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15. Januar 2008, 19:19 Uhr

Härtere Strafen für junge Täter

Die Innenminister von CDU und CSU wollen gegen jugendliche Gewalttäter schärfer durchgreifen. Auf ihrem zweitägigen Treffen in Wiesbaden einigten sie sich auf ein Eckpunkte-Papier, das unter anderem ein Fahrverbot für junge Kriminelle vorsieht.

Zoom

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU)© Torsten Silz/DDP

Die Innenminister von CDU und CSU erhöhen den Druck, der Jugendkriminalität mit schärferen Gesetzen zu begegnen. Auf einer Konferenz in Wiesbaden legten sie einen Zehn-Punkte-Katalog vor, der im Wesentlichen auf den Forderungen des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) basiert. So sollen ausländische Straftäter leichter ausgewiesen werden können. Weiter forderten die Minister Fahrverbote für jugendliche Gewalttäter, Warnschussarrest, höhere Strafen und ein Verbot menschenverachtender Killerspiele. Den Forderungen schloss sich auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble an, der wegen der Tarifrunde im öffentlichen Dienst nicht selbst an der Konferenz teilnahm.

Der gastgebende hessische Innenminister Volker Bouffier appellierte an die SPD, Gespräche über schärfere Gesetze gegen Jugendkriminalität aufzunehmen. Wegen des wachsenden Gewaltpotenzials Jugendlicher und Heranwachsender bestehe Handlungsbedarf. Darauf deute auch der "außergewöhnlich hohe Anteil ausländischer Straftäter" hin. Prävention und Repression seien bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität keine Gegensätze, sondern gehörten zusammen. Dass die SPD den Handlungsbedarf des Gesetzgebers dennoch verneine, sei unverständlich. Ausdrücklich betonte Bouffier, dass die Union über die einzelnen Punkte ihres Forderungskatalogs mit sich verhandeln lasse. Als wesentliche Maßnahme strich der CDU-Politiker heraus, dass Heranwachsende ab 18 Jahren künftig nach dem Erwachsen- und nicht mehr dem Jugendstrafrecht verurteilt werden sollen. Nur auf Nachfrage erwähnte Bouffier noch die Forderung, die Höchststrafe für Jugendliche von zehn auf 15 Jahre anzuheben.

Schäuble für "deutliches Zeichen"

Schäuble wurde mit den Worten zitiert, nach den brutalen Überfällen der jüngsten Zeit sei es wichtig, Maßnahmen zu beschließen, "die ein deutliches Zeichen setzen". Der Staat dulde keine rechtsfreien Räume und gehe entschlossen gegen Straftäter vor. Es sei grotesk, dass die Täter in den meisten Fällen schon wieder auf freiem Fuß seien, bevor die Opfer das Krankenhaus verlassen könnten. Deshalb unterstütze er die hessischen Vorschläge, erklärte Schäuble. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und brandenburgische Ressortchef, Jörg Schönbohm, forderte einen Warnschussarrest auch bei Bewährungsstrafen für jugendliche Gewalttäter.

Die Wiesbadener Konferenz verlangte außerdem, die Aussetzung von Strafen zur Bewährung regelmäßig an die Ableistung von Stunden in gemeinnützigen Einrichtungen zu knüpfen. Zudem forderten die Innenminister von CDU und CSU die Verhängung von Fahrverboten auch bei Delikten, die nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben, einen schnelleren Strafantritt der Verurteilten durch vorgezogene Jugendverfahren und eine Abschiebung ausländischer Straftäter schon bei Freiheitsstrafen von einem statt bisher drei Jahren.

Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann bekräftigte die Forderung nach einem Herstellungsverbot für sogenannte Killerspiele. Es sei erwiesen, dass derartige Spiele die Hemmschwelle zur Gewalt senken. Der CDU-Politiker wies ausdrücklich darauf hin, dass dieses von seinen Amtskollegen unterstützte Verbot auch von dem Kriminologen Christian Pfeiffer befürwortet werde, der sich dagegen kritisch zu höheren Strafen für Jugendliche geäußert hatte. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte, die meisten Forderungen der Unionspolitiker würden schon seit Jahren erhoben und seien somit "kein Kind des hessischen Wahlkampfs". Zu dem Maßnahmenkatalog zählen auch die zusätzliche Erfassung eines Migrationshintergrunds in der Kriminalstatistik und der verstärkte Einsatz von Videokameras im öffentlichen Raum.

AP
KOMMENTARE (10 von 12)
 
muhtesem1 (16.01.2008, 19:45 Uhr)
HIER FÜR DIE;DIE VIELES AUF AUSLÄNDER SCHIEBEN
In der Bundesrepublik ist der Anteil der nichtdeutschen Täter bei der Gewaltkriminalität ebenso wie bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen seit 1999 zurückgegangen. Das gilt im Übrigen auch, wenn wir die Gesamtkriminalität betrachten: Vor zehn Jahren hatten wir noch eine Quote bei ausländischen Tatverdächtigen von 27 Prozent und sind inzwischen bei 19 Prozent angekommen.
.
Da die Kriminalstatistiken immer an den Bevölkerungsanteilen relativiert werden und damit auf Bevölkerungsstatistiken rekurrieren, als Tatverdächtige aber auch Ausländer gelten, die sich tatsächlich NUR als Durchreisende und Touristen in Deutschland aufhalten und nicht in die Bevölkerungsstatistiken eingehen, wird der Anteil der auf Ausländer gehenden Kriminalität an der Gesamtkriminalität höher eingeschätzt, als er in Wirklichkeit ist. Hinzu kommt, das die Ausländer noch immer eine von den deutschen unterscheidbare Sozialstruktur aufweisen: Sie sind etwas öfter männlich, durchschnittlich etwas jünger und häufiger aus dem unteren Einkommens-und Bildungsschichten.
Diese Eigenschaften erhöhen - auch bei Deutschen, für die sie aber seltener zutreffen- die Delinquenzbereitschaft und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer kriminalistischen Registrierung. Zu beachten ist weiterhin, dass einige Delikte ( Straftaten gege das AusländergesEtzt) nur von Ausländern begangen, nicht aber von einheimischen-deutschen begangen werden können. Zudem hat sich gezeigt, dass die Anzeigebereitschaft eines Opfers erhöht ist, wenn der erlebte Übergriff durch einen oder mehrere Migranten begangen wurde. Dies ist sicherlich nicht ein in erster Linie Resultat einer bewussten Diskriminierung; sondern hierfür dürfte entscheidend, dass die Möglichkeiten der informellen Konfliktbeteiligung- bzw. Bewältigung u.a. aufgrund fehlender sprachlicher mittel in einem interethnischen Konflikt beschränkter sind als im Falle eines intraethnischen Konflikts. ---HIER DIE QUELLE FÜR DIE; DIE GLEICH LÜGEN HIER SCHREIBEN WOLLEN! ALSO MACHT EUCH KEINE MÜHE!( wilmers etal. 2002,S 36, Mansel 2003)
BBirke (13.01.2008, 21:26 Uhr)
Willkür und Schikanen statt Recht
Mit dem Führerscheinentzug soll wieder einmal eine völlig willkürliche Maßnahme mit schweren Folgen für Betroffene, ohne jede rechtsstaatliche Grundlage, eingeführt werden; ähnliches gilt auch für Forderungen, das Einbürgerungsverfahren willkürlicher zu machen.
Und dann wieder diese Forderungen nach Medienzensur (Computerspiele, Privatfernsehen), die das Ereignis von München missbrauchen, um allgemeine Repression im Sinne von "Werten", eigentlich Un-Werten, zu verschärfen. Aber Medienverbote vom Staat sind auch Gewalt gegen Mediennutzer!
Ja, echte Gewalttäter sollten hart bekämpft und am besten beim dritten Mal in Sicherungsverwahrung genommen werden. Aber was die Union da ablässt, ist keine Verbrechensbekämpfung, sondern die Propagierung eines Repressionsstaates, der sich einen Dreck um Verbrechensopfer schert!
ganzbaf (12.01.2008, 13:22 Uhr)
Wir brauchen auch weniger ein "Killerspieleverbot"....
als ein Hardwareverbot für Kinder. Die effektiv vor Brutalo-Erwachsenenzeugs geschützt werden müssen.
Sofware läßt sich immer irgendwie organisieren, Computer und Spielekonsolen schon schwieriger. Diese haben in der Altersgruppe bis 13/14 Jahre nichts in der Kinderstube verloren.
Genau so wenig wie Fernsehgeräte, daher "Hardware - FSK " muß her !
Mr_Q (11.01.2008, 19:26 Uhr)
"Kein Kind des hessischen Wahlkampfs"
Als wäre das von Belang. Letztendlich sind es doch immer die selben, die jene absurde Forderung nach einem Verbot von "Killerspielen" stellen. Einige CDU/CSU-Minister sowie der Kriminologe Christian Pfeiffer nutzen jede Gelegenheit, die schädliche Wirkung von "Killerspielen" und in diesem Zusammenhang ein Verbot zu propagieren. Niemand brachte es jedoch bisher fertig einen Beweis dafür zu erbringen, dass Computerspielen zu Gewalttaten führt. Und das wird auch nicht geschehen, weil es schlichtweg Schwachsinn ist.
Natürlich macht es einen zuweilen aggressiv, wenn man beim Counterstrike spielen nonstop abgeknallt wird. Na und? Wenn Sie beim Sportschießen verlieren, Herr Schünemann, ärgert Sie das etwa nicht? Oder wie verhält es sich mit Ihrer Laune, Herr Beckstein, wenn der Stoiber Sie mal wieder unter den Tisch gesoffen hat?
Ich möchte nicht einmal behaupten, dass es reiner Re-/aktionismus ist, den die betreffenden Agitatoren hier betreiben. Mit Sicherheit mangelt es Ihnen einfach an Erfahrung mit den entsprechenden Medien und deshalb projiziert man auf sie einfach das, was man sich darunter so vorstellt und vielleicht auch gern vorstellen möchte, was sich, mehr oder weniger, Nahestehende darunter vorstellen und worüber sich deshalb auch wunderbar plaudern lässt. Vorzugsweise auf dem Schützenfest - bei einem satten Krug Bier.
ganzbaf (11.01.2008, 18:14 Uhr)
Härtere Strafen für kriminelle Manager...?!?!
Wo gibts das zu lesen??
.
;-P
Sukram71 (11.01.2008, 17:05 Uhr)
Killerspiele ...
Wenn es sich um deutsche Staftäter handelt, dann kann man ja keine deutschen Wähler beschimpfen, sondern braucht einen anderen Sündenbock. Z. B. die bösen, bösen Killerspiele.
Bei Ausländern ist das nicht nötig, weil die kann man ja abschieben. So einfach ist das.
--
Abgesehen davon hat der größte deutsche Hersteller für "Killerspiele" (Crytek) seinen Sitz in Frankfurt a. Main in Hessen bei Ministerpräsident Koch. Deshalb hat man von Herrn Koch auch noch so gut wie nie was gegen "Killerspiele" gehört.
H.Heine (11.01.2008, 16:46 Uhr)
Repression
Es ist wirklich erstaunlich, wie gut manche Menschen differenzieren können, wenn es um ihre eigenen Gewohnheiten geht; sprich Killerspiele.
Schäuble spricht von Prävention und Repression, will aber nur Repression durchsetzen. Wieso spricht er nicht davon, dass es falsch ist, 2000 Polizeistellen und 1000 Justiz- und Sozialarbeiterstellen abzubauen? Weil repressive Gesetze schlichtweg billiger sind als Ausgaben für Sicherheit, Bildung und Ausbildung.
Mindsplitting (11.01.2008, 15:51 Uhr)
ich frag mich sowieso
wie die Politik immer ernster werdende Themen ins lächerliche zieht. Nur weil Sie (die Politik) scheinbar keinen blassen schimmer von der Realität hat. Jugendkriminalität hin oder her, es sind meist vorpubertäre Schläger mit nix in der Birne, die auch gerne mal Ü20 sein können. Also diese Schläger, diese sind meist noch zu blöd überhaupt einen PC an zu schalten. Aber ich will hier nicht mehr auf die Killerspiel debatte eingehen, dazu habe ich mich oft genug geäussert. ----- Viel mehr auf die forderungen was wir gegen die Jugendbanden machen können, die Gesetze dafür gibt es, doch gerade in meiner Stadt zeigt sich wie wenig sich die Behörden darum scheren. Jugendbanden werden von der Polizei schlicht ignoriert, es sind allein in einem Jahr 3 offensichliche Brennpunkte entstanden wo geschlagen, beraubt und gepöbelt wird, Polizeipräsenz, 1 mal die Woche für 2 Stunden. Drogenszene mitten in der Stadt an einer KIRCHE, wird nicht dort vertrieben weil sich die Junkies sonst in der Stadt verteilen würden, also macht man nix. 2 Jugendliche die ein Mädchen auf einer Schule versucht haben zu vergewaltigen, 2 Wochen Schulverweis, sonst nix. ----------- Also bei allem besten willen, wenn die Behörden die Gesetze die es gibt nicht oder nur kaum ausüben, sollte man sich nicht wundern das alles den Bach runter geht. -------------- Eines steht für mich jedenfalls fest. MEINE Kinder werden nicht in der Stadt aufwachsen, auf ekinen Fall, denn eigentlich gibts in der Stadt under den Jugendlichen nur noch 2 Gruppen, Opfer oder Täter, so Pauschal das klingt, aber es fängt schon beim Mobbing in der Schule an, hänseln kann man es nicht mehr nennen. Und das sollte keiner verharmlosen, ich habe es am eigenen Leibe in der Schulzeit erlebt, bis ich von so leid es mir tut Ausländischen mitschülern in einer Gasse zusammen geschlagen wurde und KEINER der Lehrer half. Tolles System, wahrlich.
sportartmakler (11.01.2008, 15:47 Uhr)
die bösen bösen killerspiele
hat mich schon verwundert dass dieser punkt in der aktuellen gewaltdebatte bisher aussen vor blieb. ich könnte immer kotzen bei solchen forderungen von leuten die wohl nie auch nur ein spiel angefaßt haben, hier aber das grundübel der gewalt sehen wollen. menschen sind von natur aus gewalttätig, der eine kanns kontrollieren, der andere nicht. ich bin die selbstkontrolle in person und würde mich lediglich verteidigen. doch neben diversen egoshootern habe ich auch solche spiele wie manhunt im schrank, eigentlich müßte ich doch bald amok laufen, tötungskenntnisse habe ich mir ja erspielt?
Sublucem (11.01.2008, 15:43 Uhr)
Interessant :)
Bei der "Killerspiel"-Diskussion wird differenziert. Da streiten sich ganz andere Geister - wenn die auf das Thema angesetzt werden, muss plötzlich wirklich die Schablone auf- oder abgesetzt werden. Spannende Zeiten, die auf uns zukommen ;)
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