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20. Februar 2009, 14:05 Uhr

Mißfelder missfällt

Philipp Mißfelder, Heißsporn der Jungen Union, hat mal wieder einen Satz gesagt, der ihm noch lange an den Schuhsohlen kleben wird: Die Erhöhung von Hartz IV sei ein "Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie". Prompt hagelt es Kritik - selbst von Parteifreunden. Von Lutz Kinkel

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"Krasse Stigmatisierung": JU-Chef Philipp Mißfelder© Johannes Eisele/ddp

Es sollte ein gemütlicher Frühschoppen werden - und das war er zunächst auch. Rund 40 Gäste kamen auf Einladung der CDU am vergangenen Sonntag um 10.30 Uhr ins Hotel Himmelmann im nordrhein-westfälischen Haltern am See. Sie setzten sich in den Wintergarten und warteten auf den Referenten: Philipp Mißfelder, Chef der Jungen Union und Präsidiumsmitglied der CDU. Sein Thema: das Konjunkturpaket II.

Mißfelder sprach frei, also ohne Manuskript, danach folgte eine kurze Debatte, um 12 Uhr war die Veranstaltung beendet. Dass ein paar Tage später die ganze Republik über diesen Frühschoppen reden würde, ahnte niemand. Auch nicht Bruno Kleine Stegemann, Chef des CDU-Stadtverbandes Haltern am See. Stegemann hatte allerdings noch einen Satz von Mißfelder im Ohr, von dem er dachte: "Mein lieber Philipp, diesen Satz hättest Du Dir mal überlegen sollen." Doch da war es schon zu spät. Denn dieser Satz stand auch im Block eines Volontärs der Ruhr-Nachrichten, dem einzigen Journalisten, der auf der Veranstaltung zugegen war. Er lautet: "Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie." Im Klartext: Hartz-IV-Empfänger versaufen die Kohle lieber, als etwas Vernünftiges damit anzustellen.

Mißfelder relativiert

Die Ruhr-Nachrichten berichteten darüber nach Angaben der Redaktion bereits am Montag in ihrer Online-Ausgabe, am Dienstag in der Zeitung. Dann dämmerte dem Blatt, dass die Deftigkeit der Aussage politisch doch eine Nummer größer war als zunächst gedacht. Also schob die Redaktion am Freitag einen Aufmacher plus Agenturmeldung hinterher. Und seitdem steht Mißfelder wieder da, wo er vor 2003 schon einmal stand, nachdem er kritisiert hatte, dass 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke bekommen: mitten im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik.

2003 ruderte Mißfelder schnell wieder zurück. Diesmal entschuldigte er sich nicht, sondern lieferte nur eine differenzierende Erklärung hinterher. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte Mißfelder, er wolle Hartz-IV-Empfängern keineswegs pauschal Missbrauch unterstellen. "Wir brauchen aber eine Diskussion über die Frage, wie mit sozialen Leistungen der Allgemeinheit von den Betroffenen umgegangen wird. Leider kommen sie häufig nicht zielgenau an." Mißfelder schlug vor, statt Geldleistungen vermehrt Gutscheine auszuteilen, zum Beispiel für Schulspeisungen.

Drohsel verlangt Entschuldigung

Nach stern.de-Informationen hat Mißfelder seine Aussage allerdings nicht ganz freiwillig relativiert. Offiziell mag sich in der CDU dazu niemand äußern, aber hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass NRW-Chef Jürgen Rüttgers, der zu den Förderern Mißfelders gehört, seinen jungen Heißsporn zurückpfeifen ließ. Offenbar wollte Rüttgers nicht, dass sich ein Nachwuchstalent aus seinem Landesverband die Finger verbrennt. Mißfelder ist gerade mal 29 Jahre alt.

Parallel zu Mißfelders Relativierung hagelte es Kritik wie aus Eimern. Juso-Chefin Franziska Drohsel sagte zu stern.de, Mißfelder müsse sich öffentlich entschuldigen. Diese "krasse Stigmatisierung" von Hartz-IV-Empfängern sei unmöglich. "Ab und zu schlägt der Sozialchauvisnismus der CDU voll durch", meinte Drohsel. Rainer Brückers, Bundesvorstand der Arbeiterwohlfahrt, sagte den "Ruhr-Nachrichten", Mißfelders Aussagen bezeugten eine "völlige soziale Inkompetenz". Dietmar Bartsch, Geschäftsführer der Linkspartei, ließ per Pressemitteilung wissen, er halte Mißfelders Äußerungen für "zynisch und menschenverachtend". In Anspielung auf die Hüftgelenks-Debatte von 2003 ergänzte Bartsch, Mißfelder sei ein Wiederholungstäter und habe nichts dazu gelernt.

"Klare Sprache"

Selbst in der Union regte sich Unmut. Stefan Müller, Chef der Jungen Union in Bayern und Fraktionskollege von Mißfelder im Bundestag, sagte, es handele sich um eine "unangemessene Privatmeinung".

"Wir stehen als Unionsparteien in der Mitte der Gesellschaft. Dort haben dumpfe Vorurteile und Verallgemeinerungen keinen Platz." Weiter sagte Müller: "Von einem Bundestagsabgeordneten sollte man mehr Differenziertheit erwarten dürfen als wohlfeile Stammtischsprüche." Die Große Koalition hatte sich im Rahmen des Konjunkturpaketes II, das am Freitag vom Bundesrat verabschiedet wurde, darauf verständigt, die Sätze für sechs- bis 13-jährige Kinder um rund 35 Euro pro Monat anzuheben. Auf diese Erhöhung hatte sich Mißfelders Kritik ursprünglich bezogen.

Bei Bruno Kleine Stegmann, dem CDU-Chef in Haltern, der die Veranstaltung am vergangen Sonntag organisiert hatte, klingelt nun laufend das Telefon. Ernsthafte Proteste von Hartz-IV-Empfängern habe es noch nicht gegeben, sagt er zu stern.de. Und er will Mißfelder, den er seit vier Jahren aus der politischen Arbeit im Kreis Recklinghausen kennt, auch nicht allzu hart kritisieren. "Ich liebe die klare Sprache von Philipp Mißfelder", sagt Kleine Stegmann, "auch wenn ich diesen Satz nicht unterschreiben würde". Politiker, die nur wohlklingende aber unverbindliche Aussagen absondern würden, gäbe es ja schon genug.

mit Agenturmaterial
 
 
KOMMENTARE (10 von 98)
 
nightmare_online (23.02.2009, 09:59 Uhr)
Anstand und CDU - Zwei Welten treffen aufeinander
Regt sich hier irgend jemand auf? Mißfelder hat entsprechenden Nonsens (bezüglich der Rentner) schon mal abgesondert.
Der Mann steht halt für die "neue CDU". Politik auf BILD-Niveau in Abwesenheit von Geist, Moral und Anstand.
Aber wer sollte von diesem Schnösel, der auf die Freundschaft zum Bimbeskanzler stolz ist, auch anderes Erwarten.
Und wer sollte von einer Partei, die solche Schnösel in ihren Reihen duldet, sie sogar fördert, anderes erwarten als NICHTS.
cyberhero2 (23.02.2009, 09:30 Uhr)
Wir brauchen Veränderung - angestimmte Richtung stimmt!
Mir erscheint der Beitrag etwas sehr einseitig. Ist es nicht in Deutschland ein Skandal, dass es nicht mehr möglich erscheint, sozialpolitische Themen auch einmal kritisch zu hinterfragen und über die Wirkungsweise der eingesetzten Mittel nachzudenken? Was Philipp Mißfelder hier angestossen hat geht in die völlig richtige Richtung. Leider vereint sich sofort wieder der Chor der selbst verschriebenen Gutmenschen, die eines nicht sehen wollen, dass man manchmal auch Veränderung braucht um für die Zukunft bessere Ergebnisse und vor allem den schächsten der Schwachen besser wieder auf die Beine zu helfen. Darum geht es doch eigentlich!
Hartmut1959 (22.02.2009, 19:41 Uhr)
Geld, Geld Geld ...
In einer Gesellschaft, in der das GELD so im Vordergrund steht, wie in der unseren, ist es schwer möglich, daß Kinder das bekommen, was sie wirklich brauchen, nämlich Liebe, Zuneigung, Verständnis, Aufmerksamkeit ...
In den Familien der arbeitenden Bevölkerung besteht die Gefahr, daß die Kinder, trotz vielleicht materiell guter Absicherung, trotzdem leiden, weil den Eltern meist die Zeit für ihre Kinder fehlt.
In den Familien der Arbeitslosen ist zwar jede Menge Zeit für die Kinder vorhanden, aber die materielle Absicherung ist meist schwieriger und außerdem bewirkt die oft abwertende Sicht auf HarzIV-Empfänger von Außenstehenden, daß sowohl die betroffenen Eltern, als auch deren Kinder psychisch darunter leiden, wenn sie kein "dickes Fell" haben.
Eine Lösung wäre, die Arbeit wieder auf mehr Schultern zu verteilen, die Wochenarbeitszeit der schon Arbeitenden könnte verringert werden und damit bliebe mehr Zeit für Kinder. Viele jetzt Arbeitslose, wären wieder in Lohn und Brot, sie hätten trotzdem noch genug Zeit für ihre Kinder, aber die materielle Absicherung würde sich verbessern.
Wird aber so wohl nie kommen, da meines Erachtens ein Interesse seitens der Wirtschaft daran besteht, daß möglichst alle Menschen, die dem enormen Leistungsdruck und der psychischen Belastung des heutigen Wirtschaftsbetriebes nicht standhalten, (oder auch aus menschlichen Gründen gar keinen Sinn darin sehen diesem standzuhalten) möglichst aus dem Wirtschaftsleben fernzuhalten.
Die enorme Angst vieler Arbeitnehmer in Arbeitslosigkeit/HarzIV zu rutschen, schafft einen Leidensdruck, der oft schon sittenwidrige Niedrigstlöhne möglich macht und auch der Verleihung von immer mehr Arbeitnehmern Vorschub leistet.
Bezahlen müssen diese unsere Verhältnisse auch unsere Kinder, egal in welchen Familien sie aufwachsen und zwar nicht mit Geld, sondern mit einer oft weniger glücklichen Kindheit.
Kinder sind weder Kostenfaktoren, noch zukünftige Leistungserbringer/Verbraucher, sie sind kleine Menschen, die auf der Suche nach einem glücklichen Leben sind und die dazu glückliche Eltern brauchen, die ihnen ein Vorbild für ihr Leben sein können.
kleinermann (22.02.2009, 18:24 Uhr)
Was soll das ganze?
Wenn Herr Missfelder provoziert, ist dass immer noch besser, als dass der Fallmanager übermäßiges Rauchen unt Trinken gemäß § 31 Abs. 3 SGB II als "unwirtschaftliches" Verhalten sanktioniert!
Manchmal glaube ich, ich steh im Wald; da sagt ein Politiker was und alle sind beleidigt -> Wenn er wirklich gewollt hätte und nicht an das Gewissen appelliert hätte, gäbe es andere Möglichkeiten, weil das Gesetz es ja schon hergibt.
Vielleicht sollte man in dieser Diskussion sachlich darüber nachdenken, worum es eigentlich geht: Um die Belange der betroffenen Kinder, nicht um mehr und nicht um weniger.
Ich habe das Gefühl, dass bei jedem von dieser Problematik betroffenen reflexartig die Schimpfkanonade losgeht, frei nach dem Motto: Betroffene Hunde bellen!
sedanon (22.02.2009, 17:13 Uhr)
@berlinerfreiheit
"Sozialmißbrauch" wird nicht tabuisiert sondern hingegen aufgebauscht, um selbsternannte Leistungsträger anzuspitzen.
Es gibt nicht einen Beweis der auf massenhaften Sozialmißbrauch hindeuten würde. Hingegen gibt es etliche Studien, die erweisen, dass dieses "Problem" gar keines ist.
Sprich : "Sozialmißbrauch" im großen Stil ist eine Mär und dient lediglich als Arbeitslosen- und Geringverdienerbashing um im Wahlkampf irgendein Thema präsentieren zu können.
berlinerfreiheit (22.02.2009, 16:53 Uhr)
Sozialmissbrauch wird in Deutschland tabuisiert
Ulf Poschardt schreibt heute in der WamS: "Das Thema Sozialmissbrauch bleibt in Deutschland, oft aus den besten Gründen, tabuisiert, dürfte es aber nicht sein. Weniger, um an Stammtischen von Besserverdienern auf Temperatur zu kommen als vielmehr, um auf die fatalen Folgen eines nicht investierenden, sondern versorgenden Sozialstaates hinzuweisen. Jeder Euro, der in Bildung, Schulessen und Nachhilfeförderung in sozialen Brennpunkten investiert wird, hilft mehr als jenes Füllhorn von Geld- und Warenleistungen, das Nichtqualifizierten kaum Anreize bietet, Arbeit anzunehmen, die bestenfalls genauso viel einbringt wie der bequeme Weg zu den Behörden."
Dem kann man nur zustimmen. Es kann doch nicht darum gehen, die Hartz-IV-Barauszahlungen immer weiter in die Höhe zu schrauben!
Necro (22.02.2009, 16:01 Uhr)
Aepfel und Birnen
Der Kommentar von Herrn Steinbrueck bezieht sich auf die Kindergelderhoehung. Somit auf alle Eltern und nicht nur auf HartzIV'ler.
Intressant was der Mann den Eltern seinenes Landes alles zutraut :)
Necro (22.02.2009, 15:56 Uhr)
Ich frage mich immer...
.... wo den die Leute Ihre sogenannten Fakten her haben? Mehrheitlich sind Harz IVler also nikotin oder alkoholabhaengig (die Frage der Ursache will ich hier mal gar nicht ansprechen, wenn es denn so waere). Wahrscheinlich wird das darauf begruendet, das man selbst einen Harz IV Empfaenger kennt, der raucht oder auch trinkt. Ich lebe in einem Touristengebiet wo sich mancher Deutscher wie die Axt im Wald auffuehrt.
Dennoch kommt hier keiner auf die Idee die deutschen als poebelnde, miesgelaunte Besserwisser zu bezeichnen. Auch dann nicht wenn sich kein deutscher Tourist mit im Raum aufhaelt.
in diesem zusammenhang koennt ich hier auch den deutschen Rassismus unterstellen, da ja berlinerfreiheit's Kommentar impliziert das ALGII-Empfaenger Islamisten sind (Moscheeverein).
Lasst doch mal diese ganze Pauschaliererei. Die ALGII'er die Leistungen missbrauchen sind die Minderheit auch enn das nicht zu eurer schwarzen Denke passt.
Necro (22.02.2009, 15:41 Uhr)
@boeckemueller
Wenn das P. Steinbrueck gesagt hat macht es das nicht besser. Natuerlich ist die Aussage sofern Sie so getaetigt wurde (Quellenangabe?) genauso verwerflich wie von einem CDU-Mann, das ist doch gar keine Frage.
Grundsaetzlich stimme ich aber n8g8 uneingeschraenkt zu. Das hier gegen ein Teil der Bevoelkerung gehetzt wird und das kann es ja wohl nicht sein. Fehlt nur noch oeffentliche Makierung wenn man ALGII bezieht. Das hatten wir ja auch schonmal in unserem Land.
Auch wenn ich nicht mehr in D lebe (uebrigens bin ich genau aus diesem Grunde gegangen, das man als ALGII-Empfaenger wie der letzte Dreck behandelt wird) beobachte ich die Vorgaenge in D mit Sorge und werd auch mein Wahlrecht bei der naechsten Bundestagswahl in Anspruch nehmen. Ich wrerde mich genauso wie n8g8 und sedanon fuer Die Linke entscheiden.
huggyz89 (22.02.2009, 15:39 Uhr)
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Es ist immer wieder frappierend festzustellen, wie Aussagen von Politikern aus dem Kontext gerissen, und dann zu massenwirksamen Titelzeilen umfunktioniert werden. In Folge dessen bleibt der eigentliche Kontext häufig verborgen. Freilich nicht zuletzt, weil er sich nicht erfolgreich genug vermarkten lässt. Jüngstes Beispiel hierfür ist der Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Philipp Mißfelder. „Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub der Tabak und Spirituosenindustrie.“ Selbstredend ruft eine solche Äußerung Protest hervor. Das ist auch verständlich, weil dem Leser ja der Rahmen dieses Propositums fehlt. Denn hinter dieser zweifelsfrei nicht virtuos gewählten Formulierung steckt eine Forderung, die durchaus auf parteiübergreifenden Zuspruch trifft. Staatliche Transferzahlungen kommen häufig nicht da an, wo sie dringend gebraucht werden: Bei den Kindern. Mit dieser Meinung ist Mißfelder bei weitem nicht allein. So stellte bereits im September, ohne großen Pressewirbel, der Vorsitzende der UNICEF-Deutschland, Jürgen Heraeus, Vergleichbares fest. Er sagte der „Passauer Neuen Presse“ anlässlich des Weltkindertages, dass „viele Eltern, die sich über zehn Euro freuen, das Geld nicht für ihr Kind ausgeben, sondern vielleicht in Alkohol oder einen neuen Fernseher stecken.“ Ähnlich äußerte sich auch schon der ehemalige Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens und jetziger Finanzminister, Peer Steinbrück (SPD). Weil zu dieser Zeit aber keine Wahlen unmittelbar bevorstanden, fand seine Äußerung bei einem Interview mit den Ruhr-Nachrichten zum Thema „Kindergelderhöhung“ („Eine Erhöhung um acht oder zehn Euro hat den Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten oder zwei großen Pils. Ich fürchte das Geld kommt bei den Kindern in vielen Fällen nicht an.“) nur wenig öffentliches Interesse. Juso-Chefin Franziska Drohsel kann einem Philipp Missfelder vielleicht „Sozialchauvinismus“ und „fehlende soziale Kompetenz“ unterstellen. Bestätigt wird diese Vorhaltung durch die eindeutige Fürsprache der Deutschen Kinderhilfe aber wohl nicht. Georg Ehrmann, Vorsitzender der Kinderhilfe sagte in einem Interview mit der Süddeutschen, über Mißfelders Stil könne man zwar streiten, nicht aber über die Kernaussage. „Es ist Fakt, dass gerade in Hartz IV Familien ein großer Anteil der Eltern nikotin- und alkoholabhängig ist.“ Als Vertreter der Jugend fordert Mißfelder deshalb Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Transferleistungen zielgenau bei den bedürftigen Kindern ankommen und parallel dazu einen Missbrauch der Gelder verhindern. Als konkrete Umsetzungsmöglichkeit nennt er, wie auch Ehrmann, Gutscheine zur Speisung an Schulen oder Gutscheine für Mitgliedschaften in Vereinen. „Es ist sinnvoll die Infrastruktur für Kinder so zu verbessern, dass sie Musikunterricht bekommen oder zum Sport gehen können.“ Eine negative Absicht kann man Mißfelder bei seinem verbalen Fauxpas also wohl nicht unterstellen. Was übrig bleibt, ist eine unglücklich gewählte Formulierung zu einem unglücklichen Zeitpunkt.
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