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2. April 2010, 15:40 Uhr

Altkanzler kritisiert "Lamento und Klein-Klein"

Helmut Kohl zeigte sich in seinem ersten großen Interview seit langer Zeit wenig zufrieden mit dem Gesamtzustand des Landes. Es ärgere ihn, "wenn ich sehe, wie Deutschland seine Chancen verspielt", sagte der Altkanzler.

Interview Helmut Kohl, Altkanzler

Altkanzler Helmut Kohl auf einer Veranstaltung zum 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls© Fabrizo Bensch/Reuters

Die anlässlich des 80. Geburtstags von Helmut Kohl erhobene Forderung nach einem erneuten CDU-Ehrenvorsitz ist für den Altbundeskanzler selbst kein Thema. Die Frage stelle sich für ihn "im Moment nicht", sagte Kohl der "Bild"-Zeitung. In seinem ersten großen Interview seit langer Zeit sagte der Politiker, er habe nach dem Bruch zwischen ihm und der Partei in Folge der Spendenaffäre vor allem mit den Menschen gehadert, die sich plötzlich gegen ihn gestellt hätten, weil er einen Fehler gemacht habe.

Kohl äußerte sich zudem insgesamt wenig zufrieden mit dem Gesamtzustand des Landes. Es ärgere ihn, "wenn ich sehe, wie Deutschland seine Chancen so offenkundig verspielt", sagte Kohl. Er meine damit nicht nur die Politik, sondern die Gesellschaft insgesamt. "Wir Deutschen haben alle Ressourcen und Möglichkeiten, wir haben bewiesen, dass wir leistungsfähig sind - und verlieren uns heute doch vor allem in einem Lamento und Klein-Klein, das ich nicht nachvollziehen kann", sagte der Altkanzler.

Rückblick mit Zufriedenheit

Auf sein eigenes Leben blicke er an seinem 80. Geburtstag "mit Dankbarkeit und Glück" zurück, sagte Kohl weiter. "Mein Leben hat einen Sinn gehabt. Die wichtigsten Entscheidungen würde ich alle wieder so treffen", erklärte der frühere Bundeskanzler.

Seinen runden Geburtstag wollte Kohl am Ostersamstag im kleinen Kreis in seiner Heimatstadt Ludwigshafen feiern. Eine offizielle Feierstunde ist Anfang Mai geplant. In den letzten Jahren hatte sich der langjährige CDU-Vorsitzende aus gesundheitlichen Gründen kaum noch in der Öffentlichkeit gezeigt.

AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
Bayernstammler (05.04.2010, 14:20 Uhr)
Hohlköpfe????
Zitat:
" Pijey (02.04.2010, 18:32 Uhr)
seltsames Menschenverständnis findet man hier..."

...Kohl hat mit Genscher, Gorbi und Bush den. erstklassige Arbeit geleistet. "

Ach so, und Mitterand und Thatcher spielten überhaupt keine Rolle?


"Die Rentenkassen sind schon in den 70iger geplündert worden. Durch horrende Wahlversprechen der SPD, die sie auch umgesetzt haben."

Gut, dann klären Sie uns doch mal auf, wen Sie das können, was das für Wahlversprechen gewesen sein sollen.
Die Rentenkasse war voll. Das ist Fakt. Bis zur Wiedervereinigung. Und dann wurde die Wende aus der Rentenkasse bezahlt. Und wer zahlt in die Rentenkasse? Kein Beamter, kein Selbständiger, kein Politiker, kein Richter. Nur die Arbeiter und Angestellten, die Deppen.

"Es ist einfach den Leuten zu geben, aber schwer es wieder zu nehmen wenn die Kassen leer sind."

Das genau ist doch die Praxis der CDU, CSU und FDP. Wer hat denn jedes mal den Staatshaushalt wieder in Ordnung bringen müssen, wenn die genanten Drei an der Regierung waren? Das war immer die SPD und dafür bekommt sie regelmäßig Prügel. Weil das Wahlvolk nichts kapiert. Jetzt wissen wir eben auch, weshalb "gute" Bildung nur für bestimmte Menschen vorgesehen ist.

"Für mich war Schmidt der Wegbereiter der erfolgreichen Politik von Kohl."

Schmidt war, nach Brandt, ein guter Wegbereiter. Aber von erfolgreicher Politik von Kohl zu reden, ist schon Hohn. Hier hat jemand geschrieben, dass er ohne die Wende weg gewesen wäre. Genau so war es. Er war am Ende mit seiner sog. "geistig moralischen Wende" (gmW), die in das gesellschaftliche Chaos führte, das heute so beklagt wird.

"Von seiner eigenen Partei gefeuert mußte Schmidt Kohl das Feld überlassen."

Ein dümmeres Ammenmärchen hat noch niemand gehört. Sagen Sie uns das Datum, an dem Helmut Schmidt von der SPD gefeuert wurde?

"Die SPD wollte zwar der FDP die Schuld am scheitern geben, "

Das wollte sie nicht nur, sondern hat es mit Recht getan. Genscher und Konsorten suchten ihre persönlichen Vorteile, die sie bei Kohl mit der gmW auch bekamen. Was dabei raus kam und bis heute gilt ist: Korruption an allen Ecken.


"aber die SPD hat den NATO Doppelbeschluß (Schmidt, Reagen, Miterand) nicht mitgetragen. Daran ist Schmidt in seiner eigenen Partei gescheitert."

Die einzig wahre Behauptung bisher.

"Die Folge des Beschlusses war die globale Abrüstung und die Wiedervereinigung 1989. "

Die Wiedervereinigung begann tatsächlich mit der Ostpolitik von Willy Brandt. Das ist historisch verbrieft. Ohne diese Annäherung hätten Gorbatschow (vielleicht hätte er ohne die Ostpolitik diese Position nie erreicht) und Kohl/Busch/Mitterand/Thatcher nichts zu tun gehabt. Thatcher hat ja bis zum Schluss dagegen gewettert.

Also, bevor Sie solch Blödsinn hier verzapfen, gucken Sie erst einmal, dass Sie Ihre Sozialkundekenntnisse uber das Grundschulniveau hinaus bringen, gell!


@ simbadische: Ich stimme Ihnen voll zu.
Tiburon_Blanco (05.04.2010, 01:12 Uhr)
Lamento und "Klein Klein" ??
Natürlich hat Kohl als Politiker einige Dinge erreicht, aber für mich ist er auch ein Krimineller - das ist erwiesen. Kohl jammert heute herum, dass seine kriminellen Aktivitäten überbewertet würden, obwohl er immer noch auf freiem Fuße ist. Das ist mal Gewinsel auf allerhöchstem Niveau. Ich würde den Kerl einbuchten bis er endlich Klarheit schafft welche kriminellen Kassen es damals bei der CDU wirklich gab und wer die Geldgeber waren. So was nennt man Beugehaft und einen kleinen Bürger trifft so was wegen ungleich geringerer Vergehen.
Yarramalong (04.04.2010, 01:14 Uhr)
Schimpf und Schande über Helmut Kohl?
Gemocht habe ich ihn nie, vielmehr habe ich viele böse Witze über ihn gerissen. Dass man hat die Klos in der Uni von Birnewitzen befreien müssen, schreibe ich seiner Humorlosigkeit zu. Er hat aber die Kommentare zu diesem Artikel wirklich nicht verdient. Auch wenn ich lieber anders urteilen würde: Helmut Kohl hat die beste Entscheidung für die deutsche Einheit getroffen. Ehren wem Ehre gebührt.
jetrabbit (03.04.2010, 22:25 Uhr)
nachdem sich die USA und UDSSR
totgerüstet hatten, kam gorbatchov. der hat dann sein land an den westen verkauft. als nichts mehr übrig war, und das russische parlament nur noch aus lobbyisten der ausländischen wirtschaftseliten bestand, kam putin und machte dem ausverkauf ein ende... kohl war zufällig kanzler als gorbatschov an der macht war.
gernoterich (03.04.2010, 19:23 Uhr)
sprachbehindert
Wenn Kohl schwer sprachbehindert und schreibbehindert ist, wer hat den Artikel geschrieben? Wahrscheinlich seine Frau und/oder der Chefredakteur der Bildzeitung und was soll ich dann von dem Artikel halten?
jetrabbit (03.04.2010, 18:58 Uhr)
warum ist kohl eine herrausragende persönlichkeit
dafür das er die kaufkraft der BRD minderte, oder sich von seiner frau abwandte. nur weil er zufällig president war als die russen beschlossen die DDR freizugeben, macht ihn nicht herrausragend im positiven sinne... kohl, schröder und merkel haben der BRD den grössten schaden zugefügt, bis jetzt, alles andere ist pure meinungsmache.
Nursery (03.04.2010, 13:00 Uhr)
Fehlgeleitet
Es gehört schon eine Portion dreistigkeit dazu dem Bürger "Kleinkariertheit" vorzuhalten.Er der sich Jahrzehnte wie ein Sonnengott mit Überheblichkeit und Klugen Sprüchen aufgeführt hat.Der sich Politisch ins jenseits befördert hat will über uns richten.Er hat es bis heute nicht verstanden und will es nicht Verstehen! Wie er und seine Partei unserem Land um Unsere Chancen gebracht hat.Die geistige Moralische Wende hat uns Jahre zurückgeschmissen und die Spaltung bis zum Exzeß zementiert hat.Also laßt die Beweihräucherung die Folgen seiner Amtszeit spüren wir heute. Mit Vermurksten EU- Verträgen, ,Bankenschieflagen,höchste Verbrauchssteuern auf Klein und Mittelverdienern.
Sternchen2020 (03.04.2010, 11:43 Uhr)
Na ja, man kann natürlich leicht "Lamento und Klein Klein" beklagen,
wenn man nicht in der Postion der meisten Bundesbürger sitzt. Deren Lebensverhältnisse haben sich nämlich seit Jahren drastisch verschlechtert und das Volk leidet unter der miserablen Politik.. Auf Dauer wird das nicht akzeptiert werden, dass sich einzelne Teile die Rosinen rauspicken, auf Kosten aller und sich mit Millionenzuwendungen einen schönen Lenz machen. Es wird allerhöchste Zeit, dass verantwortungsvolle, weitsichtige Politiker die Führung übernehmen und jene ablösen, die seit Jahren restlos versagen.
starmax (03.04.2010, 09:52 Uhr)
Oh nein, Herr Kohl...
wir sind mit der Aufarbeitung Ihrer politischen Fehlentscheidungen in Sachen Wiedervereinigung und Treuhand (schon das Wort ist eine Lüge!) noch nicht durch,
Deren Folgen bedeuten zusätzlich eine große Behinderung in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage.
Und von Ihnen Einsicht in Ihre moralisch-ethischen Verfehlungen und sgtrafbareb Handlungen("Schwarze Kassen") zu erwarten, hieße genau so dumm zu sein, wie Sie uns verkauft haben. Wahrscheinlich wollen Sie noch nicht einmal die heute deutlich sichtbaren Folgen der von Ihnen losgetretenen Lawine durch die zahlreichen Nachahmerk in Politk und Management zur Kenntnis nehmen...
Johann58 (03.04.2010, 08:56 Uhr)
@tannebaum
ich habe mich mal wieder koestlich ueber Ihren Kommentar amuesiert. Man kann es unter Realsatiere abbuchen und zum naechsten uebergehen.

Kohl war fuer Deutschalnd so was wie eine chronische Krankheit, die sich zum Schluss in Siechtum verwandelt hat and dem wir heute alle noch rumdoktern. Das Problem besteht ja dann darin, dass man es nicht rueckgaengig machen kann. Kohlwaere ohne die Wiedervereinigung keine 16 Jahre Kanzler gewesen, Er waere Anfang der 90ziger zum Teufel gejagt worden weil man damals schon erkannt hat, dass er einfach schlecht war. Andere wie Kiesinger waren sicher noch schlechter und als Kanzler war Erhard die Katastrophe in Person.

Kohl's Verdienst ist die Erfindung des Aussitzens als Regierungsform, der Mann ruhte immer in sich selbst bis zu dem Moment wo ihm jemand die Wahrheit ins Gesicht in Form von fliegenden Eiern geschleudert hat, da hat er dann seine Duennhaeutigkeit unter Beweis gestellt.

Man sollte seinen 80. feiern und ihn dann wieder in der Versenkung verschwinden lassen.
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