. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Dezember 2008, 12:48 Uhr

Umweltschützer attackieren Merkel

Kehrtwende von Angela Merkel in der Umweltpolitik: Auf dem G8-Gipfel von Heiligendamm hatte sie die Weltpolitik noch auf den Klimaschutz eingeschworen. Vor dem EU-Gipfel in Brüssel räumt Merkel nun dem Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland Priorität ein – und wird dafür von Umweltschützern heftig attackiert.

Merkel, Klimaschutz, Kanzlerin, Arbeitsplätze, Umweltschutz, EU-Gipfel, Brüssel

Warf Bundeskanzlerin Angela Merkel "klimapolitischen Gedächtnisschwund" vor: die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn© David Ebener/DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht auf Konfrontationskurs zu den Klimaschützern. Mit ihrer Ankündigung, beim EU-Gipfel Ende der Woche keinen EU-Klimaschutzregeln zuzustimmen, die deutsche Arbeitsplätze gefährden, zog sie sich den Unmut zahlreicher Umweltschützer zu. Auch vom Koalitionspartner und aus der Opposition hagelte es Kritik.

Merkel hatte in der "Bild"-Zeitung angekündigt, der Gipfel werde "keine Klimaschutz-Beschlüsse fassen, die in Deutschland Arbeitsplätze oder Investitionen gefährden. Dafür werde ich sorgen." Zugleich will sich die Kanzlerin dafür stark machen, dass die EU-Kommission Groß-Investitionen rascher durchwinken kann. "Ich werde darauf drängen, dass wir mit flexiblen Wettbewerbsregeln große Investitionen in den Ausbau von Breitbandkabel-Netzen schneller verwirklichen können", wird Merkel zitiert.

Umweltminister Sigmar Gabriel forderte dagegen einen größeren Anteil für den Umweltschutz bei den Stützungsmaßnahmen für die Konjunktur. Zwar sei der Umweltschutz schon ein "erheblicher Bestandteil" des Pakets, sagte der SPD-Politiker der "Neuen Presse" in Hannover. Es müsse aber weiter gehen. "Wenn wir Anfang nächsten Jahres über ein zweites Konjunkturpaket sprechen, müssen die Schwerpunkte aus meiner Sicht in drei Bereichen liegen: Arbeit, Umwelt und Bildung", erklärte Gabriel.

Mit ihren Aussagen habe "Merkel als Klimakanzlerin abgedankt", kritisierte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn die Ankündigung Merkels. "Dass die Kanzlerin Klimaschutz und Arbeit gegeneinander auszuspielen versucht, zeugt von wirtschaftlichem Unverstand und klimapolitischem Gedächtnisschwund", meinte sie. Heute gebe es schon 1,5 Millionen Arbeitsplätze im Umweltbereich. Nach einer Studie könne sich diese Zahl bis 2020 verdoppeln. "Diese Jobs der Zukunft gefährdet die Kanzlerin, wenn sie jetzt beim Klimaschutz auf die Bremse tritt."

Falsches Signal an die Entwicklungsländer

Ähnlich äußerte sich die Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisation Oxfam Deutschland. "Mit ihrem Verhalten signalisiert Frau Merkel den Entwicklungsländern, dass ihr der Schutz klimaschädlicher Industrien in Deutschland wichtiger ist als das Verhindern einer globalen Klimakatastrophe."

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil warf der Parteivorsitzenden des Koalitionspartners CDU vor, sie habe "keine richtige Botschaft" in der Krise. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, viele in der CDU glaubten noch immer an "wirtschaftsradikale Lösungen". Als Aufgaben für die Zukunft nannte Heil Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur.

Tiefensee offen für weitere Konjunkturspritzen

"In der Schublade liegen in meinem Haus viele zusätzliche Programme", sagte dazu Bauminister Wolfgang Tiefensee (ebenfalls SPD) im ARD-Morgenmagazin. Er sei für weitere Konjunkturspritzen offen, doch wenn es weitere Finanzspritzen geben solle, müsse dafür auch das Geld vorhanden sein.

Der Fraktionschef der Sozialdemokraten im Europa-Parlament, Martin Schulz, forderte wie Merkel rasche Investitionen in die Infrastruktur. Wäre er EU-Kommissar, würde er "alle Maßnahmen zur Infrastrukturförderung in der mittelfristigen Finanzplanung der EU bis 2013 jetzt auf 2009 vorziehen", sagte Schulz der "Passauer Neuen Presse". Die Mitgliedstaaten sollten die gleiche Summe investieren, beispielsweise in den Breitbandausbau, forderte der SPD-Politiker. Damit könnten Milliarden Euro konjunkturwirksam mobilisiert werden.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
ramteid (10.12.2008, 16:52 Uhr)
nightmare_online : Nchmals Danke
Wenn Sie wüßten wie dankbar ich Ihnen bin, hätten Sie mich nicht erneut getadelt. Bei den Grünen habe ich mich nun angemeldet und werde mich auch in Gorleben anketten.Den Spruch - Geld stinkt nicht, aber manche haben eine Nase dafür - habe ich verbannt. Glühbirnen gibt es bei auch nicht mehr,ich wohne jetzt im Wald und spare mir ein Windkraftrad. Ist das in Ordnung. Verdammt warm in meiner Höhle. Der Klimawandel macht mir ganz schön zu schaffen. Meinen Orangenbäumen geht es aber gut.
nightmare_online (09.12.2008, 15:46 Uhr)
@ramteid
Sie haben das Recht an alles zu glauben was Sie wollen. Sie haben das Recht zu glauben, das die paar tausend Forschungsgruppen rund um die Welt, die zum Klimawandel forschen, und die alle die gleichen Ergebnisse erhalten, alle irgendwie geschmiert, korrupt, oder sonstwas sind.
Worauf Sie kein Recht haben, ist das Ihr Glaube irgend einen Bezug zur Realität hat. Die Fakten sind völlig eineutig. Und daran ändern ein paar Spinner, die im Internet irgend einen Nonsens auf ihren privaten Homepages zusammenschwurbeln ebensowenig, wie irgendwelche Herzchen, die meinen mit "gesundem Menschenverstand (was nicht anderes ist als fehlende Fachkenntnis) käme man weiter, und / oder wüsste mehr, als Leute die ihr halbes Leben zu dem Thema geforscht haben. Die Generation Wiki, der Sie offensichtlich angehören, zeichnet sich nämlich vor allem durch eines aus: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.
ramteid (09.12.2008, 14:59 Uhr)
nightmare_online: Danke
Natürlich weiß ich nichts. Ich habe meine graue Masse im Kopf verscherbelt. Dafür habe ich die Möglichkeit gesehen, alles über Wikipedia zu erfahren. Das hat den Vorteil nicht mehr nachdenken zu müssen. Ihnen bin ich so dankbar, dass ich mich morgen bei der Hellseh- u. Lobbyismusfreien Partei als Mitglied bewerbe. Deutschland also wir müssen die Welt retten, koste es was es wolle. Windkrafträder statt Wälder u. Felder sollte unser Motto sein. Nochmals vielen Dank. Jetzt ist alles gut. Danke!
nightmare_online (09.12.2008, 10:11 Uhr)
@ramteid: Was wissen Sie was die Wissenschaft nicht weiss?
Es ist in der Tat ein Witz. Es ist ein Witz das ungeachtet der schlichten Tatsache, das seit 1993 (!) kein einziger Artikel in einer seriösen wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen ist, der am anthropogenen Anteil des Klimawandels zweifelt, es immer noch Leute gibt die meinen mehr zu wissen als die Wissenschaft. In der Tat handelt es sich aber um GLAUBEN, nicht um WISSEN. Das hat exakt die gleiche Qualität wie jene die nicht daran glauben das es die Evolution gibt.
Achja: Noch ein weiterer WITZ ist es, indiesem Zusammenhang Clement zu zitieren. Der Mann ist RWE-Lobbyist. Und das was die Kohle- Erdöl- und Atom-Lobby an Kapital für Lobbyarbeit pro zur Verfügung hat, hat die Solarbranche nicht im Jahr. Entsprechend werden auch weiterhin Verdummungskampagnen gegen die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich Klimawandel gefahren. Genauso wie es die Tabaklobby (die wesentlich weniger Kapital zur Verfügung hat) über die letzten 40 Jahre mit Erfolg getan hat.
ramteid (09.12.2008, 00:48 Uhr)
An so mancher Kommentar...
merkt man, das die Leichtgläubigkeit zu den Stärken des Verfassers gehört um nicht Dummheit zu sagen. Manche glauben immer noch noch an die Klimahysterie. Der ehemalige SPD Mann Clement hat es auf den Punkt gebracht. Diese ganze Solarbranche z.B. ist mit und ohne Subvention in Deutschland zum Scheitern verurteilt. Sie verbraucht in der Herstellung mehr Energie als was sie bringt. Wenn sich die Wähler nicht endlich von den Grünen verabshieden, dann werden sie und ihre Nachkommen mehr als ein blaues Wunder erleben.
KasperKlatsche (08.12.2008, 20:08 Uhr)
@meto1979
D'accord! In einem Punkt nur muss ich Dir widersprechen; Nicht die Hoffnung stirbt zuletzt....tatsächlich wird dies der Mensch selbst sein...
KasperKlatsche (08.12.2008, 18:18 Uhr)
Versprechen?
Wäre ja wahrhaftig nicht das erste mal, dass sich Frau Merkel verspricht! Wie war das noch, vor der Wahl, mit der Mehrwertsteuer-Erhöhung!? Liebe Frau Merkel: Nach der Wahl ist vor der Wahl ;))
h.morun (08.12.2008, 17:48 Uhr)
Der seltsame Wandel der Frau M.
Erst lässt sie sich umjubeln, als Heldin der Weltrettung. Dann von Porsche überzeugen, dass die Welt 500 PS Panzer braucht, und diese von dem Steuerzahler subventioniert werden müssen. Um zum Schluss den Umweltschutz auf die Zeit, nach dem kränkeln eines Bankrotten Systems zu verschieben. Auf den Gedanken, die Bankenlandschaft, als Auslöser der katastrophe um zu krempeln--- kommt sie leider nicht. Wozu brauchen wir Banken? Was die Welt braucht ist Arbeit, und Arbeiter. Keine Abkassierer, die den Lohn des Arbeiters verwalten und 1000 fach besser leben als der Arbeitende Mensch selber. Die sogenannten Parteien der Mitte haben versagt. Weil Sie am Abkassieren mitmachen wollten, statt dem Einhalt zu gebieten.
kenya01 (08.12.2008, 17:26 Uhr)
Ihr wahres Ich
Frau M. hat sich als Klimaferkel geoutet.
Medienbeobachter (08.12.2008, 16:40 Uhr)
Nur dem besten Lügner glaubt man
Man fragt sich „Wie die Deutschen so dumm sein konnten, Adolf Hitler zu wählen.?“ Frau Merkel sollte man zwar nicht mit Adolf Hitler vergleichen, aber die Dummheit der Wähler damals mit der von heute schon. Eine Politik und einen Kanzler zu wählen, der gegen jegliche Vernunft regiert ist also nichts Ungewöhnliches. Dadurch, dass die Bildungspolitik äußerst miserabel in Deutschland ist, wird dieses noch begünstigt.
„Merkel hat lediglich gesagt, dass sie Programme, die Arbeitsplätze vernichten, nicht mitträgt.“ Was hat Sie gesagt ??? Hat sie was gesagt, oder hat sie etwas unterstellt? So wie es aussieht hat sie eine unrichtige Behauptung in der Raum gestellt, um einfältige Geister für Ihre Politik zu begeistern.
MEHR ZUM ARTIKEL
Kanzlerin Merkel Jobs wichtiger als Klimaschutz

Da kündigen sich heftige Diskussionen an: Wenn sich am Ende der Woche die Staats- und Regierungschefs der EU treffen, wollen sie ein ambitioniertes Paket zum Schutz des Klimas verabschieden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) machte deutlich, dass ein besserer Klimaschutz nicht auf Kosten deutscher Arbeitsplätze gehen dürfe. mehr...

Neuwagen EU gewährt CO2-Monstern Schonfrist

Vertreter der Europäischen Union haben bei den Klimaschutzauflagen für Neuwagen einen Kompromiss gefunden. Der gewährt CO2-Monstern eine längere Galgenfrist. Ursprünglich sollten schon 2012 alle Neuwagen die Grenze von 130 Gramm CO2 nicht überschreiten. Das war vor allem für deutsche Autobauer ein Problem. mehr...

Klimawandel Treibhausgas-Ausstoß steigt weiter

Trotz aller Klimawandel-Warnungen steigen die Treihausgas-Emissionen weiter: In 40 Industrieländern, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben, stieg der Ausstoß zwischen 2000 und 2006 im Schnitt um 2,3 Prozent. Deutlich drastischer ist allerdings die Entwicklung in den USA. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe