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12. September 2008, 14:09 Uhr

"Die SPD ist optimal aufgestellt"

Er ist ein Kenner der SPD, war selbst Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Im Café-Einstein-Interview spricht Hans-Jochen Vogel über die Lage seiner Partei und den Umgang mit der Linkspartei. Lobende Worte hat er für das neue Führungsduo Steinmeier-Müntefering.

Rät zur schärferen Auseinandersetzung mit der Linkspartei: SPD-Urgestein Hans-Jochen Vogel© Franka Bruns/AP

Hans Jochen Vogel, einst SPD-Chef und Fraktionsvorsitzender, rät seiner Partei und ihrer neuen Führung, die Linkspartei inhaltlich scharf anzugreifen. Sie einfach tot schweigen zu wollen, sei falsch sagt Vogel im Interview mit stern.de.

"Asthmatische Verhältnisse", die er früher in der SPD beklagt hat, sieht er mit der neuen Führung nicht mehr. Mit Steinmeier als Kanzlerkandidat und Müntefering als Parteichef habe sich die SPD optimal aufgestellt.

 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Marsmann (13.09.2008, 08:10 Uhr)
Braver Parteisoldat, aber
irgendwie habe ich den Herrn Vogel doch kämpferischer und nicht so pragmatisch in Erinnerung. Das Dahindümpeln der SPD als nicht Fisch und nicht Fleisch nützt vielleicht den Machtansprüchen der gesattelten Funktionäre und ihrer Steigbügelhalter, aber welche Wahl hat der Wähler? - Er darf alles hoffen und muss sich dann überraschen lassen. Für den wäre doch eine klare Alternative zwischen hellgrauer CDU und sozialdemokratischen Linken eine bessere Entscheidungsgrundlage.
Preussin (13.09.2008, 06:56 Uhr)
Altersweisheiten
Wir wollen das Alter achten und ehren,
aber wenn sie Mist reden wollen wir uns wehren.
Fragen wir doch mal den anderen Vogel,der sagte bestimmt das Gegenteil.
Ein kleines Beispiel in einer TV Sendung hochaktuelle Politik im Gespräch, da hatte man die über 80 jährige Gattin eines hochangesehenen ,gestorbenen SPD Mannes geladen.
Die Simmung mieß , da warf sie ihr geistigen Knüller immer wieder in die Runde .
"es wäre doch besser wenn die Regierung den kleinen Löhnen in den Firmen Geld zuzahlen würde "!
Die Einwürfe da würde ja der Staat den niedrigsten Lohnanbieter honorieren ,nahm sie mit Unverständnis entgegen .Positionierte sich geziert nach Art Trotzköpfchen, und protestierte weiter , stumm , die waren der gesteilten , klapperdürren Dame einfach zu dumm !
Sowas wird präsentiert , um der SPD das Vergangene Vertrauen zurückzugewinnen !
Ihr sollt die Frauen und das Alter weiterhin ehren , aber gegen Dummheit , auch von ganz Oben , sollt Ihr Euch wehren.
Eisenbaer (12.09.2008, 22:34 Uhr)
Totgesagte leben länger...
...ich denke, die alte Tante SPD wird es ihren Kritikern schon noch zeigen. Mag ja sein, dass, wenn morgen Wahl wäre, die Linke mehr Stimmen bekäme, als die SPD. Aber morgen ist keine Wahl und wenn die Linke so weiter macht, wie bisher, braucht sich die SPD nur wenig vor ihr zu fürchten.

Vogel hat schon ganz recht: jetzt heißt es ein klares Profil zu zeigen und die eigenen Kompetenzen herauszuarbeiten. Denn die SPD hat einiges an Erfolgen vorzuzeigen.

Und abgerechnet wird erst am Schluss, d.h. am Abend der Wahl.
starmax (12.09.2008, 21:53 Uhr)
Friedhofsgemüse
Der Biedermann Vogel wird wohl der sterbenden Partei den Weg weisen zum ruhmlosen Abgesang. Gesundbeten ist nicht mehr möglich, das Leben bestraft eben auch zu spät gekommene Parteíen. Richtiger müßte es"verkommene" P. heißen...
arniston (12.09.2008, 19:25 Uhr)
weit unten
wer so weit unten ist, ist immer optimal aufgestellt.
geht ja kaum noch tiefer mit den unsozialdemokraten.
globalhumanist (12.09.2008, 18:14 Uhr)
Vogel irrt ....
... und das beste Beispiel hat man gestern wieder bei der Frau Illner gesehen.
"Besser" kann sich eine gespaltene Partei nach außen gar nicht dar-/bloßstellen: Die Seeheimer Antisozialen, die kopflosen Altsozis (welche die soziale Kälte der Partei nicht mehr aushalten und verstehen) und ein zur Linken übergelaufener junger (hoffnungsvoller) Aufstreber. Alles vorhanden.
Dazwischen zwei Medienjunkies, die sich sichtlich an den orientierungslosen Gedöns der anderen "Darsteller" weideten.
tetrapanax (12.09.2008, 17:01 Uhr)
Schön beschrieben, universal1909
- vor allem Dadaismus gefällt mir in dem Zusammenhang.
Vorschlag: Steinmeier und Münte durch H.J. Vogel ersetzen!
universal1909 (12.09.2008, 16:51 Uhr)
Ich denke, hier irrt er sich gewaltig, denn...
... der Meister der Phrasen hat nichts drauf als:
Frank-Walter Steinmeier ist ein Meister der Phrase. Den “Blick nach vorn” will er richten, wenn er gefragt wird, wie er die SPD zu führen gedenkt. Oder er kündigt für die Zukunft an, “Antworten für die Zukunft” zu suchen. Fehlt nur, dass er dem Wahlvolk erklärt, dass die Zukunft die Zukunft sei. Das wäre die knappste Form dieses Dadaismus.
Steinmeier ist durchaus kreativ, wenn es gilt, den eigenen Unsinn zu variieren. Wird er nach Plänen gefragt, verspricht er “Konzepte und Ideen”. Soll er seine Politik erläutern, will er “Entscheidungen treffen”. Und Kanzler möchte er übrigens werden, weil er sich das “zutraut”. So werden Synonyme zum Inhalt und Tautologien zum Prinzip. Damit ist Steinmeier der perfekte Kanzlerkandidat für die SPD. Der Außenminister ist nicht der Retter der Sozialdemokraten, sondern das passende Symptom für ihre Krise. Er verkörpert eine maximale Unbestimmtheit, die auch den Rest der Partei befallen hat.
Quelle: TAZ
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