. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. März 2007, 12:09 Uhr

Müntefering will sittenwidrige Löhne verbieten

Die Bundesregierung arbeitet an einem gesetzlichen Verbot von Mini-Löhnen. Das sagte Vizekanzler Franz Müntefering in einem Zeitungsinterview. Ausschlaggebend wird die orts- und branchenübliche Höhe eines Lohns sein.

Franz Müntefering ist sauer auf Mini-Lohne© Hannibal Hanschke/Reuters

Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) bereitet ein gesetzliches Verbot von Mini-Löhnen vor. Müntefering sagte der "Bild am Sonntag" auf die Frage, was er gegen Stundenlöhne von zwei oder drei Euro tun wolle: "Ich will sittenwidrige Löhne gesetzlich verbieten. Es verstößt gegen die Menschenwürde, wenn Menschen, die voll arbeiten, mit ihrem Einkommen unter dem Existenzminimum liegen."

Ausdrücklich kündigte Müntefering an, verbindliche Grenzen für die Sittenwidrigkeit von Löhnen festzusetzen. "Wir wollen das im Gesetz präzisieren, damit wir gegen Verstöße besser vorgehen können", so der Arbeitsminister. Dabei wolle er sich an Gerichtsurteilen orientieren: "Wenn der Lohn 30 Prozent unter dem in der Branche oder vor Ort üblichen Tarif liegt, dann ist die Sittenwidrigkeit erreicht." Alternativ könne man als "Richtmarke" den so genannten unangemessen niedrigen Lohn festsetzen. "Der beginnt schon bei 20 Prozent unterhalb der orts- oder branchenüblichen Höhe", erklärte der Vizekanzler: "Eine der beiden Größen sollten wir ins Auge fassen."

Zur Begründung sagte Müntefering, es könne nicht sein, "dass die öffentlichen Kassen von einigen Unternehmern ausgebeutet werden - weil wir über Sozialtransfers die Hungerlöhne aufstocken". 500.000 Menschen mit einem Vollzeitjob verdienten so wenig, dass sie anschließend Arbeitslosengeld II bekämen. "Das darf so nicht bleiben. Da müssen wir für Ordnung sorgen", rügte der SPD-Politiker.

AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
kralli19 (25.03.2007, 21:20 Uhr)
Wie dumm ist dieser Mensch eigentlich ?
Wir verbieten etwas Verbotenes und machen es dadurch noch verbbotener, oder wie ? Hält der den Bundesbürger für dämlich, oder glaubt er den Müll selber ? Kann mich da nur Freyja 79 anschließen.
Nicht jedoch bei den 1.-€-Jobs ! Die meisten ALG2-Empfänger brauchen keine Motivation, sondern echt Arbeit, die angemessen bezahlt wird. 1.-€-Jobs sind, wie sich mittlerweile zeigt und vorhergesagt wurde, mitnichten gemeinnützig, sondern verdrängen reguläre Jobs. Wer wird denn Facharbeiter zu Tariflöhnen einstellen, wenn die gleiche Arbeit von 1.-€-Jobbern gemacht wird, MIT Facharbeiterbrief o.ä. Und kommt mir jetzt nicht mit gesetzwidrig, da kräht kein Hahn nach, weil eben zu viele von den Hartzern profitieren, da wird´s auf lokaler Ebene unter den Teppich gekehrt und auf Bundeseben ignoriert. Das sind keine Ausnahmen, das ist die Regel.
Freyja79 (25.03.2007, 20:59 Uhr)
Ein-Euro-Jobber
Ich verstehe die Aufregung über die Ein-Euro-Jobs nicht.
In anderen Ländern ist es im Rahmen von workfare-Programmen üblich, dass Arbeitslose umsonst sozial nützliche Tätigkeiten ausüben, das Prinzip ist: keine Leistung ohne Gegenleistung.
Immerhin ist das ALG II keine beitragsfinanzierte Versicherungsleistung, warum also sollte die Solidargemeinschaft keine Gegenleistungen für ihre Aufwendungen erwarten können? Ich sehe den einen Euro daher symbolisch, bzw. als Werbungskosten.
Und da das Einkommen aus Ein-Euro-Jobs anrechnungsfrei ist, stellt sich manch ein Ein-Euro-Jobber besser als ein ALG II - Empfänger, der einen 400-Euro-Minijob ausübt.
Reiki (25.03.2007, 20:30 Uhr)
Bemerkenswert,
erst führen sie eine Steigerung der Sklaverei ein (1,-€ Jobs)und dann solche Sprüche.
Ich kanns nur immer wieder sagen,lasst sie psychologisch untersuchen, die müssen krank sein.
Kennt ihr den Unterschied zwischen einem Sklaven und einem 1,-€ Jober?
Der 1,-€ Jober ist billiger!
Manche können darüber lachen, wahrscheinlich sind das Politiker.
Dietmar_Brach (25.03.2007, 16:59 Uhr)
Aber Hallo ??
Lieber Franz Müntefering,
dann stopp doch erst mal die von der SPD eingeführte sittenwidrige Zwangsarbeit der 1 Euro Jobs. Zitat Münte: Es verstößt gegen die Menschenwürde, wenn Menschen, die voll arbeiten, mit ihrem Einkommen unter dem Existenzminimum liegen. Sicher richtig. Auch Hartz IV Bezieher haben eine Menschenwürde und diese müssen als 1 Euro Jobber 30 Stunden in der Woche arbeiten und sind dennoch auf Sozialhilfe angewiesen.
Was für die Wirtschaft gilt, muss auch für den Staat gelten: Menschen müssen für ihre Leistung gerecht bezahlt werden.
Freyja79 (25.03.2007, 14:53 Uhr)
Verbieten???
Sittenwidrige Rechtsgeschäfte sind bereits gem. § 138 BGB nichtig und
soweit ich weiß, greift dieser Paragraph bereits jetzt bei Entgelten.
Also was will Münte da noch verbieten?
Oder will er uns die Nichtigkeit sittenwidriger Geschäfte demnächst als seine persönliche Leistung andrehen, weil ihm in der "richtigen" Politik nichts Nennenswertes gelingt?
MEHR ZUM ARTIKEL
Debatte Neuer Streit um Mindestlohn

In unionsnahen Wirtschaftsverbänden und in der CSU hat sich scharfer Protest gegen jede Art von Mindestlöhnen formiert. Im Extremfall würden Arbeitsplätze vernichtet, heißt es in einer Erklärung. mehr...

Mindestlohn So billig sind Menschen zu haben

In vielen Ländern Westeuropas gelten gesetzliche Mindestlöhne. Sie liegen zwischen acht und neun Euro. In Deutschland aber können Arbeitnehmer schamlos ausgebeutet werden. Völlig legal. Der stern zeigt acht Fälle. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe