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7. Juni 2007, 10:56 Uhr

Wilde Bootsjagd vor Heiligendamm

Spektakuläre Aktion von Greenpeace beim G8-Gipfel: Die Umweltschützer sind mit einem Schlauchboot in die Seesperrzone vor Heiligendamm eingedrungen und haben sich eine wilde Verfolgungsjagd mit Polizeibooten geliefert. Vier Aktivisten gingen über Bord. Ein Polizist wurde verletzt.

Mit mehreren Schlauchbooten hat die Polizei versucht, das Greenpeace-Schiff abzudrängen© BARBARA SAX/AFP

Umweltaktivisten von Greenpeace sind mit Booten in das Küsten-Sperrgebiet um den G-8-Gipfel eingedrungen. Sie drehten mehrere Runden in Sichtweite des Pressezentrums in Kühlungsborn, bevor sie von Polizeischnellbooten aufgebracht wurden. Dabei wurden nach Angaben von Greenpeace drei Menschen verletzt, als die Polizei eines der Schlauchboote rammte und vier Insassen über Bord gingen. Bei der Aktion wurde nach Angaben der Polizei auch ein Polizist verletzt.

Eine Greenpeace-Sprecherin sagte, es seien 24 Mitglieder der Organisation mit elf Booten in die weiträumige Sperrzone eingedrungen, die bis zu 15 Kilometer in die Ostsee hinein reicht. Ziel der Aktion sei es gewesen, eine Petition an die Gipfelrunde in Heiligendamm zu übergeben, sich auf konkrete Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase zu verpflichten. Keines der Boote habe aber das Osteseebad erreicht. 17 Personen seien in Gewahrsam genommen worden. An Bord eines Schlauchboots hatten die Umweltschützer ein Transparent mit der Aufschrift "G-8 act now". Während der Aktion kreisten Polizeihubschrauber über der Szene.

Nachdem die Schlauchboote aufgebracht waren, wurden sie in den Yachthafen Kühlungsborn gebracht. Anschließend wurden die Demonstranten zum Stand gebracht und von Sicherheitskräften befragt.

Auseinandersetzungen auch am Sperrzaun

Polizei und G-8-Gegner haben sich auch am zweiten Tag des Gipfels der acht größten Industrienationen (G-8) heftige Auseinandersetzungen am Sperrzaun um Heiligendamm geliefert. Die Polizei setzte Wasserwerfer und offenbar auch Pfefferspray gegen mehrere tausend Demonstranten ein, die bei Hinter Bollhagen zum Sperrzaun vordringen wollten. Mindestens zwei Demonstranten und mehrere Journalisten wurden verletzt. Zahlreiche Demonstranten wurden abgeführt. Ein großes Polizeiaufgebot stoppte die G-8-Gegner, deren Zahl die Sicherheitskräfte auf 2500 bis 3000 schätzten, etwa 200 Meter vor dem Zaun und hielten sie von einem weiteren Vordringen ab. Wenige hundert Meter entfernt hatte die Polizei zuvor mit dem Wasserwerfer eine Straßenblockade geräumt. Parallel zu den Aktionen an Land protestierte Greenpeace auf der Ostsee gegen die Klimaverschmutzung.

Die Polizei warnte vor einer Eskalation der Lage. Die G-8-Gegner bereiteten Brandsätze und Wurfgeschosse vor, sagte ein Sprecher. Aus dem Menge der Demonstranten stiegen mehrfach kleinere Rauchwolken auf, die Polizei löschte die Feuer mit den Wasserwerfern. Es kam jeweils zu Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten, wenn die Sicherheitskräfte die G-8-Gegner einige Meter zurückdrängte.

Verletzte durch Pfefferspray

Sanitäter behandelten mindestens zwei verletzte Demonstranten und mehrere Journalisten, die offenbar wegen des Einsatzes von Pfefferspray über Augenreizungen klagten. Ein Sanitäter konnte die Zahl der Verletzten jedoch noch nicht beziffern. Das ohnehin schon starke Polizeiaufgebot in Hinter Bollhagen wurde am Nachmittag weiter verstärkt. Mit Hubschraubern wurden weitere Einsatzkräfte eingeflogen. Durch die Proteste war auch die zweite Zufahrt nach Heiligendamm versperrt. Die größere Zufahrt an der Rennbahn bei Bad Doberan wird bereits seit Mittwoch von Demonstranten blockiert. Auch die Dampfeisenbahn "Molly", mit der Journalisten vom Pressezentrum in Kühlungsborn nach Heiligendamm gebracht werden sollte, war am Mittag wie am Vortag schon von Demonstranten blockiert.

"Machen weiter, so lange die Kraft reicht"

Die G-8-Gegner waren zuvor in kleinen Gruppen auf die Wiese unterhalb des Sperrzauns eingesickert. Sie demonstrierten mit Regenbogen-Fahnen und Sprechchören gegen den G-8-Gipfel, der hinter dem komplett eingezäunten Ostseebad Heiligendamm stattfindet. Unter den Demonstranten auf der Wiese in Hinter Bollhagen waren auch vermummte Autonome. Bei stundenlangen Straßenschlachten zwischen Polizei und militanten Autonomen am Rostocker Stadthafen waren am Samstag rund 1000 Menschen verletzt worden. Die Polizei greift seither deutlich rascher ein.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
hardrain (08.06.2007, 15:44 Uhr)
roy05, elPrimo, denimdemon!
So, Ihr Drei - ab in den Keller - hinterste Ecke, und wenn die Stadtwerke auf Zuruf:" Jetzt!" den Strom gesperrt haben, dürft Ihr erst eine Stunde später wieder raus. So ein Dünnschiss braucht energische Behandlung!
Bis dahin: Wasser und Steinofenbrot, davon aber auch nur die Steine!
ElPrimo (08.06.2007, 14:51 Uhr)
hat wohl nicht ganz geklappt, auf ein neues
zum thema dass polizisten den tod von demonstranten in kauf nimmt:
in dem fall müssten inzwischen eine ganze menge vermummte, schwarzgekleidete volltrottel wegen mordversuch vor gericht, denn wer mit ein paar kilo schweren steinen auf polizisten wirft, nimmt genauso deren tod in kauf.
und jetzt bitte nicht so dumme ausreden von wegen schutzkleidung, weil das rechtfertig überhaupt nichts.
ElPrimo (08.06.2007, 14:44 Uhr)
Unglaublich die dritte...
--> Es ist unglaublich mit welcher Gewalt die Polizei vorgeht.Wer mit einem Schnellboot auf ein Schlauchboot auffährt nimmt den tod der Demonstranten in Kauf und gehört wegen Mordversuch vor Gericht.
Denimdemon (08.06.2007, 14:08 Uhr)
Roy05441
Voll am Thema vor 6, setzen!
Roy05441 (08.06.2007, 14:01 Uhr)
Greenpeace in allen Ehren,......!
da wollen sich einige arme Teufel Angriffen wirtschaftspoltischer kriminellen auf deren Konten erwehren.! Deren Motto lautet doch ganz sacht, bin ich erst mal an der Macht, hab ich die Konten meiner 30 Folgegenertationen zum Überlaufen gebracht.!
So fahren sie denn mit ihrer Yacht, plötzlich ist keiner mehr da, der ihnen das Trinkwasser macht!
Keiner versteht sie, was diese Trottel nur wollen, so denken sie, was die unteren Chargen nur wollen?
Mach um den "Heiligen Damm entlang an dem Zaun, einen Laufsteg mit üppigen Frauen, was glaubst du, ob Bush nach seiner Leila wird schaun?
Dann wäre vielleicht die Welt wieder in Ordnung, wieder in der richtigen Reihenfolge aufgerufen zur Ordnung!
Stell dir vor kein Baum ist da,
dann ist plötzlich kein Toilettenpapier mehr da!
Roy05441 (08.06.2007, 13:58 Uhr)
Greenpeace in allen Ehren,......!
da wollen sich einige arme Teufel Angriffen wirtschaftspoltischer kriminellen auf deren Konten erwehren.! Deren Motto lautet doch ganz sacht, bin ich erst mal an der Macht, hab ich die Konten meiner 30 Folgegenertationen zum Überlaufen gebracht.!
So fahren sie denn mit ihrer Yacht, plötzlich ist keiner mehr da, der ihnen das Trinkwasser macht!
Keiner versteht sie, was diese Trottel nur wollen, so denken sie, was die unteren Chargen nur wollen?
Mach um den "Heiligen Damm entlang an dem Zaun, einen Laufsteg mit üppigen Frauen, was glaubst du, ob Bush nach seiner Leila wird schaun?
Dann wäre vielleicht die Welt wieder in Ordnung, wieder in der richtigen Reihenfolge aufgerufen zur Ordnung!
Stell dir vor kein Baum ist mehr da,
dann ist plötzlich kein Toilettenpapier da!
Denimdemon (08.06.2007, 11:46 Uhr)
Absolut richtig kfpdm!
Und wieder einmal muss ich Ihnen 100% Recht geben, ich hätte es nicht besser sagen können. Das ist genau das worum es sich dreht.
Die Leute verurteilen die Staatschef zu Verbrechern verlangen aber eben von diesen globale Entscheidungen. Das ist absolut schizoprhen!
Ach und Loki:
Woher soll die Polizei im Vorfeld wissen das es Greenpeace ist, die mit Schnellbooten in die Sperrzone eindringen ? Hätten genauso gut Terroristen seien können. UND NATÜRLICH gefährdet Greenpeace Menschenleben, ihre eigenen und die der Polizei bei solchen Aktion. Greenpeace weiss um die Risiken wenn sie sich verletzten sind sie selber schuld.
Ein EINDRINGEN IN EINE SPERRZONE kommt einen Hausfriedensbruch gleich. Ich kann ja einfach mal in Ihr Haus einbrechen, mal sehen wie Sie das finden!
Auch am Morgen bitte den Menschenverstand betätigen!
MfG
kfpdm (08.06.2007, 09:37 Uhr)
Ausweichen....
Wenn die Greenpeace Aktivisten nicht auf ihrem Konfrontations- und Kollisionskurs bestanden hätten, wären sie nicht über den Haufen gefahren worden. Davon abgesehen, handelt es sich nicht um ein Badeschlauchboot vom Baggersee sondern durchaus um ein rauhwassertaugliches, was in der Form von Greenpeace auch eingesetzt wird um Walfänger und ähnliches zu attackieren. Die Kollegen von Greenpeace haben eine hervorragende Ausbildung UND Ausrüstung.... das Risiko war einkalkuliert und überschaubar. Also nicht immer gleich Mordio schreien....
---
Das Plakat..... ja, super... ein Plakat mit einer tollen Aussage. Die einen sprechen den G8 die Legitimation ab über den Rest der Welt zu beratschlagen und die anderen fordern, das die G8 handeln sollen...... irgendwie schizophren, oder???
A.
Loki-Asgard (08.06.2007, 01:04 Uhr)
Denimdemon
Da Greenpeace mit ihrem Einsatz niemanden gefährdet haben,kann es nicht sein daß die Polizei Menschen einfach über den Haufen fährt.
Denimdemon (07.06.2007, 22:25 Uhr)
Unglaublich²
Es ist unglaublich wie lebensmüde Greenpeace vorgeht. Wer mit einem Schlauchboot in eine seit Wochen öffentlich adversierte SPERRzone eindringt die von Bund, Küstenwache und Polizei bewacht wird, handelt bewusst wider dem Gesetz und bringt sich und andere fahrlässig in Gefahr.
Dabei spielt es keine Rolle wie nobel die Hintergründe sind. Wer so etwas macht weiss worauf er sich einlässt und sollte auch alle Risiken einplanen.
Vorallem die Brisanz sollte in Zeiten von Terroranschlägen jedem klar sein, denn es ist nicht Staatssekretär XY von Land XY da, sondern 8 der mächtigsten Staatsoberhäupter der Erde und auch die haben ein Recht auf Sicherheit.
Der Eindringlich und Täter war hier Greenpeace und nicht die Polizei.
Solche Aktionen gehen auf eigene Gefahr!
MfG
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