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11. Oktober 2009, 15:12 Uhr

Grünen-Basis sagt Ja zu Jamaika

Die saarländischen Grünen haben sich für eine Koalition mit CDU und FDP ausgesprochen. Damit ist der Weg zur ersten Jamaika-Koalition auf Landesebene frei.

Saarland, Jamaika-Koalition, Grüne,

Das wahrscheinliche neue Koalitionstrio im Saarland: Ministerpräsident Peter Müller (l.), FDP-Chef Christoph Hartmann (m.) und der Grünen-Vorsitzende Hubert Ulrich© Torsten Silz/DDP

Die Grünen im Saarland haben sich mit großer Mehrheit für Koalitionsverhandlungen mit CDU und FDP entschieden. Ein Landesparteitag stimmte in Saarlouis mit 117 von 150 Stimmen für einen entsprechenden Vorschlag von Landeschef Hubert Ulrich. Die Delegierten machen damit den Weg frei für das erste Jamaika-Bündnis in einem Bundesland.

Zuvor hatte der Landesvorstand der saarländischen Grünen eine Jamaika-Koalition empfohlen. Das Gremium hatte mit großer Mehrheit dem Parteitag am Nachmittag ein Bündnis mit CDU und FDP nahe gelegt, wie Landeschef Hubert Ulrich in seiner Rede bekanntgab. Im Tagesverlauf waren die rund 150 Delegierten aufgerufen, darüber geheim abzustimmen.

Hubert Ulrich sagte zu einer möglichen rot-rot-grünen Koalition, dass er vor allem mit der Linkspartei es keine vertrauensvolle Zusammenarbeit gebe. "Ich habe keinerlei Vertrauen zu diesem Mann und zu dieser Partei", sagte Ulrich zu Linksparteichef Oskar Lafontaine. Der hatte angekündigt, sich im Falle eines rot-rot-grünen Bündnisses stärker an der Saar engagieren zu wollen. Ulrich sagte weiter, ein Jamaika-Bündnis gebe den Grünen die Gelegenheit, sich nicht automatisch in ein linkes Lager einordnen zu lassen.

Lafontaine als "Neben-Ministerpräsident" ein Affront

Für die Grünen wäre es eine Belastung, ja sogar ein "Affront", wenn sich Lafontaine in der Rolle eines Dauer-Fraktionschefs im Saarland als "Neben-Ministerpräsident" etablieren würde, kommentierte Ulrich die Entscheidung. Daher wurde eine rot-rot-grüne Koalition durch Lafotaines Rückkehr ein Stück unwahrscheinlicher.

Eine Jamaika-Koalition an der Saar wäre in Deutschland eine Premiere. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Parteitag der Saar-Grünen der Empfehlung des Vorstands folgt. Die Grünen hatten bei der Landtagswahl am 30. August 5,9 Prozent erreicht und stellen mit drei Abgeordneten die kleinste Fraktion im Parlament.

Erhebliche Zusagen an die Grünen

Ulrich ließ sich Berichten zufolge bereits die Zusagen von CDU und FDP aus den Sondierungsgesprächen schriftlich bestätigen. Das zwölfseitige Papier trage die Unterschriften von CDU-Chef und Ministerpräsident Peter Müller sowie des FDP-Landesvorsitzenden Christoph Hartmann, hieß es. Zu den weitreichenden Zugeständnissen gehören unter anderem die Abschaffung der Studiengebühren, ein längeres gemeinsames Lernen an den Schulen und ein umfassendes Rauchverbot. Zudem hat sich Müller zum Atomausstieg bekannt.

In etlichen Sondierungsrunden hatten die Grünen in den vergangenen Wochen sowohl mit SPD und Linken als auch mit CDU und FDP gesprochen. Beide Seiten sollen den Grünen vergleichbare inhaltliche Angebote gemacht und zwei Ministerien zugesagt haben. Die Ergebnisse der Sondierungen wurden auf drei nicht-öffentlichen Regionalkonferenzen diskutiert. Dabei hatte sich zuletzt bereits eine Tendenz zugunsten einer Zusammenarbeit mit CDU und FDP herausgeschält.

AP/DPA/ben
 
 
KOMMENTARE (10 von 44)
 
ganzbaf (12.10.2009, 10:31 Uhr)
Das war nicht die Basis

Schon gar nicht die gesamtgrüne.
Sozimod (11.10.2009, 20:38 Uhr)
Schwarz-weiss
@luke888:
Hier der erste von 10 Punkten der Partei DIE LINKE:
"1. Raus aus Afghanistan

DIE LINKE will den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Wir werden im Bundestag einen Afghanistan-Friedensvorschlag vorlegen, der Entsendung weiterer Soldaten widersprechen und den Abzug der Bundeswehr fordern. Die finanziellen Mittel sollen vom militärischen Einsatz auf zivile Unterstützung umgewidmet werden. DIE LINKE wird für Abrüstung initiativ und fordert den Abzug der US-Atombomben aus Deutschland."
Das war auch mal grüne Politik.
Sozimod (11.10.2009, 19:55 Uhr)
Hab ich noch vergessen
@luke888:
"Und die Frage von Afghanistan ist numal nicht so schwarzweiß zu beantworten wie das die linken Haudegen"
Linke Haudegen:
Peter Gauweiler CSU, Peter Scholl Latour, Christoph Hoerstel, Volker Rühe CDU,
Barrak Obama, Ex Brigade Generäle. Informieren, statt palavern. Die Grünen haben gegen unser Grundgesetz, gegen ihre damaligen Ideale und Philosphie gestimmt. Vlt. sollten einige der BDT Abgeordneten die Bilder im Internet ansehen. Verkrüppelte Kinder, verängstigte Menschen durch die Mitverantwortung der Grünen hervorgerufen.
Dem Menschen in Deutschland wird jetzt aufgezeigt für was die Grünen wirklich stehen.
Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass hier jeder Mensch seine freie Meinung äußern darf. Auch Menschen die durch ihre Nationalität, Lernschwäche ect.pp. die Rechtschreibung nicht voll beherrschen. Es kommt auf den Sinn und Verstehen an. Also lasst euch von denen nicht entmutigen!
Sozimod (11.10.2009, 19:37 Uhr)
Die Antwort gibt der Wähler!
Luke888:
Ich habe sehr wohl das Wahlprogramm der Grünen gelesen. Sie werden es nicht verhindern, das Mitglieder der Partei austreten werden. Kriegzustimmung Afghanistan. Atomtransporte durch die Innenstadt Hamburg (durch Ignoranz geduldet?), Umweltzerstörung in Afghanistan, sowie im Irak. Völkerrechtswidrige Kriege zugestimmt. Lohndumping zugestimmt. Leiharbeiter zugestimmt. Fisch vor Kameras erschlagen. DIE LINKE, allen voran Kurt Herzog stemmt sich gegen die Atomlobbyisten. Ehemaliger Grüner. Warum der wohl ging........
Sie lieber Luke888, werden es noch erleben, dass die Partei Bündnis Grüne auf 5% Stimmen Bundesweit fallen. Oskar Laontaine hat seine Wähler/innen nicht betrogen. Das waren und sind die neoliberalen aus der CDU, Die Grünen, SPD. Gestehen sie sich doch ein, dass diese Partei niemand mehr benötigt.
rockyciano (11.10.2009, 19:02 Uhr)
@ROBBESPEIRRE @ TEMPELHOFER
Ruhig Blut meine Herren! - WARTEN wir doch mal lieber ab. Ich wage zu behaupten, dass die AKW-Laufzeiten verlängert werden.....Herr Müller wird dann auf " BERLIN " verweisen....... und dann wird es " a never ending story " geben ....... und letztendlich haben die Grünen ihr Gesicht und ihre Glaubwürdigkeit verloren. Das ist gut so!!!
Tempelhofer (11.10.2009, 18:34 Uhr)
@ Robbespierre
Von Ihnen als "Verräter" bezeichnet zu werden, ist eine Auszeichnung.
rockyciano (11.10.2009, 18:30 Uhr)
@robbespierre
Ich stimme deinen Aussagen inhaltlich zu. Nur bei deiner Einschätzung des Wählerklientels dieser Partei liegst du leider falsch: ÜBERWIEGEND jung oder bald im Besitz zweier Pässe (noch fraglich)
rockyciano (11.10.2009, 18:11 Uhr)
Falsche Entscheidung
Willkommen im 20. Jahrhundert. Ich beobachte die angeblichen Königsmacher : Grünen im Saarland - SPD in Thüringen - und mir wird speiübel. Die Politik ist mittlerweile kaüflich geworden!!!!!- Es geht nicht mehr um Gewissen noch dem Willen des VOLKES. Bei nüchterner und objektiver Betrachtung der Zusammenhänge, wird schnell klar, dass es nur noch um Selbstdarstellung und Selbsterhalt geht. Diese Feststellung bezieht sich auch mit Blick auf Berlin. Fraglich ist, wie lange sich die Wähler noch vernebeln lassen ??? Eines ist gewiss und beruhigend Herr Ulrich, die Wähler werden ihre Partei bei der nächsten WAHL, sicherlich honorieren.
Tempelhofer (11.10.2009, 18:08 Uhr)
@ OttoB
Die Grünen haben mit Jamaika praktisch alle ihre politischen Ziele im Saarland durchgesetzt, incl. der Einstellung des Saar-Bergbaus sowie den Reformen im Schulwesen. Die Ablösung der Bundesregierung stand dagegen im Saarland niemals zur Disposition.

Die Grünen können sich damit ruhigen Gewissens vor ihren saarländischen Wählern stellen.
Tempelhofer (11.10.2009, 18:04 Uhr)
@ immerNett
"Das hat Oskar Lafontaine strategisch mal wieder sehr gut gelöst, indem er 2 Tage vor dem entscheidenen Grünen-Parteitag sein entgültiges Comeback im Saarland bekannt gibt."

Wow ! Das nenne ich Strategie. Den eigenen Landesverband verlieren lassen, um den politischen Gegner zu verwirren. Also dass muss man den Linken lassen: sie haben das Verlieren zur Perfektion gebracht.

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer erfolgreichen Niederlage.
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