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Ein Platz für Kinder

Die Zahlen sind alarmierend: Die westdeutschen Kommunen hinken bei der Versorgung mit Kita-Plätzen weit hinterher. In Hamburg sieht es besser aus. Warum?

Von Katharina Miklis

  Freie Fahrt für die gesetzlich geregelte Kinderbetreuung? Nicht in allen Bundesländern ist der Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sicher

Freie Fahrt für die gesetzlich geregelte Kinderbetreuung? Nicht in allen Bundesländern ist der Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sicher

  • Katharina Miklis

Wer in Hamburg Kinder bekommt, hat es in Sachen Erziehung leichter. Zumindest wenn es darum geht, einen Krippenplatz für sein Kind zu finden. Die Quote in der Hansestadt liegt deutich über Bundesschnitt. Und dennoch: Die Ziele, die sich Ursula von der Leyen 2007 als Familienministerin auf die Fahnen geschrieben hat, sind auch hier noch längst nicht erreicht. Krippenplätze für alle, so war der Plan. In zwei Jahren sollen alle Eltern demnach einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre Kinder haben. Bund und Länder haben sich verpflichtet, bis August 2013 rund 750.000 Betreuungsplätze, sei es in einer Kita, in einer Krabbelstube oder bei Tageseltern, für Kinder bis drei Jahren zu schaffen. Soweit die Theorie.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, geht der Ausbau der Betreuungsplätze für Kleinkinder im Westen Deutschlands nämlich viel zu langsam voran. Die angestrebte Betreuungsquote von 35 Prozent in den westdeutschen Bundesländern ist voraussichtlich nicht bis August 2013 zu erreichen, in manchen Ländern sogar nahezu utopisch. Laut Statistik hat gut jedes vierte Kind (25,4 Prozent) unter drei Jahren einen Betreuungsplatz. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um rund 45.000 auf 517.000 Kinder gestiegen. Jedoch: Der Anstieg ist deutlich geringer als 2010.

Es geht um 233.000 Plätze, die fehlen. Und das ausschließlich im Westen. Nun fürchten die Kommunen eine Reihe von Prozessen, falls Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind einklagen sollten. Es gibt jedoch auch Länder, die gelassener an die Sache rangehen können. Hamburg ist zuversichtlich, eine Krippen-Betreuungsquote von 42 Prozent zu erreichen – das wären 21.000 betreute Kinder unter drei Jahren in der Hansestadt. Bisher liegt Hamburg mit 32,4 Prozent weit über dem Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer von 20 Prozent.

Was Hamburg besser macht

Im Vergleich zum vergangenen Jahr und entgegen dem bundesweiten Trend hat es hier einen Zuwachs von 3,8 Prozent gegeben. Nordrhein-Westfalen kann solchen Zahlen nur hinterherkrabbeln. Lediglich 15,9 Prozent der Kleinkinder werden dort betreut – halb so viele wie in Hamburg. Was Hamburg besser macht? Buchautor und Erziehungswissenschaftler Dirk Bange, der bei der Stadt Hamburg als Abteilungsleiter für die Kindertagesbetreuung zuständig ist, sieht das Management der Kita-Plätze als Schlüssel zum Erfolg. Sie werden nicht zugewiesen, sondern Eltern erhalten einen Kita-Gutschein, den sie in jeder teilnehmenden Einrichtung einlösen können. Kita-Gutschein gleich Rechtsanspruch auf Kitaplatz. Als "Seismografen für die Bedürfnisse der Eltern" bezeichnet Bange die teilnehmenden Kitas.

Claudia Wackendorff vom Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung in Hamburg sieht den Vorteil vor allem in dem von August 2012 geltenden vorgezogenen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder. Der gilt bereits ab zwei Jahren gilt und wurde in einer Volksinitiative erkämpft. Damit wird Hamburg im kommenden Jahr schon einen Schritt weiter sein als nötig. Da auch an Alster und Elbe nicht alle Kinder bis zum Alter von drei Jahren einen Betreuungsplatz benötigen, und da die Quote bei den unter Einjährigen auch wegen des Erziehungsgeldes bei deutlich unter 10 Prozent liegt, geht die Stadt davon aus, alle Elternwünsche berücksichtigen zu können. Schon jetzt sind Krippenplätze für Kinder von berufstätigen oder studierenden Eltern einklagbar.

In anderen Ländern fehlt das Geld

Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Geld. Davon hat Hamburg mehr als andere kleine Kommunen. Da die Städte und Kommunen das Personal für die Betreuung selbst bezahlen müssen, fehlt es naturgemäß im Ruhrgebiet, wo viele Kommunen chronisch marode sind, an Plätzen. In Hamburg unterstützt die Stadt die Kita-Träger mit Millionen für das Ausbauprogramm. Insgesamt, so die Behörde für Soziales, seien für den Krippenausbau so 52,8 Millionen Euro verfügbar. Der Bund steuert hierzu immerhin 47,5 Millionen bei. Zudem sollen in der Hansestadt gegebenenfalls auch öffentliche Flächen für Kita-Erweiterungen oder Neubauten bereitgestellt werden.

Mit einer Klagewelle, wie sie 2013 in Nordrhein-Westfalen befürchtet wird, rechnen die Behörden der Hansestadt also nicht. Wackendorff vom Landeselternausschuss gibt allerdings zu bedenken, dass es "in Hamburg 'In-Stadtteile' gibt, in denen haben es Eltern jetzt schon nicht leicht, einen Krippenplatz in der gewünschten Kita zu bekommen". Außerdem sieht sie die Entwicklung der Erzieherzahlen kritisch. Laut dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) fehlen 2013 bundesweit 24.700 Erzieher.

Abteilungsleiter Bange macht sich da jedoch keine Sorgen: "Hamburg hat als attraktive Metropolregion generell eine hohe Anziehungskraft für Fachkräfte. Das gilt zum Glück auch für Erzieher und Sozialpädagogen". Außerdem seien in Hamburg die Ausbildungskapazitäten bereits bis zum Anschlag erhöht. Zusätzlich werde derzeit eine Reform auf den Weg gebracht, durch die die Ausbildungszeit verkürzt wird.

Neue Bundesländer sind Spitzenreiter

Die Investition in die Kinderbetreuung zahlt sich vor allem in den neuen Bundesländern aus und macht Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu den Spitzenreitern in der Krippenfrage. 800 Millionen Euro gibt beispielsweise Thüringen im Jahr für die frühkindliche Erziehung aus. Wie in Hamburg gilt auch dort die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder als erklärtes Politikziel. "Das geht auch im Sparhaushalt wenn man die richtigen Prioritäten setzt", sagte Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie der "Süddeutschen Zeitung".

Am Geld allein kann es nicht liegen: Der Bund hatte für die Krippenziele bis 2013 2,15 Milliarden Euro bereitgestellt. Bis Oktober sind jedoch erst 1,24 Milliarden Euro abgerufen worden. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder dazu im "Spiegel": "Ich verstehe die Länder nicht, das Bundesgeld ist da, und die Zeit drängt".

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