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9. Oktober 2008, 22:41 Uhr

Grüne stimmen für die Macht

Deutschlands einzige schwarz-grüne Koalition auf Landesebene ist vorerst gerettet. Nach einer emotionalen Debatte entschieden sich die Hamburger Grünen auf einer Mitgliederversammlung dafür, das Bündnis mit der CDU trotz der Genehmigung des umstrittenen Kohlekraftwerks Moorburg fortzusetzen.

Mit großer Mehrheit haben sich die Hamburger Grünen für einen Verbleib im Regierungsbündnis ausgesprochen© Fabian Bimmer/AP

Hamburgs Grüne setzen trotz der Genehmigung des umstrittenen Kohlekraftwerks Moorburg die schwarz-grüne Koalition fort. Bei einer Landesmitgliederversammlung entschied sich die Basis am späten Donnerstagabend mit großer Mehrheit für einen Verbleib in dem deutschlandweit einmaligen Regierungsbündnis.

Mehrere Anträge für einen Austritt aus der Koalition hatten bei den rund 350 Grünen-Mitgliedern keine Chance und wurden abgelehnt. Die Gegner hatten argumentiert, dass die Grünen wegen der Genehmigung des Kraftwerks ihre Glaubwürdigkeit verloren hätten.

Die Grünen - in Hamburg Grün-Alternative-Liste (GAL) genannt - waren mit dem Wahlkampfversprechen bei der Bürgerschaftswahl angetreten, das als "Klima-Killer" kritisierte Kraftwerk im Süden der Stadt unbedingt zu verhindern. Vor gut einer Woche musste dann die Grünen-Umweltsenatorin Anja Hajduk aus rechtlichen Gründen das Kraftwerk doch genehmigen. Sie erließ aber strenge Auflagen für den Betrieb. Für etliche Grüne reichte dies dennoch aus, ein Ende der Koalition zu fordern.

Auf der Mitgliederversammlung warb Hajduk für eine Fortsetzung der Koalition: "Wir würden doch keinem Klimaschützer oder dem Klima nützen, wenn wir uns jetzt vom Acker machen." Sie räumte ein, dass im Wahlkampf mit der Zusage zur Verhinderung des Kraftwerks Moorburg zu viel versprochen worden sei. Doch sei nicht absehbar gewesen, dass sich die eigene Rechtsauffassung nicht durchsetzen konnte und das Werk genehmigt werden musste. Ähnlich argumentierte die damalige GAL- Spitzenkandidatin und heutige Zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch. Sie hatte versprochen: "Wir legen uns fest. Mit uns wird keine Erlaubnis für das Kraftwerk erteilt werden."

"Es war ein Fehler, sich da so festzulegen"

"Es geht nicht nur um die Koalition. Es geht um unsere Zukunft als Partei", warnte die Grünen-Vorsitzende Katharina Fegebank vor einem Aus der Koalition. Die Genehmigung des Kohlekraftwerks sei eine Niederlage, räumte sie ein. Bei einem Austritt aus der Koalition beraubten sich die Grünen jedoch sämtlicher Gestaltungsmöglichkeiten. Sie betonte, der Koalitionsvertrag mit der CDU sei nicht gebrochen worden. "Wir haben an dieser Stelle kein Problem mit der CDU, sondern mit Vattenfall", sagte Fegebank. Umweltstaatsrat Christian Maaß (GAL) räumte ein: "Es war ein Fehler, sich da so festzulegen."

"Mit dem Fortbestehen der Koalition fügen wir der grünen Bewegung bundesweit Schaden zu", sagte dagegen Lars Andersen vom Kreisverband Altona. Künftig werde den Grünen Moorburg in jedem Wahlkampf um die Ohren gehauen werden. Christopher Stark vom Kreisverband Nord betonte, Moorburg "ist ein Gau für unsere Partei und das können wir nicht einfach so ohne Konsequenzen hinnehmen". Auch die Grüne Jugend Hamburg forderte ein Ende der Koalition.

Vattenfall baut für mehr als zwei Milliarden Euro an der Süderelbe eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas mit einer elektrischen Bruttoleistung von 1654 Megawatt und bis zu 650 Megawatt Fernwärmeauskopplung. Wegen der von Hajduk erlassenen Auflagen schließt Vattenfall Europe eine Klage nicht mehr aus. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka der "Süddeutschen Zeitung". Technisch, wirtschaftlich und juristisch seien die Auflagen "eine Komplikation", sagte Hatakka. Den Hamburger Behörden warf er Vertragsbruch vor.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 28)
 
mutti1 (11.10.2008, 13:06 Uhr)
SPEKULATIONEN CRASH
KOHLEKRAFTWERK MOORBURG ist dank der GRÜN-SCHWARZGESTREIFTEN UMFALLER,bei 12 terawattstunden pro jahr, macht einen umsatz von brutto 420 MILLIARDEN EURO aus. feiner verdienst, dazu zahlt RWE oder Vattenfall ein trinkgeld von 12 mio. an emmisionsgebührewn???
da braucht doch eigentl. keiner mehr arbeiten und der gewinn wird sozialisiert u. alles importiert. denen geht es ja besser als drogenbaronen.
mutti1 (11.10.2008, 12:59 Uhr)
SPEKULATIONEN CRASH
das kohlenkraftwerk in moorburg, HAMBURG,
stellt dann mit 70 % mehr CO2 Ausstoss an klima killern etwa 12 terawattstunden strom her.
10 mio. tonnen CO2 pro jahr und soll 40 jahre laufen,
der bürger der hansestadt wird mit 16 tonnen belastet, tolles erbe für die deutschen an der küste. und der preis an den staat ist minimal mit eta 10-10 mio. freikauf in euro, der schaden betrögt zig mal so viel und der nutzen bei 12 tera wattstunden bei kosten von brutto 35 cent je kwh ist enorm, ja geradezu unanständig, da nur der kunde, der private-der dumme ist.
tripex (11.10.2008, 11:02 Uhr)
Chance vertan
Ich glaube, daß, wenn sie jetzt die Koalition aufgelößt hätten, die Grünen mittel- bis langfristig mehr davon gehabt hätten als jetzt erstmal weiter zu regieren. Das käme natürlich auch darauf an, in welchem Umfang die Medien darüber berichtet hätten. Aber wie auch immer, die Kurzdenkweise hat beim Menschen meist immer Priorität.
mutti1 (11.10.2008, 09:57 Uhr)
yx gelöst
www.der-klimaluegen-detektor.de lesen,
zur zeit gibt es in HH pro Kopf einen emmisionsausstoss von 10,8 t und demnächst, nach dem neuen Kohlekraftwerk trotz CCs-system einen erhöhten etwaigen wert von 16 t pro person. fein, aber der co2 gehalt bleibt ja nicjht da, er zieht über,s land, nach allen richtungen u. verschmutzt auch die ost-und nordsee und das Ausland.
mutti1 (11.10.2008, 03:08 Uhr)
x für ein u
www.luegendetektor.de lesen
oder googlen, wieviele kohlekraftwerke hat hamburg?
....je nach technologie hat selbst das neueste modell eines kohlekraftwerkes schätzungsweise 60-150 gramm CO 2 ausstoss je ! KILOWATTSTUNDE !
pro kopf wird es bei einem jährl. verbrauch ,bis zu 10 tonnen CO2 bleiben, bzw. es werden.
baut nur mit den grünen , das gibt staatl. kredite und ne menge einnahmen u. natürlich dann sauren regen und graue wäsche draußen , und sauren hering frisch aus der see.
mutti1 (10.10.2008, 19:17 Uhr)
na so was
@blackblondi, lesen sie einfach immer bis zum Komma, und dann nachdenken , was der Leser erfährt, ist eben nur
Gefasel und halbwahrheiten, irres Zeug und Lügen.
ES GIBT GENUG AKW,s uND GENUG KOHLEKRAFTWERKE, MÜLLVERBRENNUNGSANLAGEN,DIE WÄRME LIFERN und der Kunde spart, also ist das was Grün-Schwarzgestreift in HH tun sinnlos u. nur kapitalistisch , denn es geht um Geld abzocken u. in Dunkle Kanäle abzweigen.
blackblondi (10.10.2008, 18:11 Uhr)
@ mutti 1
das irre Rumgefasel kann man langsam nicht mehr ertragen. Können Sie auch mal nachvollziehbare Kommentare abgeben? Wenn nicht, dann lassen Sie es doch einfach .
mutti1 (10.10.2008, 17:01 Uhr)
auwaaaa
wenn es um die kleinen leute geht, ist kein geld da, es gibt aber genug unausgelastete , bzw. extra große AKW,s und alles ist teuer genug für die KÖNIGE UND PRINZESSINNEN KUNDE.
WARUM Lässt man neue kohlekraftwerke bauen? um noch besser abzocken zu können, die sind die erlaubnis zu 500-er scheinen zu drucken. wo gibt es endlich arbeiter und bauern aufsichten , die das prüfen. die einnahmen sind horrend, die kosten zahlt staat u. Kunde.
hoffentl. kommt wieder der blanke hans oder ein crash, damit das HH absäuft, da ist ruhe.
nightmare_online (10.10.2008, 12:42 Uhr)
@blackblondi
Ehm ... Ihnen ist aber doch wohl aufgefallen das die Reaktionen in den Medien auf die Vorgänge in Hessen und HH sich irgendwie unterscheiden, nein?
Wobei es in Hessen - und darauf möchte ich nochmal hinweisen - um einige Interwiews ging, und in HH um zentrale Wahlkampfaussagen (Punkt 1 des Wahlprogrammes der GAL) inklusive Plakatierungen. Oder ums mal anders zu sagen: Wortbruch ist keineswegs gleich Wortbruch.
Gisella (10.10.2008, 12:39 Uhr)
Die Grünen
waren von je- her anpassungsfähig.Erst Turnschuhe und Fahrräder, dann Krawatten und dicke Autos- Macht -macht "geil". Es geht nur um die Macht und damit auch um die fetten Diäten. Einmal dran-immer drin mit den Fingern im Geldtopf.
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