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Die sächsische Bundestagsabgeordnete Katja Kipping ist zur Vorsitzenden der Linken gewählt worden. Die 34-jährige Dresdnerin setzte sich am Samstagabend auf dem Parteitag in Göttingen in einer Kampfabstimmung gegen die Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn durch.

30. Mai 2007, 09:50 Uhr

USA stellen Kyoto-Protokoll in Frage

Das Klimakapitel des G8-Gipfels droht zu scheitern: Die USA wollen bei der Schlusserklärung eine Abkehr vom Kyoto-Protokoll durchsetzen. Politiker aus Opposition und Koalition verlangen von Kanzlerin Merkel, die Totalblockade der USA zu durchbrechen.

Schlechte Nachrichten für die Bundeskanzlerin: Die USA stimmen ihren Klimazielen nicht zu© Chip Somodevilla/Getty Images

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel schwinden die Chancen, beim G8-Gipfel den ersehnten Durchbruch für den Klimaschutz zu erreichen. Beim Streit um das Klimakapitel der G8-Schlusserklärung gibt es laut einem Zeitungsbericht neuen Konfliktstoff zwischen Deutschland und den USA. Die "Süddeutschen Zeitung" berichtet, nach ihren Informationen wollten die USA beim G8-Gipfel nun eine Passage durchsetzen, die auf eine Abkehr vom bisherigen Kyoto-Protokoll hinauslaufen würde.

"Wir bekennen uns zu einem Prozess um bis Ende 2008 einen Plan für ein neues globales Rahmenwerk zu entwickeln", zitiert die Zeitung aus dem jüngsten Entwurf für das Schlussdokument. Dieses solle die größten Verursacherländer umfassen. Ein solcher Schritt könnte der Zeitung zufolge bedeuten, dass ein Klimaabkommen nicht mehr wie bisher fast alle Länder der Welt umfasse. Zudem wären die Vereinten Nationen in diesem Fall nicht mehr das maßgebliche Forum für internationale Klimaverhandlungen.

Bushs Berater erteilen Merkel Absage

Ein Topberater von US-Präsident George W. Bush erteilte im Vorfeld Merkels ehrgeizigen Zielen eine glatte Absage. Nur US-Oppositionsführerin Nancy Pelosi signalisierte Unterstützung für Merkel. Die EU und die wichtigsten Länder Asiens wurden sich bei ihrem Treffen in Hamburg ebenfalls nicht einig über konkrete Klimaschutzziele. Bushs Top-Klimaschutzberater James Connaughton sagte, er wolle den Verhandlungen in Heiligendamm kommende Woche zwar nicht vorgreifen. Dies sei Sache der Staats- und Regierungschefs. Doch ist Merkels Ziel, dass sich alle G-8-Staaten zur Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad bekennen, aus seiner Sicht völlig chancenlos. "Das Zwei-Grad-Ziel ist eines, das die Europäische Union sich vorgenommen hat, aber es ist keines, das irgend ein anderes Land bereit ist zu übernehmen", sagte Connaughton.

Das Zwei-Grad-Ziel hätte zur Folge, dass die Treibhausgase bis 2050 um 50 Prozent unter den Wert von 1990 gebracht werden müssten. Oppositionsführerin Pelosi stärkte Merkel den Rücken und würdigte ihre "außergewöhnliche Führungsrolle" im Klimaschutz. Die Kanzlerin selbst sagte nach einem Treffen mit Pelosi: "Ich freue mich, dass im Kongress eine breite, auch überparteiliche Bewegung im Gange ist, die dem Thema Klima und Energie große Bedeutung beimisst." Beim EU-Treffen mit den 16 wichtigsten asiatischen Staaten sprachen sich die Teilnehmer in Hamburg zumindest einheitlich dafür aus, bis 2009 Verhandlungen über einen neuen Vertrag zur Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstoßes abzuschließen. Dieser soll dann das Kyoto-Protokoll ablösen, das 2012 ausläuft. Verhandlungen sollen zu Jahresende auf der indonesischen Insel Bali beginnen.

Grüne warnen Merkel vor Kapitulation

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagte im ARD-Morgenmagazin, Mindestziel des G8-Gipfels sei ein Verhandlungsauftrag und ein klares Mandat für die Weltklimakonferenz in Bali. Dann wäre in Heiligendamm ein Durchbruch erreicht. "Wenn es dann noch gelänge, Ziele für die Verhandlungen festzuschreiben, dann wäre das sozusagen das optimale Ergebnis", erklärte der Minister. Da sei er aber skeptisch. Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, im Ringen um einen substanziellen Klimaschutz nicht vor den USA einzuknicken. "Merkel darf beim G8-Gipfel in Sachen Klimaschutz auf keinen Fall vor US-Präsident Bush kapitulieren", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast der "Berliner Zeitung": "Wenn Bush unbedingt den Klimakiller spielen will, muss es notfalls eine G8-Abschlusserklärung ohne die USA geben."

Die SPD-Linke Andrea Nahles sagte der "Passauer Neuen Presse": "Die USA legen beim Klimaschutz ein Schneckentempo vor. Darauf können sich die Europäer und die Deutschen nicht einlasen." Im Schlussdokument des Gipfels müsse der Dissens pointiert formuliert werden. "Es muss deutlich werden, wer abblockt." Ähnlich äußerte sich der Obmann der Unionsfraktion im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU): "Es muss am Ende deutlich werden, an wem weitere Schritte gescheitert sind", sagte er den in Dortmund erscheinenden "Ruhr Nachrichten".

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Rainhelt (31.05.2007, 09:03 Uhr)
Hallo archaeopteryx1
Also 1.:
Nein schaue kein Fox. Mein Wissen und meine Bedenken stammen aus meiner Arbeit im Bereich der thermodynamischen, strömungstechnischen und reglungstechnischen Simulation und meinem dabei entstanden Intresse an den Zusammenhängen des Klimas.
2.:
Die größten Gewinne versuchen wir doch auch herraus zuholen. Wir sind MARKTFÜHRER und Technologieführer in Umwelttechnik, Kraftwerkstechnik, KFZ-Technik, Verkehrstechnik etc. Deutschland würde der größte Gewinner sein (neben der Umwelt? ja stimmt, die Nebeneffekt, also z.B. weniger Russ etc. sind enorm wichtig. Ich bin absolut dafür die Luft möglichst sauber zuhalten. Auch dieses könnte man doch mal als Argument aufführen. Außerdem sind Alternativern zu fossilen Brennstoffen natürlich sinnvoll. Schließlich ist das Öl/Kohle/Uran bald verbraucht. Auch die Wirkungsgrad steigernden Maßnahemen (Kraft-Wärme-Kopplung, milde Hybridsysteme, Passivhäuser sind sinnvoll und schonen evtl. sogar den Geldbeutel. Diese Klima-Argumentation ist einfach zu dünn...)
3. New Orleans scheint mir ein schlechtes Beispiel zu sein. Die Region ist schon immer extrem Sturmgefährdet ("Fluch der Karibik"). Dafür, dass die Dämme völlig marode waren und die Regierung nicht vorbereitet war, kann weder ich, das Klima noch der Kerl in New Orleans, der deswegen ersoffen ist...
4. Die größte Umweltsünde der Ammis scheint Ihnen unbekannt zu sein (zum Glück für Herrn Busch) ;) ), der Ethanolraubbau in Mittelamerika...
5. Erschiessen ist doch keine Lösung. Sie haben leider das einseitige Bild angenommen, dass uns allen täglich vorgesetzt wird. Glauben sie mir, das trifft die Realität nicht mal Näherungsweise...
Trotzdem viele Grüße,
Rainhelt
Raknarak (31.05.2007, 08:35 Uhr)
jetzt darf sie mal...
...zeigen ob es ihr noch möglich ist ihren kopf, der seit ihrem amtsbegin, zwischen bushs schenkeln liegt noch auf zu richten möglich ist.
druckmittel gibt es genug, die eu ist wirtschaftsmacht nummer 1 auf dieser welt, unter ihrer flagge sollten sanktionen gegen alle kyoto boykotierer verhängt werden
archaeopteryx1 (30.05.2007, 16:38 Uhr)
Hallo Rainhelt!
Zu viel Fox-TV geschaut!?! Ja, es gibt keinen BEWEIS dafür, dass der Klimawandel menschgemacht ist. Aber es gibt begründeten Anlass zu der VERMUTUNG, dass der Mensch zumindest einen beträchtlichen Teil dazu beiträgt. Den endgültigen Beweis für die Auswirkungen des Klimawandels haben wir erst dann, wenns zu spät ist. Ist ein bisschen wie Russisch-Roulette. Rainhelt, willst dus ausprobieren?!
"Strahlende Gewinner" sind die Amis jetz schon- durch die Missachtung aller Spielregeln holen sie für ihre Lobbies die größten Gewinne raus. Das ist Gewinnermentalität. Wo es Gewinner gibt, gibt es aber meistens auch Verlierer, Rainhelt! Das sind zB. die Kerle in New Orleans, die deswegen ersoffen sind... Genauso wie unsere Kindern und Kindeskinder, deren Zukunft hier gerade zerstört wird. Von jenen Menschen in der dritten Welt, die ernsthafte Trinkwasserprobleme bekommen mal ganz zu schweigen...
Bush und Konsorten sind Verbrecher - wer die Natur und damit die Lebensgrundlage der Menschheit mutwillig und aus Gier zerstört, sollte vor ein internationales Tribunal gestellt, abgeurteilt und erschossen werden!
Rainhelt (30.05.2007, 14:20 Uhr)
Armseelig?
Wieso denn armseelig. Die USA haben nicht etwa wie die deutschen die komfortabele Position der Technologieführerschaft im Bereich Umwelttechnik. Auf duetsch: Die verdienen im Gegensatz zu Deutschland in der Debatte keinen Cent.
Wir stehen gut da. Aufgrund der endenden Laufzeiten der in den 60ern und 70ern gebauten Kraftwerken ist es einfach(die sind nämlich abgezahlt und die Rücklagen für den Neubau bestehen bereits) sind modernisierungen einfach und billig wie sonst fast nirgendwo auf der Welt. Wir bauen die mit Abstand effizientsten Autos der Welt (jetzt bitte nicht mit Prius und dem Schrott kommen).
Und im übrigen. Es gibt derzeit keinen (!!!!!!!!!!!!!!) wissenschaftlichen Beweis dafür, dass der Klimawandel menschengemacht ist.
Diese einseitige Sichtweise, die insbesondere durch die Medien (und die Politik) vertreten wird ist wirklich zum heuelen.
Ich freue mich schon auf den Moment, wenn die Welt merkt das sie geirrt hat und die Ammis als strahlende Gewinner da stehen...
Gruß
Rainhelt
Burner (30.05.2007, 14:00 Uhr)
Einfallspinsel George W. !
Zu diesem Mann fällt mir nur noch ein Wort ein "ARMSELIG" !
bR4iNST0RM (30.05.2007, 12:27 Uhr)
Was erlaubt sich dieser Bush noch alles?
Was erlauben sich diese arroganten Amis noch?! Jetzt stellen sie das Kyoto-Protokoll in Frage, welches sie selbst noch nicht einmal unterschrieben haben? Es ist eine Schande für die USA solch einen abartigen Menschen als „Präsident“ zu haben! Und es gibt sogar noch dümmere die diesen Idioten noch mal wählen! Schießt diesen Farmer endlich ab! Der ist eindeutig Lobbyhörig!
Ernst1 (30.05.2007, 11:47 Uhr)
Strafzölle aus den Ländern, die Kioto nicht unterschreiben.
Da kann man mal sehen, ob Merkel nur Lippenbekenntnisse macht oder es ernst meint. Andersherum hätte die USA keine Skrupel. Der Drüuck auf die USA, China und Indien muß erhöht werden.
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