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23. Juni 2010, 10:00 Uhr

"Ich wäre eine gute Ergänzung zur Kanzlerin"

Er ist ein Freund der Kanzlerin und bleibt es auch in schwierigen Zeiten wie diesen. Obwohl Angela Merkel sich für Christian Wulff als Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl entschieden hat, sähe Joachim Gauck in sich und der Kanzlerin ein gutes Team. Gerade weil er selbst parteiunabhängig ist.

Gauck, Joachim Gauck, Bundespräsident,

Joachim Gauck will dem Denken einen größeren Stellenwert zukommen lassen© Sebastian Willnow/DDP

Der parteilose Kandidat von SPD und Grünen für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, glaubt, dass er im Falle eines Wahlsiegs eine gute Ergänzung zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre. In einem Gespräch mit dem stern antwortete Gauck auf eine entsprechende Frage: "Ja, warum nicht!?" Gauck äußerte zwar Verständnis für die Entscheidung Merkels, den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) ins Rennen zu schicken - "Ihr Handeln wird sehr stark von Überlegungen zum Machterwerb und Machterhalt bestimmt."

Gleichzeitig kritisierte er aber auch die taktischen Erwägungen, die hinter der Nominierung Wulffs stehen. "Ist es in einer Krisensituation wie der jetzigen angemessen, das übliche Nominierungsverfahren durch die Parteien fortzusetzen? Oder besteht mit einem parteiunabhängigen Präsidenten nicht eine besondere Chance, dem Denken für das Ganze einen größeren Stellenwert zukommen zu lassen?", fragte Gauck im stern.

Gauck kritisierte das Erscheinungsbild, das die Politik in Berlin derzeit abgibt heftig: "Sie wirkt gerade wie eine Mannschaft, die krampfhaft gegen den Abstieg spielt." Er wisse allerdings auch, so Gauck, dass Politik nicht immer dazu da sein könne, Begeisterung auszulösen. Das positive Echo, das seine Kandidatur auslöse, liege womöglich im "Bedürfnis nach Vertrauen und Glaubwürdigkeit", so Gauck. Er sei aber auch alt und erfahren genug, "um zu erkennen, dass mit meiner Kandidatur auch ein taktisches Kalkül von SPD und Grünen verbunden ist".

Lesen Sie das gesamte Interview ...

Lesen Sie das gesamte Interview ... ... mit Joachim Gauck im neuen stern

 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Galgo (24.06.2010, 16:33 Uhr)
Der beste Kommentar zum Thema!
Der treffendste Kommentar zu dieser Bundespräsidenten-Wahl und zu den Kandidaten steht im Stern Nr. 25 vom 17.06.2010 auf Seite 117 unter Bestseller der Woche "Sachbücher" - die Besprechung von Gaucks Buch!! - Da ist wundervoll formuliert, was auch mir bei beiden Kandidaten Bauchchmerzen macht - einfach nur "Klasse"!!
ganzbaf (24.06.2010, 11:41 Uhr)
Keiner...

außer Heiner ;-J
sachsenwini (24.06.2010, 11:02 Uhr)
@ tannebaum ? ich finde ihn auch gut! zumal er für aufklärung und wahrheit steht.

Gauck, Wahrheit und Aufklärung? Sind Sie sich da so sicher?

tannebaum (24.06.2010, 08:38 Uhr)
gauck...
hat viel mehr potential in sachen unruhe ud aufmerksamkeit als alle spd-politiker zusammen.

es mag deren idee sein, sein selber umsetzten können sie es nicht. dazu bedarf es eines mannes mit format und charakter...

ich finde ihn auch gut! zumal er für aufklärung und wahrheit steht.
SethusCalvisius (24.06.2010, 02:42 Uhr)
Taktisch
war es eine Meisterleistung der SPD, einen Kandidaten zu benennen, den ein großer Teil des politischen Gegners gerne wählen würde. Damit hat die SPD mehr Unruhe in die Regierungskoalition gebracht, als der beste SPD-Kandidat es vermocht hätte.

Auf der anderen Seite hat man einen Mann nominiert, der für die Politik steht, von der sich die SPD gerade mühsam wieder ein bisschen distanziert. Man hat den Eindruck, Köhler stand der neoliberalen Politik kritischer gegenüber als Gauck. Das könnte bei einer erfolgreicehn Wahl zum Problem werden. Aber damit rechnet vermutlich niemand. Ein paar Stimmen von CDU/FDP für Gauck würden reichen, um den Eindruck der Zerstrittenheit zu untermauern. Und darum geht es bei dieser Nominierung ja vorrangig.
Es spricht immerhin für Gauck, dass er diese taktischen Gründe gar nicht abstreitet.
Prologo (23.06.2010, 21:31 Uhr)
Mit Gauck wählen, >>>>endlich die Merkel abwählen,.....

....mehr ist die Sache nicht wert, oder...?

MfG,
T.
sachsenwini (23.06.2010, 17:23 Uhr)
Es wird langsam peinlich,

wie man diesen pensionierten Aktenverwalter aufzuwerten versucht.
Wenn er so ein guter alter Freund der Kanzlerin ist und für sie eine so wertvolle Ergänzung wäre, dann frage ich mich, warum sich CDU und FDP einen anderen Kandidaten ausgesucht haben.
Vielleicht war Gauck ein ganz ordentlicher Seelsorger, Sicherlich hat er auch als Aktenverwalter vielen dienen können, aber was er jetzt im Schloss Bellevue will ist mir rätselhaft.

Wenn er unbedingt eine Altersbeschäftigung haben muss, dann könnte er doch innerhalb des karitativen Dienstes der evangelischen Kirche auch noch ganz nützlich sein
Superroman (23.06.2010, 17:15 Uhr)
Braucht doch kein Mensch..
Brauchen wir nen sündhaft teuren Bundespräsidenten? Braucht irgendjemand ein von den zwei zur Wahl stehenden Würstchen? Und braucht Deutschland eine gute Ergänzung zu Merkel? Eine gute Ergänzung zu Merkel...Des Teufels rechte Hand oder wie? Weg mit dem Gesindel, am besten gestern. Wo bleibt die verdammte Vertrauensfrage? Die Regierung Merkel ist die zweitschlimmste, die wir je hatten und ich halte den Abstand sogar noch für gering...
Satyros (23.06.2010, 14:51 Uhr)
Gauck hat Blut geleckt
So honorig Herr Gauck auch immer daher kommen mag, mir wird sein Wahlkampf jetzt zu penetrant. Seine Freiheitsparolen passen ja wohl mehr zur FDP. Immerhin schoen, dass er das Nominierungskalkuel von Rot-Gruen verstehtt, aber auch das kommt mir jetzt allzu kokett.
So viel Flexibilitaet laesst vom alten Wendehals nichts Gutes erwarten.
AxelR. (23.06.2010, 14:49 Uhr)
da kommen Zweifel...
Bei so viel Medienpräsenz kommen einem Zweifel an der Eignung von H. Gauck als Bundespräsident. Der Herr führt ja einen richtigen Wahlkampf. Von einem Bundespräsidenten erwarte ich mehr als Reden unter Tränen und Eigenwerbung. Repräsentieren ist an sich schon eine Kunst.
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