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Haus und Auto von AfD-Politiker in Essen beschädigt

Guido Reil kandidiert für den NRW-Landtag. Nun wurden Haus und Auto des AfD-Politikers in Essen angegriffen und beschädigt. Reil selbst war nicht vor Ort.

Auto von AfD-Politiker Reil mit eingeschlagenen Scheiben, beschmierte Hauswand

Unbekannte haben das Haus und Auto von AfD-Landtagskandidat Guido Reil angegriffen

"Fuck AfD" und "Arbeiterverräter" – die Beschimpfungen, die an Reils Hauswand und Garage gesprüht wurden, sprechen für einen politischen Hintergrund der Tat. Bewiesen ist das jedoch nicht. Die Polizei sucht weiter nach den Tätern, die in der Nacht zum Freitag Reils Haus und Auto in einem Essener Wohngebiet beschädigt hatten.

Dabei beschmierten sie das Wohnhaus und die Garage mit Farbe, zerschlugen die Scheiben des neben dem Haus geparkten Autos und zerstachen dessen Reifen, wie die Polizei mitteilte. Zudem besprühten sie auch die Innenausstattung des Fahrzeugs, das offenbar Reils Frau gehörte, mit Farbe – das lässt sich auf Fotos erkennen, die die AfD Essen am nächsten Tag auf ihrer Facebook-Seite postete. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Reil tritt für die AfD zur NRW-Landtagswahl an

Reil selbst war zur Tatzeit nicht zugegen. Der 47-Jährige befand sich beruflich in Schleswig-Holstein, meldete sich aber in der "WAZ" zu Wort: "Ich werde noch einen Zahn zulegen", kündigte Reil an. In Nordrhein-Westfalen geht der Wahlkampf vor den Landtagswahlen am 14. Mai in die heiße Phase, Reil will trotz der Attacke und Warnungen der am AfD-Parteitag in Köln teilnehmen.

Der AfD-Landtagskandidat ist in Essen hoch umstritten: 26 Jahre lang gehörte er der SPD an, war Mitglied im Essener Stadtrat. Im vergangenen Jahr wechselte er zur , für die er nun als ehemaliger Gewerkschafter und Bergmann Wählerstimmen im Arbeitermilieu des Ruhrgebiets gewinnen soll. Reil hatte mit seinen Aussagen zur Flüchtlingspolitik von Angela Merkel, insbesondere mit dem Satz "Wir schaffen es nicht", bundesweit für Aufsehen zu sorgen.

Täter unbekannt, Polizei sucht nach Zeugen

Für den Angriff auf Reils Haus und sucht die Polizei weiterhin nach Zeugen. Max Adelmann, Sprecher der Bewegung "Essen stellt sich quer", distanzierte sich derweil von der Aktion: "Politische Gegner gehören politisch bekämpft. Gewalt ist keine Lösung. Wenn gewalttätige Angriffe von Rechts verurteilt werden, so kann und darf Sachbeschädigung nicht die Antwort sein", schrieb er auf Facebook.


epp
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