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"Ich wurde immer dünner, immer weniger"

Sie ist eine der mächtigsten Frauen im Land. Doch wie brüchig Erfolg ist, weiß Hannelore Kraft aus eigener Erfahrung. Im stern erzählt sie, dass sie vor ein paar Jahren fast gestorben wäre.

  Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: "Die Ärzte sagten: 'Wie kommt es, dass Sie hier noch sitzen?'“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: "Die Ärzte sagten: 'Wie kommt es, dass Sie hier noch sitzen?'“

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist davon überzeugt, dass ihr Vater wie sie selbst an Gluten-Unverträglichkeit litt. Er starb an seinem 50. Geburtstag an Krebs. "Heute bin ich davon überzeugt, er hatte wohl das, was ich habe“, sagte Kraft dem stern. Sie selbst hatte vor Jahren durch eigene Recherchen herausgefunden, dass sie an Zöliakie erkrankt war, einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten. Dies Klebereiweiß gibt es in vielen Getreidesorten.

"Ich hatte die gleichen Symptome wie mein Vater, bei ihm wurde diese Krankheit allerdings nicht erkannt", erzählte die SPD-Politikerin in dem Interview. Sie selbst sei damals "immer dünner“ und "immer weniger“ geworden. Erstmals sprach sie auch über ihre Todesangst. Auf die Frage, ob sie hätte sterben können, sagte Kraft: "Ja. Wenn ich glutenhaltiges Getreide esse, zerstört das die Zellen in meinem Dünndarm. Mein Körper nimmt dann wichtige Stoffe nicht mehr auf.“ Sie habe Eisenwerte gehabt, bei denen die Ärzte sagten: "Wie kommt es, dass Sie hier noch sitzen?“

Ärzte, die sie konsultierte, hätten nichts herausgefunden, berichtete Kraft weiter. Sie hätten dies auf "Dauerstress“ zurückgeführt. Kraft war von 2001 bis 2005 Landesministerin, danach Oppositionsführerin. Seit sie statt Weizennudeln Reisnudeln esse und statt Brot aus Weißmehl nur Maisbrot, sei sie gesund und könne ohne Medikamente leben.

Hausbesuche macht Kraft "total gerne“

Der bevorstehende Bundestagswahlkampf ist für die Ministerpräsidentin "die Möglichkeit, meine Batterien aufzuladen“. Sie würde gern auf Marktplätzen stehen und mit den Bürgern reden, auch Hausbesuche mache sie "total gerne“. Jusos, die sie fragten, ob Politik eine berufliche Perspektive für sie sei, sage sie immer: "Wenn du dich nicht durch Begegnungen bereichert fühlst, dann lass es sein.“

In Talkshows dagegen gehe sie nur "sehr dosiert“. "Wenn ich die Talkshows sehe, in denen wir uns mit Halbsätzen befeuern, sodass der Informationsmehrwert für die Bürger sehr gering ist, dann führt das zu Politikverdrossenheit."

Arno Luik/print

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