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21. Februar 2007, 07:34 Uhr

Die Stinker aus dem Bundestag

Durch ihre Dienstreisen per Flugzeug oder Auto belasten deutsche Politiker und Spitzenbeamte die Atmosphäre mit rund 100.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Das berichtet der stern in seiner neuen Ausgabe. Um den dadurch entstandenen Umweltschaden auszugleichen, müssten ein Areal von der Größe Maltas aufgeforstet werden.

Keine wirklich umweltfreundliche Abreise: Verteidigungsminister Jung ließ sich am 10. Januar im Heli aus Wildbad Kreuth abholen. Hier wünscht er dem Piloten gerade ein gutes neues Jahr© Joerg Koch/ddp

Durch ihre Dienstreisen per Flugzeug oder Auto belasten deutsche Politiker und Spitzenbeamte die Atmosphäre mit rund 100.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Um den dadurch entstandenen Umweltschaden auszugleichen, müssten insgesamt neun Millionen Fichten angepflanzt werden, berichtet der stern. Dazu müsste eine 300 Quadratkilometer große Fläche – dies entspricht der Größe der Insel Malta - vollständig aufgeforstet werden.

Etwa 80 Prozent der Emissionen wird allein von den Maschinen der Flugbereitschaft der Bundeswehr verursacht. Die beiden Airbus A310 legten nach Recherchen des stern im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Kilometer zurück, die sechs Challenger flogen 2,34 Millionen Kilometer und die drei dem innerdeutschen Transport dienenden Hubschrauber vom Typ Cougar AS 532 kamen auf rund 250.000 Flugkilometer. Dabei gaben sie gut 79.000 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid ab. Weitere 18750 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr werden frei, weil sich Deutschland zwei Regierungssitze leistet und pro Jahr Bundesbedienstete etwa 125.000 Mal zwischen Bonn und Berlin pendeln.

Gabriel - ein Klimaverpester

Am Boden gehören Kanzlerin und Bundespräsident, die aus Sicherheitsgründen gepanzerte Limousinen fahren, zu den größten Umweltsündern. So verbraucht ein Mercedes S 600 Guard im Schnitt mehr als 20 Liter auf 100 Kilometer und bläst dabei 480 Gramm Kohlendioxid in die Luft. Auch einige Bundesminister sowie die 16 Ministerpräsidenten fahren gepanzerte Wagen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) legt mit seinem BMW 750i im Jahr rund 100.000 Kilometer zurück; Kohlendioxid-Ausstoß: 27,1 Tonnen. Nur wenig besser ist die Bilanz seines Mainzer Kollegen Kurt Beck (SPD). Mit seinem Audi A8 produziert er pro Jahr 26,7 Tonnen Kohlendioxid, berichtet der stern.

Unter den Mitgliedern des Kabinetts, die ungepanzerte Autos fahren, führt ausgerechnet Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Liste der Klimaverpester an. Mit seinem Dienstwagen, einem Audi A8 4,2 TDI, fährt er pro Jahr 88.000 Kilometer und verursacht dabei einen Kohlendioxid-Ausstoß von 21,9 Tonnen. Ihm folgt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit 20,4 Tonnen im Jahr. Wegen geringer Fahrleistungen richtet Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) die geringsten Umweltschäden an. Sie kommt laut stern auf einen Wert von 7,7 Tonnen.

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