Franziska Drohsel ist die neue Vorsitzende der Jungsozialisten, der SPD-Nachwuchsorganisation. 76 Prozent der Delegierten haben der 27-jährigen Juristin und einzigen Kandidatin beim Bundeskongress in Berlin ihre Stimme gegeben. Sie tritt damit die Nachfolge von Björn Böhning an.

Franziska Drohsel, die neue Juso-Bundesvorsitzende und der bisherige Juso-Chef Björn Böhning© Peter Steffen/DPA
Die Jungsozialisten (Jusos) haben die Berliner Landeschefin Franziska Drohsel zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Die 27-Jährige erhielt auf dem Bundeskongress in Wolfsburg 76 Prozent der 283 gültigen von 285 abgegebenen Stimmen. 12 Delegierte enthielten sich, 57 stimmten mit Nein. Mit Drohsel steht zum vierten Mal eine Frau an der Spitze der Jugendorganisation der SPD. Der bisherige Juso-Chef Björn Böhning war nicht mehr angetreten.
Vor ihrer Wahl hatte Drohsel noch einmal ihre Richtung präsentiert. "Wir sind Teil der gesellschaftlichen Linken", sagte Drohsel. Die Jusos müssten die Chance für jeden einzelnen in der Gesellschaft erhöhen, dazu gehöre die öffentliche Daseinsversorgung. "Hier muss der Staat konsequent umverteilen", sagte Drohsel. Für den zweiten Tag der dreitägigen Veranstaltung standen außerdem Reden des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck und von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries auf dem Programm.
Am Freitag hatten die rund 300 Delegierten bereits das Arbeitsprogramm für die kommenden beiden Jahre beschlossen. Diese Leitlinien sehen vor, dass sich die Jusos künftig stärker in der gesellschaftlichen Linken verorten. Sie wollen die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, der globalisierungskritischen Bewegung und antifaschistischen Initiativen investieren und sich dafür einsetzen, die Schere zwischen arm und reich zu verkleinern.