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13. Februar 2008, 11:39 Uhr

Steuergelder sollen IKB retten

Die Rettung der schwer angeschlagenen Mittelstandsbank IKB droht zu einem weiteren Prüfstein für die große Koalition zu werden. Finanzminister Peer Steinbrück plant die Privatbank mit Steuergeldern über die staatseigene KfW-Bank zu retten. Ein Vorhaben, das nicht nur bei der Union auf heftigen Widerstand stößt.

Im Kreuzfeuer der Kritik: KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier (l.) und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück© Arne Dedert/DPA

Die Regierung ringt weiter um die Rettung der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB. Vor einem Krisengipfel in Berlin wurde heftig gestritten, ob der Bund über die staatseigene KfW-Bankengruppe Steuergeld für die IKB bereitstellen soll, die sich in der US-Bankenkrise massiv verspekuliert hat.

Aus der Union wurde der Rücktritt von KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier gefordert, weil sie eine Mitschuld an dem Desaster habe. Die Bank, die zu 38 Prozent der KfW gehört, braucht nach Medienberichten noch einmal rund zwei Milliarden Euro. Andernfalls könnte sie von der Bankenaufsicht geschlossen werden.

Steinbrück fürchtet Entrüstung

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" meldete aber, es sei bereits entschieden, dass die KfW einen Teil der zwei Milliarden Euro übernehme. Weil sie das nicht aus eigener Kraft könne, werde der Bund einspringen. Allerdings berichtete das Blatt auch, Steinbrück fürchte einen Sturm der Entrüstung, wenn Steuergeld in die Rettung der Bank gepumpt werde, die zum Gutteil privaten Banken gehöre. Letztlich bange der SPD-Politiker um seinen Posten.

Tatsächlich gibt es Widerstand gegen eine Rettung auf Staatskosten. "Es darf nicht sein, dass die Banken in guten Zeiten ihre Gewinne für sich behalten und in dieser Situation ihre Verluste sozialisieren", sagte der CDU-Haushaltspolitiker Steffen Kampeter dem "Handelsblatt". Zunächst sei die Selbsthilfe der Banken über den Sicherungsfonds gefordert. FDP-Fraktionsvizechef Carl Ludwig Thiele kritisierte explizit auch Steinbrück. "Herr Steinbrück sozialisiert die Verluste zu Lasten der Steuerzahler", sagte Thiele der "Frankfurter Rundschau".

KfW-Vorsitzende unter Beschuss

Der CDU-Mittelstand nahm dagegen Matthäus-Maier ins Visier. Sie müsse die Verantwortung für das mangelhafte IKB-Krisenmanagement übernehmen, verlangte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, im "Handelsblatt". Er forderte die frühere SPD-Politikerin auf, sich vom Vorsitz des KfW-Vorstandes zurückzuziehen.

Die stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Ludwig Stiegler und Joachim Poß wiesen die Angriffe auf Matthäus-Maier als unverschämt, verleumderisch und widerwärtig zurück.

Steuerzahler wollen Untersuchung

Der Bund der Steuerzahler regte eine Untersuchung durch unabhängige Sachverständige an. "Hier geht es um sehr viel Geld. Da sollte man neutrale Experten von außen mit der Prüfung beauftragen", sagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke der "Passauer Neuen Presse". Hier stelle sich die Frage nach Konsequenzen, der politischen Verantwortung und nach Regressansprüchen. "Es kann nicht sein, dass niemand zur Rechenschaft gezogen wird."

Die FDP-Bundestagsfraktion erwägt nach Informationen der Zeitung, einen Untersuchungsausschuss des Bundestages zur IKB-Krise zu beantragen. Die Grünen wiesen solche Überlegungen aber zurück: "Wir halten von der Idee nichts", sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Gerhard Schick. "Wir fordern aber, dass uns der Vertreter der Bundesregierung im IKB-Aufsichtsrat Rede und Antwort steht."

AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Aurum (14.02.2008, 04:09 Uhr)
@ Malt
Genau! Da kann ich Dir nur beipflichten! Die ganze Bande gehoert an die Wand gestellt! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - Die steuerzahler sollen zur Kasse gebeten werden, wenn eine Privatbank Pleite geht! Es wird Zeit, dass sich die Regierung nach einem anderen Volk umschaut! Es reicht!
ak95630 (13.02.2008, 21:44 Uhr)
Verwaltungsrat hat Aufgabe nicht wahrgenommen
Was haben die Herren Glos und Steinbrück eigentlich im Verwaltungsrat der KfW getan? Man Schaue sich diese Gremium unter http://www.kfw.de/DE_Home/Die_Bank/DieOrganisationderKfW/DerVerwalt.jsp
einmal an.
JoDo (13.02.2008, 15:18 Uhr)
Privatvermögen einfrieren, Staatsanwaltschaft
einschalten! Das passiert Privatleuten.
Geht es um Bundesbänkernde Bundestagler läßt man diese Ihre inkompetenz auf Kosten der Bürger ausbaden.
Deutliche TRENNUNG von Politik und Wirtschaft!
Malt (13.02.2008, 13:42 Uhr)
Der Hohn...
...in Dosen. Wieviele von euch glauben immernoch, dass die von uns gewählten Volksvertreter tatsächlich unsere Interessen vertreten?
.
So geht der Ausverkauf unseres Landes und der Rest der Welt weiter und weiter und weiter...
.
Und das Beste daran ist, dass das Geld, das wir alle zahlen sollen letztendlich, über die Staatsverschuldung, genau in die Taschen fließen wird, in die auch das Geld gewandert ist, welches die IKB verloren hat. Die handvoll Leute, die hinter den Banken stehen, kassieren also gleich doppelt ab! Und unsere Politiker halten Ihnen noch den Sack auf und helfen beim Schaufeln... WACHT AUF! LASST EUCH NICHT VERARSCHEN! Wir sollen ALLE auf diesem Wege enteignet und letztendlich versklavt werden. Denn ob man will oder nicht: IRGENDWANN WIRD HIER JEDER MEHR SCHULDEN HABEN ALS ER BESITZT UND MEHR ZINSEN ZAHLEN ALS ER ÜBERHAUPT AN ERTRAG ERZIELT! GENAU DARAUF BAUT UNSER FINANZSYSTEM AUF!
Norbert100 (13.02.2008, 13:32 Uhr)
Mal wieder Steuergelder?
Wann endlich werden die Verantwortlichen mal zur Rechenschaft gezogen? Diese Art von Subventionen mittels Steuergeldern muss endlich gestoppt werden.
Wieder ein Grund, links zu wählen!?
ossi48 (13.02.2008, 13:20 Uhr)
Das sind genau die Milliarden,
die Herr Steinbrück nicht für die Kindergelderhöhung ausgeben will. Es ist mal wieder zum Kotzen.
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