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So bewegend verabschiedete sich Angela Merkel von Guido Westerwelle

Guido Westerwelle trieb sie zur Weißglut und brachte sie zum Lachen: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in dem FDP-Politiker einen Freund verloren. Die oft als zu sachlich empfundene Regierungschefin fand bewegende Worte des Abschieds.

Angela Merkel erreicht die Trauerfeier für Guido Westerwelle in Köln

Bewegender Abschied von einem Weggefährten: Bundeskanzlerin Merkel erreicht die Trauerfeier für Guido Westerwelle in Köln.

Abschied von , Trauerfeier für den früheren Bundesaußenminister und Vize-Kanzler in der Basilika St. Aposteln; mitten in der Kölner Innenstadt. In den Bänken viel Polit-Prominenz - allen voran natürlich Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dass die Regierungschefin ihren einstigen Stellvertreter in dieser traurigen Stunde würdigte, war nicht anders zu erwarten. Doch Merkel überraschte - mit ungewöhnlich persönlichen und bewegenden Worten.

"Du warst streitbar, empfindsam, nachdenklich, verlässlich, treu", wandte sich die Kanzlerin imaginär direkt an den Verstorbenen. Guido Westerwelle habe sie ebenso "zur Weißglut" wie zum Lachen gebracht. Dann sagte sie: "Du wirst sehr fehlen."

Trauerfeier für Guido Westerwelle: "Du wirst sehr fehlen"
Ein Trauergast hält ein Foto, auf dem Guido Westerwelle mit seinem Mann Michael Mronz zu sehen ist. Offensichtlich in glücklichen Tagen an der See.

Ein Trauergast hält ein Foto, auf dem Guido Westerwelle mit seinem Mann Michael Mronz zu sehen ist. Offensichtlich in glücklichen Tagen an der See.

Rede für Guido Westerwelle wollte Merkel nie halten

Die Trauer um den FDP-Politiker, der nur 54 Jahre alt wurde, war Merkel deutlich anzusehen. Selbst nach Ende der politischen Laufbahn des Liberalen hatten sich Merkel und Westerwelle nie aus den Augen verloren. Die Gedenkrede für ihren Weggefährten war eine Ansprache, "die ich nie halten wollte".

Nicht nur mit diesen Worten zeigte , dass ihr das Schicksal Westerwelles besonders nahe gegangen ist. Dies wurde der Kanzlerin in der Zeit nach der Todesnachricht, die für sie "vollkommen unvermittelt" gekommen sei, schmerzlich bewusst. "Ich habe nicht glauben können und glauben wollen, dass es Guido Westerwelle tatsächlich nicht vergönnt sein sollte, sein zweites Leben - das nach der Politik - in seiner Stiftung, mit seinem Mann Michael Mronz, leben zu dürfen, genießen zu können, auszukosten, wie er es sich erträumt hatte." 

"Konnten uns immer aufeinander verlassen"

Den Tränen nahe wirkt Angela Merkel, als sie mit einem Zitat aus dem Buch des Verstorbenen deutlich macht, welch zuverlässiger und verlässlicher Weggefährte Westerwelle für sie war: "Nicht ein einziges Mal ist aus unseren Gesprächen etwas an die Öffentlichkeit gelangt, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Wir konnten uns immer aufeinander verlassen." Und noch einmal wird die Kanzlerin emotional: "Ich persönlich werde Dich als Mensch und Vertrauten vermissen."

dho

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