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25. Juli 2009, 15:05 Uhr

Befürchtungen? "Ich habe keine"

Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften geht es gut, besagt eine neue Studie des Justizministeriums. Martina Fietz sprach darüber mit Ina Lenke, der familienpolitischen Sprecherin der FDP - die ein offenes Ohr für das Thema hat.

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"Konservative Kräfte": Ina Lenke, FDP© FDP-Bundestagsfraktion

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) plädiert für das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare, nachdem eine Studie belegen soll, dass Kinder in so genannten Regenbogenfamilien keine Nachteile erfahren. Was halten Sie davon?

Ich persönlich finde die Forderung von Frau Zypries richtig. Die FDP ist dafür, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren können. Die Bundestagfraktion hat bereits 2004 einen Vorstoß unternommen, das aktuelle Adoptionsrecht in verschiedenen Punkten zu überarbeiten. Das Adoptionsrecht für homosexuelle Lebensgemeinschaften gehört dazu.

Gegenwärtig können aber nicht einmal alle Adoptionswünsche heterosexueller Paare erfüllt werden...

Wenn man es dabei beließe, dass nur heterosexuelle Paare Kinder adoptieren können, wäre das dauerhaft eine Ungleichbehandlung aufgrund sexueller Neigung. Das kann es aus liberaler Sicht nicht geben.

Die Forderung ruft bei der Union Widerspruch hervor. In einer Ampel-Koalition könnten Sie ein Adoptionsrecht für Homosexuelle eher umsetzen als in einem Regierungsbündnis mit CDU und CSU.

Das halte ich nicht für ausgemacht. Ich wüsste schon gern, warum Frau Zypries erst jetzt mit ihrem Vorstoß kommt. Warum hat sie nicht darauf gedrängt, das Gutachten früher vorstellen zu können? Warum hat sie keinen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt? SPD und Grüne haben überdies seit 1998 zusammen regiert. Warum ist man das Thema damals nicht angegangen? Auf die Unterstützung der FDP hätte man zählen können. Ich habe schon den Eindruck, dass die SPD-Fraktion hier sehr zurückhaltend ist und konservative Kräfte bei diesem Thema bremsen.

Wenn schon die SPD zögert, so wird sich die Union widersetzen.

Es gibt eine ganze Reihe von gesellschaftspolitischen Themen, bei denen wir anderer Meinung sind als CDU und CSU. Trotzdem wird die FDP ihre Position nicht verlassen und darauf hinarbeiten, sie durchzusetzen. Gerade die zahlreichen jungen Abgeordneten in unserer Fraktion werden es nicht hinnehmen, dass es dauerhaft eine Benachteiligung aufgrund sexueller Neigung gibt.

Wenn Homosexuelle Kinder adoptieren können, verschiebt das das gesellschaftliche Bild von Familie grundlegend. Ist das für Sie kein Problem?

Nein. Diejenigen, die an dieser Stelle Befürchtungen haben, sollen sie offenlegen. Ich habe jedenfalls keine. Schließlich gibt es keine Garantie dafür, dass Kinder in einer Beziehung von Mann und Frau sich immer positiv entwickeln. Homosexuelle in eingetragenen Lebenspartnerschaften sollten Adoptionsverfahren genau so durchlaufen können wie heterosexuelle Paare.

 
 
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