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11. Januar 2010, 09:12 Uhr

Müller vermisst klare Strategie

Erst waren es ein paar Landespolitker aus der zweiten Reihe. Nun aber reiht sich ein CDU-Ministerpräsident in die Schar der Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Führungsstil ein. Saarlands Regierungschef Peter Müller mahnt eine klare Strategie an. Andere vermissen den alten Corpsgeist.

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Fürchtet um den Status der CDU als Volkspartei: Saarlands Ministerpräsident Peter Müller© Berthold Stadler/DDP

In der CDU reißt die interne Strategiediskussion nicht ab. Saarlands Regierungschef Peter Müller forderte von der Parteispitze eine klare Strategie, wie die Stellung der Partei wieder gestärkt werden könne. "Die entscheidende Frage für die CDU ist: Wie erhalten wir den Anspruch aufrecht, Volkspartei zu sein?", sagte er dem "Handelsblatt". Bei allen Wahlen im vergangenen Jahr mit Ausnahme in Sachsen sei die CDU nur zwischen 30 und 35 Prozent gelegen, in Brandenburg sogar weit darunter. "Unser Thema muss sein: Was müssen wir tun, damit wir wieder 40 plus X erreichen? Nur dann kann der eigene Anspruch, Volkspartei zu sein, aufrechterhalten werden."

Gröhe will christliche Wertvorstellungen stärken

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe will laut "Handelsblatt" das christliche Wertefundament seiner Partei künftig wieder stärker in den Mittelpunkt stellen. "Ganz wichtig ist mir die Schärfung unseres Profils als Partei, deren Politik auf christlichen Wertvorstellungen beruht." Der CDU-Bundesvorstand werde daher bei seiner Klausur am Donnerstag und Freitag mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und mit der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann diskutieren. Das sei eine ganz bewusste Entscheidung. "Wir hätten ja auch einen prominenten Manager einladen können."

Der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, forderte mehr Geschlossenheit in der CDU. "Mir fehlt die innerparteiliche Solidarität. Wir brauchen wieder diesen Corpsgeist, der uns als CDU immer ausgezeichnet und stark gemacht hat", sagte er der "Rheinischen Post".

Wahlsieg war "schlicht Glück"

Am Wochenende hatten mehrere CDU-Landespolitiker mit einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" für Wirbel gesorgt. Darin warfen die Fraktionschefs aus Hessen, Sachsen und Thüringen, Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring, sowie die brandenburgische Vize-Vorsitzende Saskia Ludwig Kanzlerin Angela Merkel einen "präsidialen Stil" vor. Im Bundestagswahlkampf sei sie nicht als Spitzenkandidatin der Union, sondern als Kanzlerin der Großen Koalition aufgetreten. "Die Regierungsmehrheit für CDU/CSU und FDP war nicht das Ergebnis einer überzeugenden Wahlkampfstrategie. Vielmehr hatte die Union schlichtweg Glück", hieß es in dem Beitrag.

Flath verteidigte am Montag seine Kritik und Zeitpunkt der Veröffentlichung. Er sehe sich nicht als Rebell, er habe aber das Gefühl, dass er vielen durchaus aus dem Herzen gesprochen habe, sagte er der "Leipziger Volkszeitung". "Ich halte den Zeitpunkt am Beginn einer Legislatur zur Weichenstellung in der CDU für sehr geeignet." Ziel sei es, eine Diskussion in der CDU in Gang zu bringen, "um die Ursachen unseres unbefriedigenden Wahlergebnisses zu analysieren".

Guttenberg und de Mazière stärken Kanzlerin den Rücken

Kritik an den Kritikern kam von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Ich richte mich vor allem gegen den Stil (...) Natürlich ist jeder Diskussionsbeitrag über die Linie einer Partei in Ordnung, aber wenn man es auf diese Weise öffentlich macht, führt es eher dazu, dass die Diskussion erstickt als dass sie belebt wird", sagte de Maizière dem "SachsenSpiegel" des MDR.

Unterstützung erhielt Merkel auch aus der CSU. Im "Bericht aus Berlin" in der ARD bescheinigte ihr Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg einen "exzellenten Führungsstil" und sagte: "Es ist eine führungsstarke Kanzlerin und eine, die die Koalition bestens im Griff hat."

DPA
 
 
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Aufwachen Frau Merkel
KOMMENTARE (10 von 24)
 
laohu (13.01.2010, 20:11 Uhr)
Merkels Strategie
Obgleich bei Merkel gebetsmühlenartig Führungsstärke, Profil sowie klare Strategie moniert werden, so kann ich für meinen Teil jedenfalls letzeres über die Jahre eindeutig erkennen. Ihre Strategie lautet ganz brutal: "Wie drehe ich die Dinge so hin, dass es wenigstens nach aussen so wirkt, als hätten wir alles im Griff, wobei mir gleichgültig ist, ob wir's wirklich im Griff haben oder nicht, solange ich zum Einen meine Macht und zum Anderen zeitgleich mein mühsam aufgebautes "Ich bin die Nette"-Image bewahre?" Was ich in Ironie damit andeuten will, ist, dass Merkel sooo weit weg von Kohl nicht ist. Nur war's bei Kohl offenkundig, und er legte keinerlei Wert darauf, bei all der Wahrheitsbeugung freundlich zu wirken. Ich wundere mich eigentlich nur noch darüber, dass es immer noch viele Leute gibt, die Politikern Glauben und Vertrauen schenken.
MBALZ (12.01.2010, 11:25 Uhr)
Wie kann Kooperation bei Konkurrenzintensivierung funktionieren?
Die Charakterisierung von zwei Parteien respektive Parteigruppen, die um Wählerstimmen bei der gleichen Klientel buhlen, als Wunschpartner war eine grandiose intellektuelle Fehlleistung. Wie können zwei Partner, die als Folge eines Wahlergebnisses ihren Wettbewerb noch intensivieren, erfolgreich miteinander kooperieren? Da muss zwangsläufig ein vage gehaltener Koalitionsvertrag mit den nun sichtbaren Problemen herausspringen. Völlig verständlich hat die Union zum Ziel erklärt, an die Liberalen verlorene Wählerstimmen zurückgewinnen zu wollen. Harmonie bzw. effektive Arbeit sind damit Illusion.

Es bleibt dabei, für die Bewältigung der Krise hätte man die erfolgreiche Arbeit der sozialen Koalition der politischen Vernunft (Schwarz-Rot) zum Wohle Deutschlands fortsetzen müssen.

Merkel ist die falsche Kanzlerwahl für Schwarzgelb!

Der Begriff Große Koalition ist eine antiquierte Kampfvokabel aus dem vorigen Jahrhundert. In der realen deutschen Fünf-Parteienlandschaft 2010 und ihren Mehrheits- bzw. Größenordnungsverhältnissen bei der bekannten Diagnose von Partikularisierungstendenzen/abnehmenden traditionellen Bindungen kann es eine derartige Charakterisierung gar nicht mehr geben. Man muss vielmehr stabile Mehrheiten, durchaus temporär, für sich stellende Probleme suchen und finden.


ganzbaf (11.01.2010, 18:20 Uhr)
Die Gewinne...

und große Einzelvermögen sind zu groß!
Dieses Geld muß vielmehr in Arbeitszeitverkürzungen und Mindestlöhne gesteckt werden!

Nur SO (und nicht über Wachstum) kann die Arbeitslosigkeit in Deutschland noch sinken.

Es ist im Gegenteil so: Seit 30 Jahren wächst die Wirtschaft in Deutschland (die Gewinne sowieso) nur die Arbeitslosenzahlen steigen laufend und die Löhne sinken...? !! ;-)

Aber darauf muß ein Konservennaiver erst mal kommen.... ;-))
tannebaum (11.01.2010, 17:43 Uhr)
@Bontos
wer bitte geht dann noch arbeiten, wenn er geld nach hause bekommt??? lächerlich!!!

kommnisten glaubten auch, dass man geld abschaffen könne und der mensch geht in den supermarkt geht in den supermarkt und wird sich nur nehmen, was er wirklich braucht... genauso eine blödsinn!!!

der mensch strebt immer nach mehr. und sei es nur mehr als der nachbar!

wahrscheinlich wünschen sie sich das, weil sie selbst ihre arbeit hassen und aufhören wollen oder schon längst nicht mehr arbeiten.
tannebaum (11.01.2010, 17:39 Uhr)
@Johann58
was adenauer versprach war ja richtig... nach 45 konnte es nur in eine richtung gehen!

kohl hat sehr wohl gemerkt, dass was gemacht werden musste. seine reform war die bis heute je höchste eingereichte summe in den bundesrat. dort ist sie von oskar blockiert worden!
ab dann bewegte sich in deutschland nichts mehr und der kohl saß seine zeit aus.

es wäre sehr interessant gewesen, wenn man seine reformen angenommen hätte. aber so haben wir bis heute das unveränderte system (was ja, wie wir alle wissen, nicht funktioniert und immer neue schulden aufbaut) aus den sechzigern.

keine partei traute sich so etwas je wieder. und die kleinen schröderschritte in die richtige richtung, hat ja seine eigene partei gleich wieder zerrissen.
tannebaum (11.01.2010, 17:33 Uhr)
@nightmare
oh, wie wunderbar.... sie sind derart uninformiert, dass wird die regierung freuen.

der bund und seine sozialausgaben ist ja nur eine sache. hartzIV und anderes ländersache. rechnen sie aber die summen zusammen, so sehen sie was??? richtig: sozialausgaben platzen aus allen nähten.

aber sie scheinen der frau merkel erlegen zu sein und hängen an deren lippen. nun laufen sie los und verbreiten die guten nachrichten der regierung, dass alles besser ist. toll, dann wirken ja wenigstens bei ihnen die umschichtereien!!!

im ersten jahr von hartzIV verrechnete sich herr eichel gleich um 10 milliarden! so viel mehr kostete hartzIV dann wirklich (das war zu dem zeitpunkt mehr als die alte sozialhilfe).

der ex-arbeitsminister olaf scholz mahnte zu noch mehr sparsamkeit. sein statement war: Allein mit ?Hartz IV-Beziehern und Rentnern? könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren.
so schlimm sah näcmlich die kassenlage aus und die länder brüllten nach geld.
gleichezitig watschte er aber berlin ab (weiss ich noch, weil ich hier wohne):
Bei den Ausgaben für Miete und Heizung von Langzeitarbeitslosen ?wäre eine Ausweitung der Prüftätigkeit wünschenswert?, heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums, aus der das Magazin ?Focus? zitiert. Das Arbeitsministerium schätzt demnach, dass allein das Land Berlin jährlich noch 30 Millionen Euro einsparen könnte.

anlass für solche szenarien sind leider nicht zu volle, sondern immer weiter leerende kassen.
da hilft es auch nicht, wenn heute die regierungen lamentieren, die beiträge wären stabil geblieben...
1. werden krankenkassen 2010 alle noch den zusatzbeitrag erheben...
2. hat die bundesanstalt für arbeit 13,6 milliarden miese gemacht (weil so viele arbeitslos oder in kurzarbeit sind). konnte dieses noch für 2009 mit rücklagen gegenfinanziert werden. 2010 nicht mehr...

möchten sie mehr fakten, wo steuergelder oder rücklagen immer mehr in den sozialtopf involviert werden, weil dier sonst längst geplatzt wäre???


walhalla (11.01.2010, 17:18 Uhr)
Weiter so!
Immer weiter so, geht das noch?
In der CDU geht das Nachdenken los, wobei ich befürchte, nur über die nächste Wahl.
Wie kann man in NRW gewinnen, was nehmen uns die Menschen noch ab? Merkel wird nix sagen, damit hat Sie die Bundestagswahl gewonnen. Andere trauen dieser Strategie nicht, wie ein Spieler am Automaten, weitermachen oder aufhören.
Ausgerechnet christliche Werte? Ein Hohn bei Kindern in DE die nah am Hungertuch sind.
Man kann die gegenwärtige CDU drehen wie man will, ihre Erfolge sind der Schwäche einer Partei geschuldet, der SPD.
Nach nur drei Monaten schwarz-gelb sieht doch jeder, die Kaiserin ist nackt.
Vier verlorene Jahre für Deutschland, seine Zukunftsfähigkeit, und das noch mit Schulden.
Bontos (11.01.2010, 17:06 Uhr)
@ganzbaf
Ja das stimmt, aber gerade dann kämen wir um eine unkomplizierte Grundsicherung nicht herum, damit die Leute genug Geld in der Tasche haben. (Nicht, daß Sie sich explizit dagegen ausgedrückt hätten.)

Eine CDU mit Mut zu solch großen Reformen hätte meine Stimme - und das sage ich als Grüner!
ganzbaf (11.01.2010, 15:57 Uhr)
Vollbeschäftigung...

ist kein "Mythos" sondern mit einer allg. Arbeitszeitverkürzung, die aufgrunde der massiven Rationalisierungseffekte der letzten 40 Jahre lange überfällig ist, ganz real zu bewerkstelligen.
Johann58 (11.01.2010, 14:19 Uhr)
sorry
Kohl hat nur 16 Jahre regiert
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