. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
11. Mai 2005, 10:52 Uhr

Der Zahn des Anstoßes

Der Zentralrat der Juden findet den Plan pietätlos. Die Mahnmal-Initiatiorin Lea Rosh dagegen sagt, sie löse damit ein Versprechen ein. Stein des Anstoßes ist ein Zahn. Er soll in einer der Stelen der Holocaust-Gedenkstätte untergebracht werden.

Lea Rosh zeigt einen Judenstern, der Teil des Denkmals werden soll© Tim Brakermeier/DPA

Um eine geplante Geste von Lea Rosh am Holocaust-Mahnmal ist ein öffentlicher Streit entbrannt. Die Initiatorin des Denkmals hatte bei der Einweihung des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas angekündigt, dem Backenzahn eines unbekannten jüdischen Opfers sowie einem gelben Stoffstern, den Juden in der Nazizeit tragen mussten, Platz in einer der 2711 Betonstelen einzuräumen. Sie löse damit ein persönliches Versprechen ein, so Rosh.

Der Präsident und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel und Stephan Kramer, nannten den Plan "pietätlos" und religiös fragwürdig, wozu noch die Meinung der Rabbiner gehört werden müsse. Das Mahnmal werde schon für sich genommen seine Wirkung entfalten und man sollte nicht versuchen, daraus "einen Reliquienschrein zu machen", sagte Kramer. Es sei kein authentischer Ort und man sollte das eine nicht mit dem anderen verbinden, das werde auch dem Mahnmal nicht gerecht.

Paul Spiegel sagte im "Tagesspiegel", dass ihn der Plan "nicht nur überrascht, sondern entsetzt" habe. "Ich bin empört und finde das Vorgehen von Lea Rosh pietätlos", so Spiegel weiter.

Im Sand gefunden

Rosh sagte, den Zahn habe sie im Sand neben einem der langen Gräber in einem polnischen Vernichtungslager gefunden. Dabei habe sie geschworen, "dass wir den Ermordeten ein Denkmal setzen. Und dieser Zahn wird darin einen Platz finden". Dies habe sie dann mit dem Architekten des Mahnmals, Peter Eisenman, verabredet.

Der Stoffstern sei ihr von einer Frau in Amsterdam übergeben worden, deren Mutter in einem Vernichtungslager der Nazis umkam. Diese hatte ihrer Tochter vor ihrem Transport nach Osten das Stoffstück als Erinnerung in die Hand gedrückt. "Sie ahnte, dass ihr Leben ausgelöscht werden würde." Sie habe der Tochter versprochen, dass der Stern einen würdigen Platz findet, sagte Rosh.

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Pressestimmen "Ein Steinfeld des Anstoßes"

Die Londoner "Times" schätzt am Berliner Mahnmal, dass es kein Ort zum Feiern, sondern zum Nachdenken ist. Genau das aber bezweifelt die "Thüringer Allgemeine". mehr...

Mahnmal-Eröffnung "Kein steinerner Schlusspunkt"

Das lange umstrittene Holocaust-Mahnmal in Berlin ist eröffnet worden. Trotz allgemeiner Würdigung des Bauwerks sagt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse: "Es wird Anstoß bleiben, der Streit darum wird weitergehen." mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe