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10. Juli 2010, 09:54 Uhr

Unionspolitiker torpedieren Gesundheitsreform

Eigentlich wollte die Regierungskoalition die Gesundheitsreform kurz vor der Sommerpause schnell durchwinken. Doch immer mehr Unionspolitiker äußern sich kritisch. Der sächsische Ministerpräsident Tillich kündigte bereits Widerstand im Bundesrat an.

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Bundesgesundheitsminister Philipp Roesler (FDP) bekommt immer mehr Gegenwind bei der Umsetzung der Gesundheitsreform© Michael Gottschalk/DDP

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat Widerstand gegen die Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung für die künftige Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen angekündigt. "Es gibt erheblichen Gesprächsbedarf", sagte Tillich der "Leipziger Volkszeitung" vom Samstag. Das, was in Berlin vorgelegt worden sei, könne definitiv nicht das Ergebnis sein. Dabei verwies Tillich auf die "schädlichen Folgen" für die Wirtschaft und insbesondere für die Arbeitsplätze durch die erhöhten Krankenversicherungsbeiträge.

Die geplante Reform sei gerade für Ostdeutschland, wo bereits mit der Einführung des Gesundheitsfonds durch die große Koalition die Kassenbeiträge gestiegen seien, "eine zusätzliche Belastung", kritisierte der CDU-Politiker. Die vereinbarten Kriterien für den auch regionalen Risikostrukturausgleich müssten auch in Zukunft Bestand haben. "Solche Entscheidungen, die zu Lasten einzelner Regionen gehen, kann ich nicht mittragen", kündigte Tillich an.

Nach monatelangem Streit um die Gesundheitspolitik hatte sich die schwarz-gelbe Koalition am Dienstag auf die künftige Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen geeinigt. Ausgabensteigerungen sollen ab 2011 über die Versicherten durch Zusatzbeiträge finanziert werden, die die Kassen selbst bestimmen können. Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung soll 2011 von derzeit 14,9 Prozent wieder auf 15,5 Prozent angehoben werden. Die Kosten für die Arbeitgeber steigen dabei auf 7,3 Prozent, sollen aber auf dieser Höhe festgeschrieben werden. Die Einigung wurde von Opposition, Sozialverbänden und Gewerkschaften heftig kritisiert.

 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
tatanuna (12.07.2010, 02:22 Uhr)
Krankenkassen reduzieren
auf ca. 20.Spart immense Verwalotungskosten.Idiotensteuer einführen und den Krankenkassenn zukommen lassen. Jeder Politiker müsste zahlen.
ramteid (11.07.2010, 14:17 Uhr)
Mogan: So ist es!
Das wissen zwar die Politiker, nur umsetzen können sie es nicht. Verschiedene Gründe verhindern das, z. B. keine Ahnung, Lobbyeinflüsse, Wahrheiten zu erkennen, auszusprechen und vor allem der Mut das zu tun.
Mogan (11.07.2010, 10:28 Uhr)
Gesundheits... JA WAS?
Wovon sprechen wir eigentlich wenn wir Gesundheitsreform sagen.
Uns wird vorgegaukelt um die Ergebnisse wird gerungen.
Eine richtige Reform muß abgearbeitet werden wie ein Projekt in der Industrie.
Leider haben wir keine Politiker die dazu intelektuell in der Lage wären.
Die Industrie schmeißt solche Leute aus gutem Grunde nämlich raus.

Ein Projekt hat einen Startpunkt, hier muß vorgestellt werden was ist denn zu verbessern bzw. zu ändern?
Warum muß der Zustand verändert werden?
Was kostet das?
Wann ist das Projekt beendet?
Zum erarbeiten der Daten wird das gesamte System analysiert um Fehler und Schwachstellen zu erkennen und verifizieren.
Jetzt werden diverse Fachleute eingeschaltet um die erkannten Fehler zu beheben oder zu verbessern.
Vorschläge werden erarbeitet berechnet ob machbar oder nicht.
Der Projektleiter fügt das Ganze zu einem sinnvollen Projekt zusammen und stellt das(die) Ergebnis(e) der Geschäftsführung vor.
Die Geschäftsführung überprüft die Daten und läßt eventuell noch etwas nachbessern.
Bei Gutbefund wird die Freigabe erfolgen und die erarbeiteten Maßnahmen werden duchgeführt.

Bei den Politikern ist dieser Weg wesentlich kürzer.

Die Aufgabe ( das Projekt ) lautet eigentlich "wir müssen bei den Gesudheitskosten sparen".
Das Ergebnis höchst bezahlter Diletanten ist.
" Dann müssen halt die Versicherten mehr zahlen".
Wenn sie in der Industrie Ihrem Chef ein solches Ergebnis präsentieren können Sie ihren Hut nehmen.
In der Politik bleiben Sie Minister.
VolkerRockel (11.07.2010, 08:49 Uhr)
Bleibt zu hoffen, dass es noch tatsächlich ausreichned politisch verabntwortungsvoll Handelnde in der Koalition gibt....
Offenbar befinden wir uns derzeit in einer Situation des politischen Niedergangs der Politikkultur in Deutschland, in der selbst noch versucht wird "dumpe" Politik, von offensichtlich in der Sache überforderten Politkern, den Bürgern als Erfolg zu verkaufen!?


Diese sogenannte "Gesundheitreform" ist nichts weiter als eine neuerliche Beitragserhöhung zu Lasten der Versicherten!


Das man seitens der schwarz/gelben Koalition dieses als "Reform" verkauft ist offensichtlich nicht nur mangelndem Respekt vor dem Souverän in diesem Land (will man die Bürger eigentlich für dumm verkaufen?) geschuldet, sondern auch offensichtlich einem irrlichternden Politikverständnis derer, die diese Reform politisch zu verantworten haben!?


Politiker in Regierung und Parlament sind "Volksvertreter" auf Zeit. Mithin stehen sie in einer Verantwortung gegenüber den Bürgern, dem "Souverän" in diesem Lande!- Das scheint bei einigen der sogenannten "Politiker", derzeit latent in Vergessenheit zu geraten?


Wenn man nun seitens der Politik, wie nun mit dieser Gesundheitsreform letztendlich geschehen, ein Paket schnürt das den Leistungserbringern im Gesundheitswesen Umsätze, Einkommen und Profite absichert, aber diese Lasten der Absicherung (wider einmal!) den Beitragszahlern aufbürdet, der handelt nicht mehr im Interesse der Bürger!

Wer beispielsweise als Politiker auf die Idee kommt, die Medikamentenpreise auf dem Niveau des Jahres 2009 "einzufrieren" - einem Preisniveau das in Teilbereichen den Pharmaunternehmen Profite von bis zu 24 % und Marketingaufwendungen von bis zu 40 % sicherte - und damit das höchste Preisniveau in der EU für deutsche Beitragszahler auch zukünftig billigend in Kauf nimmt, der handelt als Politiker zweifelsfrei gegen die Interessen der Bürger!


Und man ist geneigt als Bürger die Frage zu stellen, wem oder was dienen eigentlich noch diese Politiker, die eine derartige "Gesundheitsreform" glauben politisch verantworten zu können?

Und in dem ich darüber nachdenke, kann ich persönlich eigentlich nur zu zwei Schlussfolgerungen kommen: Entweder haben sich diese Politiker (aus welchen Gründen auch immer!) selber zum Büttel der Leistungserbringer im Gesundheitsmarkt gemacht oder es begegnet einem hier schlichtweg ein Grad politischer Befähigung, der offensichtlich diese "verantwortlichen" Politiker nicht in die Lage versetzt, mit dem Thema angemessen und im Interesse der Bürger umzugehen?

Beides wäre sicherlich Anlass genug zu Hinterfragen, wie aus Sicht der Bürger, zukünftig wieder zweifelsfrei und objektiv, ausreichend politisch befähigte Mitbürger in politische Ämter gelangen!


Was mich aber absolut verblüfft ist die Eigendynamik, die ein Thema zu entwickeln vermag, dass - wenn man es mit dem gesunden Menschenverstand eines Bürgers bewertet - sich objektiv als "politische Fehlleistung" herausstellt und dennoch als ernsthafter Vorschlag durch die Koalitionäre dieser Regierung behandelt wird?

Und wen ich mir vorstelle, dass diese abstruse politische "Eigendynamik" nicht nur zum Thema des Gesundheitswesens Einzug in diese Koalition gehalten haben könnte, mithin auch zu andern politischen Themenfeldern in Regierung und Parlament Wirkung entfalten könnte, dann wird mir ob der zu erwartenden politischen Leistung dieses schwarz/gelben Koalition doch angst und bange!


Und langsam dämmert es mir auch, was Guido Westerwelle mit "spätrömischer Dekadenz" meinte!- Ich darf aus einem Kommentar aus ariva.de zitieren: "Statt sich um das Gemeinwohl zu sorgen, schaufelten sich die Machthaber im alten Rom mit Luxus zu und garnierten diese Selbstversorgung auf Kosten der Allgemeinheit mit wohlfeilen Worten. Der Verfall des Staates ging einher mit einem Verfall der Sitten und dem Verrat an einem Mindestmaß an intellektueller Redlichkeit..."

Wenn man mal die Begrifflichkeit der "Machthaber" etwas weiter faßt und die Frage mal im Raum stehen läßt, wer eigentlich die Machthaber in diesem Land sind, dann bleibt mir nur zu hoffen, dass uns diese schwarz/gelben Traumkoalition nicht dem Zustand "spätrömischer Dekadenz" in Deutschland näher bringt...
Kippi (10.07.2010, 19:34 Uhr)
Um das Gesundheits-System noch zu retten
benötigen wir eine Bundeskrankenkasse, in die alle Staatsbürger hineingehören, unabhängig von ihrem Einkommen.
Die Zweiklassenmedizin gehört abgeschafft !!
Wenn der Geldadel es für erforderlich hält, kann er sich darüber hinaus ja noch eine
private Zusatzversicherung leisten.
ramteid (10.07.2010, 18:58 Uhr)
Zwei Dinge lösen das Problem
Abschaffung der 200 gesetzlichen Krankenkassen bzw. Zusammenführung zu einer Krankenkasse unter Kontrolle des Gesundheitsministeriums und Auflistung der Fremdentnahmen und deren sofortige Abschaffung.
Tigere (10.07.2010, 17:16 Uhr)
Gesundheitsreform
Warum bekommt man keinen Bericht (Rechnungsdurchschlag) über
abgerechnete Leistungen des Arztes an die Krankenkasse. Im heutigen Computeralter müsste dies doch leicht möglich sein.
Ich gebe mit meinem Krankenschein (Karte)
einen Blankoscheck und erfahre nie welche Lesitungen abgerechnet wurden.
Schwarzenegger (10.07.2010, 16:19 Uhr)
@jicagoboy
Sie werden nicht müde, ihre FDP-Propaganda abzuspulen. Schauen Sie mal die Realität an und machen sie sich bitte klar, daß das Ideologie der naivsten Sorte ist.

Wenn Sie es nicht glauben, schauen Sie sich das Schweizer System an. Zur Not das Französische (immer noch besser als unseres). und dann beschrieben Sie bitte mal, warum diese Systeme funktionieren, obwohl es Ihrer Ideologie widerspricht.

Einheitskassen schneiden besser ab, weil auch die Vermögenden einbezahlen. Wenn das wie in der Schweiz ohne Deckelung passiert, dann haben alle was davon.

Ich weiss, daß Sie und Ihre FDP-Kollegen am liebsten die Schweiz und Frankreich weglügen würden, aber selbst wenn Ihnen das gelänge, könnte Mensch Sie auf SKandinavien verweisen.

Ihre Marktradikalität ist Dinosaurier-Denken aus dem letzten Jahrhundert. Überall dort, wo sich ihr "der Markt wirds schon richten" Ansatz gegen einen staatlichen durchgesetzt hat, gehts den Menschen schlechter als zuvor.

Legen Sie die Scheuklappen ab, oder warten Sie bis es Ihresgleichen ergeht wie den DDR-Funktionären im Herbst 1989. Ideologische Betonköpfe haben abgewirtschaftet - damals wie heute.
seilenna (10.07.2010, 15:07 Uhr)
"Krankheits(gesundheits)reform
was mir auffällt, dass die medien sehr
zurückhaltend kritisieren, egal ob fernsehen, rundfunk oder printmedien.
ich erwarte als sternabonent in der
nächsten ausgabe eine knallharte analyse.
das fernsehen bringt einen brennpunkt nach den nachrichten wenn michael ballack für die nationalelf ausfällt,
jedoch bei einer so wichtigen sache wenn es um milliarden von beitragsgeldern geht verweist man in den nachrichten
lapidar auf das internet.
wenn die regierung nichts besseres
zu stande bringt als diesen ungerechten
murks, dann soll die ganze bande nach
hause gehen und ihre "wohlverdienten
pensionen verzehren". es sei denn
das volk hat nicht die kraft den damen
und herren gewaltig in den Arsch zu
treten.
jicagoboy (10.07.2010, 15:07 Uhr)
Für Wettbewerb unter den Kassen!
@Schwarzenegger und alle, die glauben, dass die Einheitskasse gebraucht wird:
Der Wettbewerb unter GKV wird ausbrechen, aus drei Gründen:
1.) Wir Konsumenten sind viel zu geizig um 20 EUR Zusatzbeitrag zu bezahlen, wenn es auch 10 EUR sein könnten.
2.) Die GKV werden keine Kartelle bilden (es sind zu viele), in allen Märkten mit Kartellen-Mobilfunk, Energie, Öl- haben wir wenige Player.
3.) Der Anreiz den anderen Kunden abzujagen durch niedrigere Beiträge bei einer guten Kostenposition ist für die Kassen zu attraktiv um nicht davon Gebrauch zu machen.


Eine Einheitskasse funktioniert nicht, aus drei Gründen:
1.) Monopole sind nie effizient und fast nie kundenfreundlich - siehe Microsoft, Deutsche Telekom vor der Privatisierung, die Bahn vor 10 Jahren...
2.) Es ist juristisch gar nicht so einfach Menschen zu verbieten sich privat zu versichern - die PKV existieren nun mal, wir hätten mindestens 5 Jahre Rechtsstreit mit absolut ungewissen Ausgang (Entschädigungen usw.)
3.) Das Gesundheitssystem wird durch die PKV finanziert (ich bin gesetzlich versichert). Die Ärzte verdienen kaum an den 80% gesetzlich Versicherten, es würde also auf einen Schlag erheblich teurer.
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