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May will zentrale Kabinettsmitglieder im Amt belassen

Debakel für Theresa May: Nun steht fest, dass ihre konservative Partei die absolute Mehrheit rechnerisch nicht mehr erreichen kann. Alle Ereignisse um die Wahl in Großbritannien zum Nachlesen.

Alles über die Abstimmung in  zum Nachlesen in der stern-Chronik:

+++ 23.02 Uhr: Labour nimmt Tories bei Wahl Sitz in Hochburg Kensington in Ost-London weg +++

Die britischen Konservativen haben bei der Parlamentswahl ihre bisherige Hochburg Kensington in Ost-London an die Labour-Partei verloren. Labour konnte den letzten noch offenen Wahlbezirk mit 20 Stimmen Vorsprung für sich entscheiden, wie die Auszählung ergab. Damit steht das Endergebnis der Wahl, bei der die Tories von Premierministerin Theresa May ihre absolute Mehrheit im Parlament einbüßten, fest. Nach Auszählung aller Wahlkreise kommen Mays Konservative auf 318 Mandate, 13 weniger als bei der Wahl 2015. Die oppositionelle Labour-Partei gewann 30 Sitze hinzu und kommt auf 262 Sitze.

+++ 20.05 Uhr: Gerry Adams: Referendum über Einheit Irlands unvermeidbar +++

Der Chef der katholischen Sinn-Fein-Partei in Irland, Gerry Adams, hält ein Referendum über die Einheit der grünen Insel für unvermeidbar. "Ich kann nicht sagen, wann, aber es wird eins geben", sagt Adams. Bei der Wahl hatte Sinn Fein sieben der 18 nordirischen Parlamentssitze gewonnen, drei mehr als bei der vorangegangenen Wahl. Als Gegner einer Union mit Großbritannien nehmen die Abgeordneten von Sinn Fein ihre Sitze in Westminster aber traditionell nicht ein. 

+++ 18.56 Uhr: May will zentrale Kabinettsmitglieder im Amt belassen +++

May will in ihrer künftigen Regierung zentrale Kabinettsmitglieder im Amt belassen. Bleiben sollen unter anderem Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis, wie Downing Street mitteilt. Auch Finanzminister Philip Hammond, Verteidigungsminister Michael Fallon und Innenministerin Amber Rudd sollen der zukünftigen Regierung weiter angehören.

+++ 16.19 Uhr: DUP beginnt Gespräche mit Mays Torries +++

Am Tag nach der Parlamentswahl in Großbritannien hat die nordirisch-unionistische Partei DUP Gespräche mit den Konservativen von Premierministerin Theresa May begonnen. Man wolle Möglichkeiten zur Stabilisierung des Landes sondieren, sagte die DUP-Chefin Arlene Foster.

+++ 16.17 Uhr: Wahlbeteiligung so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr +++

Mit einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung haben die Briten über ein neues Parlament in Westminster abgestimmt. 68,7 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Das waren so viele wie seit 1997 nicht mehr. Ein Rekord war die Zahl von 207 weiblichen Abgeordneten, die in das britische Unterhaus gewählt wurden. Noch nie gewannen so viele Frauen ein Mandat für das britische Parlament.

+++ 15.40 Uhr: Ukip hat neuen Interims-Chef +++

Nach dem Rücktritt des britischen Ukip-Chefs Paul Nuttall hat die EU-feindliche Partei einen neuen Vorsitzenden gewählt. Steve Crowther werde die Partei als Interimschef leiten, teilte Ukip mit. Er hatte als Abgeordneter für den Wahlkreis North Devon kandidiert.

+++ 15.18 Uhr: Tusk gratuliert und drängt +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat der britischen Regierungschefin zu ihrer "Wiederernennung zur Premierministerin" gratuliert. In seinem Glückwunschschreiben drang Tusk zugleich auf zügige Verhandlungen über den Austritt der Briten aus der EU. Wegen des Zeitrahmens, den der Artikel 50 des EU-Vertrags dafür vorsehe, gebe es "keine Zeit zu verlieren".

Der Ratspräsident warb für Verhandlungen, die zu einem "möglichst wenig trennenden Ergebnis für unsere Bürger, Unternehmen und Länder nach dem März 2019" führen. Dann endet die Frist für den Austritt, den die Briten vor knapp einem Jahr in einem Referendum beschlossen und im März 2017 offiziell in erklärt hatten.

+++ 14.36 Uhr: May schaffte Erdrutschsieg in Cocktailbar +++

Die britische Premierministerin Theresa May hat doch noch einen Erdrutschsieg hingelegt, wenn auch nur bei einem Cocktail-Wettbewerb in einer Londoner Bar. Wie in zahlreichen anderen Kneipen des Vereinigten Königreichs hatten sich am Donnerstagabend auch im "Blue Boar Pub" (dt. Blauer Keiler) im Regierungsviertel Westminster zahlreiche Menschen versammelt, um gemeinsam den Wahlabend zu verbringen. Barkeeper Mickael servierte dazu Cocktails, die nach den Spitzenkandidaten benannt waren.

Mays Cocktail mit dem Namen "Theresa's Kitten Heel Fizz" (dt. Theresas Pfennigabsatz-Fizz) war eine Mischung aus Champagner und Curaçao - für das Blau der Tories. Der in knalligem Labour-Rot gehaltene "Corbyn's Reign" (dt. Herrschaft) bestand aus Wodka und Erdbeersaft. Am Ende hatte der Theresa-Cocktail klar die Nase vorn - ein "Erdrutschsieg", wie Mickael sagte.

Als nach den ersten Hochrechnungen klar wurde, dass keine Partei die absolute Mehrheit erlangen würde, senkten einige Gäste die Köpfe - andere brachen in lauten Jubel aus. Eine von ihnen war Sarah Holmes. "Ich bin super, super glücklich", sagte die 26-Jährige. Andere Anwesende waren schockiert. "Mein schlimmster Alptraum ist wahr geworden", sagte Helene Thomas. Doch eine Sache hatten sie und Holmes gemeinsam: Beide wollten sich einfach nur noch betrinken.

+++ 14.17 Uhr: Farron will Brexit-Verhandlungen aufschieben +++

Der Chef der britischen Liberaldemokraten hat nach der Parlamentswahl gefordert, die Austrittsverhandlungen mit der aufzuschieben. Das schlechte Wahlergebnis für die Konservativen zeige, dass die kompromisslose Brexit-Politik von Großbritanniens Premierministerin Theresa May von den Briten nicht gewollt sei, sagte Tim Farron. "Es ist schlicht undenkbar, dass die Premierministerin die Brexit-Verhandlungen in nur zwei Wochen beginnen kann." Die Gespräche sollten auf Eis gelegt werden, bis die Regierung ihre Prioritäten überdacht und der Öffentlichkeit vorgestellt habe. 

+++ 14.03 Uhr: May: Brexit-Verhandlungen beginnen in zehn Tagen +++

Theresa May will die Verhandlungen über den EU-Austritt wie von Brüssel vorgeschlagen am 19. Juni beginnen. Das sagte sie nach ihrer Rückkehr vom Queen-Besuch, bei dem sie den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte. Diese Regierung werde "Gewissheit" bringen und das Land durch die Brexit-Verhandlungen führen, die in zehn Tagen begännen.


+++ 13.52 Uhr: Theresa May hat Auftrag zur Regierungsbildung +++

Die britische Premierministerin Theresa May hat von Queen Elisabeth den Auftrag bekommen, eine Regierung zu bilden. Das sagte sie nach ihrer Rückkehr aus dem Buckingham Palace. Ihr Ziel sei es, eine stabile Regierung zum Wohle Großbritanniens zu führen. Als Partner komme dabei die nordirische DUP in Frage. Nach dem Brexit strebe sie eine neue Partnerschaft mit der EU an.

+++ 13.21 Uhr: Theresa May ist auf dem Weg zur Queen +++

Die britische Premierministerin Theresa May ist trotz ihrer Wahlschlappe auf dem Weg zu Queen Elizabeth II., um die Erlaubnis zu erbitten, eine neue Regierung zu bilden. Es gilt als wahrscheinlich, dass May eine Vereinbarung mit der nordirischen konservativen Partei DUP treffen möchte.

+++ 13.03 Uhr: Schulz: "Schallende Ohrfeige" für Brexit-Befürworter +++

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat das Ergebnis der britischen Unterhauswahl als "schallende Ohrfeige" für die Brexit-Befürworter bezeichnet. In dem Parlament in London gebe es nun eine Mehrheit von Brexit-Skeptikern, sagte Schulz bei einer Diskussionsveranstaltung mit Studenten an der Universität Gießen. "Ich glaube, dass da jetzt eine große Dynamik reinkommt."

Europa brauche Solidarität und Kooperation und nicht die "Rückkehr zum Ultranationalismus", wie er in manchen Ländern "geradezu systematisch propagiert" werde, sagte der SPD-Chef. 

+++ 12.35 Uhr: So haben die skurrilen Kandidaten abgeschnitten +++

Bei allen Schwierigkeiten, die das Wahlergebnis für Theresa May bringt, gibt es auch Lustiges zur Wahl. Die Ergebnisse der skurrilsten Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben

Der Yeti-Elvis will verhindern, dass US-Präsident Donald Trump und Premierministerin Theresa May Nordkorea angreifen und es womöglich Tibet trifft, wenn der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un verfehlt wird. Er bekam 195 Stimmen in seinem Wahlbezirk.

"Mr. Fish Finger", zu Deutsch Herr Fischstäbchen, war ein besonders heiß diskutierter Kandidat bei der Unterhauswahl. Der Mann stand im Wahlkreis Westmorland und Lonsdale in direkter Konkurrenz zum Parteichef der oppositionellen Liberaldemokraten, Tim Farron. 309 Wähler gaben ihm ihre Stimme.

Der heimliche Sieger des britischen Wahlkreises Maidenhead, in dem auch Theresa May angetreten ist, heißt Elmo Bobby Smith. Der 34 Jahre alte Vater ist schon zum dritten Mal in einem Elmo-Kostüm für seine "Gebt mir Elmo zurück"-Partei angetreten. Den drei Wählern, die für ihn gestimmt haben, kann er persönlich die Hand schütteln.

Lord Buckethead, "der intergalaktische Weltraum-Fürst", bekam immerhin 249 Stimmen. Der Unbekannte konnte damit einen neuen Rekord feiern. 1987 trat ein Kandidat mit dem gleichen Namen gegen Margaret Thatcher an und holte 131 Stimmen.

+++ 12.29 Uhr: Juncker drängt auf schnelle Brexit-Verhandlungen +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Großbritannien aufgefordert, so schnell wie möglich mit den Verhandlungen über den Brexit zu beginnen. Die EU sei bereit und könne die Gespräche "morgen Vormittag um halb zehn" starten, sagte Juncker in Prag. Er hoffe, dass die britischen Unterhauswahlen "keine großen Auswirkungen" haben würden. Es dürfe "keine weitere Verzögerung beim Abschluss dieser Verhandlungen" geben.

+++ 12.14 Uhr: Farage denkt über Rückkehr nach +++

Ex-Ukip-Chef Nigel Farage kündigte eine mögliche Rückkehr in die Politik an. Sollte eine neue Regierung versuchen, den Brexit zu verwässern, habe er keine andere Wahl, sagte Farage dem Nachrichtensender BBC News am Freitag.

+++ 12.04 Uhr: Ukip-Chef tritt zurück +++

Nach dem Wahldebakel für die rechtspopulistische Ukip in Großbritannien ist Parteichef Paul Nuttall zurückgetreten. "Eine neue Ära muss beginnen mit einem neuen Vorsitzenden", sagte Nuttall. Bei der Parlamentswahl hatte die United Kingdom Independence Party (Ukip) ihren einzigen Sitz im Parlament verloren. Ihre prozentualen Verluste lagen bei mehr als zehn Prozent.

Die Ukip hatte unter ihrem früheren Parteichef Nigel Farage mit dem Brexit ihr wichtigstes politisches Ziel erreicht. Die Rechtspopulisten sind aber zerstritten über den künftigen Kurs ihrer Partei. 

+++ 11.51 Uhr: Ergebnis aus letztem Wahlkreis lässt auf sich warten +++

Es wird knapp in Kensington: Der Londoner Wahlkreis ist der letzte, der sein Ergebnis bei der Parlamentswahl noch nicht vorgelegt hatte. Am Vormittag stellten die Helfer das Zählen dort ohne Ergebnis vorerst ein, um "so bald wie möglich"
ausgeruht und erholt weiter zu machen, teilte der zuständige Beamte mit. Zweimal hätten sie schon alle Stimmen durchgezählt - aber weil es so knapp gewesen sei, solle es noch eine dritte Runde geben.

Offen war, ob die Helfer am Freitag schon fit genug zum Weiterzählen sein würden, oder ob es möglicherweise erst am Samstag ein Ergebnis gegen könnte. 2015 hatten die Konservativen den Wahlkreis geholt. An den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändert das Ergebnis nichts mehr.


+++ 11.49 Uhr: Gabriel: "Signal gegen Konfrontation mit EU" +++

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht den Ausgang der Parlamentswahl in Großbritannien als Signal gegen eine harte Konfrontation mit der EU. "Ich finde, die Botschaft der Wahl ist: Macht faire Gespräche mit der EU und überlegt nochmal, ob es eigentlich gut für Großbritannien ist, in dieser Art und Weise aus der EU auszuscheiden", sagte Gabriel in Wolfenbüttel.

Weiter äußerte Gabriel die Hoffnung auf eine schnelle Regierungsbildung in Großbritannien. "Ich kann nur hoffen, dass es schnell zu einer Regierungsbildung kommt", um zügige Verhandlungen über Brexit zu ermöglichen, sagte er nach einem Treffen mit dem Außenminister Katars, Scheich Mohammed al Thani.

+++ 11.28 Uhr: EU-Ratspräsident warnt vor Brexit ohne Verhandlungen +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat nach dem Wahlausgang in Großbritannien vor einem Brexit ohne vorherige Verhandlungen gewarnt. Man müsse alles daran setzen, dass Verhandlungen zustandekommen, um nicht am Ende ohne Vereinbarung dazustehen, schrieb Tusk auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Wir wissen nicht, wann die Brexit-Gespräche starten. Wir wissen, wann sie abgeschlossen sein müssen", erklärte der Ratspräsident mit Verweis auf die britischen Wahlen.


+++ 11.18 Uhr: May will neue Regierung bilden +++

Die britische Premierministerin Theresa May will noch am Mittag bei Königin Elizabeth II. um die Erlaubnis für eine Regierungsbildung bitten. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Sie strebe eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Protestanten der DUP (Democratic Unionist Party) an, hieß es in britischen Medien. Eine Absprache mit der DUP gebe es dafür bereits.

+++ 10.58 Uhr: CDU-Brexit-Experte: "Abwarten und nicht einmischen" +++

CDU-Brexit-Experte Elmar Brok mahnt die Europäische Union zur Zurückhaltung nach dem unklaren Wahlausgang in Großbritannien. "Ich kann der EU nur raten, abzuwarten und sich nicht einzumischen", sagte der Europaabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Brok bekräftigte, dass sich die EU ein klares Ergebnis gewünscht hätte. "Für die Verhandlungen ist dieser Ausgang vielleicht das Schwierigste, was passieren konnte", sagte er. Er äußerte Zweifel, ob Premierministerin Theresa May genügend Rückhalt für eine starke Regierungsführung habe. "Sie hat auch in der eigenen Partei einen Autoritätsverlust erlitten."

+++ 10.39 Uhr: EU hofft auf gütliche Einigung beim Brexit +++

Trotz des unklaren Wahlausgangs in Großbritannien hofft die Europäische Union auf eine gütliche Einigung beim Brexit. "Lassen Sie uns die Köpfe zusammenstecken und einen Kompromiss finden", erklärte EU-Chefunterhändler Michel Barnier auf Twitter. Die Brexit-Verhandlungen sollten beginnen, sobald das Vereinigte Königreich bereit sei. Der Zeitplan und die Positionen der EU seien klar. Barnier hatte gehofft, übernächste Woche mit den Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens beginnen zu können. Der Termin scheint aber fraglich, weil die Regierungsbildung nach dem Wahlergebnis schwierig werden dürfte.


+++ 10.20 Uhr: Corbyn will Minderheitsregierung bilden +++

Die oppositionelle Labour-Partei in Großbritannien will die Regierung stellen. Das deutete ihr Chef Jeremy Corbyn an. "Wir sind bereit, diesem Land zu dienen", sagte Corbyn. Eine eigene Mehrheit haben die britischen Sozialdemokraten nicht. Koalitionen mit anderen Parteien lehnen sie ab. John McDonnell - möglicher Finanzminister in einem Labour-Kabinett - kündigte an, seine Partei werde eine Minderheitsregierung anstreben. Kommentatoren hielten es aber für unwahrscheinlich, dass Labour damit erfolgreich sein wird.

+++ 9.54 Uhr: May gibt wohl um 11 Uhr Erklärung ab +++

Nach dem Verlust ihrer Regierungsmehrheit im Unterhaus will die britische Premierministerin Theresa May am Vormittag eine Erklärung abgeben. Es wurde erwartet, dass sie dazu gegen 11.00 Uhr vor die Presse tritt.

+++ 9.20 Uhr: Schulz will Labour-Chef Corbyn bald treffen +++

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will sich so rasch wie möglich mit dem britischen Labour-Chef Jeremy Corbyn treffen. Er habe bereits mit dem Herausforderer von Premierministerin Theresa May telefoniert und ein schnelles Treffen vereinbart, schrieb der SPD-Chef am Freitag auf Twitter. Er beglückwünschte den Altlinken Corbyn für das Labour-Ergebnis bei der Parlamentswahl im Königreich: "Was für eine Aufholjagd! Gratulation an @jeremycorbyn und @UKLabour!"



+++ 8.43 Uhr: BBC: May tritt nicht zurück +++

Die BBC berichtet, dass Theresa May nicht zurücktreten will. Stattdessen werde sie an der Regierungsbildung arbeiten.


+++ 7.52 Uhr: Schreckgespenst "hung parliament" droht +++

In der Regel sorgt das Mehrheitswahlrecht in Großbritannien für klare Verhältnisse. Doch nun könnte es bei der Parlamentswahl keine eindeutige Mehrheitspartei geben  - ein sogenanntes "hung parliament". Schaffen weder Konservative noch Labour eine absolute Mehrheit, müssen sie sich bei einem "hung parliament" mit einer kleineren Partei zusammentun. Eine Partei kann auch eine Minderheitsregierung bilden und sich von kleineren Gruppen oder einzelnen Abgeordneten tolerieren lassen.

Ein solches "hung parliament" gab es in Großbritannien zuletzt 2010. Damals bildeten die Tories unter David Cameron eine Koalitionsregierung mit den Liberaldemokraten. Solche Bündnisse sind in Großbritannien aufgrund des Mehrheitswahlrechts sehr selten, vor 2010 gab es das letzte "hung parliament" 1974.

+++ 7.29 Uhr: Vergabe von 16 Sitzen steht noch aus +++

Das sind die jüngsten Zahlen: Die Tories könnten nach Auszählung fast aller Stimmen auf insgesamt 319 der insgesamt 650 Sitze im Unterhaus kommen, 309 Sitze sind bislang sicher. Die Vergabe von 16 Sitzen steht noch aus.

 +++7.07 Uhr: Briten-Wahl bewegt Finanzmärkte kaum - Pfund gibt nach +++

Die Finanzmärkte haben bisher sehr gelassen auf die Ergebnisse der Großbritannien-Wahl reagiert - und das obwohl es nach einer Hängepartie bei der Regierungsbildung aussieht. Bei solch politischen Unsicherheiten schlagen die Kurse für gewöhnlich an den Anleihe, Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten aus. Doch anders als zum Beispiel bei der Brexit-Entscheidung im vergangenen Juni oder der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist die Lage an den Finanzmärkten am frühen Morgen vergleichsweise ruhig.

Das britische Pfund verlor zwar etwas an Wert, konnte die Verluste aber im Laufe der Nacht wieder reduzieren. Aktuell kostet die britische Währung mit 1,2773 US-Dollar rund 1,3 Prozent weniger als am Donnerstag. Damit liegt die Währung immer noch deutlich über dem Tiefstand vom vergangenen Herbst, als das Pfund wegen der Brexit-Unsicherheiten bis auf 1,1841 Dollar abgestürzt war.

+++7.02 Uhr: Mays Konservative verlieren absolute Mehrheit in Großbritannien +++

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat die absolute Mehrheit im britischen Parlament verloren. Die Tories hatten am Freitagmorgen rechnerisch keine Chance mehr, über die Hälfte der 650 Wahlkreise zu gewinnen.

+++ 5.54 Uhr: Schottische Regierungschefin Sturgeon: Haben Wahl gewonnen +++

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sieht die Schottische Nationalpartei (SNP) trotz starker Verluste als Siegerin der Parlamentswahl in Großbritannien. Für die britische Premierministerin Theresa May sei das Ergebnis dagegen ein Desaster, sagte Sturgeon der BBC nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen.

Die SNP kommt Hochrechnungen zufolge nur noch auf 32 bis 37 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte die SNP noch 56 von 59 möglichen Sitzen in Schottland geholt. Sturgeons Parteifreund und Amtsvorgänger Alex Salmond musste seinen Parlamentssitz an die Konservativen abgeben. Auch der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei (SNP) im britischen Parlament, Angus Robertson, verlor sein Mandat.

Sturgeon strebt ein zweites Referendum über Schottlands Unabhängigkeit an. Sie begründet dies mit dem EU-Austritt Großbritanniens, den eine Mehrheit der Schotten abgelehnt hat.

+++ 5.24 Uhr: Johnson wiedergewählt: Müssen Sorgen der Menschen anhören +++

Der britische Außenminister Boris Johnson ist in seinem Wahlkreis Uxbridge westlich von London wiedergewählt worden. Angesichts des ungewissen Wahlausgangs war ihm zum Jubeln aber nicht zumute. "Eines ist uns allen klar. Wir müssen unseren Wählern zuhören und ihre Sorgen anhören", sagte der konservative Politiker. Mit 23.716 Stimmen gewann Johnson seinen Wahlkreis weit weniger deutlich als bei der vorangegangenen Parlamentswahl im Jahr 2015.

+++ 5.04 Uhr: Ukip-Chef scheitert: Kein Parlamentssitz für Nuttall +++

Der Chef der EU-feindlichen UK Independence Party (Ukip), Paul Nuttall, wird nicht ins Parlament einziehen. Der 40-Jährige war bei der Parlamentswahl im Wahlkreis Boston und Skegness angetreten, wurde aber nur Dritter. Der konservative Abgeordnete Matt Warman vertritt weiterhin den Wahlkreis im ostenglischen Lincolnshire.

Ukip konnte auch seinen einzigen früheren Sitz nicht wieder gewinnen. Der Ukip-Abgeordnete Douglas Carswell hatte im März sein Mandat aufgegeben. Der Ukip-Kandidat in seinem ehemaligen Wahlkreis Clacton unterlag den Kandidaten der Konservativen und von Labour.

+++ 5.04 Uhr: Oppositionsführer Corbyn fordert May zum Rücktritt auf +++

Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat die britische Premierministerin Theresa May angesichts der Verluste ihrer Partei bei der Parlamentswahl zum Rücktritt aufgerufen. May habe Parlamentssitze, "Unterstützung und Vertrauen verloren", sagte der Labour-Chef am frühen Morgen. Die konservative Regierungschefin müsse abtreten und Platz machen für eine "wirklich repräsentative Regierung", fügte Corbyn hinzu, der im Wahlkreis Islington North sein Parlamentsmandat verteidigte.


+++ 4.44 Uhr: Theresa May: Land braucht Phase der Stabilität +++

Die britische Premierministerin Theresa May hat sich zurückhaltend zu den ersten Ergebnissen der Parlamentswahl geäußert. Das Land brauche nun eine Phase der Stabilität, sagte sie mit zitternder Stimme nach der Verkündung des Wahlergebnisses in ihrem Wahlkreis Maidenhead. Die konservative Partei werde voraussichtlich als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. "Es obliegt uns, für diese Stabilität zu sorgen", sagte May.

 +++3.39 Uhr: Es bleibt knapp – Hochrechnungen mit unterschiedlichem Ergebnis +++

Die konservative Partei von Theresa May erreicht Hochrechnungen zufolge in der britischen Parlamentswahl ein Ergebnis um die absolute Mehrheit. Rechnungen im Auftrag der Nachrichtenagentur PA sahen die Tories nach der Auszählung der ersten 100 von 650 Wahlkreisen bei 330 Sitzen. Damit wäre ihre Regierungsmehrheit geschrumpft, die Konservativen könnten aber ohne Partner an der Macht bleiben. Die BBC sah die Tories dagegen bei 322 Sitzen, das würde nicht für eine absolute Mehrheit reichen.

+++ 1.18 Uhr: Lineker spottet über May +++

Süffisant kommentiert der ehemalige englische Fußball-Nationalspieler Gary Lineker auf Twitter die Prognose zur britischen Unterhaus-Wahl: "Ich glaube, Theresa May hat das Eigentor der Saison gewonnen."


++ 0.25 Uhr: Erster britischer Wahlkreis ausgezählt - Newcastle macht das Rennen +++

Newcastle schlägt Sunderland: Das klingt wie eine Fußball-Meldung, es geht aber um die britische Parlamentswahl. Die beiden nordenglischen Städte liefern sich traditionell ein Rennen darum, als erster von 650 Wahlkreisen ein Ergebnis vorzulegen. In den vergangenen 25 Jahren hatte stets Sunderland gewonnen. Diesmal lieferte Newcastle ein paar Minuten vor dem Erzrivalen und nur eine Stunde, nachdem die Wahllokale geschlossen hatten - Sportstudenten rannten mit den Wahlurnen zur Auszählung. Dass Labour-Kandidatin Chi Onwurah gewann, war dagegen keine Überraschung.



kng/tkr/DPA/AFP

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