schläft der Widerstand?
Die Krawalle von Rostock haben die Anliegen der friedlichen G8-Kritiker diskreditiert. Die unerträglich gewalttätigen Schwarzkapuzen haben Schluss gemacht mit dem Mythos, sie ließen sich einhegen. Und sie haben Schluss gemacht mit dem Mythos, die Polizei wisse, was sie tue.
Mehr als vier Jahre hat es gedauert. Nun hat der Europäische Gerichtshof entschieden: In Deutschland dürfen Demonstranten nicht mal eben so vorsorglich eingesperrt werden. Ein später Sieg für zwei G8-Kritiker von Heiligendamm.
Vier Tage lang blieb es im Dunkel diplomatischen Stillschweigens. Erst heute kam es doch heraus: Nur weil sie die "Internationale" sangen, wurden G8-Kritiker festgenommen. Auch Russen wurden an der freien Meinungsäußerung gehindert. Das ist auch im Kreml angekommen.
Mit ohrenbetäubendem Lärm sind im Juni Tornados der Bundeswehr knapp über G8-Gegner hinweggeflogen. Rechtswidrig meinen die Protestler und reichten nun Klage ein. Im vierten Teil der stern.de-Serie über die Nachwirkungen des Gipfels von Heiligendamm schildern sie, warum sie seit dem Vorfall am Rechtsstaat Deutschland zweifeln.
Vom G8-Gipfel bleibt vor allen die Erinnerung an Randale. Was ist aus den verhafteten Gegnern geworden, was aus den verletzten Polizisten? Wie steht es um die autonome Szene? In einer Serie spürt stern.de den Spuren des Gipfels nach. Diesmal: das Schicksal der G8-Gegner.
Insgesamt 60 Milliarden Dollar zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika wollen die G8-Staaten für ein neues Hilfsprogramm zur Verfügung stellen. Die Hälfte der Summe stellen die USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte, die Zusagen einzuhalten.
Bei den Themen Klima und Afrika bewegt sich auf dem G8-Gipfel wenig. Immerhin schwächte Putin seine jüngsten Drohungen an die USA ab. Umso turbulenter geht es außerhalb der Tagungsortes zu. Die Polizei nahm 165 Demonstranten fest und löste Blockaden auf.
Singen für den Frieden und Beten für Gerechtigkeit ist das eine. Demonstrieren und Straßen blockieren das andere. In den rund 600 Kirchgemeinden Mecklenburg-Vorpommerns ist ein Zwist darüber ausgebrochen, wie die Gläubigen denn nun mit dem leidigen G-8-Gipfel umgehen sollen.
Innenminister Wolfgang Schäuble hat die Kritik an den Sicherheitsmaßnahmen für den G8-Gipfel in Heiligendamm als "hysterisch" bezeichnet und gleichzeitig Sympathie für die Demonstrationen bekundet. SPD-Innenexperte Wiefelspütz nannte Schäubles Konzept "verfassungswidrig".
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