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6. März 2009, 21:31 Uhr

Piraten sollen vor deutsches Gericht

Nun also doch: Nachdem bereits ausgeschlossen worden war, dass neun von deutschen Soldaten vor Somalia festgenommene Piraten in Deutschland der Prozess gemacht werden kann, will die Hamburger Staatsanwaltschaft die Männer nun doch vor ein deutsches Gericht bringen. Die Grundlage für ein Verfahren in Deutschland sei gegeben, heißt es.

Piraten, Anklage, Staatsanwaltschaft Hamburg, ZDF

Festgenommene Piraten: Nun sollen sie doch vor ein deutsches Gericht gestellt werden© Bundeswehr/DPA

Das Hamburger Amtsgericht hat gegen die von der Bundeswehr am Horn von Afrika festgesetzten neun Piraten Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft habe zuvor den Haftbefehl gegen die Somalier wegen gemeinschaftlichen Angriffs auf den Seeverkehr beantragt, sagte Behördensprecher Wilhelm Möllers am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Die Bundesregierung hatte sich intensiv um eine Überstellung der Männer an Kenia bemüht. Erst am Freitagvormittag unterzeichnete die Europäische Union (EU), die ihre Anti-Piraten-Mission "Atalanta" Ende vorigen Jahres gestartet hatte, ein Übergabe-Abkommen mit Kenia. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Fregatte "Rheinland- Pfalz", auf der die Piraten seit Dienstag festgehalten werden, bereits Kurs auf die kenianische Hafenstadt Mombasa genommen.

Grundlage für Verfahren in Deutschland gegeben

Der Haftbefehl bedeute "nicht zwingend, dass hiermit auch ein Strafverfahren in Deutschland durchgeführt wird", betonte Möllers. Die Staatsanwaltschaft müsse zunächst prüfen, ob das zwischen der EU und Kenia geschlossene Abkommen zur Überstellung von festgehaltenen mutmaßlichen Piraten "Anlass zu einer Einstellung des Verfahrens" geben könnte. Zu diesem Komplex habe das Bundesjustizministerium der Behörde am späten Abend Informationen übermittelt, die noch geprüft werden müssten.

Die Anklagebehörde sei der Auffassung, dass die Grundlage für ein Verfahren gegen die Seeräuber in Deutschland gegeben sei, hieß es am Abend zunächst nach ZDF-Informationen unter Berufung auf Bundeswehrkreise. Der DPA wurden entsprechende Pläne der Hamburger Staatsanwaltschaft aus der Regierung bestätigt. Der Behörde in der Hansestadt wurden inzwischen auch die Namen der Piraten bekannt. Die Bundeswehr hatte die ihr verfügbaren Beweismittel an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Falls es zum Verfahren in Deutschland kommt, würde nach Angaben des Bundesjustizministeriums die Bundespolizei die Piraten aus Dschibuti abholen und nach Deutschland bringen. In dem Land am Horn von Afrika hat die deutsche Marine ihren Einsatzhafen. Theoretisch können die Seeräuber dann Asyl beantragen.

Vier Ministerien beteiligt

Die in der Bundesregierung für den Umgang mit den Piraten zuständigen vier Ministerien (Inneres, Äußeres, Verteidigung und Justiz) standen in engem Kontakt, um eine Entscheidung zu treffen. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Jens Plötner, hatte betont, die Hamburger Staatsanwaltschaft fälle ihren Beschluss in "voller Autonomie".

Derzeit warten bereits 16 von den USA ergriffene Piraten auf ein Verfahren in Kenia. Aus Militärkreisen war zu erfahren, dass in bisher 36 Fällen Piraten versucht haben, Schiffe am Horn von Afrika zu kapern. Aktiv seien 18 Angriffe abgewehrt worden. Bei den anderen Fällen habe meistens schon das Erscheinen eines Bordhubschraubers gereicht, um die Seeräuber von ihren Plänen abzubringen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
.servicekanal24.de (07.03.2009, 08:55 Uhr)
Piraten werden und nach Europa auswandern

Die Europäer sind sehr durchschaubar. Vordenken ist nun das Kredo. Kluge Menschen müssen vordenken und nicht nur nachdenken. Diese Menschen zu verhaften und nach Europa zu bringen, wird nun viele Menschen in Afrika dazu bewegen Piraten zu werden. Lieber in einem deutschem Gefängnis zu sterben mit 3 Mahlzeiten am Tag, ein Bett usw. würden viele Menschen nun sagen. Eigentor!!!
Das Problem ist aber ganz einfach zu lösen. Die Schiffe müssen vor Somalia Gewässer das zahlen, was Sie auch zahlen in andern Gewässern. Gegen Gerechtigkeit kann man nicht gewinnen.
islaender (07.03.2009, 08:55 Uhr)
Deutschland fuehlt sich mal wieder
enorm wichtig, und das auf kosten des deutschen Steuerzahlers.
Kommentator21 (07.03.2009, 08:54 Uhr)
Einschleusung
so werden also Kriminelle Piraten als Dank in die BRD geschleust, natürlich bekommen die eine Bewährungs"strafe"
zuzüglich lebenslange Alimentierung durch den Steuerzahler,Sozialhilfe, Wohngeld, Krankenversicherung und Familiennachzug, die Piraten haben den Jackpot gezogen, ohne Arbeit zukünftig im Schlaraffenland zu Lasten der pözen Naziddeutschen dahin leben, falls zulangweilig wird kann man ja in den Drogenhandel einsteigen.
Es wird sich dort rumsprechen, das sich BRD Schiffe zu kapern lohnt, bei der Perspektive ist das wie ein Sechser im Lotto.
.servicekanal24.de (07.03.2009, 08:47 Uhr)
Sieg der Lächerlichkeit. Vordenken und nicht Nachdenken
Deutschland nimmt diese Piratenaufgabe ernster als es ist. Sie verkündet überall, wie sie Piraten gefangen genommen haben, als ob sie einen Krieg gewonnen hätten. Ich habe nirgendwo in nicht deutschen Medien darüber gelesen. Das interessiert niemand und in Afrika sogar in Somalia gar nicht. Niemand erwähnt es. ich habe mit einem Freund aus Somalia telefonieret, der sagte, dass man sogar nichts davon in seinem Heimat weißt. Es wird diesen Piraten besser in einem deutschen Gefängnis gehen als die Schiffe zu kappen, da sie auch nur Ausführer der Aktion sind. Sie sind nur Arbeiter und was Sie danach kriegen macht nicht das leben besser als in einem Gefängnis. Die Chefs und Profiteure werden Deutschland nie zur Gesicht bekommen. Afrikaner haben Kenia kritisiert mit Europa en abkommen gemacht zu haben, damit diese Verbrechen in dem Land landen. Europa muss sein Müll selbst entsorgen und mit Ihren Steuergelder diesen Verbrecher noch gutes ermöglichen.
Was wir hier als Stärke und Sieg feiern wird ein Problem sein, Sonst müssen wir fast ganz somalia verhaften. Wir müssen lernen nicht nur denken und nachdenken sondern VORDENKEN. Nicht immer erst machen und dann sich fragen wie geht es weiter?
es grüsst www.servicekanal24.de
ventil (07.03.2009, 08:46 Uhr)
Für potentielle Auswanderer™ ein Win-Win-Spiel...
...das wird sich in Afrika herumsprechen wie ein Lauffeuer... einfach nur ein deutsches Schiff hijacken und im Erfolgsfall gehört einem die Beute oder im Mißerfolgsfall kommts noch besser: man wird gratis ins gelobte Sozialhilfeparadies D chauffiert, super!
Warum noch mühselig, bei Lebensgefahr auf Nussschalen nach EU schippern und dafür den Schleusern ein Vermögen zahlen, wo´s jetzt doch so bequem geht?
vegefranz (07.03.2009, 07:31 Uhr)
Anspruch auf Resozialisierungsurlaub in Afrika?
bald kommen die @gutmenschen und wollen den Piraten den Resozialisierungsurlaub in Afrika samt dazugehörigen Lufthansa-Flügen mit Steuergeldern bezahlen
vegefranz (07.03.2009, 07:28 Uhr)
ca 300 EUR sind die Kosten proTag/Häftling in einer Haftanstalt (manche sagen Erholungsurlaub)
ca 300 EUR sind die Kosten proTag/Häftling in einer Haftanstalt (manche sagen Erholungsurlaub). Im Zweifel kann man ja die Steuern erhöhen, um das zu bezahlen
giangastone (07.03.2009, 07:02 Uhr)
Neue Einwanderungswelle
Piraten aller Welt, lasst euch von Germanen fangen! Am besten jedem Richter und Politiker mindestens einen solchen Hausgast als Integrations-Testobjekt verpassen!!!
willi42 (07.03.2009, 02:25 Uhr)
Unfassbar
Warum müssen sich deutsche Gerichte einmischen??? Kenia hat angeboten die Piraten zu richten. Deutschland sollte sich nicht einmischen. Oder sollen wir alle gefangenen Piraten vor deutsche Gerichte bringen und in deutsche Gefängnisse bringen? Ich glaube wir haben genug Probleme hier.
.
Und ganz ehrlich, ich würde solche Piratenboote schlicht versenken. Aber sowas darf man ja vermutlich nicht äußern in Deutschland.
utospatz (07.03.2009, 01:59 Uhr)
Bei denen kommt jetzt Freude auf,
haben wir doch nun endlich die uns zustehende Schacher-Justiz!
Siehe Hartz-Puff, oder ImWinkel!
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