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30. April 2008, 14:46 Uhr

"Wir brauchen schonungslose Klarheit"

Die Deutschen haben nach Ansicht von Alt-Bundespräsident Roman Herzog "Angst vor Veränderung". Im stern.de-Interview fordert er mehr Mut und Opferbereitschaft von den Bürgern. Skepisch äußert sich Herzog zur neuen Fünf-Parteien-Landschaft.

Alt-Bundespräsident Roman Herzog fordert eine Umsetzung der Föderalismus-Reform© Andreas Rentz/Getty Images

Herr Bundespräsident, der Schlüsselsatz Ihrer bekanntesten Rede, der so genannten Ruck-Rede von 1997, lautet: "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen." Ist der Eindruck richtig, dass Sie immer noch auf den Ruck warten? Den Ruck der Politik und den Ruck der Wirtschaft?

Ja, so ist es. Aber auch auf den Ruck der Bevölkerung. Unser Problem ist ja, dass fast zu allen wichtigen Fragen die beiden großen politischen Lager fast gleich stark sind. Das heißt: Mal gibt es bei den Bürgern eine Mehrheit von 51 zu 49 Prozent und dann wieder eine von 49 zu 51 Prozent. Das sorgt zwar für maßvolle Entscheidungen, aber es verhindert mutige Entscheidungen, weil jedes Lager dabei befürchtet, der anderen Seite zu einer klaren Mehrheit zu verhelfen.

Für die Wirtschaft gibt es aber diese Ausgangssituation nicht.

Die Wirtschaft hat sich auch erheblich bewegt in den letzten Jahren. Der Druck der Weltwirtschaft hatte hier eine positive Wirkung. Die Wirtschaft zeigte sich offen für neue Ideen. Aber in der Politik hat sich sehr wenig getan. Die politische Maschinerie ist an vielen Punkten unverändert blockiert.

Kneifen die regierenden Parteien aus Angst vor dem deutschen Wähler, weil sie glauben, von ihm für Reformen bestraft zu werden?

Das spielt ganz bestimmt eine erhebliche Rolle. Die Angst der Deutschen vor Veränderung, vor allem im Sozialen, erhöht für reformbereite Parteien das Risiko, nicht mehr gewählt zu werden. Aber auch das Stillhalten ist eine riskante Politik. Keine Partei weiß, ob sie nicht nächste Woche dafür bestraft wird, dass sie nicht gehandelt hat. Dafür muss es in Deutschland wieder mehr Mut zu Entscheidungen geben, alle müssen ihre Opfer bringen.

Mehrheiten hätte die Große Koalition. Aber sie nutzt sie nicht. Weshalb?

Die politischen Ansatzpunkte von Union und SPD sind zu unterschiedlich. Da liegt der Konflikt immer gleich um die nächste Ecke. Hinzu kommt, dass erhebliche Gärungsprozesse auch innerhalb der Parteien ablaufen. In jeder Partei gibt es doch zwei Parteien. Eine, die schon kapiert hat, dass sich viel ändern muss, und eine, bei der diese Erkenntnis noch dauert. Das macht Reformprozesse so schwierig. Es fehlt am Mut, den Bürgern mit den überfälligen Zumutungen zu kommen.

Glauben Sie, dass die Große Koalition bis zur Neuwahl 2009 noch handlungsfähig ist?

Da die Kritik an der Koalition stetig wächst und sie außerdem drei kleine Parteien im Genick hat, wird ihr gar nichts anderes übrig bleiben, als wenigstens ein herzeigbares Restprogramm abzuliefern.

Was ist das zentrale Ziel des "Konvents für Deutschland", mit dem Sie für Reformen werben? Sie sagen: Die Reform der Reformfähigkeit bewirken. Sehr erfolgreich waren Sie dabei bisher nicht.

Die Außenwirkung hat für uns nur eine Bedeutung am Rande. Was die Bundesrepublik vor allem bremst, ist die nach wie vor ungelöste Föderalismusreform. So lange deren finanzielle Seite nicht entschieden ist, hängt fast alles in der Luft. Das Bund-Länder-Verhältnis ist nur das eine, ebenso wichtig ist das Bund-Länder-Kommunen-Verhältnis. Die Gemeinden gehen doch am goldenen Zügel finanzieller Abhängigkeit und in den Fesseln von Verwaltungsvorschriften. Wenn ich Aufgaben von oben nach unten gebe, aber das notwendige Geld nicht mitreiche, dann kann ich das gleich einstellen.

Im Konvent für Deutschland arbeiten ja renommierte Altpolitiker mit. Sagen Sie denn heute, was Sie sich zu aktiven Zeiten nicht zu sagen trauten?

Das weiß ich nicht. In meinem Fall hatte ich als Verfassungsrichter und Bundespräsident 16 Jahre immer ausgewogen zu sein. Das muss ich heute zum Glück nicht mehr. Außerdem gibt es bei uns Älteren auch Erkenntnisprozesse, die abgelaufen sind.

Also politische Altersweisheit?

Ja, indem wir die Dinge klarer ansprechen und die Probleme ungeschönt beschreiben. Und zuweilen erlauben wir uns, das eigentlich Undenkbare zu denken.

Sie haben einmal gesagt, wir bringen den Kindern an den Schulen nicht zu wenig, sondern zu viel bei. Beim Blick auf die schlechten Pisa-Ergebnisse scheint uns das ein sonderbarer Rat zu sein.

Wenn es richtig ist, dass sich das Wissen der Menschheit alle zehn Jahre verdoppelt, dann hat es sich seit 1945 vervierzigfacht. Das kann die Schule nicht vermitteln. Sie versucht es dennoch, indem sie die Kinder wahnsinnig mit Stoff belastet. Mit der Folge, es wird zu wenig erklärt und zu wenig eingeübt. Am Ende steht, dass die Kinder in der Schule eine Menge hören, es aber nicht mehr wissen, wenn sie aus der Schule kommen. Das ist der entscheidende Punkt: Es kommt nur darauf an, was die Kinder am Ende wissen. Unter diesem Gesichtspunkt bringen wir den Schülern nicht zu wenig bei, sondern zuviel.

Was wollten Sie eigentlich mit Ihrer Warnung vor einer Rentnerdemokratie erreichen? Die Jungen gegen die Alten aufstacheln?

Nein. Es muss jetzt wieder ein neuer Generationenvertrag zustande kommen. Der von 1957, bei dem die Jungen den Alten ein sicheres Leben garantiert haben, funktioniert nicht mehr. Jetzt müssen die Alten den Jungen versprechen: Wir werden unser politisches Gewicht an der Wahlurne nicht missbrauchen, um uns Privilegien zu sichern. Die Rentner müssen bereit sein, ihre Anforderungen so zu mäßigen, dass die Jungen auch noch eine Zukunft im Alter haben.

Wenn Sie daran denken, dass die Große Koalition 2009 fortgesetzt werden könnte, wie ist es Ihnen dann zumute?

Natürlich wäre mir eine beweglichere Koalition lieber, als die Große Koalition es ist. Es zeichnet sich allerdings ab, dass es künftig auch Drei-Parteien-Bündnisse geben wird. Ob es dann aber besser läuft, das bezweifle ich. Ich persönlich war immer gegen Große Koalitionen, schon deshalb, weil es dann an einer starken Opposition fehlt.

Dann müssten Sie den Volksparteien einen Rat geben können, wie sie wieder über 40 Prozent kommen. Wie könnte der lauten?

Auf jeden Fall mutiger zu sein. Und wenn man schon in einer Großen Koalition sein muss, auch das zu machen, was man vorher versprochen hat. Dies ist jetzt ja leider nicht der Fall. Mein Rat ist: Schonungslose Klarheit. Nur so können sie Vertrauen aufbauen. Manchmal werden ja bestimmte Jahrhundert-Reformen verkündet. Wer so redet, ist entweder ein Lügner oder er versteht gar nicht, wovon er redet.

Sie haben einmal gesagt, das Volk sei nicht dümmer als die Ministerialräte, die die Gesetze machen. Auch heute noch Ihre Meinung?

Ja. Leider sind die Bürger genau so unentschieden wie ihre Politiker und ihre Ministerialbürokratie.

Vielleicht haben die Bürger Angst vor der Freiheit?

So ist das Leben nun mal.

Interview: Hans Peter Schütz
 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
Georges13437 (01.05.2008, 16:10 Uhr)
Herr Herzog ist ihnen langweilig?
Das Gelaber eines alten Mannes, der mit hohen Bezügen, auf Kosten der Allgemeinheit, sich unzufrieden fühlt und ständig auf das normale Volk einschlägt. Schade, dass man sie nicht rückwirkend ihres damaligen Amtes entheben kann, dann wäre der Allgemeinheit viel erspart geblieben und wir hätten noch alle viel Geld gespart. Was sie machen , gleicht schon einer Volksverhetzung, sie treiben die Menschen gegeneinander zu. Wer ermöglicht es ihnen eigentlich ständig den Menschen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Mit ihrem ständigen Gehabe, haben sie sich mittlerweile zum schlechtesten Bundespräsidenten (AD) gemacht. Sie sind nur noch peinlich. Sie sind doch nun ein Greis, genießen sie doch ihre verbleibenden Tage und nerven sie nicht die Bevölkerung.
MfG Georges13437
Sozi_nein_danke (01.05.2008, 10:56 Uhr)
Ein Ruck gegen Steuervernichter
Es ist an der Zeit, dass durch das deutsche Volk ein Ruck geht und es diese Mafia (Konvent für Deutschland) zum Teufel jagt. Unglaublich mit welchen Parolen diese Volkschädlinge versuchen ihre Pfründe zu sichern und zu verteidigen. Nachdem sie sich über 60 Jahre auf Kosten des Volkes bereichert und nun die Karre an die Wand gefahren haben, bangen sie um ihre Errungenschaften und hetzen die Jugend gegen die Rentner auf. Mit keinem Wort erwähnt Herr Herzog den überdimensional aufgeblähten Staatsapparat, der das Übel der gesamten Misere ist und das Volk verarmen lässt.
talkingkraut (30.04.2008, 22:31 Uhr)
ÖR gehört abgeschafft
Herzog hat das Grundgesetz kommentiert, dann müsste er eigentlich längst festgestellt haben, dass die Zwangsgebühr für den ÖR gegen den Artikel V und die darin auch bestimmte passive Meinungsfreiheit verstößt, vor allem in der das Medienbudget der Kleinen Leute vollständig aufzehrenden Höhe. Was sich in Deutschland Elite nennt, ist mehr oder weniger ein Zwangskartell der Mittelmäßigkeit, das vor unüberwindbaren Denkblockaden steht, wenn es einmal gilt, darauf zu verzichten, was man sich gegenseitig auf Kosten der Bürger zugeschanzt hat.
talkingkraut (30.04.2008, 22:13 Uhr)
Dummschwätzer mit vollem Amtsgehalt
Hab ja nichts dagegen, dass Politiker gut verdienen, aber dass ein Bundespräsident, auch im Ruhestand noch sein volles Gehalt bekommt, ist dann doch etwas zu tief in die Tasche der Bürger gegriffen. Die Regelung beim Bundespräsidenten, Ruhegehalt gleich Amtsgehalt, gehört schleunigst abgeschafft.

Dass sich das Wissen der Menschheit innerhalb von fünf Jahren verdoppelt, hat eigentlich wenig Auswirkungen auf das schulische Curriculum. Auf die Schulmathematik hat es keine Auswirkungen, nicht auf den Fremdsprachenerwerb, Latein ist davon sowieso unberührt, aber auch moderne Fremdsprachen. Auch wenn gesprochene Sprachen sich ändern, dann doch sehr langsam, die Änderungen brauchen kaum im schulischen Curriculum berücksichtigt zu werden, weil der Grundstock an Fremdsprachenkenntnis und Fertigkeit, den die Schule nur vermitteln kann, davon unberührt bleibt. Man sieht daran denke ich, dass dieser Mann, sobald er sich außerhalb seines Fachgebiets Jura bewegt, ziemlich dumm daherredet.
Reality (30.04.2008, 21:00 Uhr)
Der Fisch fängt vom Kopf her an zu stinken.
Einen merkwürdigen Staat wollen doch diese Privilegierten.
Selbst auf nichts verzichten aber andere die wesentlich weniger haben als sie, sollen entbehren.
-
Schön wäre mal von ihnen Herr Herzog, ein Zeichen zu sehen, welches ihnen bei ihrer fürstlichen,
(herzoglichen) Vergütungen, ein leichtes sein dürfte.
Doch da wartet der normale Bürger vergebens darauf.
Wissen sie eigentlich, daß die Beamtenpansionen eine deutliche Anhebung erfahren haben ? Diese Erhöhung der Beamtenpansionen hat natürlich auch bei ihnen ihre Auswirkung - gelle !
Wissen sie, daß ein Beamter nach 25 Jahren im Dienst, soviel Pension bekommt, wie ein normaler Durchsnittsrentner, der 40 Jahre eingezahlt hat ?
Wissen sie, daß ein Beamter nach 40 Jahren eine Pension erhält, die mindestens doppelt so hoch ist wie die eines Durchnitts-Rentners der ebenfalls 40 Jahre eingezahlt hat.?
Wissen sie, ich glaube dieser Staat fängt langsam vom Kopfe her an zu stinken und zwar kräftig.
Das sollen wir doch nicht noch unterstützen - gelle oder doch ?
Unser Problem ist, wir haben zu viele von diesen Beamten, die gut entlohnt werden und nicht darüber nachdenken, von wem sie das Geld dafür bekommen.
Statt dankbar zu sein, daß man ihnen das Ihrige gönnt, schauen sie auf die einfachen Leute die ihr Geld sauer verdienen müssen, noch hochnäsig herunter.
Wenn sich das nicht noch mal rächt.
Aber Herr Schäuble hat schon für diese Zeit seine Vorkehrungen getroffen - gelle.
Man wie blöd halten sie uns eigentlich ?
Daisan (30.04.2008, 20:31 Uhr)
Herr Herzog, lästern lässt es sich leicht
mit einer Pension, die die durchschnittliche Rente um ein mehrfaches übersteigt.
Komisch, es wird immer von denen, die wenig oder nicht haben bzw. ein sehr niedriges Einkommen haben, "Flexibilität" und Opferbereitschaft gefordert!
Wie sieht es denn mit Ihrer aus, Herr Herzog? Oder der von Ackermann, Obermann, Familie Quandt, Familie Bertelsmann, den Herren Politikern, den Lobbyisten den McKinseys und sonstigen "Beratern" etc. aus?
Wasser predigen und Wein trinken, das könnt Ihr. Was für eine Elite - und ein erbärmliches Armutszeugnis für das untere Mittelmaß, das in Wirklich keit oben sitzt.
MRP66 (30.04.2008, 20:24 Uhr)
Herr Herzog,
Sie wünschen sich einen Ruck von der Bevölkerung? Dieser Ruck wird schon noch kommen, nur nicht in die Richtung, die Sie sich gerne wünschen. Glauben Sie denn wirklich wir sind so dumm um noch den Staatsdienern zu folgen? Diese Zeiten sind vorbei! Wir haben gesehen und viele am eigenen Leib erfahren müssen, was diese Damen und Herren uns und unserem Land angetan haben. Nie mehr!
Herr_Lich (30.04.2008, 20:15 Uhr)
Ja, ja, er hat die Zeichen der Zeit erkannt...
Mäßigung von Rentnern fordern, während man selber mit einer üppigen Pension das Leben im Alter, in vollen Zügen genießen kann, scheint für Herrn Herzog kein echter Widerspruch zu sein.
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Ja Herr Herzog, sie können davon ausgehen, daß die Bürger auch weiterhin Angst vor Reformen haben werden, die von privilegierten Politikern erdacht werden, die selber von diesen Reformen gar nicht betroffen sind.
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Steuerverschwendung von jährlich zig MIlliarden EUR durch die Politik, dazu die Milliarden, die durch ausufernde Bürokratie verursacht werden usw..... Wir brauchen wirklich Reformen, aber diese dringend notwendigen Reformen wird es leider nie geben, weil die Politiker selber davon betroffen wären! Und wenn man etwas, über alle Parteien hinweg, über Politiker sagen kann, dann daß sie nie gegen ihre persönlichen Interessen handeln und entscheiden, aber gerne, wie Herr Herzog jetzt wieder, Wasser predigen und selber Wein trinken.
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Schonungslose Klarheit? Dann fangen sie doch mal bei sich und ihresgleichen an Herr Herzog, und forden sie nicht zuerst von anderen, was sie selber nicht bereit wären zu leisten!
HelmutWarner (30.04.2008, 19:10 Uhr)
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Roman Herzog!

Si tacuisses, philosophus mansisses.
Weiteres zu diesem Artikel, sowie zum Grundrecht auf Dummheit, zur Rentnerdemokratie, zum Generationenvertrag, zum scheinbaren Generationenkonflikt, zur Ausplünderung der Jungen durch die Alten und – last not least – zu dem vom Bundesverfassungsgericht unter Ihrem Vorsitz im Jahre 1985 bezüglich der Krankenversicherung der Rentner gesprochenen Urteil, BVerfGE 69, 272, u.a.m., werde ich bald ein gesondertes Schreiben an den Verfasser des Artikels schicken. Die Sache muss bald geklärt werden.
Eines ist sicher, Sie und Ihre Richterkollegen, die das genannte Urteil mit unterzeichnet haben, haben sich in einem Punkt geirrt, und das ist: die im Jahre 1941 von den „Nazis“ verfügte Pflichtmitgliedschaft von Rentnern in der GKV ist in der 8. Legislaturperiode während der Kanzlaarschaft von Helmut Schmidt nicht aufgehoben, sondern bekräftigt und beibehalten, worden.
HelmutWarner (30.04.2008, 19:02 Uhr)
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Roman Herzog!
Si tacuisses, philosophus mansisses.
Weiteres zu diesem Artikel, sowie zum Grundrecht auf Dummheit, zur Rentnerdemokratie, zum Generationenvertrag, zum scheinbaren Generationenkonflikt, zur Ausplünderung der Jungen durch die Alten und – last not least – zu dem vom Bundesverfassungsgericht unter Ihrem Vorsitz im Jahre 1985 bezüglich der Krankenversicherung der Rentner gesprochenen Urteil, BVerfGE 69, 272, u.a.m., werde ich bald ein gesondertes Schreiben an den Verfasser des Artikels schicken. Die Sache muss bald geklärt werden.
Eines ist sicher, Sie und Ihre Richterkollegen, die das eben genannte Urteil mit unterzeichnet haben, haben sich in einem Punkt geirrt, und das ist: die im Jahre 1941 von den „Nazis“ verfügte Pflichtmitgliedschaft von Rentnern in der GKV ist in der BRD nicht aufgehoben, sondern vom Gesetzgeber in der 8. Legislaturperiode 1977 bestätigt und beibehalten, worden.
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