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"Wer AfD aus Protest wählt, stärkt das linke Lager"

Wie gewinnt man potenzielle Protestwähler zurück? Ernst nehmen, meint CDU-Spitzenkandidatin Klöckner. Doch mit einer Twitter-Botschaft sorgt die Unionspolitikerin nun für Kopfschütteln - ihrer Logik können die Wenigsten folgen.

Julia Klöckner gestikuliert und lächelt. Mit ihrem Tweet verärgerte sie aber viele

"Wer gegen rechts Gesicht zeigen will, darf doch nicht sitzen bleiben, wenn es darauf ankommt", so Klöckner

Die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, macht sich im Wahlkampf für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD stark. Zwar schließe sie eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei aus. "Deren Wähler sollten wir aber nicht beschimpfen, wir müssen sie zurückgewinnen", sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie könne verstehen, wenn Menschen Fragen, Sorgen und Ängste hätten. Man müsse aber klar machen, dass die Alternative für Deutschland (AfD) darauf keine Antworten habe.

"Wer gegen Rechts Gesicht zeigen will, darf doch nicht sitzen bleiben, wenn es darauf ankommt." Klöckner kritisierte damit ihre Rivalin Malu Dreyer (SPD), die aus Protest gegen die AfD ihre Teilnahme an einer Debatte im SWR am Donnerstagabend abgesagt hatte. "Als politische Parteien können wir uns unsere Gegner doch nicht aussuchen", sagte Klöckner.

Auch bei Twitter setzte die CDU-Spitzenkandidatin eine Nachricht zum Umgang mit der AfD ab - doch diese scheint die meisten Leser dann doch eher zu verwirren: "Wer AfD aus Protest wählt, stärkt am Ende das linke Lager", schrieb sie in dem Kurznachrichtendienst.

AfD eine reine Protestpartei

Damit unterstreicht Klöckner wohl auch die Aussagen von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Dieser hatte die Wähler aufgerufen, sich bei ihrer Wahlentscheidung von landespolitischen Themen leiten zu lassen. Die AfD sei eine "Ein-Themen-Partei, eine reine Protestpartei", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die Bürger müssen aber sehen, dass es bei der Wahl am Sonntag um mehr geht, als nur Protest auszudrücken."

Auf Twitter wird Klöckners Kurznachricht heftig diskutiert, denn der Logik, dass wenn jemand der rechtspopulistischen AfD seine Stimme gibt, eigentlich das linke Lager stärkt, können offenbar viele Nutzer nicht folgen. Humorvoll reagierte bereits die "Heute-Show" auf den Tweet und fragt die Politikerin: Finden Sie mit so einer schweren Rechts-Links-Schwäche überhaupt das Wahllokal?

Auch der SPD-Politiker Hubertus Heil reagierte humorvoll auf den Tweet: "Bestechende Rinks&Lechts-Lager-Logik". Sagen Sie nun noch: "Nachts ist's kälter als draußen." Also: Schwamm drunter!“

Ein weiterer Twitter Nutzer bemerkt: "Wer eine Klobürste nimmt, stärkt am Ende die Brötchenindustrie. Genauso logisch." 

Die Twitter-Nutzerin @silbensalat sieht Klöckners Tweet ebenfalls kritisch: „Hören sie doch auf, Angst vor "links" zu schüren um damit rechte Stimmen zu fangen. Ekelhafter, billiger Wahlkampfmist“, schreibt sie.

Twitter- Nutzer @GuterxJunge schreibt: "Ähm - nein. Wer AfD aus Protest wählt, stärkt das Lager der rechten Idioten."

In einer weiteren Twitter-Botschaft reagierte Klöckner auf die massenhafte Kritik, die ihr entgegenschlägt und versuchte ihre Botschaft - und die dahinter steckende Logik - etwas deutlicher zu formulieren: "Wer AfD wählt, weil ihm angebl. CDU-Politik nicht mehr gefällt, hilft SPD in RLP an der Macht zu bleiben. Mit der AfD wird keiner koalieren".

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