. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
4. November 2008, 16:09 Uhr

Zahl antisemitischer Straftaten steigt

Die Polizei hat in den ersten drei Quartalen des Jahres deutlich mehr antisemitische Straftaten erfasst als im vergangenen Jahr. Insgesamt registrierten die Beamten fast 800 solcher Straftaten. Von Hunderten Tatverdächtigen erhielt bislang aber keiner einen Haftbefehl.

Seit Januar 2008 hat die Polizei fast 800 antisemitische Straftaten registrieren müssen© Michael Gottschalk/DDP

Die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland steigt. Von Januar bis September erfasste die Polizei bundesweit 797 derartige Straftaten, 81 mehr als voriges Jahr im gleichen Zeitraum. Das geht aus den jüngsten Zahlen hervor, die die Linke-Abgeordnete Petra Pau und ihre Fraktion regelmäßig bei der Bundesregierung erfragen und veröffentlichen.

Darunter waren nach vorläufigen Zahlen des Bundesinnenministeriums in den ersten drei Quartalen 21 Gewalttaten. 27 Menschen wurden verletzt, mehr als doppelt so viele wie in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres. Die Polizei ermittelte 471 Tatverdächtige. Vier wurden festgenommen, einen Haftbefehl erhielt jedoch keiner.

CDU verweigert gemeinsame Antisemitismus-Resolution

Höher als voriges Jahr zur gleichen Zeit liegt auch die Zahl der politisch rechts motivierten Delikte insgesamt und die Zahl der Gewalttaten dabei: Bis Ende September wurden 10.844 rechte Straftaten und fast 600 Gewalttaten erfasst. Ebenso viele Menschen wurden verletzt. Wegen rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Taten ermittelte die Polizei in diesem Jahr bisher 5720 Verdächtige. 210 wurden vorläufig festgenommen, 15 erhielten Haftbefehle. Die Zahlen sind vorläufiger Natur und steigen erfahrungsgemäß durch Nachmeldungen noch an.

Zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht haben unterdessen alle Fraktionen im Bundestag dem Antisemitismus den Kampf angesagt. Eine ursprünglich geplante gemeinsame Resolution kam wegen des Widerstands der Union gegen die Linke nicht zustande. Die Linksfraktion werde voraussichtlich aber den Antragstext von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen wortgleich übernehmen, hieß es vonseiten der Fraktion. In dem am Dienstag in den Bundestag eingebrachten Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, die Programme gegen Antisemitismus zu verstärken und zu erweitern.

Ausdrücklich hebt der Antrag die Solidarität mit Israel als "unaufgebbaren Teil der deutschen Staatsräson" hervor. "Wer an Demonstrationen teilnimmt, bei denen Israelfahnen verbrannt und antisemitische Parolen gerufen werden, ist kein Partner im Kampf gegen den Antisemitismus. Die Solidarisierung mit terroristischen und antisemitischen Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah sprengt den Rahmen zulässiger Kritik an der israelischen Politik."

Linksfraktionschef Gregor Gysi äußerte sich empört über das Verhalten der Union. "Die Union hat sich damit aus dem antifaschistischen Konsens der deutschen Gesellschaft verabschiedet." Enttäuscht zeigte sich Gysi auch über das Verhalten von SPD, FDP und Grünen. Die Grünen bekräftigten bis zuletzt ihren Willen zu einem gemeinsamen Antrag aller fünf Fraktionen.

Anlass für die Resolution ist der Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. In der sogenannten Reichskristallnacht zerstörten die Nazis Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger. Den Pogromen, bei denen Hunderte ermordet wurden, folgte die systematische Vernichtung der Juden.

AP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Hans-Werner Sinn "Managerschelte erinnert an Antisemitismus"

Den Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans Werner Sinn, erinnert die Debatte um die Schuld der Bankenmanager an der Finanzkrise an den Antisemitismus der 1930er Jahre: "Auch damals wurden Sündenböcke gesucht und in den Juden gefunden", sagte er jetzt. mehr...

Juden in Deutschland "Antisemitismus gibt es rechts wie links"

Israel feiert den 60. Jahrestag der Staatsgründung. Aber wie ergeht es jenen, die im Land der Täter, in Deutschland, geblieben sind? Im stern.de-Interview spricht Deidre Berger, Vertreterin des "American Jewish Committee", über Juden als moralische Instanz und über Kritik an Israel. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston