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29. Januar 2008, 14:57 Uhr

"Die SPD wird umdenken"

Wie geht's in Wiesbaden weiter? Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele will seinen hessischen Parteifreunden nicht reinreden. Aber: Seiner Ansicht nach sollten linke Wahlergebnisse in linke Regierungen münden. Einen Tipp, wohin Roland Koch dann flüchtet, gibt Ströbele im stern.de-Interview auch ab.

"Ungeheuer dankbar": Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele© Marcus Brandt/ddp

Herr Ströbele, wer hat die Landtagswahlen in Hessen gewonnen?

Ganz eindeutig die SPD unter ihrer Spitzenkandidatin.

Die CDU liegt 0,1 Prozentpunkte vor der SPD und behauptet das Gegenteil.

Da täuscht sie sich. Wer ein Viertel der Wählerinnen und Wähler verliert, gewinnt die Wahl nicht. Ein Minus von zwölf Prozent ist eine erhebliche und verdiente Klatsche für Roland Koch.

Viele Kommentatoren sagen, das wichtigste Wahlergebnis sei, dass Koch mit seiner Krawall-Kampagne auf die Nase geflogen ist. Sehen Sie das auch so?

Es ist in der Tat positiv, dass Kochs Kampagne - die ja von der Springer-Presse eine Woche lang mit Schlagzeilen auf der ersten Seite unterstützt wurde - in Hessen nicht gezündet hat. Dafür bin ich den Bürgerinnen und Bürgern in Hessen ungeheuer dankbar.

Auch die Grünen haben in Hessen verloren. Woran lag's?

Das kann ich von Berlin aus schwer beurteilen.

Nun reicht es weder für rot-grün noch für schwarz-gelb. Welche Bündnisse könnten in Hessen geschlossen werden?

Zunächst freue ich mich darüber, dass es weiter linke Mehrheiten in Deutschland gibt. Das ist gut. Und nun gilt es, das umzusetzen - im Sinne der betroffenen Bevölkerungsgruppen, die auf neue Politik hoffen. Wie - das müssen die hessischen Parteien vor Ort entscheiden.

Sie meinen ein rot-rot-grünes Bündnis. Aber SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti hat jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgeschlossen.

Für eine Zusammenarbeit sollten allein die Inhalten maßgeblich sein. Ber ich sehe, dass sich einige Politiker vor der Wahl festgelegt haben und jetzt nicht sagen können: "Was geht mich mein Geschwätz von gestern an".

Ist die SPD-Strategie, die Linkspartei auszugrenzen, falsch?

Ich gehe davon aus, dass auch die Sozialdemokraten umdenken werden und mit Festlegungen vor der Wahl künftig vorsichtiger werden. 1980 hatte die Berliner SPD vor den Landtagswahlen gesagt: Niemals mit den Grünen. Kurz nach der Wahl saßen wir zusammen.

Wären die Grünen zu einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei bereit?

Die Grünen in den Ländern, darauf legen wir großen Wert, entscheiden das selbst. Die Landesverbände sind da autonom. Was mich persönlich betrifft, so werbe ich schon seit der letzten Bundestagswahl dafür, aus den linken Wahlmehrheiten auch Regierungsmehrheiten zu machen, wenn irgend möglich rot-grün.

Auch über schwarz-gelb-grün, also eine Jamaika-Koalition, wird in Hessen spekuliert.

Dafür sehe ich überhaupt keine Grundlage. Wenn ein Wahlkampf dezidiert gegen die CDU und gegen Roland Koch geführt wird, dann gilt auch nach der Wahl noch die Wahrheit, dass Kochs CDU und grüne Auffassungen zur Schul- und Bildungs, Atom-, Migrations- und Jugendpolitik nicht zusammenpassen.

Wenn sich keiner bewegen will und es bei der Ausgrenzung der Linkspartei bleibt, könnten sich die Parteien auch bei anderen Wahlen wechselseitig schachmatt setzen. Wie groß ist die Gefahr?

Das entscheiden die Wähler. Und ich hoffe, dass sie die Konsequenzen aus den Ergebnissen ziehen und bei den nächsten Wahlen, vor allem im Bund 2009, eine Blockadesituation vermeiden.

Geben Sie einen Tipp ab, was mit Roland Koch passieren wird?

Roland Koch wird sich vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft aus der hessischen Politik verabschieden. Ob er dann hier in Berlin auftaucht oder bei einem Industrieunternehmen, wage ich nicht vorauszusagen.

Aufgrund eines technischen Fehlers stand für einige Stunden eine Vorversion dieses Interviews im Netz. Hier lesen Sie die gültige Fassung. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen

Interview: Lutz Kinkel
 
 
KOMMENTARE (10 von 37)
 
vegefranz (01.02.2008, 12:46 Uhr)
ich bleibe dabei: Heuchelei
War klar, daß ich hier kritisiert werde. Inhaltlich ist das aber ganz arm: Ströbele wohnt nunmal im feinen Charlottenburg. Von den No Go Areas (Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln) hat er keine Ahnung. Braucht man als Ideologe aber auch nicht, stört nur. Also@erich, lieber mal nachdenken und nicht gleich - blöök, blöök , mit der Schafherde usw
Europaer (01.02.2008, 04:50 Uhr)
Sei doch vernuenftig
Holla die Waldfee, der Krautkopf dort unten ist wohl ein kleiner Wirrkopf.
Aber er trifft einen nicht ganz unwessentlichen Punkt. Da turteln die Linken, welche doch die legitime Nachfolgepartiei der SED sind mit den Gruenen, welche immernoch voller Stolz das Buendniss 90 im Namen tragen, welches doch von der Demokratie-Bewegung im Osten kam. Faellt es nur mir auf oder stimmt da etwas nicht?
heiner5362 (31.01.2008, 21:00 Uhr)
demnächst in diesem theater
roland koch aufsichtsrat bei seiner "hausfirma".
ob RWE oder klabulkes kfz-klitsche
ist noch nicht entschieden, weil klabulke auf treu und glauben besteht was wiederum RWE mit MIOS zu kompensieren versucht.
man reisst sich um den mann, warum ???????
damit er die klappe hält.
na tanken-ede wie war das damals.
du weisst zuviel.
ach , berlusconi bekommt oberwasser
hehehe und wo ist der unterschiede zu deitsche democracioso u por favor
erichmonika (31.01.2008, 19:59 Uhr)
vegefranz - Was ist denn das?
Da ist aber ein pubertäres Früchtchen auf dieser Seit unterwegs. Kann wohl das Was nicht halten und muss es hier los werden. Diese geschichtslosen Gesellen, die alles in den Kommunistentopf werfen und nicht wissen wollen, dass die Linke die einzige Gruppierung war, die sich den Nazis widersetzten.
reihsi (30.01.2008, 22:19 Uhr)
Ströbele hat recht!
Ströbele hat recht wenn er sagt das die SPD umdenken musss, um Ihre Wahlversprechen auch ernst zu nehmen und umzusetzen! Und ich bitte den Voredner (talkingkraut) seine SED Vorwurf gepöbele ist absoluter schwachsinn, er schreibt nicht wie ein erwachsener sondern wie ein 8-jähriger Junge.. der noch keine Ahnung hat, und vor allem nicht von Politik
ganzbaf (30.01.2008, 21:19 Uhr)
Ach...
du bist doch bloß neidisch... ((O;
vegefranz (30.01.2008, 18:56 Uhr)
die sauberen Arbeiterfreunde

mal kurz überlegen: Hat Ypse ihre kinder wohl auf einer Multikultischeissdeutsche-Schule? Nein Hat sie nicht. Wo hat sie denn Ihre Kinder? Na klar: Auf dem PRIVATGYMNASIUM
talkingkraut (30.01.2008, 10:37 Uhr)
YPSIs brutaler Linkspopulismus
Stroe hat natürlich keine Schwierigkeiten eine Koalition mit der nun unter dem Namen Die Linke antretenden SED einzugehen. Die SPD hat es auch nicht, sondern bildet im Land Berlin mit der SED eine nach Meinung Ws erfolgreiche Koalition. Ypsis Wahlprogramm war von der SED abgeschrieben. Der Linkskurs Becks zusammen mit dieser utralinken hessischen SPD hat die Partei gegenüber der SED ununterscheidbar gemacht. Die SPD wird sich ihren sozialdemokratischen Wählern zuliebe eine Anstandspause lang zieren, mit der SED zusammenzuarbeiten. Wählen lassen wird sich YPSI auf jeden Fall von der SED, und was soll aus ultralinker SPD-Sicht noch wirklich einer Hinterzimmertolerierung durch die Kommunisten im Wege stehen. Die Kommunisten sind eine systemüberwindende Partei, die die Marktwirtschaft solange stranguliert, bis es zu ihrem Zusammenbruch kommt. Die SED sammelt ein Heer Unzufriedener, das sie durch eine Unternehmer vertreibende Wirtschaftspolitik täglich vergrößert. Diese schickt sie dann des Nachts zu Sabotageakten. Das ist auch ein Ergebnis rot-roter Regierung in Berlin. Auch die Migrantenkriminalität dient der SED dazu, gesellschaftliche Spannungen zu verstärken, wovon die Berliner im Gefolge der rot-roten Politik eine Menge bekommen haben.
ganzbaf (30.01.2008, 09:52 Uhr)
Ach Gott, wie aufregend....
Austern lutschen und Champus schlürfen...?
Das macht das Merkel doch jeden Tag zum Früstück, oder?... ((O;
.
Kindergarten-CDU-Pappnasengesülze mit viel ohne Ahnung von irgendwas.... ;-P
vegefranz (30.01.2008, 09:21 Uhr)
Heuchelei teil 2
zum Thema Heuchelei der linken Arbeiterfreunde gibt es auch noch die Episode der Fr. Wagenknecht oder -feld oder ähnlich. Sie wurde kürzlich in einem teuren Restaurant beim Austern schlürfen fotografiert. Am nächsten Tag hat sie eine Untergebene losgeschickt, die mit schlechten Ausreden die Fotos einzieghen sollte. Grosses Kino
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