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4. Juli 2008, 09:39 Uhr

SPD-Spitze will Ypsilanti bremsen

Die SPD-Spitze versucht offenbar zu verhindern, dass sich die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti mit Hilfe der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen lässt. Gleichzeitig erhöht die Linkspartei den Druck auf Ypsilanti, sich endlich zu entscheiden.

Andrea Ypsilanti hat in Hessen keine Mehrheit mit den Grünen© Arne Dedert/DPA

Die SPD-Spitze will nach einem Zeitungsbericht der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti einen neuen Anlauf für eine Wahl zur Ministerpräsidentin mit Hilfe der Linkspartei ausreden. Zwischen Beck, seinen beiden zum konservativen SPD-Teil zählenden Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück sowie Vize Andrea Nahles, die zum linken Flügel gehört, herrsche in dieser Frage völliges Einvernehmen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Deswegen soll es in den kommenden Wochen ein Treffen mit Ypsilanti geben. Das Ziel: Die Hessin vor den Folgen eines solchen Schrittes vor der Bundestagswahl 2009 für die Partei zu warnen und sie von der Aktion abzuhalten. Das erfuhr die "Süddeutsche" aus der Parteispitze in Berlin. Ein Datum für das Gespräch stehe noch nicht fest, denkbar sei ein Termin im August. "Es gilt das Wort von Beck, dass man nicht zweimal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Tür rennt", zitiert die Zeitung ein Mitglied der Parteispitze.

In der hessischen SPD wird aber offenbar weiterhin über ein solches Bündnis nachgedacht. Für den 13. September hat die Hessen-SPD einen Landesparteitag angesetzt, auf dem die Frage einer Kooperation mit der Linken aus Sicht von SPD-Bundespolitikern nicht vermieden werden kann. In der Bundes-SPD gibt es laut Zeitung nach Angaben aus den Führungskreisen den Wunsch, dass dieser Parteitag verschoben wird. Zur Begründung hieß es, dass man Rücksicht auf die bayerische Landtagswahl am 28. September nehmen müsse.

Linkspartei drängelt

Die Linken werden ungeduldig und drängen auf eine Entscheidung: Der Landtagsfraktionschef der Linken in Wiesbaden, Willi van Ooyen, will wissen, ob sich die SPD- Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti als Ministerpräsidentin zur Wahl stellen wird. Er erwarte vom SPD-Landesparteitag am 13. September eine "Aufforderung, sich in Koalitionsverhandlungen zu begeben", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Zuvor hatten bereits die Grünen von der SPD eine baldige Entscheidung verlangt.

Die Grünen wurden nun ihrerseits von der FDP aufgefordert, bis zum Herbst zu entscheiden, ob "die Reise in Richtung Jamaika geht". Gebe es keine Bereitschaft für ein solches Bündnis aus CDU, FDP und Grünen, würden die hessischen Freidemokraten für Neuwahlen eintreten, sagte der Landes- und Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn dem "Wiesbadener Kurier". Der geeignete Zeitpunkt dafür sei das Frühjahr 2009, realistisch aber der Sommer.

Nach der Landtagswahl im Januar war es weder Ministerpräsident Roland Koch (CDU) noch seiner Herausforderin Ypsilanti gelungen, eine Koalition zu bilden. Ypsilanti gab nach innerparteilichen Widerstand den Plan auf, sich mit Hilfe der Linkspartei zur Regierungschefin wählen zu lassen. Die auch von SPD-Chef Beck befürwortete Öffnung zur Linkspartei ist in der Partei umstritten.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
jackiki (06.07.2008, 12:36 Uhr)
Danke SPD, Danke ehrenwehrte Frau Ypsilanti!!!
Vielen Dank für die Abschaffung der Studiengebühren.
SPD FOREVER !!!
Eisenbaer (06.07.2008, 10:21 Uhr)
Ich bekenne mich schuldig... ;.)
Auch wir und die meisten unserer Freunde und Bekannten lassen unsere Kinder auf Privatschulen gehen. Sei es zum einen auf kirchliche Privatschulen oder auf Waldorfschulen. Und wir haben nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei, sondern fühlen uns herrlich bei dem Gedanken daran. Wir können es uns leisten, also tun wir auch das beste für unsere Kinder. Wer wollte es uns verdenken?

MamfredBuchholz (05.07.2008, 01:00 Uhr)
@knilch
Erstens wäre eine "ordentliche linke" Politik -wie uns alle Erfahrungen mit Linken in Regierungsfunktionen zeigen- ein absolutes Novum und so wahrscheinlich wie ein vegetarischer Schlachthof. Und zweitens verwechseln Sie in Sachen Bildungspolitik Chancengleichheit und Gleichmacherei.
ecomoc4u (04.07.2008, 14:24 Uhr)
@vegefranz
vollkommen richtig. die rote elite, wie auch alle eliten kann es sich leisten. auch richtig, das ist blanke demagogie.
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der unterschied ist nur das die schwarze elite, zu diesem als parteiprogram steht.
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jeder kann feststellen, dass die roten bald fest im sattel sitzen werden, wenn nicht bald was passiert.
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nur ein radikales umdenken, ohne wenn und aber hat hier überhaupt eine chance.
knilch_59 (04.07.2008, 13:24 Uhr)
@vegefranz
Eine ordentliche linke Politik stellt an sich selbst den Anspruch, für alle Kinder gleich gute Chancen auf den bestmöglichen Bildungsanspruch zu verwirklichen. Die 4 Jahre unter Schwarz-Gelb, gefolgt von 5 Jahren unter schwarzer Alleinherrschaft haben dieses System nachhaltig zerstört: Lehrermangel, fehlende soziale Integration, zusätzliche Mittel für Elitenbildung bei gleichzeitigem Streichen von Geldern für die „breite Masse“ haben ganz klar den Weg aufgezeigt. Als Mutter – losgelöst vom politischen Amt und Anspruch – konnte Frau Ypsilanti nur so entscheiden. Sie verfügte über die finanziellen Mittel, Ihre Kinder bei der Eliteausbildung mitspielen zu lassen, also hat sie es gemacht. Ungeachtet der Tatsache, dass das System, das diese Entscheidung erfordert, schleunigst zu überwinden ist. Man kann nun mal die Schulbildung der Kinder nicht aufschieben, bis sich die Politik geändert hat.
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Ihr Anspruch an Solidarität hätte auf der Titanic wohl darin bestanden, sämtliche Rettungsboote leer zu lassen, weil sie sowieso nicht für alle reichen? Sowas halte ich für ausgesprochenen Blödsinn!
vegefranz (04.07.2008, 13:09 Uhr)
Privatgymnasium #2
@knilch: Warum soll der Hinweis, daß Ypse die Kinder auf dem Privatgymasium hat, während die kinder von Normmalbürger die gesamtschule erleiden sollen "blanke Demagogie" sein. Ist es nicht vielmehr bezeichnend für Verlogenheit von Linken, daß die kinder anderer leute in die "Nichtslernaberalle sindgleich"-Schule gehen sollen, selber aber eine gute Schulbildung der eigenen kinder durch besuch eines PrRIVATGYMNASIUMS sicherstellen?
knilch_59 (04.07.2008, 12:56 Uhr)
Wieso eigentlich Wahlbetrug?
Die hessische SPD hat den Wahlkampf mit dem Anspruch geführt, stärkste Partei zu werden, die Regierung zu stellen und nicht mit der LP zusammenarbeiten zu wollen(!). Dazu hat es nicht gereicht – Sch…-Wählerwille! Es ist die verdammte Pflicht der Fraktionen zu versuchen, aus dem Wahlergebnis eine regierungsfähige Mehrheit zu koalieren. Mit den sich selbst erteilten Denkverboten stellen sich alle ein miserables Zeugnis aus! Auch eine Minderheitsregierung, die mit wechselnden Mehrheiten regiert, ist eine Option, wenn man sich auf einen Ministerpräsidenten hätte einigen können. Für diese Fehlleistung müssten alle (!) aktuellen Abgeordnete bestraft werden.
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Wenn hier einige posten, dass eine SPD weniger Stimmen bekommen hätte, wenn sie ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der LP weniger deutlich ausgeschlossen hätte, dann sind das durch nichts bewiesene Behauptungen und Kaffeesatzleserei und als solche nicht ernst zu nehmen – lächerlich! Die persönlichen Anfeindungen gegen Frau Ypsilanti sind unverschämt und unangemessen. Und ihr die Schulwahl für ihre Kinder vorzuwerfen, ist blanke Demagogie: Dank der elitären Bildungspolitik der seinerzeitigen Kultusministerin und der Schlechtbehandlung der Gesamtschulen, der unmöglich gelösten Kinderbetreuung und der G-8-Katastrophe bleibt einem als Träger der elterlichen Sorge – leider – gar keine andere Wahl, als zum Wohl der Kinder die Flucht aus dem staatlichen Schulsystem in Betracht zu ziehen – wenn man es sich finanziell leisten kann.
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Und als Mensch ist mir ein Spitzenpolitiker, der / die schon einmal in einem normalen Beschäftigungsverhältnis anständige Arbeit gegen Lohn oder Gehalt verrichtet hat, allemal lieber, als ein politikgeförderter Karrierejurist der zweiten Generation, dem sein Vater immer die Steigbügel gehalten hat.
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Im Gegensatz zu Herrn Koch könnte man Frau Ypsilanti die Hand zum Gruß geben, ohne hinterher die Finger nachzählen zu müssen!
Schnaafpaaf (04.07.2008, 12:54 Uhr)
Die skrupellos machtgierige
Dame Y. mit ihrem sehr überschaubaren Talent ist zu einem hohen Anteil verantwortlich für das Dilemma der SPD und ihres vorsitzenden Provinzlers Kurt B. aus M. Aber mit der Machtgeilheit ist das so: sie verstellt den Blick auf die Gefahren - Simonis die zweite!
ameise75 (04.07.2008, 12:29 Uhr)
Soviel dazu das sich
die Bundes SPD nicht in Angelegenheiten der Länder einmischen will..... Eine Rot-Rot-Grün geführte Landesreagierung wäre mit 100 mal lieber als so eine Notlösung wie bisher.
vegefranz (04.07.2008, 12:25 Uhr)
Wahlbetrügerin Ypse
wenn Ypse vor der Wahl offen mitgeteilt hätte, daß Sie mit der Ex SED zusammenarbeiten möchte, hätte sie nur die Hälfte der für sie abgegebenen Stimmen erhalten. Das nennt man Wahlbetrug. Kennzeichnend ist auch folgende Geschichte für den Charakter von Ypse: Ständig wird propagiert, wie toll Gesamtschulen sein sollen. Von den Normalbürgern wird verlangt, dieses ideologische Experiment mitzutragen. Wo aber hat die feine Frau Ypse ihre Kinder? Genau, auf dem PRIVATGYMNASIUM
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