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20. März 2008, 17:01 Uhr

Ypsilanti droht Strafverfahren

Der Fall Dagmar Metzger hat Spätfolgen: Andrea Ypsilanti und ihrer Hessen-SPD droht nun ein Strafverfahren wegen Nötigung eines Verfassungsorgans. Die SPD reagierte gelassen: Es handle sich um eine politische Diskussion und keine juristische.

Der SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti und ihrer Partei droht ein Strafverfahren© Bernd Kammerer/AP

Der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti und weiteren Führungsmitgliedern ihrer Partei droht wegen des Umgangs mit der Landtagsabgeordneten Dagmar Metzger ein Strafverfahren. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe berichtete, gingen bei der Behörde zwei Anzeigen ein, in denen die Strafverfolger aufgefordert werden, wegen Nötigung eines Verfassungsorgans zu ermitteln. Die Abgeordnete war vor zwei Wochen in der hessischen SPD unter Druck geraten, weil sie einer Regierungsbildung mit Hilfe der Linken nicht zustimmen wollte.

Auch bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden gingen mehrere Strafanzeigen ein, wie Behördensprecher Hartmut Ferse bestätigte. Teils richteten sie sich gegen Ypsilanti, teils gegen den gesamten SPD-Landesvorstand. Der Tatbestand der Nötigung eines Verfassungsorgans, dazu zählen neben dem Bundespräsidenten und Ministern auch alle Bundestags- und Landtagsabgeordneten, kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Die originäre Zuständigkeit für Ermittlungen liegt in diesem Fall bei der Bundesanwaltschaft. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft leitete daher eine der Anzeigen als Musterfall an die Karlsruher Ermittler weiter. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, noch könne keine Aussage getroffen werden, ob die Behörde tatsächlich Ermittlungen einleiten werde.

"Politische Diskussion und keine juristische"

Die hessische SPD reagierte gelassen. "Sowohl Frau Metzger als auch uns ist klar, dass man ihr das Mandat nicht wegnehmen kann", sagte Parteisprecher Frank Steibli: "Es handelt sich um eine politische Diskussion und keine juristische." Die SPD sei sich sicher, dass dies auch die zuständigen Behörden erkennen würden.

Auf einer Sitzung von Landesvorstand, Parteirat und Fraktion der hessischen SPD in Frankfurt am Main war Metzger am 8. März für ihre Haltung heftig kritisiert worden. Ypsilanti und viele andere Teilnehmer forderten sie auf, im Fall eines Parteitagsbeschlusses für eine Regierungsbildung mit den Stimmen der Linken einzulenken oder ihr Abgeordnetenmandat niederzulegen. Die Darmstädter SPD-Landtagsabgeordnete weigerte sich jedoch nachdrücklich, eine Wahl Ypsilantis zur Ministerpräsidentin mit Stimmen der Linkspartei zu unterstützen. Sie machte kurz darauf deutlich, dass sie ihr Abgeordnetenmandat behalten wird.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 54)
 
guinness.1 (23.03.2008, 17:23 Uhr)
Nötigung ist strafbar - hoffentlich triffts die Richtigen
Nötigung ist der juristische Begriff dafür, wie man mit Frau Metzger umgegangen ist. Ich hoffe, daß dies auch tatsächlich verfolgt und nicht wie so oft unter den Teppich gekehrt wird.
Manche Politiker haben noch immer nicht verstanden, daß wir in einer Demokratie leben und die Diktatur bereits 1/2 Jahrhundert zurückliegt.
Loki-Asgard (23.03.2008, 15:33 Uhr)
@Sachsenwini
Ich schätze ihre Kommentare normalerweise sehr (auch wenn wir selten einer Meinung sind).In diesem Fall denke ich sollten sie sich besser informieren (und nicht jeden Müll zu glauben,der in diesem Forum von manchen Verschwörungstheoretikern verbreitet wird).Frau Metzger stimmt in allen von ihnen genannten Punkten mit der SPD Fraktion. Sie wird auch Y in jeder Koalition (außer mit den Linken) zur MP wählen.
Klaus_P (23.03.2008, 13:08 Uhr)
Spekulationen um Metzger
Ich glaube dass vieles was Frau Metzger jetzt nachgesagt wird sind einfach spekulationen. Oder gibt es dafür Beweise? Zudem hatte ja wohl nicht nur Frau Metzger ein Problem mit dieser Entscheidung sondern auch noch andere.
Aber wiegesagt, die SPD ist ein Windrädchenhampelmannverein ohne richtiges Profil. Wer soll den so eine Partei wählen?
Im Gegensatz zu Frau Metzger ist das was Frau Ypsilanti abgezogen hat Fakt. Ich denke das wird niemand abstreiten!!
sachsenwini (23.03.2008, 12:36 Uhr)
Warum sagt Frau Metzger nicht vorher die Wahrheit?

Sie hätte doch vor der Wahl bereits gestehen können, dass sie eine SPD geführte Regierung verhindern wird, da das Energieprogramm der CDU mehr ihren geschäftlichen Interessen entspricht. Auch dass sie gegen die Abschaffung der Studiengebühren und gegen alternative Energien ist.
Aber da hätte sie sich sicherlich die Frage gefallen lassen müssen, warum sie dann überhaupt noch die SPD belastet.
Spocks_Kommentar (23.03.2008, 08:37 Uhr)
@Gabeltier
Sicher, aber sie kann dann nicht tausende von Zustimmungen erhalten haben, wie sie behauptet hat.
Sehen Sie endlich ein, daß Metzger keine Jeanne d'Arc sondern eine schäbige Doppelagentin ist.
Solche Leute verurteilt man weltweit in jeder Kultur.
Gabeltier (23.03.2008, 01:55 Uhr)
!
Die Website von Frau Metzger war aus guten Gründen gesperrt, sonst wäre sie wohl von Linken übersäht worden mit Hassparolen. @sachsenwini: natürlich spielt nicht nur die Partei mit ihrem Programm an sich eine Rolle für die Wahlentscheidung sondern auch die Personen dahinter und Ihre Versprechen an die Menschen. Gerade bei vielen, die nicht parteipolitisch festgelegt sind. Warum sagt Frau Ypsilanti nicht vorher die Wahrheit? Dann sieht man ja anschließend, ob es reicht oder nicht. Ich will mal sehen, was in diesem Land los wäre wenn die CDU nach der Wahl auf einmal mit der überraschend ins Parlament gekommenen NPD paktieren würde. Sollen dann die Abgeordneten auch blind dem Spitzenkandidaten und seiner Meinung folgen?
sachsenwini (22.03.2008, 23:49 Uhr)
Warum werden vor der Wahl überhaupt Aussagen gemacht,
mit wem eine Partei will und mit wem nicht?
Es kann mir doch als Wähler völlig egal sein mit wessen Hilfe sie meine Interessen vertritt. Ich wähle eine Partei, damit sie ihr Programm realisiert und meine Interessen vertritt, und will nicht, dass dann von mir gewählte Abgeordnete die Wahlversprechungen der eigenen Partei sabotieren.
Spocks_Kommentar (22.03.2008, 20:45 Uhr)
@Gabeltier, @Klaus_P
1. Die größte Lügnerin ist mit Sicherheit Frau Metzger. Sie will bei ihrer Meinung wegen vieltausendfacher Zustimmung über ihre Website geblieben sein. Ihre Website war aber zu der gar nicht erreichbar - nur mit Paßwort und Einwahl. So zu lügen ist nicht nur dreist, das ist einfach strohdumm und zeigt, für wie blöd sie die Wähler verkauft.
2. Die Umfragewerte der SPD fallen ins Bodenlose, aber erst seit Ypsilanti zurückgezogen hat. Es ist genau so, wie Klaus_P sich nicht vorstellen kann: Die Mehrheit will eine linke Politik und die Seeheimer und die "Stones" sind der Tod der SPD. Als bürgerliches Feigenblatt in der Mitte oK, aber die Richtung müssen andere bestimmen.
3. Wenn das so weitergeht wird die Folge so sein, wie sie eher niemand will: Die Linke wird die SPD überholen, die linke Mehrheit bleibt aber und Oskar wird Kanzler.....
Aber vielleicht wäre das ja auch so etwas wie eine späte ausgleichende Gerechtigkeit für Schröders Verhalten ihm gegenüber.
sachsenwini (22.03.2008, 20:41 Uhr)
Mir kann es egal sein

ich wohne nicht in Hessen. Wenn ich eine Partei wähle, die alleine nicht regieren kann, dann ist mir das völlig egal mit wem sie regiert, die Hauptsache sie machen eine gute Politik und setzen das Programm durch, was sie versprochen haben, egal mit wem.
.
Es scheint ja dort auch ohne eine Regierung genauso weiter zu gehen. Wenn eine Regierung nicht regiert merkt kein Mensch was, wenn Lockführer streiken ist es schon empfindlicher.
Gabeltier (22.03.2008, 20:24 Uhr)
Nein
sachsenwini "Die Metzgerin wurde von ihren Wählern gewählt, weil diese sich für das SPD Wahlprogramm entschieden hatten."
Ja! Wahlprogramm = nicht mit den Linken! Immer und immer wieder versprochen! Sie hätte nicht ihr Direktmandat geholt, wenn Sie nicht die Koalition mit den Linken ausgeschlossen hätte, was sie den Menschen auch persönlich versprochen hat. Und sie selbst will abgesehen von Ypsilanti nicht die Lügnerin vor Ihren Wählern sein. Und wie Klaus P schon sagt, es gibt sicherlich noch 2-3 Abgeordnete die sowieso nicht mitgestimmt hätten, von daher war es von Anfang an ein wackeliges Gebilde. Deshalb probiert es jetzt Ypsilanti auch gar nicht mehr. Diese Frau, die stets ihre Glaubwürdigkeit beschworen hat ist die größte Lachnummer der Politik seit Jahren. Würde mich auch nicht wundern, wenn sie doch noch antritt.
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