. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. Februar 2010, 13:30 Uhr

Genitalverstümmelung soll schwerer bestraft werden

Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen soll in Deutschland künftig bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers nicht verjähren und mit Haftstrafen von mindestens zwei Jahren geahndet werden. Das sieht ein von mehreren Ländern unterstützter Gesetzentwurf vor, den der Bundesrat am Freitag beim Bundestag einbrachte.

Genitalverstümmelung soll nach dem Willen des Bundesrats in Deutschland künftig härter bestraft werden. Die Ländervertretung unterstützte in ihrer Sitzung am Freitag mehrheitlich einen Vorstoß von Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, die Genitalverstümmelung als Strafstand ins Strafgesetzbuch aufzunehmen. Nach dem Votum muss sich nun der Bundestag mit der Initiative befassen.

Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) sagte im Bundesrat, die Genitalverstümmelung sei eine besonders schwerwiegende Misshandlung von Frauen und Mädchen. "Die Opfer leiden ihr Leben lang unter den körperlichen und seelischen Folgen dieser Tat." Mit der zunehmenden Einwanderung müsse sich auch Deutschland zunehmend mit dem Problem befassen. Bislang wird Genitalverstümmelung nach Angaben Hahns in den meisten Fällen als gefährliche Körperverletzung geahndet, bei der Haftstrafen von etwa sechs Monaten drohen.

Der von den Länder vorgebrachte Gesetzentwurf sieht künftig eine Mindestfreiheitsstrafe von zwei Jahren vor, wie die Justizministerien von Hessen und Baden-Württemberg erklärten. Zudem solle durch das Gesetz der "möglichen Fehlvorstellung" ein Ende bereitet werden, "dass Eltern in eine solche Verstümmelung ihrer Töchter wirksam einwilligen können". Der Initiative zufolge sollen künftig auch Genitalverstümmelungen bestraft werden können, die während eines Auslandsaufenthalts an Frauen begangen werden, die in Deutschland wohnhaft sind. Nach Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen sind in Deutschland etwa 20.000 Frauen von Genitalverstümmelung betroffen.

Der Bundesrat beschloss zudem erneut das Einbringen einer Gesetzesinitiative in den Bundestag zur Bekämpfung der Zwangsheirat. Demnach soll die Zwangsheirat künftig als eigener Straftatbestand betrachtet werden. Nordrhein-Westfalens Integrations- und Frauenminister Armin Laschet (CDU) warf der ehemaligen Bundesministerin Brigitte Zypries (SPD) vor, eine Regelung jahrelang blockiert zu haben. Der scheidende Bundestag hatte in der vergangenen Wahlperiode nicht mehr über die Initiative entscheiden können.

AFP/APN
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"Tag gegen Mädchenbeschneidung" Verstümmelung als Tradition

Die brutale Praktik ist zwar fast überall verboten, trotzdem werden pro Jahr bei zu drei Millionen Mädchen die Genitalien beschnitten - vor allem in Afrika und im Mittleren Osten. Nur langsam gelingt es, die blutige Tradition zurückzudrängen. mehr...

Genitalverstümmelung bei Frauen Was Beschneidungen anrichten

Es ist eine grausame Tradition, die auch in Deutschland vorkommt: Die Genitalbeschneidung bei Frauen. Ihr Leben lang leiden die Opfer unter den Folgen, körperlich wie seelisch. stern TV zeigt, warum dieses Ritual noch immer durchgeführt wird - und warum es so gefährlich ist. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch