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13. Mai 2009, 08:39 Uhr

Koalition erntet Kritik für Verschärfung des Waffenrechts

Reine Kosmetik, völlig unzureichend - die Pläne der Koalition zur Verschärfung des Waffenrechts stoßen beim Bund Deutscher Kriminalbeamter und den Hinterbliebenen des Amoklaufs von Winnenden auf großen Widerstand. Aber auch Waffenbesitzer laufen gegen den Gesetzentwurf Sturm.

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Waffenrecht, Paintball, Laserdom, Waffen,

Waffenkammer beim Bundeskriminalamt: Gegen die Verschärfung des Waffenrechts gibt es großen Widerstand© Michael Probst/AP

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und die Hinterbliebenen von Winnenden wollen mit einer Unterschriftenaktion breiten Widerstand gegen die Pläne der Großen Koalition zur Verschärfung des Waffenrechts organisieren. "Was die Koalition beschlossen hat, ist reine Kosmetik. Diesen Kniefall vor der Waffenlobby werden wir Union und SPD nicht durchgehen lassen", sagte BDK-Chef Klaus Jansen der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der BDK und das Aktionsbündnis Winnenden würden eine Internetseite schalten, um den Protest gegen die völlig unzureichenden Koalitionspläne bundesweit zu bündeln.

BDK-Chef Jansen kritisierte, dass die Koalition die Hauptrisiken für Amoktaten mit ihren Gesetzesplänen nicht ausschalte. SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" hingegen von einem "guten Ergebnis". Die Koalition habe ein ganzes Bündel von Maßnahmen geschnürt. "Das verbesserte Waffenrecht bedeutet einen deutlichen Fortschritt für die Sicherheit im Land."

Die Innenexperten der Großen Koalition hatten sich am Dienstagabend in Berlin darauf verständigt, dass Waffenbesitzer künftig stärker kontrolliert werden sollen. Auslöser der geplanten Gesetzesänderung war der Amoklauf eines Schülers im baden-württembergischen Winnenden, bei dem der 17-jährige Attentäter 15 Menschen tötete. Wer sich Kontrollen verweigert, muss mit behördlichen Sanktionen rechnen. Wer seine Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahrt und diese entwendet werden, riskiert nach Angaben des SPD-Abgeordneten Michael Hartmann drei Jahre Gefängnis.

Wie Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte, ist außerdem geplant, Spiele wie Paintball, Gotcha oder Laserdom, bei denen die Tötung des Gegner simuliert wird, mit Bußgeldern zu ahnden. Das Gesetzgebungsverfahren soll laut Bosbach noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden. Die Koalition verständigte sich ferner darauf, die Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen von 14 auf 18 Jahre anzuheben. Auch sollen die Behörden künftig häufiger prüfen können, ob die Voraussetzungen für einen Waffenbesitz noch vorliegen. Geplant ist außerdem, Waffen mit biometrischen Sicherungen zu versehen. Schließlich soll es eine Amnestieregelung für unerlaubten Waffenbesitz geben.

Waffenbesitzer hatten gegen die geplante Verschärfung der Kontrollen bereits heftig protestiert. Der Schützenbund etwa verwahrte sich dagegen, dass seine Mitglieder "rechtloser gestellt werden sollen als jeder Kriminelle". Das Verbot der Kampfspiele war von Experten als Aktionismus kritisiert worden.

DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 25)
 
n8g8 (14.05.2009, 01:12 Uhr)
Unsere Regierung...
... hält es mit der Rüstungsindustrie so wie der Ben Hur mit den Waffenfabrikanten: Bowling for Columbine.
Und überhaupt: Das Farbenspiele mit Luftblasen gefährlich sind, sollte man nach dem Auftritt von Rot-Schwarz = Braun inzwischen gelernt haben.
Eisenbaer (13.05.2009, 19:01 Uhr)
Schritt für Schritt...
...einen Schritt nach dem anderen. Wichtig ist es jetzt vor allen Dingen den ersten Schritt zu tun. Und dann müssen wir dafür sorgen, dass dies nicht der letzte Schritt bleibt. Wie sagte Konfuzius doch so schön: "Auch die aller längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt." Und den sollten wir JETZT unternehmen und nicht darauf pochen, dass man erst einmal richtig Anlauf nehmen sollte, um dann aber einen richtig großen Satz zu machen...
bR4iNST0RM (13.05.2009, 14:41 Uhr)
Der Fisch stinkt immer am Kopf zuerst!
Verallgemeinerung, Ignoranz und kein Rückrad sind heute die Eigenschaften, nach denen „unsere“ Vertreter streben. Wenn etwas passiert, wird nicht objektiv Geurteilt, sondern ganz nach moderner Politmanier, pauschalisiert.
Schäuble ist hier der klassische Vorreiter. Nun ziehen, weil es ja so einfach geklappt hat, alle Schmalspurdenker hinterher.
Die wahren Probleme werden ausgeblendet. Denn hier ist ein schlichtes Verbot keine Lösung. Hier müssen soziale Themen angefasst werden, also wirkliche und echte Arbeit für Politiker! Und darum wird hier auch mit einer Penetranz ignoriert, dass die Schwarte kracht.
„Unsere“ Vertreter der heutigen Koalition sind nicht in der Lage, echte Politik zu machen.
Wenn dass unsere Elite, na dann gute Nacht!
ganzbaf (13.05.2009, 11:29 Uhr)
Kniefälle und Kriecherei vor Lobbyisten...

und Wirtschaftsheinis ist Systemimmament und typisches Markenzeichen von SeeheimPD und CDU/FDP.
.
Pfui, bäh.
jetrabbit (13.05.2009, 10:57 Uhr)
die gleichen
politiker, die todbringende waffen, und deren bediener in ölkolonien schicken.
Staudenmaier007 (13.05.2009, 10:09 Uhr)
Po-Litik ist manchmal für´n Arsch.........
...........und da darf man sich nicht wurdern was
das so manchmal rauskommt.
Sagen Sie mal sind das eigentlich die selben Po-litiker die hier zu Lande Games & Sport
verbieten wollen aber gleichzeitig Soldaten
in Krisenregionen Out-Of-Area schicken ?
Ich meine dort wo wirkliche Kugeln fliegen
und ein Treffer Verstümmelung oder Tod
bedeutet und nicht "Level-Neustart" ?
Vincent_Vega (13.05.2009, 10:01 Uhr)
Einfluss der Waffenlobby
Am Ende ist der Einfluss derWaffenlobby an sich gar nicht so groß.
Warum sollen Paintball und Laserdome verboten werden? Weil sie -angeblich- Killerspiele sind. Aber warum hant man dann bei jedem "Amok"läufer - auch denen die nicht soviel Schaden anrichteten - noch NIE groß in den Medien berichtet, dass er Gotcha, Paintball oder Laserome-Spieler war?
Und gibt es diese Spiele, ebenso wie die PC-Killerspiele, nicht auch in Frankreich, Großbritannien und anderen EU-Ländern, aus denen aber keine Amokläufe bekannt sind?
Könnte es dann nicht an etwas Anderem liegen?
Vielleicdht an den Medien, über die der Bürger seinen Bedarf an Krimis, Action- und Kriegsfilmen stillen kann? Dies gibts allerdings auch in der Gesamt-EU.
DER GRUND FÜR DIESE "REFORM" IST, DASS SIE SO SCHÖN EINFACH IST.
Schon können sich die Politiker auf die Schultern klopfen und agen, sie haben ihre Pflicht erfüllt und den Bürger gegenüber behaupten, sie seien nun sicherer als vorher.
Allerdings waren die Amokläufe vorher geplant gewesen, der "Amok"läufer aus Winnenden hatte vorher evt. einen Einruch begangen um an mehr Munition ranzukommen. Da haben Gesetze nichts geholfen, da der "Amok"läufer sich nicht dran gehalten hat - Warum sollte er auch: das Töten von Personen ist ja noch illegaler als nur das Stehlen.
Gemäß der Begründung des Verbotes von Gotcha etc. müsste man also Gewalt in den Medien, auch im Internet verbieten, da Actionfilme doch auch gut zum Töten anleiten. Die Medien berichten so ausführlich über die "Amok"läufe, dass man auch an gute "Tipps" hernakommt. Fußball ist auch gewalttätig, Flankenagriffe und das "Schießen" von Toren könnten das Schießen mit Waffen verharmlosen.
Und wenn man wirklich um die Leben der Bürger besorgt ist, müsste man Alkohol, Zigaretten und schnelle Autos verbieten. Denn Alkoholmißbrtauch (dazu zählt alkohilisiert am Steuer zu sitzen), Zigarettenqualm in den Lungen und Verkehrstote durch Raserei auf den Straßen von Autobahn bis innerörtlich osten jährlich hunderttausende Tote mehr pro Jahr als "nur" 17 tote durch Amokläufe alle paar Jahre.
Es ist Augenwischerei der Politiker aus Feigheit vor den Medien oder aus Faulheit.
endbenutzer (13.05.2009, 09:55 Uhr)
@cisko:
"...Warum waren wir früher alle viel entspannter obwohl Opas Jagdflinte am garderobenhaken hing? Unsere Gesellschaft geht einfach vor die Hunde und die Medien haben einen großen Teil schuld daran..."
.
Ein wahres Wort!
cisko (13.05.2009, 09:34 Uhr)
Politiker und Verbände...
Nach aller Dramatik dieses Traurigen Amoklaufs mit viel Leid:
Ein gefundenes Fressen für interssenverbände um Volkes Stimme zu erhaschen. In vielen Bereichen sind Schusswaffen halt ein notwendiges Werkzeug. So bei Sicherheitsdiensten oder im Jagdschutz. Wie soll das gehen? Klar, Tierschutzverbände zB. springen sofort auf den Zug. Prima, wenn man den bösen, bösen Tiermördern ihr Werkzeug wegnehmen könnte. Wir sollten auch mal in die Gesellschaft schauen: Schnelle Hektische Medienwelt (Volksverdummung), Handywahn und Leistungsdruck (10Jährige im Terminplaner?). Warum waren wir früher alle viel entspannter obwohl Opas Jagdflinte am garderobenhaken hing? Unsere Gesellschaft geht einfach vor die Hunde und die Medien haben einen großen Teil schuld daran.
krane (13.05.2009, 09:34 Uhr)
Tolle Idee
…Ich kam bisher einmal in das Vergnügen (und das sage ich bewusst), Gotcha zu spielen. Vorweg, es war verboten Kleidung mit Tarnfarben zu tragen, sowie den Markierer (Gotcha Pistole) als Waffe auszuweißen. In der Anlage wurde alles dafür getan, die Assoziation zum Krieg, auch wenn es eindeutig ein Kriegsspiel ist, auszumerzen.
Zum Spiel selber kann ich nur sagen, dass es wahnsinnigen Spaß macht, Adrenalin geladen ist und ein extremes Teamspiel ist, welches nach der eigenen Geschicklichkeit der wichtigste Punkt überhaupt ist. Natürlich wird Krieg simuliert, aber gerade als das erste mal ein Häuserkampf nachgespielt wurde, ist mir erst richtig bewusst geworden, welche wahnsinnige HÖLLE es sein muss, in einem echten Krieg mit tödlichen Waffen und mit Kampf auf Leben und Tot überleben zu müssen. Und jeder weitere Mitspieler, dessen Menschenverstand funktionierte, teilte und teilt diese Ansicht mit mir. Folglich kann ich behaupten, dass mich bisher kein Ereignis mehr vom Krieg und Gewalt mit Waffen distanzierte, wie diese Erfahrung am eigenen Leib.
Sind da nicht sogar noch Aktionfilme schlimmer, die suggerieren das es toll ist wenn einzelne Kämpfer mit Sturmgewehren sich durch Dschungel, Ghettos und sonstige Umgebungen schießen. Teilweise mit lustiger, netter und trauriger Musik hinterlegt, welches das ganze Spektakel dramatisieren aber auch teilweise belustigen soll?
Als Fazit kann ich für mich sagen, Gotcha hat mir die Augen geöffnet statt geschlossen!!!
Pseudo-Problembewältigung unserer Regierung sei dank, wird dies wohl ein einmal Erlebnis bleiben.
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