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Wo Kinderbetreuung am günstigsten ist

11. November 2012, 13:26 Uhr

Ob ein Kind im Osten oder Westen in die Kita geht, kann im Jahr einen Unterschied von 4500 Euro ausmachen. Leichter zu kriegen sind die Plätze im Osten auch. Richtig teuer wird es dagegen im Ruhrpott.

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Nicht nur bei den Preisen, auch beim Ausbau der Kitaplätze sind deutsche Städte unterschiedlich weit.©

Wer sein Kind kostengünstig in einer Kita unterbringen möchte, der sollte wohl nach Magdeburg ziehen. Rund 208 Euro im Monat zahlen gut verdienende Eltern mit einem Kind dort für einen Ganztagesplatz inklusive Essen. In Gelsenkirchen dagegen muss man im Monat schon 585 Euro berappen. Das geht aus einem Ranking hervor, für das die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" die Kita-Angebote der vierzig größten deutschen Städte verglichen hat.

Günstig ist es demnach vor allem im Osten: Nach Magdeburg folgen Halle an der Saale, Leipzig, Chemnitz und Dresden. Städte, denen offenbar viel daran liegt, für junge Familien attraktiv zu sein. Auch die Tradition spielt jedoch eine große Rolle: Anders als im Westen sind Kinderkrippen in Ostdeutschland seit Jahrzehnten verbreitet - und daher auch billiger. Und nicht nur das. Wer im Osten des Landes nach einem Kitaplatz sucht, wird auch schneller fündig. Im Westen dagegen werden die Wartelisten immer länger. Wer etwa in Dortmund einen Platz für sein Kind sucht muss nicht nur draufzahlen. Dass man bis 2015 auf einen Platz warten muss, ist nicht ungewöhnlich.

Die günstigste westdeutsche Stadt beim Kita-Angebot ist dem Bericht zufolge Frankfurt am Main - mit 252 Euro im Monat auf Platz sechs. Gleich danach kommen Kassel und Bremen mit jeweils 257 Euro pro Platz. Es folgen Mainz, Nürnberg und Wiesbaden.

Besonders teuer ist es im Ruhrgebiet

Besonders teuer ist es laut dem Bericht für die Eltern in NRW und da besonders in den klammen Kommunen des Ruhrgebiets. In Oberhausen, Duisburg, Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen kostet ein Ganztagsplatz inklusive Verpflegung für gut verdienende Eltern jeweils mehr als 500 Euro. Arme Eltern oder Familien mit mehreren Kindern erhalten in fast allen Städten Ermäßigungen gestaffelt nach Einkommen und Kinderzahl.

Aufs Jahr hochgerechnet kommt es so zu einem Unterschied von 4500 Euro, die Elten in Ost und West im Extremfall zahlen. Wobei in dem Ranking nur die städtischen oder städtisch geförderten Kitas aufgeführt sind. Private Einrichtungen verlangen in den Großstädten zum Teil sogar deutlich über 1000 Euro im Monat.

Auch beim Ausbau der Kitaplätze sind die Städte unterschiedlich weit: Während in Magdeburg schon 53 Prozent der Kinder unter drei Jahren außer Haus betreut werden, sind es im Westen weit weniger. In Oberhausen und Krefeld etwa gibt es nur für jedes vierte Kind unter Drei einen Betreuungsplatz. Ab 1. August 2013 gilt ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Unter-Dreijährige. Anders als im Westen ist man in ostdeutschen Städten optimistisch, den Bedarf decken zu können.

kmi/DPA

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