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20. August 2008, 15:51 Uhr

Deutsche bekommen wieder mehr Kinder

Nach jahrelanger Babyflaute werden in Deutschland wieder mehr Kinder geboren. Das Statistische Bundesamt erfasste im ersten Jahr des Elterngeldes 2007 insgesamt 685.000 Geburten. Familienministerin Ursula von der Leyen sieht ihre Politik bestätigt und plädiert für neue Reformen.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen freut sich über den Babyboom© Uwe Anspach/dpa

Die Gesamtzahl der Geburten hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2007 ebenso erhöht wie die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau. Insgesamt gab es im ersten Jahr des Elterngeldes 685.000 Geburten, die durchschnittliche Kinderzahl der erwachsenen Frauen wuchs auf 1,37. Höher war diese Rate zuletzt im Jahr 2000, als auf jede Frau im Schnitt 1,38 Kinder kamen.

Insgesamt kamen 2007 etwa 12.000 Kinder mehr zur Welt in Deutschland als im Jahr zuvor. Besonders stark nahmen die Geburten bei Frauen im Alter von 33 bis 37 Jahren zu. Die durchschnittliche Zahl der Geburten bei jüngeren Frauen ging aber auch 2007 weiter zurück. Das Amt berücksichtigt in seiner Statistik nur die Frauen im gebärfähigen Alter, das mit 15 bis 49 Jahren angesetzt wird.

Sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands hat die durchschnittliche Kinderzahl 2007 zugenommen und beträgt jetzt jeweils 1,37. Damit lag der Wert erstmals seit 1991 in den neuen Bundesländern so hoch wie im früheren Bundesgebiet. Im Osten Deutschlands stieg der Schnitt damit auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung an.

Der Anstieg der Geburten ist ein "Vertrauensvorschuss" auf die Familienpolitik, sagte Bundesfamilienminister Ursula von der Leyen. Sie plädierte für den Ausbau der Kinderbetreuung, die Erhöhung von Eltern- oder Kindergeld und bessere Rahmenbedingungen für Familien. Die wachsende Zahl von Frauen, die erst im Alter von über 30 Jahren Kinder bekämen, scheine auf eine Verbesserung der Perspektiven für Frauen hinzudeuten, die schon mitten im Berufsleben stünden, sagte von der Leyen in Berlin.

 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
knilch_59 (21.08.2008, 14:51 Uhr)
@Palatine
Das steht doch im Artikel: Das Mehr ergibt sich aus der Zunahme der Frauen von 33-37, also keine Sorge, das sind genau die wohlbehüteten Kinder aus guter Familie, die sofort logopädische Behandlung brauchen, wenn Sie mit 18 Monaten immer noch nicht „Nettosozialprodukt zu Faktorkosten“ sagen können, die mit 11 die Zahnspange bekommen, die Mutter alle 2 Jahre in Mutter-Kind-Kur geht usw. Also genau die, nach Ihrer neo-faschistoiden Auffassung auch würdig sind, Kinder zu bekommen.
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Der frühere gesellschaftliche Normalfall – also Mittzwanziger wagen einfach so das „Abenteuer Kind“, ohne sich vorher genetisch, psychologisch und finanzwirtschaftlich beraten lassen zu haben - geht weiter zurück (steht auch im Artikel).
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Ich habe Ihr Geschwurbel zu diesem Thema schon in anderen Kommentaren gelesen. Sie unterliegen einem tragischen Rechen- und Denkfehler: Wenn wir die zu vielen Erziehungsversager nicht hätten, wäre unsere Geburtenrate vermutlich nur 0,xx / Frau. UNS BRICHT DIE MITTE WEG. Hochgerechnet und drastisch überzeichnet gibt es in 20 Jahren nur noch 2 Sorten Kinder: auf der einen Seite die aus der Unterschicht, dann lange nichts, und dann erst wieder die „Luxuskinder“ der Mittdreißiger (siehe Artikel). Diese beiden Typen prallen dann im staatlichen Schulsystem aufeinander, mit 25-jährigen Eltern in der Mehrzahl und 45-jährigen in der Minderzahl. Integration und Gemeinsamkeit ist dann nicht mehr möglich, und dank Frau von der Leyen haben wir einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht!
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CDU-POLITIK MACHT FAMILIEN PLANMÄßIG KAPUTT!
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Wir brauchen eine Politik, die die Anreize / Absicherung für junge (!)Familien schafft. Sicherlich darf man im Gegenzug auch erwarten, dass die dann auch was dafür tun und im Falle des Versagens könnte man auch über einen Entzug von staatlichen Leistungen reden – aber nicht vorab Ihre böswilligen Unterstellungen von wegen zu blöde für Verhütung und Kind vorm Fernseher. Wer mit 345 € im Monat auskommen muss, weil kein Job zu finden ist, den man neben der Erziehungsarbeit machen kann, wer die Trostlosigkeit städtischer Kinderspielplätze kennt, wer sich noch nicht mal im Sommer einen Schwimmbadbesuch (6,-) leisten kann, ohne vorher das Budget befragt zu haben, geschweige denn dort seinem Knirps ein Eis (2,-) oder eine Tüte Pommes (2,50) kaufen kann, für den wird leider das kostenlose Fernsehen zur Endstation. Von denen haben wir viel zu viele, und Dank unserer Familienministerin ist da auch keine Hilfe in Sicht!
Palatine (21.08.2008, 14:01 Uhr)
mal langsam
Bevor ich Freudensprünge wegen des Geburtenzuwachses mache, möchte ich erst mal wissen, wer die vielen neuen Kinder in die Welt setzt. Belastbare Eltern mit Verantwortungsgefühl und der Fähigkeit zur Erziehungsarbeit? Oder vielleicht doch eher solche, die zu bequem waren um zu verhüten, und deren Verstand gerade noch ausreicht, um für den ungeplanten Nachwuchs den Fernseher einzuschalten?
Preussin (21.08.2008, 06:05 Uhr)
Preussin
Siehste wohl , es gibt nichts Gutes außer man tut es.
Nun soll ja der Mensch vorausschauend Denken und Handeln.
Hoffentlich sind bis dahin genug Lehrstellen und Arbeitsplätze da , sonst hilft das ja alles nichts.
lazarus06 (20.08.2008, 20:39 Uhr)
Probaganda,
Schönes neues Deutschland,welch ein Merkel.Der "Aufschwung" zeigt Wirkung.
knilch_59 (20.08.2008, 19:34 Uhr)
Erfolg?
Statistisch kommen jetzt wieder 1,37 Kinder auf jede Frau – für die demographische Balance würden 2,xx gebraucht. Aber so ist eben unsere Frau von der Leyen: Jedes Versagen wird schöngeredet mit der Ausrede, dass es ja bestimmt noch schlimmer hätte kommen können. Jedes Jahr, in dem wir die Zielmarke 2,xx verfehlen, ist ein verlorenes Jahr.
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„Besonders stark nahmen die Geburten bei Frauen im Alter von 33 bis 37 Jahren zu. Die durchschnittliche Zahl der Geburten bei jüngeren Frauen ging aber auch 2007 weiter zurück.“
Aha – es wird also immer normaler, das erste Kind mit 35 zur Welt zu bringen. Klar – dann bleibt schon biologisch kaum noch Zeit für ein zweites oder gar drittes, außerdem ist die Kombination Altenheim (betreutes Wohnen) plus Kinderbetreuung noch nicht konzipiert.
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Klarer Fall von in die Tasche lügen: Solange bei uns nicht wieder junge Familien Kinder bekommen, wird das nix! Die Milliarden für das neue Betreuungsgeld verpuffen ineffizient in die falsche Richtung. Also war die Reform beim Betreuungsgeld – gelinde gesagt –Schrott! Ab in die Tonne und neu!
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