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11. Juli 2007, 17:59 Uhr
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Politik durch die Bibel-Brille?

Sie ist Theologin, CDU-Mitglied, lesbisch und steht im Verdacht, den Kreationisten nahe zu stehen. Nun hat Hessens umstrittene Kultusministerin Karin Wolff ein Buch veröffentlicht, in dem sie die heutige Jugend und auch manche Eltern harsch kritisiert. Von Mathias Schlosser

Karin Wolff: Hessische Kultusministerin auf Gratwanderung© Arne Dedert/DPA

Pandora scheint der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU) gleich mehrere Büchsen auf den Schreibtisch gelegt zu haben. Und die Stellvertreterin von Ministerpräsident Roland Koch scheint zu glauben, dass nur sie die Gefäße nach Belieben öffnen und schließen darf. Erst stieß sie mit merkwürdigen Statements eine Kreationismus-Debatte an, wollte dann aber nicht mehr darüber reden. Sie selbst ging mit ihrer Freundin zur "Bild"-Zeitung, wollte nach ihrem Liebes-Outing aber keine Fragen mehr zum Privatleben beantworten. Nun hat sie ihr neues Buch präsentiert und damit vielleicht schon die nächste Büchse geöffnet.

Vor allem das Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Partnerin hat in der Hessen-CDU für Unruhe gesorgt. Doch selbst Hardliner wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Irmer, der mit seinen Äußerungen in der Vergangenheit mehrfach Schwulen- und Lesbenverbände gegen sich aufgebracht hat, halten ein halbes Jahr vor der Landtagswahl still.

Fühlt sich gründlich missverstanden

Viele konservative Hessen sind schlichtweg etwas verwirrt, weil für sie das Outing und die Nähe zur biblischen Schöpfungslehre der Ministerin nicht recht zusammenpassen wollen. Damit hatte die 48-Jährige Ende Juni in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die erste Pandora-Büchse aufgemacht. In dem Artikel war nachzulesen, dass die gelernte Religionslehrerin "erstaunliche Übereinstimmungen" zwischen der Evolutionslehre und der Symbolik der biblischen Schöpfungsgeschichte sieht. Im Biologie-Unterricht solle auch über die Grenzen der Naturwissenschaft und über philosophisch-theologische Aspekte gesprochen werden.

Ein Sturm der Entrüstung brach los, waren derartige Einlassungen bisher eher von christlichen Fundamentalisten als von deutschen Kultusministern zu hören. Und erinnerten sie doch an so genannte "kreationistische" Strömungen in den USA, deren Anhänger für eine Gleichbehandlung von Schöpfungsgeschichte und Darwin-Lehre im Schulunterricht kämpfen.

Auch Wolffs Abgrenzungs-Dementis machten die Sache nicht besser, war sie doch schon einmal mit Nachsicht gegenüber derartigem Gedankengut in einer Gießener Privatschule aufgefallen. Die Stellungnahmen brachten außerdem an den Tag, dass in hessischen Lehrplänen längst Sätze stehen wie: "Auseinandersetzungen mit philosophischen und religiösen Aussagen müssen die naturwissenschaftliche Diskussion ergänzen und erweitern." Gleichwohl wehrt sich Karin Wolff dagegen, dass die Dinge in ihrem Ministerium durch die "Brille der Bibel" gesehen werden und fühlt sich gründlich missverstanden.

Ermahnung an das Elternhaus

Dass die Theologin Wolff jenseits der Kreationismus-Debatte dem christlichen Glauben eine zunehmende Bedeutung beimisst, ist aber auch in ihrem Buch "Klasse Schule - starke Kinder" nachzulesen, das sie nun vorstellte. Vor allem mit den drei Seiten zum Thema "Religion" könnte sie die Büchse der Pandora gleich wieder geöffnet haben.

Eltern ungetaufter Kinder werden jedenfalls wenig begeistert sein, wenn Hessens Oberlehrerin behauptet: "Auch das Kind hat ein Recht auf Religion", und ohne Umschweife eine religiöse Erziehung im Elternhaus anmahnt: "Wer ihm (dem Kind, d. Red.) eine religiöse Erziehung vorenthält mit der Begründung, man wolle einer freien Entscheidung nicht vorgreifen, tut in Wirklichkeit genau dies, er prägt einen Weg vor." Auch andere Passagen im Buch lassen tief in die Seele der Ministerin blicken. So beschreibt sie die Leitbilder von Jugendlichen, die ihrer Meinung nach zu viel ferngesehen haben, mit den Worten: "Das wichtigste im Leben sind Geld, schicke Klamotten, schnelle Autos und gestylte Körper. Konflikte löst man mit Gewalt; nur die Dummen halten sich an Regeln."

Wolff will Hessen als Bildungsland Nummer eins

Und über Eltern schreibt die kinderlose Karin Wolff: "Immer wieder sind Eltern zu beobachten, die die elementarsten Regeln erfolgreicher Erziehung verletzen, zum Beispiel die Konsequenz: Wenn das Kind der dritten Auforderung nicht nachkommt, passiert nichts." Der größte Teil des Buches ist jedoch eher eine dröge Beschreibung der hessischen Bildungslandschaft und der Errungenschaften der Landesregierung seit 1999: Karin Wolff hat in Hessen das Zentralabitur eingeführt, lässt Kinder, die kein Deutsch können, nicht mehr in die Grundschulen, hat Millionen für mehr oder minder qualifizierte Hilfslehrer ausgegeben, um den Unterrichtsausfall zu bekämpfen und treibt die Einrichtung von Ganztagsschulen voran.

War sie bei der Einführung von Deutschtests und Deutschkursen im Kindergarten noch bundesweite Vorreiterin, ist ihre Schulpolitik mittlerweile ins Stocken geraten und umstritten, wie die jüngste, hitzige Debatte im Landtag zeigte. Sie selbst sieht Hessen "auf Augenhöhe" mit Bayern und Baden-Württemberg, doch "Augenhöhe" ist ihr nicht genug. Karin Wolff will Hessen zum "Bildungsland Nummer eins" machen. Nach achtjähriger Arbeit hat sie dieses Ziel nach eigener Einschätzung noch nicht erreicht. Trotzdem lässt sie keinen Zweifel daran, dass sie auch nach der Landtagswahl 2008 das Kultusministerium in Wiesbaden leiten wird.

Ob ihr Buch, eigentlich eine "Zwischenbilanz", dazu beiträgt, ist jedoch fraglich. Denn die vom Universum Verlag als "Ratgeber" getarnte Eigenwerbung ist keine leichte Lektüre für die Sommerferien und kostet obendrein auch noch 16,80 Euro. Die Frage jedenfalls, für wen sie ihren "Ratgeber" eigentlich geschrieben hat, ließ Karin Wolff bei der Präsentation unbeantwortet.

Von Mathias Schlosser
KOMMENTARE (10 von 25)
 
the_brain (14.07.2007, 13:40 Uhr)
@guergen_ferkulat
Nach dem 'Studieren' der Kommentare muss ich Ihenen mitteilen, dass Sie hier der Rassist sind. Der andere isl lediglich ein (wahrschinlich noch sehr junger) Herr der sich verständlicher weise durch ihre verachtenden Kommentare beleidigt gefphlt hat und dementsprechend reagiert hat. Sie sollten bedenken, dss wenn Sie provozieren, sie auch mit einer aktion rechnen müssen.
guergen_ferkulat (13.07.2007, 19:19 Uhr)
Na Kleiner,
ist Dir beim Schreiben kräftig einer abgegangen? Klasse, welch tolle Nicknames Du Dir ausdenken kannst! Supertoll! Echt! Nur schreibt man die Quelle Deiner letzten Inspiration nur mit einem "d". War das jetzt zu hoch für Dich? Dann kriech lieber wieder in Deinen Sumpf zurück und suhl Dich weiter in der braunen Scheiße...
hitdolf_adler (13.07.2007, 08:58 Uhr)
loooooooooooooooooooool
ich lach mich grade schlapp!guergen, du bist eine bemitleidenswerte person.. nur habe ich kein mitleid mit dir weil du so dämlich bist
scheiss_schwule (13.07.2007, 01:15 Uhr)
trau dich mal
den islam so zu beleidigen.. du feiges schwein.. hoffentlich wachst du eines tages ohne eier auf
scheiss_schwule (13.07.2007, 01:14 Uhr)
ich bin
.. bestimmt kein rassist.. und auch nicht intolerant.. nur das mit der toleranz haben die schulis falsch verstanden.. DAS GILT FÜR BEIDE SEITEN !!!!! wenn ihr schuchteln meine religion beleidigt, wollt ihr provozieren.. gut.,. dann müsst ihr aber mit einer reaktion rechnen! (anm. f. alle anderen: so viel zu einem meiner statements aus einem vorangegengenen post)
scheiss_schwule (13.07.2007, 01:11 Uhr)
@guergen_ferkulat
natürlich hab ich dich getroffen.. sogar mitten in dein schwüchteliges herz.. sonst hättest du niemals so geantwortet.. du depp..
guergen_ferkulat (12.07.2007, 20:32 Uhr)
@ ich_hasse_stern
Du bist anscheinend nicht nur noch sehr jung, sondern auch noch sehr unreif. Daurauf läßt unter anderem Dein Nickname schließen. Uh, was für eine schlimme Provokation. Hat´s ordentlich gekribbelt, als Du Dich damit registriert hast. Uh, Du bist mir schon ein schlimmer finger. also wirklich...
Oh, und erst Dein toller geistreicher Kommentar, mein Reich sei im Klo. Hat mich unheimlich tief getroffen. Ich bin immer noch schwer erschüttert. Danke, daß Du mir die Augen geöffnet hast. Jetzt weiß ich endlich, daß ich für alles Unglück dieser Welt verantwortlich bin. Ja, ich habe Gott den Rücken gekehrt (eigentlich habe ich nie an ihn geglaubt), und damit habe ich alles Böse und Schlechte in dieser Welt heraufbeschworen. Diese bittere Erkenntnis treibt mir die Tränen in die Augen, hemmungsloses Schluchzen schüttelt meinen Leib. Danke, daß Du mir die Augen geöffnet hast. Zur Umkehr ist es nie zu spät. Vielleicht kann ich ja alles wiedergutmachen. Wenn ich nun um so eifriger bete und fest im Glauben bin, wird mir sicher auch göttliche Hilfe zuteil. Danke, daß Du mich aufgerüttelt und auf den rechten Pfad zurückgeführt hast. Fast wäre ich versucht, zu sagen, ich bete Dich an. Aber das wäre ja schon wieder Blasphemie.
So, und jetzt extra noch mal für Dich, nur für den Fall, daß das bei Dir nicht angekommen ist. Das war Ironie. Und? Was willst Du jetzt machen? Dich schreiend auf den Boden werfen und mit den Beinen strampeln? Oder die Luft anhalten bis Du blau anläufst? Trotzig mit dem Fuß aufstampfen? Deinen großen Bruder holen, daß er mich verhaut?
Und jetzt ohne Ironie: Werd erstmal erwachsen und laß Deine kindisch-trotzigen Kommentare. Dann kann man mit Dir vielleicht auch mal ernsthaft diskutieren. Ach ja, und dann solltest Du auch noch ein paar Nachhilfestunden in Nächstenliebe und Toleranz nehmen. Diese Eigenschaften scheinen bei Dir etwas unterentwickelt zu sein. Es gibt da doch so einen schön passenden Spruch: Sie predigten Wasser und tranken Wein. Denk mal drüber nach...
sachsenwini (12.07.2007, 11:59 Uhr)
@ ich_hasse_stern
Spätestens seit der Entdeckung der genetischen Erbinformationen weiß man, dass jedem einzelnen Lebewesen vom Anfang seines Entstehens an, ein genauer Bauplan zugrunde liegt, der seine ganze Entwicklung bestimmt und steuert, und wo ein Plan ist, da muss es auch einen Planer geben.
Und das sagt Darwin selbst dazu:
"Ich habe niemals die Existenz Gottes verneint. Ich glaube, dass die Entwicklungstheorie absolut versöhnlich ist mit dem Glauben an Gott. Die Unmöglichkeit des Beweisens und Begreifens, dass das großartige, über alle Maßen herrliche Weltall ebenso wie der Mensch zufällig geworden ist, scheint mir das Hauptargument für die Existenz Gottes."
Charles Darwin (1809-1895)
(Englischer Biologe, Begründer der Evolutiostheorie)
ich_hasse_stern (12.07.2007, 10:56 Uhr)
@guergen_ferkulat
..dein reich ist im klo
ich_hasse_stern (12.07.2007, 10:46 Uhr)
wow.. sachsenwini
.. so kenn ich dich ya gar net .. bin angenehm überrascht.. nicht schlecht.. so ähnlich sehe ich das auch.. vor allem der aspekt mit den kleinen kindern, das gleiche denke ich mir auch..
ich möchte nur mal anmerken: wenn man die menschen ZWINGEN würde(wie auch immer) .. an eine religion zu glauben (ok das wird wohl nich gehen ..aber).. oder diese zumindest zu praktizieren (wie es lange zeit in deutschland war).. würden die menschen viel mehr menschen sein.. DENN der knackpunkt ist nunmal dass die religion menschliche werte vermittelt!!
was rauskommt wenn man sich von gott abwendet kann man sehr gut an unserer gesellschaft sehen:
- schwule die sich für was besseres halten
- jugendliche, deren berufswunsch gangster oder zuhälter ist
- neutralisierung des dialogs durch gewalt
- zunehmende volksverdummung
alles das ist eine strafe (meine pers meinung).. weil man gott den rücken gekehrt hat.. ich bin zwar noch sehr jung.. aber in meinem kurzen leben in einer gesellschaft geprägt von hass, neid und gewalt, habe ich sehr schnell !!ERFAHREN!! das gott da ist und mir hilft !! man muss diese hilfe nur annehmen!
..das reich gottes ist in euren herzen
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