Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, heißt es in der Bibel. Das nehmen Kreationisten wörtlich. Im Jahr 4004 vor Christus, so glauben sie, hat Gott die Welt erschaffen. Evolution? Gibt es nicht. Wissenschaftler laufen Sturm, doch der Kreationismus findet immer mehr Anhänger - auch in Deutschland.

Die Kreationisten nehmen die Schöpfungsgeschichte der Bibel wörtlich - demnach hat Gott die Erde und alle Lebewesen direkt und vor 6000 Jahren erschaffen© Picture-Alliance
Am Anfang stand nicht eine einzelne Zelle, aus der sich in Jahrmilliarden durch die Evolution alle Pflanzen und Tiere entwickelten. Am Anfang stand Gott, und er schuf Himmel und Erde - sprich: unseren Planeten, der demzufolge nicht 4,6 Milliarden, sondern lediglich 6000 Jahre alt ist. Und er schuf Bakterien, Insekten, Dinosaurier, Mammuts und Menschen - innerhalb von sechs Tagen.
Das glauben die Kreationisten und bestreiten die von Charles Darwin entwickelte wissenschaftliche Evolutionstheorie, nach der sich das Leben auf der Erde ohne höheres Eingreifen in Jahrmilliarden zu seiner heutigen Form entwickelt hat. Entstanden ist der Kreationismus aus dem protestantischen Fundamentalismus, wie er vor allem in den USA verbreitet ist.
Es gibt Kurz- und Langzeit-Kreationisten
Unter den Kreationisten gibt es zahlreiche verschiedene Strömungen. Am extremsten sind die Kurzzeit-Kreationisten, die basierend auf der Schöpfungsgeschichte der Bibel den Standpunkt vertreten, dass Gott die Erde und das Leben am 23. Oktober 4004 v. Christus erschaffen hat.
Langzeit-Kreationisten vertreten einen gemäßigteren Standpunkt. Sie glauben zwar, dass die Erde zwar Milliarden Jahre alt ist und nicht alle Tier- und Pflanzenarten gleichzeitig entstanden. Dennoch lehnen auch sie die Idee der Evolution ab. Alle Arten, so wie sie sind, seien durch direkte göttliche Schöpfungsakte entstanden.
lub/DPA/AP/Reuters