. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Dezember 2008, 21:45 Uhr

Thüringer können am besten lesen

Nach der neuen Leseuntersuchung Iglu können Kinder in Thüringen am besten lesen und Texte verstehen. Kurz dahinter folgt Bayern. Aber selbst die Schlusslichter befinden sich noch immer im Bereich des internationalen Leistungsniveaus. Iglu gehört neben Pisa zu den großen weltweiten Schulstudien.

Iglu, Pisa, Thüringen, lesen, Texte verstehen

Schüler aus Thüringen können am besten lesen und Texte verstehen© Jörg Sarbach/AP

Viertklässler aus Thüringen können nach der neuen Iglu-Grundschulstudie am besten lesen und Texte verstehen. Mit knappen Abstand folgen danach die bayerischen Schüler. Der neue Iglu-Bundesländervergleich, der offiziell an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt wird, liegt der Deutschen Presse-Agentur bereits vor. Iglu ist eine "Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung". Sie gehört neben Pisa und Timss zu den drei weltweiten Schulstudien, an denen sich Deutschland derzeit beteiligt.

Den dritten bis sechsten Platz teilen sich nahezu fast punktgleich die vier Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Dann folgen das Saarland und Baden-Württemberg. Auf dem neunten Platz kommt Niedersachsen, danach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Auf dem 13. Platz liegt Hessen, dann Berlin, Hamburg und Bremen. Aber selbst die Schlusslichter unter den deutschen Bundesländern erreichen alle noch Punktwerte im Rahmen des internationalen Leistungsniveaus.

Deutschland hatte mit seinen Grundschulen bei der internationalen Wertung, die bereits vor einem Jahr veröffentlicht wurde, einen guten elften Platz belegt und das obere Leistungsdrittel erreicht. Iglu testet das Lese- und Textverständnis bei den Grundschülern. Dieses gilt als Basiskompetenz für weiteres Lernen. Es wird untersucht, ob Schüler Gelesenes auch verstanden haben und daraus richtige Schlussfolgerungen ziehen können.

Die Iglu-Gesamtauswertung vor einem Jahr hatte erneut die in Deutschland besonders ausgeprägte Abhängigkeit von Bildungserfolg und sozialer Herkunft belegt. Danach bekommen Kinder aus der Oberschicht selbst bei unterdurchschnittlichen Grundschulleistungen in der Regel viel leichter eine Empfehlung zum Besuch des Gymnasiums als hochbegabte Kinder aus der Unterschicht. Länderdaten dazu bleiben in der neuen Veröffentlichung am Dienstag auf Wunsch der Kultusminister allerdings ausgespart. Sie werden erst im Frühjahr von den Wissenschaftlern in Fachbüchern publik gemacht. Zugleich wurde auch die Wirkung von Ganztagsunterricht auf die Leseförderung untersucht.

Deutschland hatte sich 2001 erstmals an Iglu beteiligt. Damals ließen allerdings nur sechs Bundesländer ihre Daten gesondert ausweisen. Dies waren Bayern, Bremen, Brandenburg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Bei dem jüngsten Test im Frühjahr 2006 machten alle Bundesländer mit. Bis auf Hessen konnten sich alle Länder, die auch beim ersten Test teilgenommen hatten, leicht verbessern. Insgesamt hatten in Deutschland 12.000 Schüler an Iglu teilgenommen - international über 400.000.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
SethusCalvisius (11.12.2008, 01:23 Uhr)
Schlimme Ergebnisse?
Eher nichtssagende Ergebnisse, da kein Wort verloren wird über die Zusammensetzung der getesteten Schüler. Alle Studien belegen, dass die soziale Herkunft immer noch das entscheidende Kriterium für die Schullaufbahn ist.
Was ist zum Beispiel mit dem Migrantenanteil? Jeder, der an einer Grundschule in sozialen Problemvierteln unterrichtet, weiß, dass ein großer Teil der Migrantenkinder keine ausreichenden Sprachkenntnisse hat, um dem Unterricht zu folgen. Wer aber im ersten Schuljahr schon den Anschluss verliert, wird es auch in seiner weiteren Schullaufbahn schwer haben. Brauchen wir nicht eher eine bessere Integrationspolitik als neue Schulsysteme? Sprachverständnis ist das A und O in der Schule und da müssen wir zum einen mehr Angebote machen (auch wenn's zunächst Geld kostet), notfalls aber auch mit sanftem Druck nachhelfen, wenn die Angebote nicht angenommen werden. (Das sage ich auch als angeblich Linker) Dass uns aber jetzt Länder als Vorbild higestellt werden, die durch zahlreiche ausländerfeindliche Aktionen dafür gesorgt haben, dass kaum ein Migrant freiwillig dorthin geht, kann ich nicht akzeptieren.
- Sinngenmäß habe ich das gleiche gestern in meinem mittlerweile gelöschten Kommentar geschrieben. Sollte auch dieser Beitrag hier wieder verschwinden, wäre ich dem Administrator für eine kurze Erklärung dankbar.
SethusCalvisius (09.12.2008, 18:47 Uhr)
@Administrator
Ich kann nicht glauben, dass mein Beitrag von heute mittag verschwunden ist. Gegen welche Regeln soll ich verstoßen haben?
Dirk_37 (09.12.2008, 14:42 Uhr)
@knilch / romanticker
Knilch, Sie haben meine 100%ige Zustimmung, mehr gibt es dazu fast nicht zu schreiben.
@Roman:
Sie haben sicherlich Recht dass es eine Kluft gibt zwischen Kindern aus sozial eher schwachen Familien und den aus reicheren Haushalten. Aber den Schulen oder den Lehrern nachzusagen, sie würden die Empfehlung aufs Gymnasium vom Gehaltsscheck des Vaters abhängig machen halte ich für falsch! Als Sohn eines Eisenbahners bakam ich die Empfehlung genauso, wie gleichbegabte "reiche" Kinder. Eher halte ich die Eltern für verantwortlich, die ihren Kindern mangels eigener Ausbildung oder was auch immer oft nicht die nötige Motivation geben, weiter zu machen.
Leider sind in der sog. Unterschicht auch viele Migrantenkinder, die oft eklatante sprachliche Mängel vorweisen. Das zeigt mir ganz klar, daß auch die Betreuung dieser Kinder wesentlich verbessert werden muß! MfG Dirk
Administrator (09.12.2008, 14:26 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir haben an dieser Stelle einige gegen unsere Regeln verstoßende Kommentare entfernt. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sachlich zu diskutieren.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
knilch_59 (09.12.2008, 09:05 Uhr)
Schlimme Ergebnisse!
Diese Untersuchungen beweisen immer nur dasselbe, aber genau an den zentralen Punkt kommt man auch mit den weiteren Untersuchungen nicht ran:
Föderalismus im Bildungssystem ist geplanter Murks. Solange sich immer wieder herausstellt, dass die einzelnen Bundesländer so extrem unterschiedlich abschneiden, wird deutlich, dass Vielfalt in den Ansätzen zur schulischen Bildung ebenso ungerecht wie ineffizient teuer ist. Und menschenverachtend obendrein: da werden Lehrer verschlissen und ganze Jahrgänge von Schülern geopfert, denen – nur wegen unterschiedlicher Politiker – mehr oder weniger Bildung geboten wird. Wenn man dazu dauernd liest, dass unsere Bundeskanzlerin Bildung zur Chefsache machen möchte, aber weiß, dass es die verfassungsrechtlich geschützte „Kulturhoheit der Länder“ gibt, dass der Bund dauernd gefordert wird, Mia-s in die Hand zu nehmen, über die an sich die Länder disponieren müssten, zeigt sich, der Verwaltungswahn unseres Landes. Da versickern die wahren Milliarden: In der Kultusministerkonferenz, in Abstimmungen zwischen Bud und Ländern, in der Verwaltung zwischen den Schulen (kommunale Aufgabe) und den Lehrern (Landesbeamte). Wenn wir die berufliche Mobilität junger Menschen wollen, darf es keine Rolle spielen, ob der Abschluss in Bremen oder Nürnberg erzielt wurde. Die Inflation an Schulabschlüssen verwirrt die Betriebe und kostet diese Milliarden für dubiose Einstellungstests – teuer bezahlte Beschäftigungstherapie für Psychologen, die die Dinger ausarbeiten und auswerten. Jetzt sollen sich auch noch die Unis ihre Studenten aussuchen können, …
.
Bildungsreform sofort: bundeseinheitlich, klare Qualifikationsstandards je nach Schultyp. Reduzierung der schulischen Abschlüsse auf max. 5. Und das damit freiwerdende Geld direkt in die Bildung der Kinder stecken – nicht zwingend mehr Lehrer, aber mehr Betreuungspersonal – für Werken / Kunst / Handwerk / Musik / Sport / Hausaufgabenbetreuung und Fremdsprachen sprechen. Es gibt mehr als genug über 55-jährige, die in ihren angestammten Jobs nicht mehr tätig sein können, die aber ihre Erfahrungen und ihr Wissen noch hervorragend an die übernächste Generation weitergeben sollten.
RomanTicker (09.12.2008, 08:58 Uhr)
Allen offen?
Bevor hier einige behaupten, alle hätten gleiche Chancen, sollten sie sich mal informieren. Die nur kurz angesprochene Studie belegte eindeutig, dass bei gleichen Leistungen und gleichem Wissen ein Grundschüler aus reichem Elternhaus eher die wichtige Empfehlung für ein Gymnasium bekommt.
Hinzu kommt, was nicht untersucht wurde, dass nach dem Abitur weniger Schüler studieren können, da inzwischen fast überall Studiengebühren verlangt werden. Bafög muss zur Hälfte und Kredite müssen komplett zurückgezahlt werden. Da entscheiden sich viele Abiturienten mit kleinem Geldbeutel lieber für eine Ausbildung. Diese Situation gibt es erst seit knapp 10 Jahren, so dass die Auswirkungen noch gar nicht sichtbar sind, außer dass es schon jetzt in den entscheidenden Bereichen zu wenig Studierende gibt und der ohnehin schon vorhandene Fachkräftemangel in diesen Bereichen sich noch verstärken wird.
Buureremmel (09.12.2008, 08:22 Uhr)
Dieses hirnlose "Unterschicht"-Geseiere
klebt der einschlägigen Berichterstattung an wie Hundekacke am Schuh. Unsere Schulen und Bildungseinrichtungen stehen allen offen. Sollen Kinder aus der "Oberschicht" und Mittelschicht auf ihre Möglichkeiten verzichten, nur weil dies in Teilen der "Unterschicht" gang und gebe ist? Und wem wäre damit geholfen?
Dirk_37 (09.12.2008, 06:49 Uhr)
@makeldei
Da werden einige der hier bekannten Kommentatoren wieder die Weltverschwörungstheorie der unionsgeführten Länder herbeireden wollen, *lol*. Klar ist doch: es muß noch viel mehr in Bildung investiert werden um langfristig unser Land auf einem Spitzenplatz der Wirtschaft zu halten. Angesichts der demographischen Entwicklung und der Globalisierung können unsere Kinder nur im Wettbewerb bestehen, wenn sie ordentlich ausgebildet werden. Und nicht nur an den Uni´s, sondern auch an der Werkbank! Leider handeln viele Politiker nur zögerlich oder gar nicht, die Zeche zahlt die nächste Generation! MfG Dirk
mackeldei (09.12.2008, 02:06 Uhr)
Unterschicht
Und hört endlich mit dem Unterschichten Getöns auf ,das die Tester immer wieder anstimmen. Jeder hat die Chance ,wenn er begabt ist. Viele deutsche Nobel-Preisträger beweisen es ! Auffällig an diesen Tests ist für mich nur , dass die CDU /CSU regierten Bundesländer immer die Nase vorne haben.
SethusCalvisius (09.12.2008, 00:39 Uhr)
Nur noch nervend,
jede Woche wieder irgendwelche neuen Ergebnisse. Jetzt lasst die Schulen doch mal in Ruhe arbeiten und nervt nicht mit ständigen Tests.
Im übrigen strotzt dieser dpa-Bericht wieder vor Ungenauigkeiten. Alle Informationen werden nur kurz angerissen. Dass irgendwer erster und irgendwer letzter ist, lässt sich ja nicht vermeiden, selbst wenn die Kinder in allen Ländern gut lesen können. Gibt es da eigentlich gravierende Unterschiede? Was sagen überhaupt Schwankungen von Test zu Test aus? Inwieweit spielt da auch der Zufall eine Rolle? Schließlich wurden ja nicht alle Kinder geprüft, sondern nur eine kleine Auswahl. 12.000 aus ganz Deutschland! Was soll das aussagen?
Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, fand der Test vor 2 1/2 Jahren statt. Warum tut man dann so, als wären es aktuelle Ergebnisse?
MEHR ZUM ARTIKEL
Bremens Bildungssenatorin Jürgens-Pieper "Armut macht Bildung schwierig"

Katerstimmung in Bremen: Das Bundesland hat im jüngsten Pisa-Test in allen Disziplinen den letzten Platz belegt. Im Interview mit stern.de ergreift Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper die Flucht nach vorn. Sie verteidigt die Bremer Schulpolitik - und nennt die ihrer Ansicht nach wahren Ursachen der Misere. mehr...

Pisa-Studie Darum ist Sachsen so gut

Jubel in Sachsen: Die Schüler des Freistaats haben bei der neuen Pisa-Studie am besten abgeschnitten. Ob in Mathematik, den Naturwissenschaften oder der Lesekompetenz - die Sachsen schafften in allen Disziplinen den Sprung auf Platz eins. Diese Entwicklung ist kein Zufall. mehr...

Sachsen Sieger der Pisa-Studie Was fehlt, ist Chancengleichheit

Die Kultusminister präsentieren an diesem Dienstag die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie - darüber dürfen sich die Sachsen freuen. Die Schüler aus dem ostdeutschen Freistaat schneiden am besten ab. Immer noch fehlt an deutschen Schulen aber die Chancengleichheit. Die soziale Herkunft entscheidet über die Qualität der Bildung. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe