5. September 2011, 13:33 Uhr

1000 potenzielle Terroristen in Deutschland

Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA warnt Innenminister Hans-Peter Friedrich weiter vor islamistischem Terror. Es gebe fast tausend Menschen im Land, die als "mögliche islamistische Terroristen" bezeichnet werden könnten.

Kurz vor dem 10. Jahrestag der Terroranschläge auf New York und Washington warnt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vor islamistischen Terroristen in Deutschland. Der "Bild"-Zeitung sagte Friedrich, derzeit gebe es fast tausend Menschen im Land, die als "mögliche islamistische Terroristen" bezeichnet werden könnten. Von diesen seien 128 sogenannte Gefährder, also Menschen, bei denen die Annahme gerechtfertigt sei, "dass sie erhebliche Straftaten begehen könnten". Das schließe auch einen Anschlag mit ein.

Ungefähr 20 dieser Gefährder hätten zudem eindeutig eine Ausbildung in einem Terrorcamp absolviert, so Friedrich weiter. Viele der Betroffenen stünden daher unter permanenter Beobachtung durch die Behörden. "Die größte Gefahr geht heute eher von Einzeltätern aus. Sie sind schwer zu entdecken", sagte Friedrich. "Der militante Islamismus missbraucht die Religion als unmenschliche Kampf-Ideologie", kritisierte der Innenminister. Um dieser Entwicklung entschieden entgegentreten zu können, fordert er die Muslime in Deutschland zur Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden auf.

Friedrich bekräftigte zudem, dass Deutschland keine weiteren Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo aufnehmen werde. Zwei ehemaligen Häftlinge seien aufgenommen worden und würden seitdem intensiv begleitet."Weitere Häftlinge nehmen wir nicht auf." Es gebe auch keine neuen Anfragen aus den USA. Deutschland hatte sich im Juli vergangenen Jahres zur Aufnahme zweier ehemaliger Häftlinge, eines Syrers und eines Palästinensers, bereiterklärt.

cjf/AFP/DPA
 
 
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