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Islamisten planten Attentate - Polizei nimmt mehrere Verdächtige fest

Im Morgengrauen schlagen die Ermittler zu. Seit Wochen hatten sie eine Gruppe von Algeriern im Visier. Die Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat sollen Anschläge geplant haben - womöglich auch in Deutschland.

SEK-Polizisten in voller Montur verlassen eine durchsuchte Wohnung in Hannover

Polizisten verlassen die Wohnung eines Verdächtigen in Hannover. Dort wird weiterhin nach einem 26-Jährigen gesucht. Allein in Berlin waren im Rahmen einer bundesweiten Razzia 450 Beamte im Einsatz.

Bei Razzien in mehreren Bundesländern hat die Polizei mehrere Islamisten festgenommen, die ein Attentat in Deutschland oder im europäischen Ausland geplant haben sollen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) aus Sicherheitskreisen wurde der Hauptverdächtige, ein 35-jähriger Algerier, am Donnerstag im nordrhein-westfälischen Attendorn festgenommen. Ein zweiter Algerier wurde in Berlin festgesetzt. Weiter gesucht wird laut Polizei nach einem 31-Jährigen in Berlin und einem 26-Jährigen in Hannover. Allein in Berlin durchsuchten 450 Polizisten vier Wohnungen und zwei Betriebe.

Bei den Ermittlungen hatte sich nach DPA-Informationen ein Bezug der Verdächtigen ins Bürgerkriegsland Syrien ergeben. Ob die Männer Kampferfahrungen haben, war unklar. Der Hauptverdächtige hielt sich demnach in einem Erstaufnahmeauflager für Flüchtlinge in Attendorn im Kreis Olpe auf. Der Mann wird wegen Zugehörigkeit zur Terrorgruppe Islamischen Staat (IS) auch von algerischen Behörden gesucht. Er soll in Syrien militärisch ausgebildet worden sein. Auch in Hannover wurde am Donnerstagmorgen ein Flüchtlingsheim durchsucht.

Gruppe wollte in Berlin Attentate vorbereiten

Gegen die Männer wird bereits seit mehreren Wochen ermittelt. Die Erkenntnisse hätten sich um den Jahreswechsel herum verdichtet. Demnach wollte die Gruppe in Berlin zusammenkommen, um Attentate vorzubereiten. Wie weit die Pläne bereits fortgeschritten waren, blieb zunächst offen. Ob die Verdächtigen einen konkreten Anschlagsort im Visier hatten, war zunächst ebenfalls nicht zu erfahren.

Nach den Informationen erhielt die Polizei den ersten Hinweis auf den Hauptverdächtigen in NRW vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Bei den weiteren Ermittlungen seien Kontakte des Mannes zu Islamisten in Berlin und Hannover festgestellt worden.

Ein VW-Bulli der Polizei steht vor einer Flüchtlingseinrichtung in Attendorn/Sauerland

Polizeiwagen vor dem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in der Rundturnhalle in Attendorn. Hier wurde bei einer bundesweiten Razzia gegen Islamisten der Hauptverdächtige festgenommen.


Dritte Festnahme ohne Terrorverdacht

Das Berliner Landeskriminalamt leitete die Aktion der zeitgleichen Durchsuchungen. Sichergestellt wurden Computer, Mobiltelefone und Aufzeichnungen. Das Material wird nun ausgewertet. Festgenommen wurde in Berlin auch eine Frau aufgrund eines Haftbefehls, der aber nichts mit dem Terrorismusverdacht zu tun habe, hieß es.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) erklärte, die Bedrohungslage durch militante Islamisten bleibe hoch. "Wir haben weiterhin allen Grund, wachsam und vorsichtig zu sein." Ein konsequentes Vorgehen gegen die Islamistenszene sei geboten - vor allem, wenn es um mögliche IS-Bezüge geht.

dho/DPA/AFP
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