"Das ist ein undemokratischer Skandal"

5. März 2013, 14:15 Uhr

Die CDU würde auf ihre Diskussion zur Homo-Ehe am liebsten den Deckel drauf machen. Doch während die Politiker sich uneinig sind, haben einige Prominente zu dem Thema eine eindeutige Haltung.

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Komikerin Hella von Sinnen und ihre Lebensgefährtin Cornelia Scheel setzten sich seit Jahren für die Rechte von Schwulen und Lesben ein©

Der Politiker-Streit um die steuerliche Gleichstellung von Homosexuellen lässt auch Prominente nicht kalt. "Das ist ein undemokratischer Skandal", sagte die lesbische TV-Komikerin Hella von Sinnen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Köln. Schlagersänger Patrick Lindner hält die jetzige Regelung für ungerecht und überholt. "Ich bin nicht verpartnert mit meinem Lebensgefährten, aber wir führen einen ganz normalen Haushalt wie jeder andere auch. Da sage ich: Wo liegt jetzt da der Unterschied?"

Lindner, der offen schwul ist und in einer Beziehung lebt, sieht in der Debatte ein gesellschaftliches Problem: "Wir brauchen bloß in andere Länder schauen, da ist das überhaupt keine Diskussion mehr. Und unser hoch entwickeltes Deutschland steht da, als ob wir hinterm Mond leben würden."

Für den Vater eines Adoptivsohns ist es wichtig, dass Familien mit Kindern steuerlich gefördert würden - egal, ob hetero- oder homosexuell. Denn kinderlose Ehepaare hätten heute die gleichen Steuervorteile wie kinderreiche Familien. "Und das finde ich ungerecht", sagte der 52-Jährige.

US-Schauspieler setzen sich für Homo-Ehe ein

Hella von Sinnen lebt mit Cornelia Scheel zusammen, der Adoptivtochter des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Die beiden kämpfen seit Jahren gegen Diskriminierung von Schwulen und Lesben. "Ich bin nicht sonderlich an der Institution der Ehe an sich interessiert", erklärte die 54-Jährige. "Doch wenn es diese nun mal schon gibt, dann doch bitte auch für homosexuelle Paare."

Im Gegensatz zu Deutschland setzen sich in den USA viele heterosexuelle Prominente für die Homo-Ehe ein. Im vergangenen Jahr spielten Stars wie George Clooney, Brad Pitt und Kevin Bacon in dem Theaterstück "8". Die Aufführung thematisierte das gerichtliche Tauziehen um die Homosexuellen-Ehe in Kalifornien, die nach einem Wähler-Referendum im Jahr 2008 verboten wurde. Selbst der konservative Clint Eastwood unterzeichnete kürzlich einen Brief an das oberste Gericht in Washington, in dem prominente Republikaner auf gleiche Rechte für homosexuelle Paare drängen.

Modezar Karl Lagerfeld setzte Anfang des Jahres auf seiner Schau für Chanel in Paris ein Statement, als er zwei Bräute und ein Kind auf den Laufsteg schickte. "Warum können Menschen, die zusammenleben, nicht den gleichen Status haben wie verheiratete Bürgerliche?", soll er anschließend gefragt haben. Patrick Lindner geht noch einen Schritt weiter: In dem Moment, in dem sich jemand outet, sei sofort ein Barriere da. "Wo ist da die Toleranz, wo ist sie?"

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