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21. November 2009, 08:50 Uhr

Guttenberg fordert neue Nato

Verteidigungsminister im Vorwärtsgang: Karl-Theodor zu Guttenberg fordert eine Reform der Nato. Nur so könne die Allianz die Konfliktherde in der Welt wirkungsvoll bekämpfen - allen voran Afghanistan.

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Nicht nur wortgewandt, sondern auch gestenreich: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Washington© Hannibal/DPA

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält eine grundlegende Reform der Nato für unausweichlich, will die Allianz den Herausforderungen der globalisierten Welt besser gerecht werden. Vor dem Internationalen Sicherheitsforum im kanadischen Halifax warb Guttenberg am Freitag für neue Strukturen in der Nato, aber auch für "ein enges Netzwerk von Partnerschaften", das Russland, aber auch Staaten des Kaukasus, des Mittelmeerraums bis hin zur Golfregion einschließen solle. Er verwies dabei auf den Streit um eine Nato-Mitgliedschaft Georgiens und der Ukraine, was Russland ablehnt. Die Nato bleibe von großer Bedeutung, sie müsse aber Problemlösungen für neue sicherheitspolitische Herausforderungen anbieten, mahnte der CSU-Politiker. Eine der größten bleibe dabei zunächst die Lage in Afghanistan. Der Einsatz dort sei zugleich ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von Nato-Staaten mit Nichtmitgliedern der Allianz.

Gates' Seitenhieb gegen Deutschland

US-Verteidigungsminister Robert Gates dankte in Halifax den Verbündeten, die Truppen in Afghanistan stationiert haben. Namentlich erwähnte er allerdings nur Staaten, die wie Großbritannien oder Kanada die US-Streitkräfte im umkämpften Südafghanistan unterstützen. Zugleich rief Gates die Verbündeten auf, zusätzliche Verpflichtungen einzugehen und zu größeren Opfern bereit zu sein.

Guttenberg verwies mit Blick auf die Diskussion um eine Lastenverteilung im Bündnis darauf, dass auch deutsche Soldaten im Gebiet um das nordafghanische Kundus zunehmend in schwere Kampfhandlungen verwickelt würden.

Der republikanische US-Senator John McCain mahnte in Halifax wie Gates eine bessere Verteilung der Lasten innerhalb des Bündnisses an. Er fügte allerdings hinzu, die USA sollten vor allem dankbar sein für die Beiträge ihrer Verbündeten. Auch gehe es in Afghanistan nicht nur um Truppenstärken.

USA wollen Korruptionskampf in Afghanistan unterstützen

Gates' kanadischer Kollege Peter McKay erklärte, sein Land werde auch nach dem geplanten Truppenabzug die humanitäre Arbeit in Afghanistan fortsetzen. Konkret nannte er den Bau von Bewässerungsanlagen und Schulen sowie Impfungen für Kinder. Kanada will 2011 mit dem Abzug seiner insgesamt 2800 Soldaten beginnen.

Die USA wollen ihren Teil zur Bekämpfung der Korruption in Afghanistan beitragen. Alle amerikanischen Verträge und Projekte mit afghanischen Partnern sollten überprüft werden, kündigte Gates an. Ähnliche Kontrollen erwarte man auch von der Regierung in Kabul.

joe/AFP/AP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Administrator (23.11.2009, 10:20 Uhr)
Liebe User,

Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Schnaafpaaf (21.11.2009, 15:31 Uhr)
Es ist erschreckend,
wie hirnlos und bar jeden Wissens und Verstand hier einige Kommentatoren ihre Ergüsse absondern, nicht wahr corazito...willoughby und facilidad de ... sowie hardius. Ist Ihre Toilette zu Hause verstopft?
Peter_Mueller (21.11.2009, 14:38 Uhr)
2. Vietnam?
Der Abzug aus Afghanistan ist eine sehr gefährliche Sache, man hinterlässt ein Land das wieder ins alte Chaos zurückfällt, wobei zugleich eine ständige Besetzung des Landes auch keine sinnvolle Lösung ist, die Verluste werden noch steigen und nutzen bringt es auch keinen. Das Land ist einfach zu groß, die Menschen zu verschieden. Man hätte sich die Geschichte des Landes intensiver ansehen müssen. Von Alexander dem Großen bis zur Roten Armee. Es war immer ein Desaster....
facilidad_de_ser (21.11.2009, 11:56 Uhr)
@XenaWilloughby
Zitat" wenn er eine "neue Nato" fordert dann kann er sich ja gleich mal an einem neuen Weltrat versuchen, der es allen gerecht macht!"

Gut erkannt, der neue Weltrat wird auch kommen und dann werden auch die letzten merken, dass die Verschwöhrungstheorien über die "New world order" kein dummes Geschwätz waren.
XenaWilloughby (21.11.2009, 11:45 Uhr)
ja, gutenberg, genau das brauchen wir
noch einer, der herum-Merkelt.

Auf dem osten todgehofft fängt er an wie die Regierungsspitze:
Nix machen, nix entscheiden, nix bewirken.
Immer brav einer Linie nach:
nämlich den Bach runter!

wenn er eine "neue Nato" fordert dann kann er sich ja gleich mal an einem neuen Weltrat versuchen, der es allen gerecht macht!
Corazito3333 (21.11.2009, 11:10 Uhr)
sich wichtig machen, profilieren um jeden Preis...
Hauptsache "man ist wichtig", ist das alles was die Politiker noch können - neue Lösungen für die vielfältigen Probleme???!!!!
Benkku (21.11.2009, 10:42 Uhr)
"... auf das Abstellgleis geschoben..."
Das haben Sie richtig vermutet. Das Ministerium, dem Guttenberg angehört, ist tatsächlich ein Abstellgleis und soll es auch ewig bleiben. Je mehr es sich bemerkbar macht, desto unerträglicher wird es. Das hängt vor allem auch davon ab, in wie weit die Person, die dort an der Spitze steht, Volkes Stimme ernst nimmt. Und davon ist nicht viel zu spüren: der große Unsicherheitsfaktor, der nun besonders durch Guttenberg verkörpert wird, wie sich an seiner Betriebsamkeit in die falsche Richtung zeigt. Es reicht allmählich damit.
SpringbokCT (21.11.2009, 10:22 Uhr)
Wozu eine neue Nato?
Die Lasten sollten nur gleichmäßiger verteilt werden.

Bisher meinen die meisten Afghanen noch deutsche Truppen stände auf Seite der Taliban, da sie die Taliban nicht aktiv angreifen
VolkerRockel (21.11.2009, 10:00 Uhr)
Gut so...
Und Frau Merkel dachte, sie hätte ihn mit diesem Ministerposten auf das Abstellgleis geschoben...
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