IG Bau rechnet mit Vorsitzenden Wiesehügel ab

30. Juli 2013, 11:37 Uhr

Schlechte Geschäftsführung - so der Vorwurf an den scheidenden Vorsitzenden der IG Bau. Kanzlerkandidat Steinbrück wird sich ärgern - er hatte Klaus Wiesehügel extra für sein Wahlkampfteam abgeworben.

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Klaus Wiesehügel ist Vorsitzender der IG Bau und Mitglied in Peer Steinbrücks Kompetenzteam für die Themen Arbeit und Soziales©

In der IG Bau wird einem Zeitungsbericht zufolge heftige Kritik am scheidenden Vorsitzenden Klaus Wiesehügel geübt. In mehreren Emails beklagten Mitglieder der Gewerkschaft unter anderem die Personalpolitik der Gewerkschaftsführung, berichtet die "Süddeutsche Zeitung", der die Emails nach eigenen Angaben vorliegen. Wiesehügel ist im Wahlkampfteam von SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück für die Themen Arbeit und Soziales zuständig.

Iris Santoro, Vorsitzende der Bundesfachgruppe Gebäudereiniger, schreibt laut "SZ" von "unerträglichem Druck" in der Frage der Besetzung von Vorstandsposten. "Ich hatte mich sehr gefreut, zum Gewerkschaftstag fahren zu dürfen, weil ich mir eingebildet habe, Mitglied einer demokratischen Organisation zu sein", wird Santoro zitiert. Inzwischen dränge sich ihr ein ganz anderer Eindruck auf.

Eine Frau, die angibt, Mitglied des Bundesfrauenvorstandes zu sein, berichtet demnach über "massiven Versuche", sie auf eine Kandidatin für das Amt der Frauen-Vertreterin im Vorstand der IG Bau festzulegen. Dabei geht es laut "SZ" um Ulrike Laux-Harnack, eine Mitarbeiterin Wiesehügels, die der scheidende Chef in den Vorstand bringen wolle.

Schrumpfende Mitgliederzahlen

In einem Brief an Vorstände und Kandidaten übten 14 Sekretäre der Gewerkschaft am Donnerstag "Brachialkritik" an Wiesehügel und dem ebenfalls scheidenden Vorstandsmitglied Bärbel Feltrini, wie es in dem Bericht weiter heißt. Die IG Bau habe keine attraktiven Kampagnen für die Kernbranchen mehr, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus dem Schreiben. Seit Jahren schrumpften die Mitgliederzahlen. "Eine ernsthafte Gegenstrategie können wir nicht erkennen." Der Brief endet demnach mit der Aufforderung an die Adressaten, bis Ende August mitzuteilen, was sie gegen die Missstände tun wollen.

Wiesehügel und Feltrini, die die Verfasser laut "SZ" nicht in den Verteiler für den Brief aufgenommen hatten, wollten sich am Montag zu der Debatte nicht äußern. Nach einer Vorstandssitzung ließen sie auf Anfrage der Zeitung ausrichten, der Brief spreche genau die Themen an, die der Bundesvorstand bereits 2012 auf die Agenda gesetzt habe.

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