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Die Bahnprivatisierung wird zum Dauerlutscher für die SPD, doch schmecken dürfte er der Partei nicht. Denn das Ringen um das richtige Konzept spitzt sich auf die Frage um die Zukunft von Parteichef Kurt Beck zu. Montag muss der zeigen, ob er den linken und den rechten Parteiflügel zusammenführen kann.
Bei der SPD knirscht und knarzt es derzeit an allen Ecken und Enden. Nicht nur Lafontaines Linkspartei bringt Basis und Ober-Genossen in Wallung, dergleichen gilt für den Bahn-Börsengang. Wem gehört die Bahn? Auch der Parteirat am Montag brachte keine Klärung. Der Konflikt lodert weiter.
Die Bahnreform-Gegner in der SPD geben nicht auf: Jetzt fordert der langjährige SPD-Abgeordnete Peter Conradi den Parteirat in einem Brief auf, einen Sonderparteitag anzustrengen - das am Dienstag vorgestellte "Holding-Modell" entspräche jedenfalls nicht den Parteitagsbeschlüssen.
Sollte Andrea Ypsilanti in Hessen Ministerpräsidentin werden, wäre er ihr Superminister für Wirtschaft und Ökologie: Hermann Scheer. Im Gespräch mit dem stern übt er massive Kritik an Wolfgang Tiefensee und Finanzminister Peer Steinbrück wegen ihrer Pläne zur Bahnprivatisierung.
Das vergangene Jahr war turbulent für die Deutsche Bahn: Erst störte der Orkan Kyrill den Verkehr, dann die Lokführer-Gewerkschaft GDL. Die Bilanz von Hartmut Mehdorn fiel trotzdem positiv aus. Bei anderen Themen - wie der Privatisierung - stehen dem Bahn-Chef jedoch weitere Stürme ins Haus.
Vor der entscheidenden Sitzung des SPD-Parteirates zur Bahnprivatisierung übt Herrmann Scheer massive Kritik.
Die SPD hat einer Teilprivatisierung der Bahn unter Umgehung des Bundestages eine Absage erteilt. Der Wunsch der Parteibasis nach einem"Volksaktien"-Modell stößt im SPD-Vorstand jedoch auf wenig Gegenliebe.
Erneut Gegenwind für SPD-Parteichef Kurt Beck: Der Berliner Landesverband stellt sich in einem Vorstandsbeschluss gegen das Modell der Parteispitze zur Teilprivatisierung der Bahn. Die Hauptstadt-Genossen fordern, nur so genannte Volksaktien auszugeben. Damit wird der Widerstand gegen die Bahn-Pläne wieder heftiger.
Der Kompromiss zur Bahnreform könnte SPD-Chef Beck teuer zu stehen kommen: Peter Conradi, Ex-SPD-Abgeordneter und Gegner der Bahnprivatisierung, bezeichnete den Beschluss im Gespräch mit stern.de als "Schlag ins Gesicht der Partei". Die CDU dagegen wittert Morgenluft.
Die SPD hat sich im Streit um die Bahnprivatisierung geeinigt: Danach soll das Schienennetz in staatlicher Hand bleiben, Investoren gerade einmal ein Viertel des Unternehmens übernehmen können. Nun ist die Partei optimistisch, dass auch die Union das Modell mittragen könne.
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