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5. Juni 2007, 07:13 Uhr
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Attac kapituliert vor "Hooligans"

Die Polizei hat mit massiver Präsenz die Demos am Montag in Rostock im Zaum gehalten - auch wenn in Lichtenhagen wieder Flaschen flogen. Die Polizei debattiert, ob sie ihre Deeskalierungsstrategie ändern sollte, Attac zeigt sich angesichts der Gewalt ratlos.

Demo im Rostock: Wasserwerfer gegen Steinewerfer© Michael Probst/AP

Zwei Tage nach den blutigen Ausschreitungen bei den Anti-G8-Protesten haben am Montag in Rostock tausende Menschen unter massiver Polizeipräsenz weitgehend friedlich demonstriert. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer an der Demonstration für weltweit bessere Lebensbedingungen von Ausländern mit 10.000 an, die Veranstalter sprachen von 15.000. Bei einer anderen Demonstration kam es im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen vereinzelt zu Rangeleien zwischen Polizisten und Demonstranten, die Flaschen auf die Beamten geschleudert hatten. Die Polizei zeigte deutlich mehr Präsenz als am Samstag - personell als auch mit Wasserwerfern und Räumpanzern.

Insgesamt wurden 49 Demonstranten meist wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot festgenommen. Vereinzelt holten die Beamten auch Teilnehmer aus der Menge, denen eine Beteiligung an den schweren Ausschreitungen vom Samstag vorgeworfen wird. Am Samstag waren am Rande der Anti-G8-Großdemonstration in Rostock fast 1000 Menschen verletzt worden, Dutzende davon schwer.

Schäuble will hart vorgehen

Die Polizeigewerkschaften bekräftigten ihre Forderung nach Änderung der bisher auf Deeskalation ausgerichteten Strategie. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte mit Blick auf den am Mittwoch in Heiligendamm beginnenden G8-Gipfel an, gegen Gewalttäter werde mit aller Härte vorgegangen. Der Schweriner Innenminister Lorenz Caffier (CDU) unterstützte dies, bekräftigte aber, an der Deeskalationsstrategie werde festgehalten.

Bei der Demonstration unter dem Motto "Für globale Bewegungsfreiheit - gleiche Rechte für alle" forderten die Teilnehmer unter anderem "mehr Bewegungsfreiheit für Migranten" und eine Umkehr in der Asylpolitik. Um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen, blockierten mehrere hundert Demonstranten kurzzeitig die Rostocker Ausländerbehörde.

50 Autonome zogen sich aus

Mit mehrstündiger Verspätung begann am Nachmittag der Protestzug zum Rostocker Stadthafen, dem Schauplatz der Krawalle vom Samstag. Unter den Teilnehmern waren nach Polizeiangaben rund 2500 potenzielle Gewalttäter. Die Polizei stoppte den Zug zwischenzeitlich, weil nach ihren Angaben einige Teilnehmer das Vermummungsverbot missachtet und sich mit Steinen bewaffnet hatten. Daraufhin legten rund 50 Autonome ihre Kleidung bis auf die Unterwäsche ab. Mehrere Hundertschaften begleiteten die Demonstranten in beiderseitiger Doppelreihe. Die Polizei verwehrte ihnen den Weg durch die Innenstadt und begründete das damit, dass die Route nur für ein Fünftel der Teilnehmer - 2000 Demonstranten - genehmigt worden sei. Die Organisatoren beendeten den Marsch daraufhin auf halbem Weg. Am Abend feierten mehrere tausend Menschen friedlich am Stadthafen, hörten Bands und tanzten.

Der Mitbegründer der globalisierungskritischen Organisation Attac, Sven Giegold, rechnet allerdings damit, "dass es in den nächsten Tagen nicht friedlich bleiben wird". Attac werde alles tun, um Ausschreitungen zu verhindern, sagte er dem Nachrichtensender n-tv. Giegold räumte aber eine "gewisse Ratlosigkeit" ein. "Hooligans" könne seine Organisation nicht erreichen. Attac-Protestkoordinator Peter Wahl forderte im NDR eine eindeutigere Distanzierung der friedlichen Demonstranten von Gewalttätern.

Raketenstreit und Chinas Nein Der Raketenstreit zwischen Russland und den USA drängt den Klimaschutz und die Afrikahilfe immer weiter von der Agenda des G8-Gipfels. Russlands Präsident Wladimir Putin drohte, Raketen auf "neue Ziele" in Europa zu richten, sollte sein Amtskollege George Bush auf dem Raketenschirm beharren. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - Gastgeberin in Heiligendamm - muss damit rechnen, dass Putin dort den Ton nochmals verschärft. Merkels Absicht, in Heiligendamm ehrgeizige Klimaschutzziele festzuschreiben, erhielt einen weiteren Dämpfer. Nach den USA kündigte auch China - Gast der G8-Runde und weltweit die Nummer zwei der Luftverschmutzer - an, verbindliche Vorgaben abzulehnen. Das Wachstum der Wirtschaft dürfe nicht leiden, hieß es. Auch Kanada lehnt verbindliche Ziele ab.

DPA
KOMMENTARE (10 von 31)
 
Frei_Talk (05.06.2007, 12:34 Uhr)
RBrunnerHH
Hallo Brunner
ich wurde anders erzogen. Ich bin nicht erzogen worden um mich so aus zudrücken. Ich bin es aber verdammt nochmal leid das sich die große Mehrheit in diesem Land, in diesem schönen und mit allen Fehlern auch guten Land, das sich diese Mehrheit vor diesem Dreck versteckt. Hauptsache Geld verdienen und Fertig. Stand up and fight. Überlasst es nicht diesen linken Vollidioten. Verdammt. Auch nicht mit denen diskutieren. Die werden immer Ausreden finden. Zeigen wo der hammer hängt. Punkt.
RBrunnerHH (05.06.2007, 12:23 Uhr)
@Frei-talk
Ich hätte es zwar nicht ganz so drastisch ausgedrückt, aber Du hast recht. Diesen Beitrag haben Gott sei Dank Bürger mit Verstand und gesellschafftlichem Standing kommentiert (Ausnahme Disk oder wie auch immer). Vor dem Hintergrund dessen, was hier bezüglich des G8-Gipfels in den Tagen zuvor "abgelassen" wurde, hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben.
Frei_Talk (05.06.2007, 11:50 Uhr)
Billige Werkzeuge
Immer dieses deutsche Reden um den heissen Brei. Nennen wir das Kind beim Namen.
Autonome oder der sog. schwarze Block sind Gesellschaftsverlierer Gesellschaftsversager. Sie kaschieren das mit einer politischen Links-pass-auf-Lackierung. Schuld sind immer die anderen. Früher die Eltern und Lehrer und heute der Staat und nicht zu vergessen die Amerikaner. Dabei sind Autonome nur Dreck, Schmeissfliegen, Abschaum. He linkes Pack. Fühlt euch nicht zu sicher..
Und Attac bedient sich dieses Drecks.
romeodelta (05.06.2007, 11:22 Uhr)
Demonstrationsrecht
wie ich schon in einem anderen Kommentar zu diesem Thema geschrieben habe - wir leben (zumindest) angeblich in einer Demokratie und dieses Verhalten (auch wenn von nur einigen Wenigen) is von beiden Seiten alles andere als demokratisch. Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt - weder von der Seite der Demonstranten noch und auf keinen Fall seitens des Staates. Gummigeschosse? wo leben wir hier? Schäuble muss weg - definitiv. Wenn Murksel und Co. keine Achtung vor den Belangen des Volkes haben, sollten sie sich nicht wundern, dass es zu derartigen Situationen kommt. Ich schrieb es damals und schreib's noch mal aber diesmal anders - Null Toleranz dieser Regierung - sie macht nur Futsch und gehört abgewählt - schmeißt keine Steine, nutzt Eure Stimme bei der nächsten Wahl - irgendeine andere Regierung kann nicht schlimmer als diese sein oder? Stellt Euch vor es gibt Wahlen und JEDER geht hin! Diese Demokratie ist keine Demokratie! Seht zu, dass sie eine wird!
Vincent_Vega (05.06.2007, 11:15 Uhr)
Und wieder geistiger Tiefflieger
@disk72:
"Ihr wollt endlich wieder Tote in Deutschland, Lager und Zwangsarbeit?"
Blödmann, ohne die seit Jahren aktiven Randaleure des schwarzen Blocks, würden viele politische Demos nicht so runterkommen. Wie krank muss man sien, um seine Freizeit mit der Auslegung von Gewaltfantasien zu verbringen. Die Polizisten tun nur einfach ihren Job und werden von Idioten mit Steinen beworfen, die dafür eigens bundesweit angereist sind.
"Nitzsche meinte wohl mal, wenn er sich etwas extrem unsympatisches abstoßendes vorstellen sollte, würde zwangsläufig ein Deutscher herauskommen."
Ja und, dafür starb er ja auch in geistiger Umnachtung. Vielleicht meinte er aber auch nur sich selbst. Immerhin war er auch Deutscher.
"Und er hatte verdammt recht."
Naja. ich gebe zu: wenn ich mir Dein Getippsel so durchlese, hat er in Deinem Fall sicher recht.
"Schade dass die Alliierten soviel übriggelassen haben."
Tu Dir keinen Zwang: es gibt Brücken udn Hochhäuser genug, von denen man springen kann. Also geh voran und befreie die Welt von Dir "pösem doitschen"
Malt (05.06.2007, 11:09 Uhr)
Jaja...
... die armen Polizisten. Ich weiß aus erster Hand, dass es dort mindestens ebensoviele gewaltbereite Arschlöcher gibt wie auf der anderen Seite. Nur die dürfen mit staatlicher Erlaubnis und im Panzeranzug zuschlagen. Und wenn ich sehe, wie 4 Polizisten um einen am Boden liegenden mit Knüppeln einprügeln, dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn es einzelnen Polizisten, die abgetrennt wurden, ähnlich ergeht. So wie man in den wald reinschreit, so kommt's halt auch zurück...
vacancy (05.06.2007, 10:47 Uhr)
Gewalttäter
Es reicht nicht aus, wenn die Polizei
endlich auch mit Gummigeschosse gegen die Täter vorgeht, man muß auch ihre
Identität feststellen und sie im An-
schluß auch finanziell haftbar machen.
Den Tätern muß klar werden, dass die
Zerstörung ihrer bürgerlichen Existenz auch die Folge sein kann
und auch sollte.
frechemaus99 (05.06.2007, 08:20 Uhr)
warum immer auf die Polizisten???
Die Idioten lassen Ihren Frust bei den Polizisten ab, die wirklich verantwortlichen für diesen Zirkus sollten sich in die Menge stellen und hoffen das sie abends noch bei Ihrer Familie ankommen. Merkel & Co können gut labbern, denen passiert ja nix!!! Die Polizisten halten für ein Minigehalt Ihren Kopf für unsere Politiker hin. Und ob eine Frau Merkel die Gewalttätigkeiten nun verurteilt oder nicht, das hilft den verletzten Polizisten nicht.
catchme (05.06.2007, 07:43 Uhr)
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) kündigte mit Blick auf den am Mittwoch in Heiligendamm beginnenden G8-Gipfel an, gegen Gewalttäter werde mit aller Härte vorgegangen ...
... es bleibt zu wünschen und hoffen, dass es kein leeres Versprechen bleibt ! Es gibt genügend gesetzliche Möglichkeiten, um den Bereich Heiligendamm zu befrieden ! Es sollten auch alle Organisationen, die eine Demonstration in diesem Bereich angemeldet haben, die Kosten für den Einsatz zum Schutz ihrer Protestveranstaltung übernehmen müssen - Demonstrationsrecht kann durchaus teuer werden !
EspritCritique (05.06.2007, 02:31 Uhr)
Scheinheiligkeit
Eine Organisation, die sich in unverhohlener Anspielung auf ihre Ambitionen Attac nennt; nicht zur Kenntnis nimmt, dass es in Deutschland seit zig Jahren einen Schwarzen Block gibt, der jede populistische Demonstration begleitet und zu Randalen gebraucht; die dann die Polizei für die Eskalation für verantwortlich erklärt, weil es ja schließlich normal ist, dass herumstehende Polizeiautos in Brand gesteckt werden und vereinzelte Polizisten angegriffen werden; die nicht einmal die Größe hätte, sich bei den schwer verletzten Polizisten aufgrund der von ihr maßgeblich geschaffenen Gefahrenlage zu entschuldigen: Diese Organisation Attac stellt sich heute unschuldig hin? Arm. Die Eskalation war vorhersehbar und wäre ich Innenminister, würde ich den § 129a StGB in aller erdenklichen Härte anwenden.
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