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24. November 2009, 08:13 Uhr

"Man musste auch früher zügig studieren"

Ein bisschen Verständnis und viel Kritik - die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, hat ihre eigene Sicht auf die Studentenproteste. Es gebe "wenig konkrete Forderungen", zudem sei vielen "offenbar nicht ganz klar", dass auch früher zügig studiert wurde.

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In den vergangenen Wochen sind Zehntausende Studenten auf die Straßen gegangen - auch die Medizinstudenten in Mainz© Fredrik von Erichsen/DPA

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, hat Mängel bei der Umsetzung des Bologna-Reformprozesses an den deutschen Hochschulen eingeräumt, die Studentenproteste der vergangenen Wochen aber zugleich kritisiert. "Ich kann verstehen, wenn die Studierenden sich um ihre Studienbedingungen kümmern und wenn sie da durchaus auch protestieren", sagte sie dem Audiodienst der Deutschen Presse-Agentur (DPA). "Mein Eindruck ist aber derzeit, dass es wenig konkrete Forderungen gibt, sondern eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Studiensituation. Das macht mir schon Sorgen."

Zugleich appellierte sie in der "Thüringer Allgemeinen" auch an die Vernunft der Studierenden. "Man musste auch früher zügig studieren, wenn man schnell und vernünftig einen Abschluss haben wollte, das ist vielen Studierenden offenbar nicht ganz klar", sagte Wintermantel.

"Wir haben an einigen Stellen durchaus Probleme"

Allerdings sei der Bologna-Prozess, in dessen Folge die meisten Studiengänge auf die zweistufige Struktur von Bachelor und Master umgestellt wurden, noch nicht überall zum Erfolg geführt worden. "Wir haben an einigen Stellen durchaus Probleme in Studiengängen mit zu hoher Stoffdichte und Prüfungsbelastungen", sagte Wintermantel. Dies sei aber nicht flächendeckend der Fall, "mit den meisten Studiengängen sind die Studierenden zufrieden". Die Hochschulen seien dabei, alle ihre Studiengänge auf Probleme hin zu überprüfen. "Wo wir den Eindruck haben, dass die Arbeitsbelastung zu groß ist, wird der Umfang der Module überprüft und die Anzahl der Prüfungen".

Zudem forderte die HRK-Präsidentin mehr Geld von den Ländern für mehr Lehrpersonal. "Laut Wissenschaftsrat brauchen wir 15 Prozent mehr Finanzausstattung", sagte Wintermantel.

Weil die Hochschulrektorenkonferenz an diesem Dienstag in Leipzig tagt, wollen mehrere tausend Studenten vor Ort für bessere Studienbedingungen und gegen Studiengebühren demonstrieren. Nach Angaben des Studentenrats der Universität Leipzig werden Studenten aus dem ganzen Bundesgebiet zur Demonstration erwartet. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es bundesweit Protestaktionen an zahlreichen Hochschulen gegeben.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 48)
 
Popobawa (25.11.2009, 17:38 Uhr)
@rockyciano
Was sagt der NC aus? Das man den Lehrer gut in den Arschkriechen kann, das man 5 Jahre arbeitslos ist um alle WS zu sammeln oder das man es einfach kann? Irgendwie kann alles zutreffen ;) Deppen die Mathe abgewählt haben und denken ach ist ja nur so ein Creme zusammenmisch Studium. Blöd das höhere Mathematik gefragt ist. Andere Flaschen die unter den Druck zusammen brechen,achneee war ja davor nicht klar das man min eine 40 Stundenwoche hat. Einigen verwöhnten Bengel kann es nicht schaden mal arbeiten zu gehen und dann erst zu Studieren, da sieht man so manches klarer. Zum Thema früher gab es kein NC, nana Medizin hatte immer NC, und vergleich mal die Abiturquote von heute und früher.
tepes (25.11.2009, 09:31 Uhr)
@pufferloesung
sie arbeiten sicher aber nicht im schichtsystem, dass heißt Nacht, Früh und spätschicht. Dazu kommt Sa arbeiten(also am den Tag, wo sie sicher ausschlafen) Ebenfalls ist es keine Seltenheit, dass man bis zu 12 Std. auf Arbeit ist. Ich war vor kurzem um Morgens 7:00 uhr bis Abends 23:00 Uhr im büro, und hab die Fehler anderer(u.a. der so hochstudierten Leute, die es vielleicht in der Theorie aber nicht in der Praxis draufhaben!) ausgelöffet, damit der Kunde rechtzeitig, mit der richtigen Ware und unter berücksichtigung aller Zollaspekte geliefert kriegt. jetzt raten sie mal, wer ab 13:00 Uhr nach Hause gegangen ist....richtig, die Praktikanten, Hochstudierten BWL, die dann als irgendwelche jr. Assist -blabla eingestellt wurden, aber niemand genau weiß, was er produktives leistet,....Und ich wette mit ihnen, dass es nicht nur bei mir in meiner firma so ist.
Aber so wie sie geantwortet haben, haben sie sicher noch nicht ihren Dipl. gemacht, ansonsten tut es mir für Deutschland nur noch leid...
rockyciano (25.11.2009, 00:24 Uhr)
@Popobawa
Gehört Pharmazie nicht zu den Numerus-Clausus-Fächern???Es laufen also soviel Versager und Deppen herum-erstaunlich.Auch mit dem billigen Wohnraum im Osten muß ich widersprechen-denn laut raptor-xl soll vor der Haustür studiert werden.Einen Punkt sollte man noch aufgreifen---- "numerus-clausus":Den gab es in diesem Umfang früher noch nicht ........ wer sind also die besseren und leistungswilligen Studenten??- Noch eine Anmerkung zu rator-xl:ich freue mich sehr, daß Sie soviel Freizeit hatten - fragen Sie unsere heutigen Studenten, ob die sich auch über so viel Freizeit freuen dürfen.
n8g8 (24.11.2009, 22:02 Uhr)
BA alias Bulimie-Abschluss
Passt doch voll zur Pizza-Studie.
Wer so doof ist, dass er sich auf ein Bulimie-Studium einlässt ohne seinen Master-Platz sicher zu haben, der ist als Opfer der Pizza-Studie reichlich spät für nen echten Protest dran. Guten Morgääähn., Ihr Studies!!!!
Von daher geht das Kalkül auf.
Ich warte übrigens bei DER Bildungselite darauf, dass sie den Verteilungskampf gegenüber Familien, Rentnern, Arbeitnehmern und auch die Arbeitslosen weiter eröffnet. Gier frisst Hirn.
Von daher ist es kritisch zu sehen, wenn gesamtgesellschaftliche Studienfächer wie die Geisteswissenschaften im Kapitalismus keine Chance haben sollen ... Naja, wie üblich, hier: Perlen vor die Säue, eben!
SethusCalvisius (24.11.2009, 20:58 Uhr)
@Popobawa
Eine "fachliche" Antwort?
Sie haben meinen Text offensichtlich nicht verstanden, aber da kann ich mit leben. :-)
Und was hat der Preis Ihrer Studentenwohnung mit der Qualität Ihrer Uni zu tun? Ich dachte, im Fach Chemie würde man auch lernen, Zusammenhänge zu verstehen.
Popobawa (24.11.2009, 18:18 Uhr)
@SethusCalvisius
wollen sie vielleicht eine fachliche Antwort haben warum Kinder aus der Unterschicht dümmer sind? Hängt so mit den Pädagogischen Grundlagen zusammen das eine Anlage nicht zur Entfaltung gebracht wird, die Schule hat nur Bruchstückhafte Verantwortung, was ja einige nicht war haben wollen. Und weiterhin zum Thema, arme Kinder können nicht Studieren, ähm 680 Euro im Monat ist wohl wenig Geld oder?? Davon kann man sich keine Wohnung leisten, kein Essen... lächerlich, ich Wohnte in meiner Studienzeit wie die Made im Speck in einer 80m² Wohnung für 100 Euro Kalt, und jede Stadt im Osten bietet solche super Angebote speziell für Studenten an. Und die Uni zählte am Rande zu den Top in Deutschland... mein Fach Pharmazie belegte sogar einer der ersten Plätze in Lehre und Ausstattung, weit vor anderen sauteuren Großstädten.
SethusCalvisius (24.11.2009, 17:18 Uhr)
@raptor-xl
Natürlich ist es kein Problem, als Student eine Wohnung zu finanzioeren, wenn der Vater Arzt o.ä. ist.
Es ist aber absolut unmöglich, wenn die Eltern Geringverdiener oder arbeitslos sind.
Deutschland hat zum einen das Problem, dass es im internationalen Vergleich zu weinge Akademiker hat und zum anderen, dass in kaum einem Land die Schullaufbahn so sehr von der sozialen Herkunft abhängt. Bedenkt man dann noch, dass die meisten heute geborenen Kindern aus den unteren sozialen Schichten stammen, gibt es für unser Land wohl keine dringendere Aufgabe, als die Bildungschancen der Jugendlichen zu erhöhen.
Und die Leier vom "Niveauabfall" kann ich auch nicht mehr hören.
raptor-xl (24.11.2009, 16:15 Uhr)
@hamburg123
popobawa hat schon recht. und wenn sie mal eine klasur an der uni erlebt hätten, könnten sie es vielleicht auch nachvollziehen. wer sich über ein kunststudium zudem lustig macht, der hat eine uni nie gesehen. denn bei aller bescheidenheit, dieses fach ist -im gegensatz zu anderen studienrichtungen- sehr anspruchsvoll (auch wenn es danach nicht immer leicht mit jobs bestellt ist).

schon in den 80ern gab es eine ganze reihe von abbrechern. nach dem zweiten semester lichteten sich die reihen schon ziemlich... heute noch viel schlimmer, trotz des niveauabfalls.

aber wie soll ich jemanden das erklären, der es nicht kennt...??? es ist halt nur peinlich, wenn einer sich über akademische dinge auslässt und keine ahnung hat.
raptor-xl (24.11.2009, 16:10 Uhr)
@hamburg123
warum ich selber nicht studiert haben soll, nur weil ich finde, dass jeder student selbst seinen wohnraum suchen und bezahlen soll, ergibt sich mir nicht ganz.

wenn sie als vermeintlicher hauptschüler da einen zusammenhang sehen, dann ist dieser in sich leider völlig unlogisch...

aber vielleicht wollten sie auch nur etwas absondern, weil sie sonst zum eigentlichen thema nichts haben. dann mal weiter so. mal sehen, was als nächstes kommt.
raptor-xl (24.11.2009, 16:07 Uhr)
@rockyciano
und weil nicht jeder ne uni vor der tür hat, soll der staat die kosten für die wohnung übernehmen??? gehts noch???

eine frage: wie haben das eigentlich die millionen akademiker geschafft, die bisher auch studiert haben? absolut lächerlich!!!

plötzlich scheint alles ohne staat und viel geld nicht mehr zu funktionieren...
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